Frage von AllyLovesYou, 99

Wie kan man den Eltern schonend beibringen, dass man zum Studium von zu Hause ausziehen will - trotz Nähe zum Studienort?

Hallo :)

Ich bin 17 Jahre alt, und mache im Mai mein Abitur. Danach will ich studieren, und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass das in der 20 km von meinem Wohnort entfernten Stadt passiert. Jetzt ist das ja so, dass man da einfach pendeln könnte, aber ich will eigentlich wirklich unbedingt ausziehen. Meine Eltern sind immer zu Hause, sind sehr neugierig, fragen schon wo ich denn hingehe, wenn ich nur was aus dem Keller hole; Ich darf eigentlich nie laut sein, sonst wird sofort nachgefragt (einmal hab ich einen Stift auf den Boden fallen lassen und sofort stand mein Papa da und hat gefragt warum ich so einen Krach mache). Freunde mitzubringen ist mir auch unangenehm, weil sie da auch omnipräsent sind (was ja nett ist wenn man fragt ob jemand was zu trinken will, aber mit 17 schaffe ich das auch alleine ;)) Des Weiteren ist in einem 2000 Einwohner Dorf eben auch absolut nichts los, und wenn man wie Ich jedes Mal erklären muss, wo man hingeht, kommt man dem auch nicht aus. Man sieht also, ich hab relativ wenig Freiraum, nach Hause zu kommen ist für mich wie ein Termin, eine Verpflichtung, und die seltenen Fälle, in denen ich alleine zu Hause bin sind wie Urlaub.

Die Wohnungsmieten in der Stadt sind allerdings auch nicht ganz billig, und ich hätte kein/bzw. nur durch Nebenjobs ein eigenes Einkommen, meine Eltern müssten mir das also finanzieren… Deswegen müssen sie verstehen, warum ich wegziehen will. Aber das tun sie eben nicht so – ich verstehe ja selber, dass die Argumente faktisch nicht so schlagend sind, 20 km ist eben nicht weit.

Ich bin zum leise sein erzogen worden, will aber die Rolle nicht mein ganzes Leben lang behalten. Man muss ja auch mal lernen, verantwortlich für sich selbst zu sein, Entscheidungen zu treffen, selbst einen Haushalt zu schmeißen. Das wird hier alles für mich übernommen. Ich bin gerne alleine, und auch alleine zu wohnen würde mir denke ich wirklich gut tun.

Hat irgendjemand eine Idee wie man das den Eltern überzeugend beibringen kann, ohne sie zu verletzen? Ich halte das nicht für die ganze Zeit des Bachelors & Masters aus…

Antwort
von bwhoch2, 17

Bis zum Abi bist Du wahrscheinlich 18. Das ist normalerweise auch ein goßes Ereignis für die Eltern. Auf dem Weg dahin, also in den nächsten Monaten, könntest Du Deine Eltern immer wieder darauf ansprechen, dass mit 18. Geburtstag und Abi in der Tasche für Dich ein neues Leben beginnt, dass Du dann endlich erwachsen bist und für Dich mehr Selbstbestimmung wünscht.

Warum ist die Wahrscheinlichkeit so groß, dass Du in der nur 20 km entfernten Stadt studieren wirst? Vermutlich gibt es den von Dir angepeilten Studiengang nicht nur in der nächsten Stadt.

Bewirb Dich doch mit dem Abi gleich mal in vielen anderen Städten um einen Platz und such Dir den aus, der aus verschiedenen Gründen am besten zu Dir passt und das muss doch dann nicht gleich die Uni um die Ecke sein.

Gut möglich, dass Du am Ende gar nicht die Wahl hast, sondern den Platz nehmen musst, den man Dir zuweist und der kann dann wirklich ganz woanders sein. Aber das ist Zukunftsmusik.

Bereite Deine Eltern durch immer wieder Erwähnen darauf vor, dass Du mit 18 anders leben willst und wirst, als mit 17. Wenn sie wert darauf legen, dass Du auch mit 18 noch daheim wohnst, sollen sie Dir spätestens dann auch mehr Freiheiten einräumen.

Antwort
von nnblm1, 15

Ich denke, das Hauptargument deiner Eltern wird das Finanzielle sein - verständlicherweise. Es spart ungemein viel Geld, wenn man als Student bei den Eltern wohnen bleiben kann.

Ebenso gut verstehe ich, dass du das natürlich nicht möchtest.

Die einfachste Lösung wäre meiner Meinung nach, selbst neben dem Studium zu arbeiten - aber mehr als zwei Vormittage o.ä. Mit einem 20-Stunden-Job lässt sich ein Studium auch machen, vielleicht eben mit ein, zwei, drei Semestern mehr (was es aber mir persönlich Wert war, habe mein Studium größtenteils selbst finanziert und bereue das nicht). Man darf dabei eben keine großen Ansprüche haben, viel geht sich da neben Miete und Essen und den Fixkosten, die man eben so hat, nicht aus. 

Kleiner Tipp: WG-Zimmer sind üblicherweise wesentlich günstiger.

Sollte das für dich nicht funktionieren, kannst du eigentlich nur aufs Gespräch mit deinen Eltern setzen und hoffen, dass sie deine Beweggründe (die du hier eigentlich eh sehr sachlich dargelegt hast) verstehen. Allerdings musst du ggf. auch verstehen, wenn sich das finanziell für deine Eltern nicht ausgeht bzw. sie dieses Geld nicht zusätzlich aufwenden wolllen.

Antwort
von Essensausgabe, 32

Vielleicht muss es ja nicht eine eigene Wohnung sein sondern eine WG (?) ;)

Dann sind die Mieten auch (er)tragbar. Ich würde entsprechend deine Eltern an deiner Stelle darum bitten dass Sie , gesetzt dem Fall ,sie hören mal was', (Wohnung, WG) dir Bescheid geben. 

Kommt daraufhin ein ,ja - machen wir'; alles gut.

Kommt ein ,WAS SOLL DAS HEISSEN?!' - kannst du klar sagen dass du dachtest dass das klar wäre, dass du nach dem Abitur zuhause ausziehst. Ich würde es nicht an deinen Eltern und ihrem Verhalten festmachen sondern schlicht daran, dass es der ,normale' Weg ist im Verlauf eines Lebens bzw der Entwicklung eines jungen Menschen. 

Mach Ihnen klar dass du erwachsen bist (sein wirst) und für dich bereits fest entschlossen hast auszuziehen. Dass du hoffst dass sie nicht verletzt sind und du weiterhin gerne zu Besuch kommen darfst. 

Vll kannst du ihnen ja deinen Auszug auch ein bisschen schmackhaft machen ;)  -> Dann ist es auch nicht mehr so laut in dem Haus XD

Kommentar von AllyLovesYou ,

Danke :) 

Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, einfach so zu tun, als wäre es ihnen klar gewesen, dass ich ausziehe.. Ich werds versuchen! 

Antwort
von Zwitschermaus, 40

Ich kann dich gut verstehen! 

Nähe zur Uni finde ich sehr wichtig. Ich kenne viele Kommilitonen, die laufend pendeln und sich nur beklagen. Es kann Kurse geben, die um 7 anfangen oder die erst spät abends sind. Dazwischen kann es zu Freistunden kommen. Was willst du in der Zeit machen? Manchmal kommen mitten im Semester noch Tutorien dazu oder du bildest eine Lerngruppe, musst spontan in die Bibliothek etc. Außerdem wirst du auch neue Freunde finden, mit denen du sicher etwas unternehmen wollen wirst. Das wird schwieriger, wenn du erstmal mit Auto (wird auf die Dauer teuer) oder Zug hinkutschen musst. Versuch, dies deinen Eltern klarzumachen! 

Du könntest auch Bafög beantragen und dich so finanzieren. 

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Kommentar von AllyLovesYou ,

Vielen Dank für die Antwort :) Ist schön, verstanden zu werden. 

Bafög krieg ich leider keines, ich werds aber mal mit einem Stipendium versuchen. 

Man ist halt denke ich recht abgeschnitten vom Leben der anderen Kommilitonen, wenn man noch daheim wohnt und sich immer erst dreimal überlegen muss, ob man denn jetzt wirklich in die Stadt fahren soll. 

Kommentar von Zwitschermaus ,

Ja, das stimmt allerdings! Und gerade als Student möchte man doch sein Leben genießen, bevor man in die richtige Arbeitswelt einsteigt und mal abends mit Freunden ausgehen, Veranstaltungen besuchen oder shoppen. ;) 

Antwort
von Wonnepoppen, 34

du kannst nur versuchen deine Gründe dar zu legen u. auf Verständnis hoffen?

Ansonsten warten bis du 18 bist!

Kommentar von AllyLovesYou ,

Ich werde nach dem Abitur 18, aber ich bin ja auch drauf angewiesen, dass sie mir bei der Finanzierung helfen... Ich komme mir da schon etwas dreist vor, das dann einfach so festzulegen a la "Ich bin 18, ich bin dann weg, kauft mir eine Wohnung" 

Kommentar von Wonnepoppen ,

Nein, natürlich nicht in dem Ton!

Wenn sie jetzt noch nicht einverstanden sind, kannst du nichts machen, sie müssen dich auch nach 18 noch unterstützen durch Unterhalt u. Kindergeld!

Antwort
von Mority9898, 19

Ich empfehle dir
Setzt euch an den tisch und sag deinen Eltern dass du raus willst, dein eigenes Leben leben willst. Iwann müssen sich eltern und kinder trennen und je früher die kinder selbst für sich verantwortlich sind, desto besser. Ich ziehe jz auch aus. Nach dem abitur gehts jn eine andere stadt die 6 stunden von meinem zuhause entfernt ist.

Zur Finanzierung
Such dir in der anderen stadt einfach einen minijob. Schau in Zeitungen nach oder geh zur arbeitsagentur.

Allerdings denke ich musst du jz ja erstmak dein abitur hinbekommen. Dabei Viel erfolg :)

Kommentar von AllyLovesYou ,

Ich werde in den Semesterferien Vollzeit arbeiten, ich arbeite auch jetzt schon wann es geht. Aber ob das halt reicht... 

Danke :) 

Kommentar von Mority9898 ,

müsste eig reichen

Antwort
von Kiyota, 32

Da du nicht zur Selbstständigkeit erzogen wurdest und du dich quasi in einen Freiraum stürzen möchtest, sehe ich eine eigene Wohnung für dich eher als zu kritisch an. So wirkt es jedenfalls auf mich. In meinen Augen läuft Gefahr, dass du dich übernimmst und dir nicht im Klaren darüber bist, was es heißt, eine eigene Wohnung zu haben und Verantwortung zu haben. Möchte dich keinesfalls angreifen, allerdings schließe ich es aus folgendem:



,,Ich bin zum leise sein erzogen worden, will aber die Rolle nicht mein ganzes Leben lang behalten. Man muss ja auch mal lernen, verantwortlich für sich selbst zu sein, Entscheidungen zu treffen, selbst einen Haushalt zu schmeißen. Das wird hier alles für mich übernommen."

Du  könntest deinen Eltern auch erstmal klar machen, dass wenn sich bis dann und dann nichts ändert, du gerne ausziehen würdest. Ihnen einfach nochmal eine Chance geben. 


Jedenfalls solltest du mit deinen Eltern offen darüber reden.

Wenn du wirklich ausziehen möchtest, dann wünsche ich dir natürlich viel Glück. :)

Kommentar von AllyLovesYou ,

Danke :)

Ich glaube das ist nicht das Problem, ich kann damit umgehen, mit einer Herausforderung klarkommen zu müssen; Ich bin schon recht ordentlich und organisiert, und ich hab Situationen auch immer ganz gut im Überblick. Aber das mit der 2. Chance klingt auf jeden Fall gut :) 

Antwort
von MaxPower89, 38

Geht es deinen Eltern um die Finanzierbarkeit? Sprich, verdienen sie so viel, dass es ihnen "egal" wäre, sagen wir mal 700 Euro im Monat weniger zur Verfügung zu haben?

Oder geht es rein um den Gedanken, dass du dann nicht mehr zuhause sein wirst?

Kommentar von AllyLovesYou ,

Naja, egal ist das denke ich niemandem :D 

ich würde sagen es ist so eine 50/50 Mischung aus den Beiden Aspekten die du ansprichst...

Kommentar von MaxPower89 ,

Wenn der finanzielle Aspekt eine Rolle spielt, dann haben deine Eltern absolut recht. Sie sollten nicht mit ihrem eigenen Einkommen rechnen müssen, nur damit du eine eigene Wohnung bekommst. Dann lieber fragen, ob sie dir Geld für das erste Semester leihen (!), in eine kleine, billige WG einziehen (höchstens 18 QM-Zimmerchen), und dann an Wochenenden und vor allen Dingen in den Semesterferien Vollzeit, 5 Tage die Woche, arbeiten. In den Semesterferien kannst du genug Geld verdienen. Sprich du wirst 7-Tage-Wochen haben und musst dich darauf einstellen. Ist es dir das nicht wert, solltest du auch nicht umziehen.

Dass du von zuhause weg willst, ist nachvollziehbar. Das kannst du deinen Eltern auch ruhig so beibringen, da sie sich früher oder später eh damit abfinden müssen. Und man zur Selbstständigkeit heranwachsen soll. Dazu gehört aber auch die Finanzierung. Wenn du das nicht alleine bewältigen kannst - z.B. durch Geld leihen und in Semesterferien und Wochenenden abarbeiten - dann solltest du m.M.n. zuhause bleiben. Anders wäre es, wenn das Einkommen deiner Eltern so hoch wäre, dass keinerlei Einschnitte für sie damit verbunden wären.

Kommentar von AllyLovesYou ,

Danke für die Antwort :) 

Ich verstehe absolut, dass ich dafür arbeiten muss - ich habe auch diese Sommerferien in allen freien Wochen Vollzeit gearbeitet. Aber genug ist es halt trotzdem noch nicht; Ich würde das selbstverständlich im Studium auch machen, aber um einen Teil, den meine Eltern bezahlen, komme ich irgendwie einfach nicht drumrum... 

Arm sind wir aber auch nicht, ich würde kein Bafög bekommen... Und der andere Aspekt, dass sie mich nicht gehen lassen wollen, bleibt natürlich auch :/ 

Antwort
von howelljenkins, 40

wie waer's denn erstmal bescheiden mit einem WG zimmer? muss ja nicht immer gleich eine wohnung sein.

Kommentar von AllyLovesYou ,

Ich bin denke ich kein geeigneter Mensch für eine WG.. 

Kommentar von Wonnepoppen ,

Dann eine Einzimmer Wohnung, oder ein möbliertes Zimmer?

Kommentar von howelljenkins ,

naja, ich sach mal so, studentenjahre sind mit unbequemlichkeit verbunden, fuer jeden. dass du nicht mehr zu hause wohnen willst, ist verstaendlich, aber dir eine wohnung von deinen eltern finanzieren zu lassen, weil du kein WG-mensch bist, wird dann schon ein bisschen unverschaemt.

es ist ja nur fuer ein paar jahre.

Kommentar von AllyLovesYou ,

Dass ich kein WG-Mensch bin verstehen meine Eltern tatsächlich sehr gut, weil sies selbst auch nicht sind. Vielleicht bist du dafür ja geeignet, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich eingehen würde in einer WG. Gibt halt (introvertierte) Leute, für die das absolut nicht funktioniert... Mir wärs auch lieber wenns nicht so wäre :) 

Kommentar von howelljenkins ,

first world problems

Antwort
von salimanuli, 5

Mit viel Liebe :-)

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