Wie kamen die heutige Entwicklungsländer zu ihrem Standpunkt als Entwicklungsländer - Welche Faktoren wirkten in der Vergangenheit auf diese?

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5 Antworten

Seit die Kolonialmächte des weißen Mannes diese Länder nach dem 2. Weltkrieg "unabhängig" werden ließ, sind modernere Ausbeutungsmethoden eingeführt worden. Eine besonders wirksame Ausbeutungsmethode sind Schulden.

Ein Beispiel ist Haiti. Dort hatten die Sklaven ihre französischen Herren entmachtet und einen neuen Staat gegründet (Haitianische Revolution). Frankreich drohte jedoch, Militär zu entsenden und erkannte die Unabhängigkeit Haitis nur unter Bedingung an, daß die Plantagenbesitzer für ihren Verlust eine Entschädigung bekamen. Um die geforderte hohe Summe zahlen zu können, hat sich Haiti verschuldet und ist aus der Schuldenfalle nie wieder herausgekommen.


Die Republik Haiti wurde in der Folge von den meisten Staaten anerkannt. Nach mehreren vergeblichen Wiedereroberungsversuchen erkannte selbst Frankreich sie 1825 an, allerdings gegen eine an die ehemaligen Plantagenbesitzer zu zahlende Entschädigung von 150 Mio. Franc, die 1838 bei Gelegenheit des Abschlusses eines Handelsvertrags zwischen Frankreich und Haiti auf 60 Mio., in 30 Raten bis 1867 zu zahlen, herabgesetzt wurde. Bis 1947 lähmte die Schuldenlast die haitianische Wirtschaft und legte den Grundstein für Armut und Korruption.

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte\_Haitis (Abschnitt 5 "Haiti bis zur Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik"

Heute sagt den freigelassenen Kolonien, daß sie "Entwicklungsländer" seien und daß sie deshalb, um sich zu "entwickeln", und dann so leben zu können wie Europäer, alle möglichen teuren Sachen wie Waffen, Kraftwerke, Fabriken, Flugzeuge, usw. bräuchten. Für die Finanzierung bietet man freundliche Hilfe an: Das Geld wird vorgestreckt und soll dadurch abbezahlt werden, daß z.B. Minengesellschaften sich die Bodenschätze holen können. Da das Abbezahlen der Schulden sich als schwieriger erweist als zuerst geglaubt, geht das immer weiter.

Hier der Bericht eines Mannes, der bei diesem System mitgearbeitet hat:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnisse\_eines\_Economic\_Hit\_Man

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Analphabetentum,Regierungen die "Moderne" ablehnen,Teilhabe an der Industrialisierung verweigert ,sei es aus Gründen der politischen Überzeugung oder monetärer Unmöglichkeit.Ausbeutung oder Unterdrückung im wesentlichen durch das britische Empire,Frankreich,Italien,Spanien,Portugal,Niederlande  und das dt.Reich.Klimatische Bedingungen,Wasserknappheit sind weitere mögliche Gründe.LG

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Die Beispiele Südkorea, Singapur, Vietnam, Taiwan etc. zeigen, dass der europäische Kolonialismus heute keine große Rolle mehr spielt, denn diese Länder haben sich in den letzten 50 Jahren nach Ende des Kolonialismus gewaltig entwickelt. 

In einzelnen Ländern ist der westliche Imperialismus noch stark, z. B. in Nigeria, wo es um Öl geht.

Kontraproduktiv ist auch die übliche Entwicklungshilfe, die unselbständig macht und den Menschen die Verantwortung für ihr Schicksal abnimmt. 

Die Probleme sind weitgehend hausgemacht: 

1. korrupte Eliten, denen ihr Land egal ist, solange sie ihre Milliarden sicher haben, 

2. Unbildung, Aberglauben, geringe kognitive Ressourcen,

3. ein Großteil der Männer verlässt Frau und Kinder, übernimmt keine Verantwortung 

4. "Braindrain": Die etwas Beweglicheren, Aktiveren, Jüngeren verlassen das Land und wollen nach Europa, die Schwächeren, Älteren etc. bleiben. Migration verhindert also selbstständige Entwicklung.

5. kaum Empfängnisverhütung, also 4,7 Kinder pro Frau (D: 1,3), das verhindert jeden möglichen Fortschritt, gilt aber als Merkmal des "starken Mannes"

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Europäische Kolonisation war die Ursache.

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