Wie kam Johannes als Hebräer auf die Idee, andere Menschen zu taufen?

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4 Antworten

*** it-2 S. 1092-1093 Taufe ***

Die Taufe des Johannes.

Der erste Mensch, den Gott dazu ermächtigte, die Wassertaufe durchzuführen, war Johannes, der Sohn Sacharjas und Elisabeths (Luk 1:5-7, 57). Schon allein die Tatsache, daß er als „Johannes der Täufer“ oder als jemand, „der taufte“, bekannt war (Mat 3:1; Mar 1:4), deutet darauf hin, daß das Volk besonders durch Johannes auf die Taufe oder das Untertauchen im Wasser aufmerksam wurde, und die Bibel zeigt, daß sein Dienst und seine Taufe von Gott stammten, nicht von Johannes selbst.

Daß sein Wirken von Gott her sein würde, hatte der Engel Gabriel vorausgesagt (Luk 1:13-17), und Sacharja hatte durch heiligen Geist prophezeit, Johannes werde ein Prophet des Höchsten sein, um Jehovas Wege zu bereiten (Luk 1:68-79).

Jesus bestätigte, daß der Dienst und die Taufe des Johannes von Gott stammten (Luk 7:26-28). Der Jünger Lukas berichtet: „Gottes Ausspruch [erging] an Johannes, den Sohn Sacharjas, in der Wildnis. Da kam er . . . und predigte die Taufe“ (Luk 3:2, 3). Von ihm sagt der Apostel Johannes: „Es trat ein Mensch auf, der als ein Vertreter Gottes ausgesandt war; sein Name war Johannes“ (Joh 1:6).

Ein Vergleich verschiedener Übersetzungen von Lukas 3:3 hilft uns, die Bedeutung der Taufe des Johannes noch besser zu verstehen. Johannes „predigte die Taufe als Symbol der Reue zur Vergebung von Sünden“ (NW); „eine Taufe, die von Sinnesänderung begleitet sein müsse, damit man Vergebung der Sünden empfangen könne“ (Alb); „eine Taufe (als Zeichen) der Umkehr zur Vergebung der Sünden“ (Br). „Laßt euch taufen und fangt ein neues Leben an, dann wird Gott euch eure Schuld vergeben!“ (GN). Diese Wiedergaben zeigen deutlich, daß die Sünden nicht durch die Taufe abgewaschen wurden, wohl aber durch Reue und Umkehr, wovon diese Taufe ein Symbol war.

Die von Johannes vollzogene Taufe war daher nicht eine besondere Art der Reinigung, die Gott durch seinen Diener Johannes gewährte, sondern ein öffentliches Bekunden und ein Symbol der Reue des einzelnen über seine Sünden gegen das Gesetz, das ihn zu Christus führen sollte (Gal 3:24). Auf diese Weise bereitete Johannes ein Volk darauf vor, „Gottes Mittel zur Rettung“ zu sehen (Luk 3:6).

Seine Tätigkeit diente dazu, „ein zubereitetes Volk für Jehova bereitzumachen“ (Luk 1:16, 17). Ein solches Werk war von Jesaja und Maleachi vorhergesagt worden (Jes 40:3-5; Mal 4:5, 6).

Einige Gelehrte verstehen die Reinigungszeremonien unter dem Gesetz (2Mo 29:4; 3Mo 8:6; 14:8, 31, 32; Heb 9:10, Fn.) und bestimmte Handlungen (1Mo 35:2; 2Mo 19:10) als Vorausdeutung der Taufe des Johannes und der christlichen Taufe. Doch diese Fälle entsprechen nicht der wahren Bedeutung der Taufe. Es handelte sich dabei um Waschungen, die vorgenommen wurden, um rituell rein zu werden. Nur in einem Fall kann man von einem annähernd vollständigen Eintauchen in Wasser sprechen, und zwar im Falle Naamans, des Aussätzigen, der siebenmal ins Wasser tauchte (2Kö 5:14). Dadurch gelangte er nicht in ein besonderes Verhältnis zu Gott, sondern wurde lediglich vom Aussatz geheilt. Außerdem geht aus der Bibel hervor, daß Proselyten nicht getauft, sondern beschnitten wurden. Um am Passah oder an der Anbetung im Heiligtum teilnehmen zu können, mußte man beschnitten sein (2Mo 12:43-49).

Die Behauptung, die Taufe des Johannes sei wahrscheinlich von der jüdischen Sekte der Essener oder von den Pharisäern entlehnt, entbehrt ebenfalls jeder Grundlage. Für beide Sekten waren häufige Waschungen obligatorisch. Aber Jesus zeigte, daß dies lediglich Gebote von Menschen seien, die um ihrer Überlieferungen willen Gottes Gebote überträten (Mar 7:1-9; Luk 11:38-42).

Johannes taufte im Wasser, denn gemäß seinen Worten war er von Gott dazu gesandt worden (Joh 1:33). Er war weder von den Essenern noch von den Pharisäern gesandt worden. Sein Auftrag bestand nicht darin, jüdische Proselyten zu machen, sondern diejenigen zu taufen, die bereits Glieder der jüdischen Versammlung waren (Luk 1:16).

Johannes wußte, daß sein Wirken lediglich für Gottes Sohn, den Messias, den Weg bereitete und von dessen gewichtigerem Dienst abgelöst werden würde. Johannes taufte, damit der Messias Israel offenbar gemacht werde (Joh 1:31).

Gemäß Johannes 3:26-30 würde der Dienst des Messias zunehmen, der Dienst des Johannes aber sollte abnehmen.

Diejenigen, die von Jesu Jüngern während seines irdischen Dienstes getauft wurden und somit ebenfalls Jünger Jesu wurden, wurden nach der Art der Taufe des Johannes zum Zeichen der Reue getauft (Joh 3:25, 26; 4:1, 2).

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Die Taufe war auch damals schon ein Zeichen der Reinwaschung bzw. ein rituelles Element und wurde von den Christen lediglich übernommen und als Zeichen des Neuen Bundes neu interpretiert.

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Er griff dabei den jüdischen Brauch des Reinigungsbades in der Mikwe auf.

Die Taufe des Johannes sollte von Sündenschuld reinwaschen. Sie war damals noch kein Eingliederungsritual in die (ja noch nicht existierende) christliche Gemeinschaft.

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Kommentar von saarcool
26.05.2016, 14:08

Man spricht doch von der Taufe Jesu? Aber der Begriff ist doch nicht jüdisch. 

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Im Judentum ist (auch heute noch) das Untertauchen in Wasser sehr verbreitet.

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