wie kam es zum aufstand am 17 juni 1953?

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5 Antworten

Offiziell waren es die Arbeitsnormen die die SED erhöhen wollte.
Tatsächlich war es so, dass die Gruppe Ulbricht, jene Vorturner der SED, im Volk nicht gut gelitten waren, sie war über kurz oder lang nicht zu halten.
"Die SED als vorgebliche Partei der Arbeiter..."

Diese innenpolitischen Spannungen entluden sich im 17.Juni 1953, dem Arbeiteraufstand.
Es Vollzog sich das, was bereits bei Lenin geschrieben steht "Revolutionen gehen durch den Magen".

Von hohlen ideologischen Phrasen kann ein Arbeiter seine Familie nicht ernähren.
Aus der marxschen "Diktatur des Proletariats" machten die Stalinisten die "Die Diktatur der SED", in der Erwartung man könne den Arbeitern ein x für ein u verkaufen.

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Eine Antwort hast Du bereits von "Huckebein" erhalten.

Eine weitere tiefgehende Analyse hat der Autors Javier Rojas, der die Ereignisse um den 17. Juni 1953 recherchiert und dokumentiert hat, am 17. Juni 2009 in seinem bisher unveröffentlichtem Manuskript erstellt (ich habe den Vorabdruck, aber er ist sehr lang und könnte her nicht gepostet werden.

Darin u. a.:

(Zitat) "Provokation in der DDR am 17. Juni 1953.

Vorbereitung der Einmischung

Die versuchte Provokation am 17. Juni 1953 („Operation DDR“) wurde gründlich vorbereitet. Sie fing mit der auf Betreiben der NATO organisierten Säuberung des BRD-Beamtenapparates 1952 an. Ihr folgte die angekündigten und durchgeführten Terrrormaßnahmen des Innenministers Robert Lehr gegenüber der KPD im Januar 1953. Im April 1953
folgten weitere Maßnahmen gegen Friedensaktivisten. Der CIC finanzierte zeitgleich zunehmend westdeutsche Zeitungen im Rahmen des kalten Krieges und der Kriegsvorbereitung.

Die Zunahme der Diversion und Saboatage gegen die DDR Ende 1952/ Anfang 1953 ist ebenfalls aktenkundig. Die zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten vor dem 17. Juni 1953 im Zusammenhang mit der →Aktion Vulkan des BND und den gefälschten Lebensmittelkarten des amerikansichen Geheimdienstes im April 1953 gehören ebenfalls
dazu. Auch die verbreiteten Gerüchte des →RIAS im Vorfeld und die zunehmende Abwerbung von DDR-Bürgern, sowie die kurz davor organisierte Flüchtlings-Psychose gehörten zu den Vorbereitungen. Bliebe also nur noch die Amnestie ehemaliger Faschisten im April 1953 zu erwähnen, die ebenfalls zur Vorarbeit des 17. Juni 1953 gerechnet
werden darf." (Zitat Ende) 

Außerdem empfehle ich eine Antwort bei GF eines früheren Users "Nonentity":

https://www.gutefrage.net/frage/wie-oder-mit-was-endete-der-volksaufstand-am-17-juni--1953-

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Kommentar von Huckebein3
24.08.2016, 11:34

Lieber Phoenix,

leider ist der von "Nonentity" damals eingestellte Link zwar noch erreichbar, aber nicht mit dem gewünschten Inhalt. Schade eigentlich:)

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Das ist ausführlich im Netz dokumentiert, natürlich auch der Anlass und die "Ursachen". ZB hier: http://www.17juni53.de/

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"Die Ereignisse um den 17. Juni 1953 sind seit damals bis heute von Ost und West propagandistisch missbraucht und äußerst einseitig dargestellt worden. Hier stellt sich die Frage, ob es wirklich ein "Volksaufstand" war oder ob diese Bezeichnung bloß Teil einer verzerrten Darstellung ist.

Man könnte auch andere Fragen stellen. Zum Beispiel, wie gleichzeitig (!) die Unruhen ausbrechen konnten und die selben Forderungen gestellt wurden, wenn das ganze spontan und nicht geplant gewesen sein soll. Wer hat geplant, die Kommunikation organisiert und die Forderungen ausgearbeitet? Zumal der gleichzeitige Ausbruch auch nach der Korrektur der Arbeitsnormerhöhungen stattfand.

Die Grenzen waren zudem offen und stellten kein ernstzunehmendes Hindernis dar. Egon Bahr, damals als Journalist beim RIAS, gab in einem Interview zu, dass sein Sender Katalysator dieser Ereignisse war. Wenn er das schon zugeben muss ...

1953, acht Jahre nach dem Krieg, die überwiegende Mehrzahl der jungen Leute (auch in der DDR) sind politisch im 3. Reich sozialisiert wurden. Antikommunismus und faschistisches Gedankengut steckte immer noch in vielen Köpfen.

Da war der berechtigte Protest der Arbeiter gegen die verfehlte SED-Politik der willkommene Anlass, diesem Protest eine antikommunistische und auch antisowjetische Richtung zu geben.

Denn vielen der ehemaligen Pimpfe, steckte noch die empfundenen Schmach der Niederlage und die "Schande" von "bolschewistischen Untermenschen" beherrscht zu werden in den Knochen. Von den heimgekehrten Kriegsgefangenen mal ganz zu schweigen.

Das Wesen dieser eskalierten Unruhen war antisowjetisch und antikommunistisch, notdürftig verbrämt durch im Westen formulierte Forderungen und Losungen. Der "Volksaufstand", der ein Ruf nach (bürgerlicher) Demokratie und "Freiheit" war, ist eine Legende des Kalten Krieges."

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