Frage von Tasha, 87

Wie kam es zu den Hamsterkauf-Aufrufen gestern?

Gestern gab es ja nun tatsächlich mehrere Onlineartikel, in denen jedenfalls stand, dass man einen Wasservorrat anlegen sollte. Viele haben das, wie vorauszusehen war, als Warnung vor einem evtl. akuten Notstand fehlinterpretiert.

Weiß jemand, wie es zu dieser Fehlinterpretation kam, dass die Meldung wie eine akute Warnung von einigen Medien herausgegeben wurde? Und hat jemand heute tatsächlich etwas von Vorratskäufen bemerkt?

Ich war heute abend einkaufen, es waren viele Menschen unterwegs, aber Kassierer und verschiedene Kunden drumherum hatten weder etwas von einem Ansturm auf etwa Wasser etc. bemerkt noch wusste jemand etwas von der Meldung (die meines Wissens aber heute nachtmittag in den Nachrichten relativiert wurde, also hat da doch jemand gestern Mist gebaut!). Hat einer von Euch etwas von echten Hamsterkäufen bemerkt (mehr Kunden, Wasser und haltbare Lebensmittel (fast) weg im Supermarkt)?

Antwort
von michi57319, 66

Also hier herum sind offensichtlich alle mit ausreichend Textverständnis gesegnet, von Hamsterkäufen keine Spur.

Wenn man nur die Hälfte liest, zudem auch nicht in der Lage ist, kompliziertere Texte, oder auch Sachverhalte zu erfassen, dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlinterpretation eben auch immens groß.

Antwort
von 26Sammy112, 3

Auch wenn der Beitrag bereits einige Monate alt ist, antworte ich mal... denn immerhin ist das Thema keine Eintagsfliege.

1. Sollte jeder Mensch bzw. jeder Haushalt grundsätzlich einen Notvorrat angelegt haben bzw. anlegen, um ein paar Tage völlig autark in den eigenen vier Wänden überleben zu können. Dazu gehören neben Wasser eben auch Lebensmittel, Medikamente, Kommunikationsmittel wie ein batteriebetriebenes Radio oder evtl. ein CB-Funkgerät, Streichhölzer, Taschenlampen etc.

2. Es kann auch heutzutage jederzeit dazu kommen, dass man für einige Stunden oder gar Tage von der Außenwelt abgeschnitten ist. Dafür muss nicht unbedingt ein Krieg ausbrechen, ein Terroranschlag verübt werden oder ein Kernkraftwerk explodieren - es können auch einfach Wetterbedingungen wie sehr viel Schnee oder Schneeverwehungen, Hochwasser/Sturmflut oder starker Wind (mit umgestürzten Bäumen, die die Straßen blockieren) sein. Oder ein großflächiger Stromausfall. 

3. War man sich dieser "Gefahren" früher viel bewusster als heute. Denn die älteren Generationen haben den 2. Weltkrieg noch miterlebt. Danach drohte der "Kalte Krieg", so dass die Behörden das Thema Notvorsorge immer wieder das Thema öffentlich machten, so dass es einem stets vor Augen gehalten wurde. Schneekatastrophen oder auch Überflutungen waren in vielen Gebieten bis vor 30, 40 Jahren fast "an der Tagesordnung". 
Das ist heute völlig anders: Die Kriegsgeneration stirbt aus, nach Ende des "Kalten Kriegs" hat der Bund den Katastrophenschutz weitgehend zurückgefahren, mit technischen Mitteln wie Deichen und Sperrwerken hat man Flüsse gezähmt und dank des Klimawandels spielt Schnee heute in vielen Gebieten kaum noch eine Rolle. Die Folge: Nach Jahrzehnten ohne "richtige" Bedrohung ist das Thema Bevölkerungshilfe und Notvorsorge bei den allermeisten Menschen aus den Köpfen verschwunden. "Das passiert ja nur woanders". 

4. Ist das aber eine trügerische Sicherheit. Terroranschläge sind moderne Kriege. Unwetterkatastrophen lassen sich niemals ganz vermeiden (höchstens früher vorhersagen), der Klimawandel sorgt aktuell sogar für extremere Wetterlagen. Und wir sind mehr denn je auf Strom angewiesen. Fällt der über einen gewissen Zeitraum aus, steht die (westliche) Welt quasi still.

5. Daher ist es nur sinnvoll, einen Notvorrat zu haben. Dieser Tatsache sind sich Fachleute durchaus bewusst - aber eben leider nur diese. Daher wird von Zeit zu Zeit das Thema mal wieder aufgegriffen, es werden Internetseiten verfasst und Infoflyer gedruckt, um die Menschen zu sensibilisieren. In meinen Augen allerdings noch viel zu wenig.

6. Wie man am Thema "Hamsterkäufe" sieht, geht das eben manchmal nach hinten los: Das Thema ist so dermaßen aus den Köpfen gelöscht, dass eine einfache Pressemitteilung darüber, dass 10 Jahre Handlungsanweisungen überarbeitet worden sind, eine regelrechte Panik auslösen. Und da auch Medienmenschen Menschen sind, greifen die diese Themen dann entsprechend auf und sorgen damit noch zusätzlich für Panik. Ein Teufelskreis ;-)

Antwort
von flirtheaven, 63

die Meldung gab es. aber einen Wasservorrat würde man sicher nicht im Supermarkt kaufen, sondern einfach aus der Leitung nehmen.

Vielleicht war der Aufruf  als kleines Konjunkturprogramm gedacht.

Antwort
von Fuschi747, 57

Vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt es bereits seit 10 Jahren die Empfehlung, zur Vorsorge Essen und Trinken für 14 Tage zu bevorraten. Weiterhin empfehlen sie jederzeit Notfallgepäck mit allen wichtigen Dokumenten griffbereit zu haben und vieles anderes (z.B. Taschenlampe, Feuerlöscher, batteriebetriebenes Radio, Medikamente, Bargeld, ...)

Hier die aktuelle Informationsbroschüre von 2013: http://www.bbk.bund.de/DE/Ratgeber/VorsorgefuerdenKat-fall/VorsorgefuerdenKat-fa...

Da es zur Zeit so intensiv diskutiert wird, gibt es wohl leider kaum Menschen, die mit diesen Empfehlungen vertraut sind. Vielleicht hilft dieser Hype ja ein bisschen, die Bevölkerung dazu zu sensibiliseren. Denn Fakt ist, Katastrophen werden immer häufiger und verheerender. Egal ob natürlich bedingt (Hochwasser, Tierseuchen, Krankheiten, Hitzewellen, Stürme, ..) oder anthropogen (Haker-Angriffe auf Strom/Wasser, Anschläge, Chemie-/Atomunfälle, ..)

Antwort
von Larimera, 59

Also ich hab beim Einkaufen nix bemerkt. Alles war wie immer... Aber als ich im Baumarkt nen Hamster kaufen wollte, gab es Keine mehr...

http://m.welt.de/satire/article157797261/Hamster-in-Deutschland-komplett-ausverk...

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