Frage von christl10, 68

Wie kam es eingendlich zum Brexit Gedanken. Was war die Ursache?

Wieso wollen so viele UK Bürger aus der EU austreten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MehrWissen, 29

Liebe christl10,

prima, dass Sie sich genauer über das Verhältnis Großbritanniens
mit der Europäischen Union informieren.

Hier die Gründe, die für Großbritannien eine Rolle spielen und die viele in
Großbritannien verbessert haben wollen.

Wettbewerbsfähigkeit. Hier denken viele in Großbritannien, dass viele EU-Verordnungen die Wirtschaft Englands behindern und die Wirtschaft nicht das erreichen kann, was ohne die übermäßig große Zahl von EU-Verordnungen möglich wäre.

Transparenz. Hier denken viele in England, dass die Wege der EU-Gesetzgebung für sie nicht durchschaubar sind. Insbesondere ärgern
sich viele britische Bürger darüber, dass sie nach ihrer Meinung von
„europäischen" Gesetzen reguliert werden. Da sind viele Gefühle im
Spiel.

Bürokratieabbau. Auch hier vermuten die Briten, dass es ohne EU-Verordnungen leichter wäre, Geschäfte zu betreiben.

Mehr dazu weiter unten in meiner Antwort.

Immer wieder wird gefragt, warum die britische Premierminister „aus der EU
austreten wolle?“.

Der britische Premiermister möchte allerdings ganz und gar nicht, dass Großbritannien aus der Europäischen Union austritt. Er hat vor zwei Jahren aber einigen einflussreichen Mitgliedern seiner Tory-Partei die Zusage gegeben, über den EU-Verbleib seines Landes eine Volksabstimmung durchzuführen; die jetzt stattfindet.

Diese Zusage gab er damals, um die "Brexit-Befürworter" erst einmal
"zu beruhigen". Heute werden die Bewohner Großbritanniens abstimmen, nachdem Cameron in den letzten Tagen vier "Verbesserungen" für die EU-Mitgliedschaft vereinbaren konnte.

Auf einem EU-Gipfel hatte Großbritannien mit den anderen EU-Staaten vereinbart, dass die EU etwas reformiert wird. Und die EU-Staaten haben damals zugesagt, dass Großbritannien an sog. „EU-Wanderarbeiter“ zwar weiterhin Kindergeld zahlen muss (auch dann, wenn deren Kinder gar nicht
in Großbritannien leben), aber diese Zahlungen setzen erst dann ein, wenn ein
„EU-Wanderarbeiter“ einen längeren Zeitraum in Großbritannien gearbeitet hat.
Auf diesen Punkt kam es dem britischen Premierminister Cameron besonders
an. Mit Flüchtlingen hat dies Thema „Sozialleistungen von nicht in Großbritannien lebenden Angehörigen“ nichts zu tun.

Es gab  noch drei weitere Punkte, die die britische Regierung geändert
haben wollte:

Es solle keine „feindliche“ EU-Gesetzgebung zwischen den Staaten mit EURO-Geld geben, die sich auf die britische Währung Pfund und auf den 
Finanzplatz London auswirken könne.

Es solle keine Verpflichtung geben, dass Großbritannien nach und nach in einen Europäische Unionsstaat aufgehen und seine eigene Gesetzgebung und die Souveränität seines Parlaments einer „EU-Gesetzgebung ohne nationale Souveränität“ aufzugeben hätte.

Es solle endlich aufhören mit einer unsinnigen EU-Bürokratie und einer Gängelung der Menschen durch EU-Verordnungen. Stichwort: Regelung, welchen Krümmungsgrad Bananen haben müssen. Mit derartigem Unfug solle Schluss ein.

Nun sieht es tatsächlich so aus, dass viele anderen Staatschefs das so ähnlich, wie Cameron, sahen. Auch unsere Bundeskanzlerin hat nach meinem Eindruck viel Verständnis für die Reformbestrebungen, die Cameron eingefordert hat. Die britischen Bürger stimmen nur heute darüber ab, ob sie jetzt weiter in der EU bleiben sollten – oder eben nicht. Das ist wahre Demokratie.

Ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU würde den verbleibenden EU-Länder schwer schaden. Nicht nur wirtschaftlich; sondern auch politisch. Denn Großbritannien ist ein politisches Schwergewicht in dieser Welt. Einen
riesigen Schaden würde ein Ausscheiden Großbritanniens für das EU-Mitglied
Irland bedeuten; denn mehr als die Hälfte der gesamten Exportkraft Irlands
wird in Geschäften mit Großbritannien gemacht. Und zwar zollfrei; so wie
es eben in der EU üblich ist.

Antwort
von macqueline, 21

Europa ist auch ohne EU nicht sehr beliebt in GB.  Als Inselvolk ist man es seit Jahrhunderten gewöhnt, für sich zu sein. 

Antwort
von soissesPDF, 15

Die EU ist eine Wirtschaftsgemeinschaft, kein Staat und kann auch kein Staat werden.
Da es in der Verfassungswirklichkeit der Mitgliedslänger nationale Souveränität hat ist der Versuch aus einer EU einen Staat machen zu wollen, nicht geringeres als der Versuch eines Verfassungsputsches.

Nichts anderes machen die Briten deutlich, mit oder ohne Brexit.

Antwort
von FragaAntworta, 31

Wenn man die anderen entscheiden lassen würde, wäre die EU wahrscheinlich nur noch in Brüssel und sonst nirgendwo, dank Scharfmacher und anderer Deppen, meint jeder die EU ist an allem Schuld was schlimm ist.

Antwort
von Stadtreinigung, 20

Vermutlich aus und durch Brüssel,zuviel Vorschriften

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