Frage von ProfDrPrivDoz, 75

Wie ist mit der Nutzungsausfallpauschale nach einem KFZ Unfall in dieser Sache?

Folgender Sachverhalt.

Fahrerin A befährt innerorts eine Vorfahrtstrasse im Tempo 50 Bereich auf der sich rechts auf der gesamten Länge Parkbuchten im rechten Winkel zur Fahrbahn befinden.

Vor Fahrerin A fährt ein weiteres Fahrzeug. (Fahrerin B) Fahrerin B verlangsamt die Fahrt derart, das beide zum totalen Stillstand kommen. Fahrerin B hat nicht verkehrsbedingt gehalten. Fahrerin B hat nicht geblinkt noch war eine eventuelle Parklücke vorhanden für Fahrerin B, noch ein anderer Anhaltegrund ersichtlich.

Fahrerin A setzt nun den Blinker links und fährt an Fahrerin B, die nicht verkehrsbedingt hielt, auf der linken (Gegenspur) Spur vorbei. In diesem Moment setzt Fahrerin C ihr Fahrzeug zügig rückwärts aus der sich im rechten Winkel zur Fahrbahn befindlichen Parkbucht über fast 2 Spuren dabei kommt es zu einer Kollision des vorderen rechten Kotflügels von Fahrerin A und des hinteren rechten Kotflügels von Fahrerin C.

Der Wagen von Fahrerin A ist gutachterlich belegt ein witschaftlicher Totalschaden und befand sich zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung in einem nicht fahrbereiten Zustand. Der Wagen wurde nicht repariert oder abgemeldet sondern stand in der Garage.

Fahrerin A bekommt von der gegnerischen Versicherung von Fahrerin C nur 75% erstattet da Fahrerin A bei Ihrem ``Überholvorgang´´ damit rechnen muss dass dort Fahrzeuge ein- oder ausparken. Fahrerin A wird hier eine Mitschuld angerechnet.

Die Angaben der Versicherung von Fahrerin C beruhen auf den des eigenen Versicherungsnehmers also Fahrerin C. Es gab keine polizeiliche Anhörung. Fahrerin C behauptet gegenüber ihrer Versicherung das B geblinkt hat. Fahrerin C hat zudem angegeben das Sie schon im Ausparkvorgang war als es zu Kollision kam.

Weiter stellte die gegnerische Versicherung fest das kein Fahrzeugausfall nachgewiesen wurde und demnach der Nutzungsausfall nicht berücksichtigt werden kann. Die Polizei konnte keine Verursacher feststellen. Anhörungen fanden nicht statt.

Nun zu den Fragen:

  1. Ist es Überholen nach StVO wenn Fahrerin A an einem nicht verkehrsbeding haltendem Fahrzeug vorbeifährt? Oder ist es ´Vorbeifahren´ nach StVO?

  2. Reicht das Gutachten über ein nicht fahrbereites Fahrzeug als Nachweis des Fahrzeugausfalls um die Nutzungsausfallpauschale geltend zu machen?

  3. Kann man Fahrerin A ein Mitverschulden anrechnen und dies prozentual mit 25% zu 75% abhandeln?

  4. Muss Fahrerin A wie von der gegnerischen Versicherung verlangt einen Nutzungsausfall belegen. Durch Reparaturkostenabrechnung, Bescheinigung einer Fachwerkstatt üder die Unfall bedingte Reparaturzeit etc....?

  5. Ist nicht Fahrerin C klar die alleinschuldige, da sie ohne Einweiser rückwärts in eine Tempo 50 Vorfahrtstrasse gefahren ist und es dabei zu einem Verkehrsunfall kam? C ist nicht orstkundig und im Leihwagen.

Ich freue mich sehr über kompetente Antworten. Gerne von denen die sich die Mühe machen den Sachverhalt zu du durchleuchten. Die Intention meiner Frage ist das ich der Halter des Fahrzeugs von Fahrerin A bin.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von KfzSVnrw, 46

Fahrerin A bekommt von der gegnerischen Versicherung von Fahrerin C nur 75% erstattet da Fahrerin A bei Ihrem ``Überholvorgang´´ damit rechnen muss dass dort Fahrzeuge ein- oder ausparken. Fahrerin A wird hier eine Mitschuld angerechnet.

Über die Frage der Mitschuld kann endgültig nur ein Gericht entscheiden. In solchen Fällen sollte immer ein eigener Fachanwalt für Verkehrsrecht beauftragt werden. Ansonsten ist keine "Waffengleichheit" hergestellt!

Der Wagen von Fahrerin A ist gutachterlich belegt ein witschaftlicher Totalschaden und befand sich zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung in einem nicht fahrbereiten Zustand

Wurde hierbei zumindest ein eigener unabhängiger Kfz-Sachverständiger vom Halter A beauftragt? Die gegnerische Versicherung hat kein grundsätzliches Besichtigungsrecht.

Kann man Fahrerin A ein Mitverschulden anrechnen und dies prozentual mit 25% zu 75% abhandeln?

Das kann dir nur ein guter Fachanwalt für Verkehrsrecht nach Akteneinsicht beantworten. Über die Schuldfrage entscheidet aber ein Gericht und ohne eigenen Anwalt würde ich niemals ein Angebot 75 zu 25 % der Gegenpartei akzeptieren!

Muss Fahrerin A wie von der gegnerischen Versicherung verlangt einen Nutzungsausfall belegen. Durch Reparaturkostenabrechnung, Bescheinigung einer Fachwerkstatt über die Unfall bedingte Reparaturzeit etc....?

Um den Nutzungsausfall geltend zu machen muss sowohl Nutzungswille als auch Nutzungsmöglichkeit vorgelegen Haben.

Was ist mit dem beschädigten Auto geschehen?

Wurde ein Ersatzfahrzeug angeschafft?

Kommentar von ProfDrPrivDoz ,

Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht ist bereits eingeschaltet und hat auch der gegnerischen Versicherung geschrieben. Mit dem Anwalt selbst habe ich leider noch nie persönlich gesprochen. Die Korrespondenz erfolgte bis jetzt postialisch.

Akteneinsicht in diesem Fall bringt nichts da die Polizei keine Angaben zum Unfallverursacher gemacht hat. Beide Fahrzeuge wurden ohne vorherige Fotografie weiterbewegt um die Strasse nicht zu blockieren. Der Polizist vor Ort sagte das man deßhalb auch nicht zu 100% den Unfallhergang rekonstruieren kann. Es wurden weder vor Ort noch nachträglich Aussagen gemacht. Lediglich Fahrerin A hat meiner Versicherung schriftlich mitgeteilt was vorgefallen ist und Fahrerin B hat es ihrer Versicherung mitgeteilt.

Das Gutachten wurde von ´´meinem´´ Gutachter erstellt, welcher mir im gleichen Atemzug den Rechtsanwalt vermittelt hat. Ich habe beim Gutachter direkt den Anwalt beauftragen können, da diese wohl immer zusammenarbeiten also der Gutachter und der Anwalt.

Der Nutzungswille ist da. Zum Zeitpunkt des Unfalls besaß ich ein Fahrzeug und nutzte es täglich um zur Arbeit zu fahren. An anderen Tagen nutz es Fahrerin A um z.B. Kinder in die KITA zu fahren.

Das Fahrzeug wurde durch den Unfall derart beschädigt das es vom Gutachter für nicht fahrtauglich eingestuft wurde. Ich habe nicht die nötigen Gelder um das Fahrzeug vorab instandzusetzen.

Aus diesem Grund steht das Fahrzeug seit dem Unfall in der Garage. Da die Airbaglampe seitdem leuchtet, bekomme ich auch keinen Tüv für mein Fahrzeug welcher Februar 2016 fällig war. Um das Fahrzeug wieder für den TÜV herzurichten müsste ich viele unfallbedingte Reparaturen vorfinanzieren. Das ist mir nicht möglich. Der Unfall war am 28.01.2016. Ich rechnete mit einer schnellen Regulierung des Schadens binnen 4-6 Wochen, wodurch mir ein Abmelden für die kurze Zeit sinnlos erschien.

Das Angebot der gegnerischen Versicherung kam aber erst am 12.04.2016. Ich leihe mir bei Familie und Freunden seitdem die Autos damit ich zur Arbeit komme. Da ich mir keinen Mietwagen vorab nehmen wollte bzw. leisten kann.


Kommentar von KfzSVnrw ,

Wie hoch sind der Wiederbeschaffungswert, Restwert und die Reparaturkosten laut Gutachten?

Zu der Nutzungsausfallzeit und einer möglichen Finanzierung der Ersatzbeschaffung / Reparatur solltest du einmal persönlich mit deinem Anwalt reden! Unter Umständen hast du auch Ansprüche auf die Finanzierungskosten.

Das folgende Urteil solltest du dir im Bezug auf den Nutzungsausfall einmal sehr genau durchlesen. Es ist aber wirklich als Ausnahmeurteil anzusehen und nicht so einfach wieder zu erstreiten!

http://www.captain-huk.de/urteile/lg-aachen-verurteilt-versicherer-zur-zahlung-e...

Kommentar von ProfDrPrivDoz ,

Laut Gutachten beläuft sich der Wiederbeschaffungswert bei 2400€ der Restwert liegt bei 1200€. Die Reparaturkosten belaufen sich auf ca. 800€ dazu kämen dann die 59€ x 10 Tage Nutzungsausfallpauschale, die ich laut gegnerischer Versicherung belegen muss durch zusätzliche Belege. 

Reicht das Gutachten mit ´nicht fahrtauglich ´ nicht aus?

Kann man Fahrerin A eine Mitschuld anhängen?

Kommentar von KfzSVnrw ,

Für 59 Tage musst du genau belegen, das du vorab einen Vorschuss angefordert hast und auch auf die nicht Vorfinanzierbarkeit hingewiesen hast + diverses anderes. Das kannst du nur erreichen, wenn es von Anfang an juristisch korrekt am besten mit Anwalt läuft.

Das ganze ist bei einem Reparaturbetrag von 800 € zudem sehr kritisch, da dort die Vorfinanzierbarkeit eher möglich ist als bei hohen Reparaturkosten.

Kommentar von ProfDrPrivDoz ,

Hi nur um die Sache nochmal abzuschliessen: Es waren 59€ nicht 59 Tage.

Die gegnerische RVV Versicherung hat sich extrem lange Zeit gelassen und ein Angebot von 75 zu 25 angeboten. Da ich die ganze Zeit kein Auto habe und der Anwalt der letzte Schrott ist (WPS Kanzlei aus Wuppertal) habe ich die Kohle genommen 800€ jetzt soll ich Rechnungen vorweisen damit ich die 590€ Nutzungsausfallpauschale geltend machen kann... Den Schaden kriege ich aber nur bei Ali um die Ecke für die Kohle gerichtet und das Barkralle... Wenn ich damit zum Freundlichen fahre kann ich minimum nochmal 800€ dazulegen damit der Schaden gerichtet wird...


Naja bei Ali kostet es sehr wenig dafür keine Rechnung...

Wie kann ich trotzdem die Nutzungsausfallpauschale geltend machen?

Von der Sekretärin wird man nur abgewimmelt und das sogar unverschämt. Oman nur Ärger mit der ganzen Sache

Kommentar von KfzSVnrw ,

Wie kann ich trotzdem die Nutzungsausfallpauschale geltend machen?

Wenn eine Reparatur erfolgt ist, dann kann dir dein Kfz-Sachverständiger eine Reparaturbestätigung ausstellen. Aus dieser geht dann hervor, was repariert wurde und ob dein Auto dadurch wieder in einen verkehrssicheren Zustand versetzt wurde.


PS

Solltest du nochmal einen Unfall haben, dann melde dich bitte direkt bei mir, ich bin um die Ecke!

Kommentar von exesafbal ,

Ich nutze immer diesen http://fdeam.finanzen-partnerprogramm.de/tracking/?as_id=15518&c_id=110 Girokontovergleich. LG

Kommentar von joawaladis ,

Ich nutze immer diesen http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=698689&site=2170&type=te... Kfz-Versicherung vergleich. LG

Antwort
von newcomer, 48

ich würde da nicht lange überlegen. Fahre zur nächsten Polizeistation und lass dich dort rechtssicher beraten denn ein Anwalt Verkehrsrecht ist nicht gerade billig.

Kommentar von newcomer ,

ich denke dass der Nutzungsausfall sehr schwierig nachzuweisen ist. Wenn beide Unfallbeteiligte einen Teilschuld haben wäre es umgekehrt wenn einer der beiden Fahrer aufmerksamer gefahren wäre nicht zum Unfall gekommen. Wie soll nun vom Gegner Ausfall bezahlt werden wenn man auch mit schult ist wenn auch nur 25%

Kommentar von ProfDrPrivDoz ,

Das ist nicht richterlich so belegt, sondern das behauptet die gegnerische Versicherung im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung. Und ich sag mal so.... Keine Versicherung würde etwas außergerichtlich versuchen, wenn sie so klar im Recht wäre.

Der nächste Schritt wird die Klage vor Gericht sein. Sofern dort eine Mitschuld festgestellt wird, dann trifft deine Aussage zu, aber sonst muss Fahrerin A doch nicht einfach so hinnehmen was die andere Seite diktiert, oder?

Desweiteren müsesn nur auf einem Parkplatz beide Seiten vorsichtig sein und damit Rechnen. Auf einer Vorfahrtsstrasse muss Fahrerin A doch nicht bei jedem abgestellten Fahrzeug mit einem Anfahren rechnen.... Eher der Parker der wartepflichtig ist müsste sich bei unklarer Sachlage notfalls einweisen lassen.

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Seit wann gibt es denn bei der Polizei "rechtssichere Beratung"? Das dürften sie ja gar nicht.

Kommentar von KfzSVnrw ,

Die Polizei ist der absolut falsche Ansprechpartner für eine korrekte Beratung im Schadensersatzrecht!

Antwort
von Alexander Schwarz, 22

Wieso war man noch nicht beim Anwalt? Bei so einem unnormalen Schaden geht man sofort zum Anwalt. Das kann kein Laie selbst regeln.

Kommentar von ProfDrPrivDoz ,

Die Angelegenheit wird von einem Fachanwalt für Verkehrsrecht betreut. Allerdings kenne ich den Anwalt nicht. Mein KFZ Gutachter hat mir direkt einen Verkehrsanwalt dazu vermittelt.

Dennoch habe ich Fragen die ich hier stelle.

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