Frage von TheTrueSherlock, 88

Wie ist meine Sozialphobie entstanden?

Hey :)

also erstmal, meine Phobie ist diagnostiziert und ich bin auch bereits in Therapie und will deshalb keine Kommentare darüber hören ^^

Ich kann mir nicht erklären, wann das mit der Sozialphobie angefangen hat.. Warum jetzt? Warum nicht schon früher? Ab wann habe ich Probleme damit gekriegt? Hatte ich vielleicht schon viel früher als angenommen damit Probleme?

Es sprechen schon viele Gründe für die Phobie, aber i-wie kann ich mir nicht beantworten wann genau es angefangen hat und wieso zu dem Zeitpunkt.

Ich bin seit ca. meinem 14. Lebensjahr depressiv. Meine Eltern wussten das nicht. Ich habe auch angefangen am PC viel zu sein und so über das Internet oder in Spielen positive Anerkennung zu finden. Daraus wurde eine PC-Sucht. Bislang hatte ich immer gesagt "i-wann wurde der Spalt zwischen realer und virtueller Welt zu groß, so dass ich nicht mehr im realen Leben klar kam".

Mein Vater hat mich auch immer verunsichert und es musste nach seiner Pfeife tanzen. Das kann auch ein Grund für die Sozialphobie sein, habe ich gelesen. Allerdings ist das Thema noch nicht so gut erforscht.

Ja, ich wurde auch gemobbt in der Realschule (ca. 7. und 8. Klasse), allerdings jetzt nicht total heftig, sondern hauptsächlich "nur" verbal.

Früher, da war ich dieses starke Mädchen.. ich habe fast als einziges Mädchen mit den Jungs in der Grundschule Fußball gespielt und war gut darin. Ich habe auch zwei Brüder und mit meinem Zwillingsbruder habe ich oft mit seinen Kumpels was unternommen. Wegen meinem älterer Bruder kam ich eigentlich auch mit älteren Jungen / jungen Erwachsenen klar.

Ich war das Mädchen, dass einem anderen Mädchen ihre Wintermütze zurückgeholt hat, wenn die Jungs das geklaut haben und damit weggerannt sind.

Wann hat sich das alles geändert? Vom starken Mädchen zum "schwachen" Mädchen?

In der Therapie habe ich gemeint, dass die Sozialphobie erst auf der FOS entstanden ist.. Wieso da und nicht schon früher? Oder war es schon früher und ich habe es nicht gesehen? Die Phobie wurde auch schlimmer und ja, das obwohl ich in Therapie war (das hauptsächlich aber wegen meiner Depression). Auf der FOS war ich in der 11. Klasse alleine.. meine früheren Klassenkameraden waren alle in der Parallelklasse und wenn die Praktikum hatten, war ich in der Schule und umgekehrt. Zwar hatte ich von der ehmaligen (Realschul-)Parallelklasse paar in meiner FOS-Klasse, aber naja kannte die nur vom Sehen.

Das erste Praktikum war in einer Grundschule und die Lehrerin war nicht so nett.. hat mich nur benutzt, habe nur kopiert und die ganzen Hefteinträge/Hausaufgaben korrigiert. Einmal sind wir aneinendergerasselt (ich hatte i-was negatives über die Schule oder sogar die Lehrerin in einem Bericht geschrieben - höflich ausgedrückt!). Beim Gespräch habe ich geweint und die meinte dann "Muss man dich mit Samthandschuhen anfassen?!".

Ach, ich weiß nicht.. Kurze Fragen kriege ich nicht hin ^^ Vielleicht kann man die Frage gar nicht beantworten, weil es zu persönlich ist?

Antwort
von Kitharea, 29

Deine eigene Geschichte ist viel zu komplex als das ein Anderer dir sagen könnte wodurch das entstanden ist. Sozialphobie kann - wie jedes andere psychische Ding (ich sage absichtlich nicht Problem) durch alles entstehen was dir je passiert ist oder was du gesehen hast. Niemand kann dir genau sagen was der Auslöser war. Es ist aktuell da - mehr zählt auch nicht.
Wie ich das interpretieren würde - ohne fundierte psychologische Ausbildung wohlgemerkt.
Du hältst dich aktuell für schwach. Das ist absolut falsch. Nur weil du Hilfe hast zeugt das nicht von Schwäche sondern von Stärke. Schwach ist nicht wer sich helfen lässt weil er weiß dass er Hilfe braucht, sondern der der erst gar nicht hinsieht und seine eigenen Probleme über Anderen drüber stülpt. DU versuchst für dich was zu ändern. Damit belastest du Andere weniger auch wenn du quasi den Weg gehst dem sich die Meisten verweigern. Also halte dich nicht für schwach.
Alterstechnisch gesehen ist es "normal", dass sich diese psychischen "Dinger" erst bemerkbar machen, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat - die Seele ist vorher einfach noch nicht bereit dazu bzw. noch zu unfrei um über sich selbst nachzudenken. Und auch dann gilt: Die Dinge kommen erst hoch, wenn du stark genug dafür bist. Diese Stärke gibt dir die Therapie. Dafür zwackst du sie in anderen Bereichen ab. Du bist sozusagen voll und ganz damit beschäftigt dich selbst kennenzulernen - und jeder der bereits eine Therapie gemacht hat wird dir bestätigen dass es nichts auf dieser Welt gibt was anstrengender, aufregender und lehrreicher ist.
Du wirst im "inneren" weicher - du hältst weniger aus - dafür lernst du gleichzeitig mit den Dingen die von Außen kommen umzugehen - dich abzugrenzen. Weicher zu werden ist absolut KEINE Schwäche. Das ist genau der Punkt den viele falsch sehen wenn du mich fragst. Aber es ist egal wie Andere das sehen - weil DU das fühlen musst. Und auch das wird dir im Laufe der Zeit gelingen.
Letztendlich ist es immer ein Kampf zwischen den Gesellschaftsnormen, der Erwartungshaltung Anderer, deinem inneren Kind - welches das Alles so machen will wie es glaubt dass es für Andere richtig ist - und der erwachsenen Frau, die ihren eigenen Kopf hat und so leben will wie sie es für richtig hält. Dieser Zwiespalt sorgt zb. auch mitunter dafür, dass man sich von der Gesellschaft erst einmal zurückzieht. Ohne allein zu sein bzw. immer unter Gesellschaftsdruck anderer Personen zu stehen kann man sich gar nicht selbst erkunden. Zu viele Störfaktoren.
Es kann halt alles sein was es ausgelöst hat. Mach mit der Therapie weiter solange sie dir gut tut. Alles kommt wie es kommt. Und du wirst merken wenn es weitergeht. Geduld ist angesagt. Nicht zu viele Fragen stellen. Du bist in Ordnung wie du bist - du weißt es nur selbst noch nicht.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ja, da stimme ich dir zu und genau das gleiche dachte ich mir beim Abschicken der Frage. Dennoch habe ich überraschenderweise gute Antworten bekommen und habe in den letzten Stunden dadurch viel nachgedacht. Es wurde nicht direkt klarer, aber es war trotzdem ganz nützlich.

Ja, schwach ist nicht derjenige, der Hilfe annimmt. Das ist eher Stärke :) Das weiß ich allerdings auch und rate ich auch anderen, nur bei mir selbst ist das vielleicht noch falsch verankert.

Allerdings fühle ich mich eher schwach, wenn ich die Angst in mir bemerke und ich fühle mich dann schwach, wenn ich meine, dass andere Menschen negativ über mich urteilen und ich das Gefühl habe ich könnte das nicht meistern. Also ich fühle mich nicht direkt schwach, weil ich zur Therapie gehe. Das ist die beste Entscheidung in meinem Leben gewesen :)

"Du bist sozusagen voll und ganz damit beschäftigt dich selbst kennenzulernen." Ja! Deswegen reicht die Energie manchmal nicht für andere Dinge...

Deine Antwort ist wunderschön. Mit jeder weiteren Zeile gibt er mir noch mehr Kraft *großes Lob und großes Danke*

Ich denke ich werde immer viel nachdenken und mir Fragen stellen. Manchmal ist das schlecht, ab und an muss man geduldiger sein, aber oftmals sind solche Fragen auch nicht schlecht, weil man mehr über sich erfährt und andere Denkweisen kennenlernt.

Danke für deine Antwort :)

Kommentar von amywilllove ,
Die Dinge kommen erst hoch, wenn du stark genug dafür bist. Diese Stärke gibt dir die Therapie. Dafür zwackst du sie in anderen Bereichen ab. Du bist sozusagen voll und ganz damit beschäftigt dich selbst kennenzulernen - und jeder der bereits eine Therapie gemacht hat wird dir bestätigen dass es nichts auf dieser Welt gibt was anstrengender, aufregender und lehrreicher ist. 

Das ist wirklich eine tolle Aussage! Ich merke sie mir!

Antwort
von amywilllove, 37

Hey, 

ich finde es gut, dass du das hier aufschreibst. Selbst wenn weder ich noch sonst jemand deine Frage einfach so beantworten kann. Wenn jemand anderes das selbe Problem hat, weiß er, dass er nicht alleine ist...

Bei psychischen Krankheiten ist es besonders schwer zu klären wie, warum, wann und weshalb sie aufgetreten sind. Auch in deiner Therapie kann man vlt diese Frage nie klären. 

Ich bin selbst in Behandlung, aber wegen etwas anderem. Die Fragen sind aber die gleichen.

Letztendlich lebe ich aber glaube ich besser mit dem Gedanken, dass keiner Schuld ist an meiner Situation. Ich hab mir sehr lange selbst die Schuld gegeben. Was hab ich falsch gemacht? Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, dann würde ich alles wieder genau so machen, wie ich es gemacht hab, denn nur so konnte ich zu dem Menschen werden, der ich jetzt bin! Auch anderen die Schuld zu geben ist zu einfach, weil keiner von denen, die an meiner Situation beteiligt sind, mit etwas böses wollte. Meine Eltern haben alles aufrichtig und aus Liebe getan, aber jeder Mensch und jedes Kind ist anders. Für meine Schwester war das der richtige Weg, für mich eben nicht!

Es sind so viele Einflüsse die in deine Situation mit eingeflossen sind. So etwas kommt meistens schleichend und bevor man merkt, was passiert, ist es schon zu spät und man steckt tief in einer Kriese, aus der man nicht mehr heraus kommt.

Schreib doch vlt mal jeden Namen auf einen Zettel (auch deinen eigenen) von dem du denkst, dass er auch beteiligt ist an deinem Problem. Und dann schreibst du an jeden von diesen Personen. Lass alles raus! Alles was DIE falsch gemacht haben und alles was DU falsch gemacht hast und zum Schluss weißt du vlt wer dir nicht gut tut. 

Das hat mir geholfen zu erkennen, wie ich mit meiner Krankheit umgehen kann und wer die richtigen und vorallem wichtigen Menschen in meinem Leben sind und wer nicht! Mein Vater ist es zum Beispiel nicht und wird es nie wieder in meinem Leben sein! Wie gesagt, er hat nichts böswillig getan, aber es ist wie es ist! Und ihn brauche ich nicht in meinem Leben!

Ich hoffe du kannst damit etwas anfangen. Ich wünsche dir viel Glück und hoffe, dass du lernst mit dir und deinem Ich zu leben und dich zu lieben!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Danke dir!!

Dein erster Paragraph finde ich wunderschön und aufmunternd. Nach dem Abschicken der Frage habe ich überlegt, ob ich das machen hätte sollen. Die Frage ist sehr persönlich und natürlich wisst ihr nichts über mein Leben. Ich habe überlegt, ob man die Frage überhaupt beantworten kann. Aber die Antworten bis jetzt sind schon mal ganz gut. Auch wenn man die eigentliche Frage nicht beantworten kann, dann ist es trotzdem gut darüber zu schreiben und sich durch die Fragenerstellung damit auseinanderzusetzen. Danke für dein Feedback :)

Ja, das stimmt wohl.. Ich versuche das in der Therapie mal anzusprechen. Immerhin ist meine Sozialphobie momentan mein größtes Problem ^^

Ich wünsche dir unendlich viel Kraft, so dass du deine Behandlung meisterst und wieder frei leben kannst :)

Naja, es ist wohl menschlich, dass man einen Schuldigen sucht. Gestern habe ich meine Serie Vampire Diaries geschaut und da kamen die Sätze vor: "Ja, ich gebe dir die Schuld, dass unsere Freundschaft kaputt ging. Weil, wenn ich dir nicht die Schuld geben würde, dann müsste ich sie mir selbst geben und das habe ich nicht verdient." So ähnlich ergeht es mir auch damit. Mein Vater hat sicherlich mit schuld an meiner Depression und auch etwas an meiner Sozialphobie (weil ich nichts falsch machen will). Es geht mir besser damit, wenn ich so denke. Ansonsten haben die Ereignisse schuld an meinen Problemen.. es kam so wie es kam.

Ja, das ist echt Ironie.. man verhasst die psychischen Probleme so sehr und gleichzeitig ist man froh darüber, weil man damit zu dem Mensch wurde, der man ist. Allerdings hätte ich gerne heute weniger Angst und hätte gerne die Sozialphobie nicht erleben müssen...
Ich habe auch eine Spinnenphobie und dachte mir da schon "Wieso kann ich nicht vor Ratten eine Phobie haben? - die sieht man wesentlich weniger als Spinnen" Ja, und jetzt habe ich eine Sozialphobie und werde in jeder beschissenen Situation damit konfrontiert. Nach dem heutigen Denken ist das eine sehr schlimme und vielleicht sogar die schlimmste Phobie, die man haben kann.. Man wird in so vielen Situationen daran erinnert.

Krise* Ja, da hast du wohl recht. Ist es falsch, einen Zeitpunkt wissen zu wollen, bei dem es angefangen hat? Wieso will ich den Zeitpunkt wissen? Hm.. vermutlich kann man das gar nicht beantworten. Wann beginnt was und wann endet was? Vermutlich kann man nur zurückschauen und stellt fest, dass es i-wann besser oder schlechter wurde. Eventuell erhoffe ich mir mit der Frage auch die Hauptursache für meine Sozialphobie zu finden. Ich weiß es nicht.

Du sagst, dass du gelernt hast, niemanden die Schuld daran zu geben und nun gibst du mir aber trotzdem den Tipp, das ich alles negative an die "Schuldigen" schreiben soll? Naja.. vielleicht kann man das mal machen, aber ohne das der Person zu zeigen. Mein Vater würde sehr viel negatives hören.. er würde auch negativ darauf reagieren. Ich würde wieder in Tränen ausbrechen und mich wiedermal ihm gegenüber hilflos fühlen.. Zu gerne würde ich ihm sagen, dass er an so vielem Schuld ist, aber was bringts? Er hat nicht den "Horizont" dafür, dass er gut darauf reagiert und so dass es mir was bringt..

Interessant, dass du auch mit deinem Vater so Probleme hast. Er hat nichts böswilliges getan? Einerseits gut, dass du erkannt hast, dass er dir nicht gut tut.. anderseits.. wie ergeht es ihm, als du den Kontakt abgebrochen hast? Gerade wenn er nichts böswilliges getan hat, dann hat er es vielleicht verdient, dass ihr ein klärendes Gespräch führt?

Ja, ich konnte damit etwas anfangen. Danke :)

Der letzte Satz ist wunderschön :) *Lob*
Danke!

Kommentar von amywilllove ,

Wow, schön, dass du dir meine Worte so genau durchgelesen hast.

Das Zitat ist toll. Ich kenne es! Und es ist leichter so...Aber Caroline muss sich auch noch damit auseinander setzen, dass Stefan nicht alleine Schuld ist. Das ist genau der Punkt. Ja, er ist gegangen, aber er hat es für sich getan und nicht um sie zu verletzten. Es war nicht böse gemeint ihr gegenüber und er wusste nicht was sie für ihn empfindet. Sie hätte mehr sagen können, aber sie hatte auch andere Probleme und dann kam noch dazu, dass sie Elena eine gute Freundin sein wollte. Es sind so viele Faktoren und wenn du allen diese Menschen (Vampire in diesem Fall) sagen würdest, was du denkst und was du fühlst, dann ist es gesagt. Ich kenne noch ein anderes Zitat, ich glaube es ist von Gossip Girl: Sperre zwei ehrliche Menschen in einen Raum. Es wird vielleicht etwas laut werden und es werden Sachen gesagt, aber zum Schluss sieht man was übrig bleibt!

Indem ich für mich selber, ganz alleine, allen Menschen gesagt habe, warum sie an meinen Problemen schuld sind und mir dann auch ganz ehrlich meine eigenen Fehler in jeder dieser Situationen vorgehalten habe, habe ich gelernt niemandem die Schuld zu geben, weil ich gemerkt habe, dass das eine war, weil etwas anderes war. Jeder kämpft mit deinen eigenen Geistern und diese führen dazu, dass manche Menschen Dinge tun, die nicht schlimm sind, aber die dazu führen, dass es mir schlecht geht. Es ist eine ewige Ankettung von Situationen, Geschichten und Verhaltensweisen und irgendwann ist alles gesagt! Und dann hab ich gesehen was übrig blieb! Es blieb die Liebe zu Menschen, die mich lieben!

Mein Vater hatte natürlich das Recht auf ein abschließendes Gespräch. Das hätte er auch bekommen, aber er wollte es nicht, weil er mir nicht geglaubt hat, was ich fühle. Er hat keine Schuld! Aber er ist ein Teil meines Problems! Es gibt nur zwei Wege:

1. Ich versuche es weiter mit ihm. Es geht mir immer schlechter. Ich trage sein Päckchen, das er mir immer auferlegen möchte und irgendwann breche ich darunter zusammen!

oder

2. Ich beende die Sache! Ich führe mein Leben! Ich lebe damit keinen Vater zu haben. Ich schmeiße alle Päckchen weg, die nicht meine sind und packe die aus, um die ich mich kümmern muss! Und irgendwann kann ich glücklich sein!

Das ist mein Weg gewesen. Es ist einen Versuch wert, denke ich. Was soll schon passieren, außer dass es dir nicht hilft. Dann hast du etwas Zeit und Papier verschwendet, aber du hast es versucht.

Wenn auch dein Vater nicht bereit ist, dir zuzuhören, dann muss er es spüren. Vlt kommt meiner irgendwann und gibt mir die Chance zu sagen, was gesagt werden muss und vlt schaffen wir es dann wieder miteinander zu reden, aber es ist nicht mein Problem (bzw. es darf nicht mein Problem sein), dass er es nicht verstehen kann! Und es darf auch nicht dein Problem sein!

Bei mir weiß ich wann es angefangen hat und ich weiß auch wann es endet! Schon immer und für immer!

Dass du wissen willst, wann die Wende in deinem Leben kam, kann ich verstehen. Wenn man den Zeitpunkt kennt, dann weiß man auch was da passiert ist und wer dabei war. Das ist aber leider nicht so einfach. Zum Beispiel gibt es die Krankheit: Campylobacter Jejuni! Es ist eine Magen-Darm-Erkrankung mit einer Inkubationszeit von 3 Stunden bis 10 Tagen!!! Also kann es echt alles gewesen sein, wie man sich damit angesteckt hat! Versuch doch vielleicht einfach statt einen Zeitpunkt, einen Zeitraum zu finden? Warst du mit 12 Jahren noch glücklich? Seit wann bist du ganz eindeutig krank? Der letzte Moment, an den du dich erinnern kannst, dass es dir gut ging, bis zum ersten Moment, an den du dich erinnern kannst, dass es dir richtig schlecht ging. Das ist der Zeitraum in dem das alles passiert ist!

Danke für dein Lob. Das tut mir gut...und ich gebe dir eins zurück für deinen Mut, dein Leben wieder in die eigene Hand nehmen zu wollen!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ja, wenn ich eine Frage stelle, ist sie mir eigentlich wichtig und ich versuche auf jede Antwort ausführlich einzugehen :)

Witzig, dass du das Zitat kennst :)
Ja, vielleicht. In dem Moment habe ich immer aber komplett zugestimmt, weil Stefan sich echt wie ein Ar.. verhalten hat. Dein Einwand stimmt natürlich schon i-wie.

"Das Päckchen von jemand anderen tragen." So hat es mal meine Therapeutin auch formuliert.. witzig ^^

Ja, war anscheinend eine gute Lösung. Gut, dass du ihm ein klärendes Gespräch angeboten hast. Wenn er es nicht nachvollziehen kann, ist es echt besser, wenn ihr zwei getrennte Wege geht.

Ich wüsste allerdings nicht wie ich das machen soll.. Ich habe einen Nähe-Distanz-Konflikt. Einerseits hasse und verurteile ich das Verhalten meines Vaters, aber anderseits liebe ich ihn auch. Dein Weg wäre einfacher für mich und würde mir vieles ersparen, aber es macht auch vieles schwieriger. Ich kann ihn nicht komplett aus dem Weg gehen. Wenn ich meine Mutter mal besuche, dann ist er schließlich auch dort. Ihn einfach ignorieren? Nee.. aber ich habe gelernt, dass ich bestimmte Themen nicht bei ihm anspreche, weil er darauf nicht gut eingehen kann. So fahre ich ganz gut.

Witzergeweise weiß ich das nicht.. wann ich wirklich glücklich war. Ich habe auch nicht so eine gute Erinnerung an meine Kindheit und weiß nicht wie meine Gefühlslage da war.. Allgemein kann ich sagen, dass ich als kleines Kind recht glücklich (anscheinend) war und erst später wirklich wahrgenommen habe wie mein Vater ist und mir das viel zu sehr zu Herzen nahm. Ab da wurde es schlechter. Wann das war, keine Ahnung..

Es ist verschwommen.. die Depression war zuerst da und das kam schleichend. Ich habe angegeben, dass es mit ca. 14 Jahren war.. keine Ahnung. Vielleicht auch schon früher. Fragen über Fragen, die ich mir nicht beantworten kann. Das stimmt mich etwas traurig. Über etwas nachzudenken und sich mit etwas auseinanderzusetzen, aber keine Antwort darauf zu finden. Ist i-wie ja frustrierend ^^ Wie soll ich mich näher kennenlernen, wenn ich manche Fragen nicht beantworten kann?

Danke für deinen letzten Absatz, das gibt mir wiederum ein gutes Gefühl :)

Kommentar von amywilllove ,

Tja, das Thema ist wirklich schwer und wie du es schon selbst in deiner Eingangserklärung vermutet hast, wird man dir hier deine Fragen nicht beantworten können. Wenn, dann kannst das nur du selbst...vielleicht...irgendwann. Aber gib die Hoffnung nicht auf!

Das Zitat..ja, diese Art von Filmen uns Serien werden am liebsten von denen geguckt, die sich in die Lage der einzelnen Personen versetzen können. Die Macher versuchen natürlich jeden möglichen Charakter unterzubringen um sicherzustellen, dass sich jeder mit irgendjemanden verbunden fühlt.

Menschen, die viele eigene Probleme haben können sich aber meistens besser in solche Serien vertiefen, weil sie sich in mehr als einer Person wieder finden. Deswegen wundert es mich auch nicht, dass wir dieses Zitat beide kennen. Sollte ich die genaue Filmstelle des anderen Zitats, das ich eingebracht habe wiederfinden, schicke ich es gerne nochmal hier rein. 

Wenn du möchtest, dann kannst du mir gerne auch hier in einer Privatnachricht schreiben, wenn du ein Problem oder eine Frage hast. Ich versuche dir schnellstmöglich zu helfen. Vielleicht hast du ja auch ein Tipp für mich...ich hatte gestern eine Frage gepostet. Du findest sie in meinem Profil...

Liebe Grüße und gute Besserung...

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Nein, passt schon.

Danke für deine Hilfe und ja, ich schau mal auf deinem Profil :)

Antwort
von jerkfun, 34

Hm,Dein Bericht war vermutlich nur ein Hilfeschrei.Das nicht erkannt zu haben,vielleicht ein größerer Fehler der Lehrerin? Du hättest einmal mit Deinem Klassenlehrer oder dem Vertrauenslehrer darüber sprechen können,wegen der Klassenzusammensetzung.Sowas ist doch nicht in Stein gemeißelt.Möglich ist,das mit zunehmendem Alter Deine Art und sagen wir burschikoses Verhalten nicht mehr angekommen ist? Du konntest damit nicht recht umgehen,warst Alphatier und hast nicht gelernt mit den sich entwickelnden Problemen umzugehen und hast die Isolation gewählt?Manchmal ist der Rückblick und Erklärungsversuche ja hilfreich.Ich denke aber nun ist es Zeit nach vorne zu schauen.Ich wünsche Dir,das Du mit Deiner Familie darüber sprechen kannst.Vielleicht kannst Du irgendwie einen Anknüpfungspunkt an früher mit Deinen Geschwistern erreichen? Sowie Du die Konfliktfähigkeit erlernst,die Du als den Ton angebende gar nicht lernen musstest,könnte sich vieles verbessern.Liebe Grüße

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Da haben wir wohl gerade aneinander vorbei geredet.. die Lehrerin, über die ich sprach, das war die Lehrerin von der Grundschule (= meine Anleiterin im Praktikum) und nicht meine Klassenlehrerin.

Naja, jeder der psychische Störungen hat, der weiß wohl wie es ist, wenn man die Schule darauf anspricht. Ich denke, die sind dafür nicht erfahren genug und können eh nichts anfangen. Die Vertrauenslehrer sind doch nur dafür da, dass man zu denen kommt, wenn man einen Kinderkram-Streit mit der besten Freundin hat. Meine Meinung.. ^^

Hm ja.. dein Satz klingt hart, aber ist nicht die Wahrheit oftmals unschön? Als ich gemobbt wurde hatte ich mich verändert.. habe mehr auf mein Äußeres geachtet, mich schicker angezogen.. ja, ich wurde "weiblicher".

Also ich habe die Schule schon beendet, ich hatte über meine Vergangenheit gesprochen. Naja, die Klassenaufteilung hat mir schon auch was gebracht.. ich konnte mich mal nicht an andere Menschen klammern.

Alphatier? lol.. ehm nein, weiß nicht. Die Erinnerungen an die Kindheit sind etwas verschwommen. Ich habe mich schon etwas hervorgetan. Vielleicht auch weil ich positive Anerkennung von anderen wollte? Hm.. als Alphatier würde ich mich nicht bezeichnen. Früher und jetzt bin ich das nicht (gewesen).

Ich habe mich schon allein wegen der Depression zurückgezogen ja.

Hm.. Familie.. Ja, musste gerade schon fast lachen.
Meine Mutter interessiert sich für meine Therapie und weiß schon etwas mehr über meine Probleme und weiß schon mehr über meine Sozialphobie bescheid. Ob ich ihr das sage, weiß ich nicht.. Ich kann so etwas nicht ansprechen, weil ich dann in Tränen ausbreche.. Und dann kann ich nicht mehr reden, weil man mich nicht versteht..

Mein Vater ist mitschuld an meiner Depression. Mit dem wird darüber Reden eh nichts.

Und mit Geschwistern vermutlich auch nicht.. Naja ab der Grundschule waren mein Zwillingsbruder und ich auch in unterschiedlichen Schulen.

Nochmal zum Alphatier.. ich habe mich sicherlich ab und an hervorgetan, aber ich habe nicht den Ton angegeben. So viel kann ich schon mal sagen :) Aber zum Thema Konfliktfähigkeit. Mein Vater hat mich oft verbal verletzt und vorgegeben, was ich tun soll. Vermutlich habe ich es aus dem Grund nicht gelernt ;)

Danke dir. Du hast wichtige Sachen angesprochen!

Kommentar von jerkfun ,

Bitte ,sehr gerne.Und das mit dem Alphatier kann man unterschiedlich verstehen und auslegen.Du hattest halt den Ton (mit) angeben können,warst beliebt und anerkannt,so das die Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen leicht abliefen.So würde ich es umschreiben.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Naja, beliebt.. hm.. schwierige Fragen. Eigentlich war jemand anderes viel beliebter und ich war darauf eifersüchtig. Ich war eigentlich nicht die beliebte.. hatte jetzt auch nicht die vielen Freundinnen. Habe mit paar was gemacht, aber i-wie auch nicht viel. Gott.. mein Leben ist so... Die Frage ist nicht leicht, weil ich mit den Tränen zu kämpfen habe.. Ja, wenn psychische Probleme so leicht wären, dann hätte man auch keine Probleme..

Merke nur gerade, dass ich eigentlich nie gelernt habe Freundschaften aufzubauen, zu pflegen, zu halten... Ich habe früher viel mit den Kumpels meines Bruders gemacht.. Das war jetzt keine wirkliche Freundschaft. Also wir haben uns verstanden, aber ich bin halt nur mit wenn mein Bruder hin ist.. Alleine bin ich nicht zu i-wem gegangen. Im Kindergarten.. weiß nicht, ob ich da "richtige" Freunde hatte. Ich bin auch auf zwei verschiedenen gewesen.. ich kam zu einem anderen als mein Bruder, weil ich Sprachprobleme hatte.. Dann in der Grundschule war ich zuerst ganz allein in der Klasse.. ich kannte niemanden (alle anderen kannten mindestens eine Person).. Dann kam mein Zwilling in die gleiche Klasse, weil er Probleme in seiner Klasse hatte.. ab da an kannte ich wenigstens ihn.. Naja meine Klassenlehrerin hatte mir Briefchen geschrieben, ob ich mich mittlerweile gut eingelebt habe und so.. also auf mich wurde eigentlich schon geachtet.

I-wie habe ich aber in der Grundschule keine wirkliche Freundschaft gehabt.. Mal ein Treffen mit dem Mädchen, mal mit einem anderen.. aber nicht wirklich viele. Habe ich mich bei Problemen bei jemanden ausgeheult / ausheulen können? Ich weiß es nicht mehr.

In der Realschule habe ich eine Freundschaft mit einem Mädchen aus meiner Grundschulklasse angefangen.. die Freundschaft hielt lange.. mittlerweile ist das aber auseinandergegangen. Ich habe allerdings auch mit der Person nicht meine psychischen Probleme angesprochen.. später in der Realschule hatte ich gute Freunde.. habe mit einem Jungen sehr offen geredet und da war ich ich.. bis ich mich in ihn verliebt habe und er mir einen Korb gegeben hat.. die Freundschaft hat darunter gelitten, aber ich kam wieder damit klar.. durch die zwei unterschiedlichen FOS-Klassen wurden wir aber getrennt und hatten zwei Jahre fast keinen Kontakt mehr.. in der 13. Klasse waren wir wieder in einer Klasse und haben uns aber nur noch wenig gekannt.. es war immer noch vertraut, aber i-wie befremdlich.

Achja.. ich bin ein Wrack ._. Manchmal frage ich mich, ob ich jemals so eine Freundschaft führen kann wie meine Eltern oder andere.. die Leute, die jahrelang eine gute Freundschaft haben und alles aneinander erzählen und anvertrauen können. Ach ich weiß auch nicht, warum ich dir das erzähle.. will dich nicht zutexten, aber das musste jetzt einfach raus.. autsch tut das Gefühl in mir gerade weh.

Zu deinem Anfangssatz in deiner ersten Antwort: Ja, es tut weh, dass es nicht erkannt wurde... Es tut verdammt weh, dass ich schon in der Vergangenheit zahlreiche Hilfeschreie gemacht habe und es von niemanden gesehen wurde.. meine Eltern haben es nicht gesehen.. meine Klassenlehrer oder andere Lehrer nicht.. lach.. ich bin in der FOS in den Sozialen Zweig gegangen und hatte insgesamt drei verschiedene Lehrer für das Fach Psychologie und Pädagogik. Auch die haben es nicht erkannt. Ja, das ist bitter. Und meine eine Psychologie-Lehrerin hat mich sogar einmal total angefahren und mich echt verletzt.. eigentlich sollte man sensibler mit anderen umgehen, wenn man das Fach schon unterrichtet und mehr emphatisch sein. Naja lach.. ich habe gelernt, dass man nicht darauf hoffen soll, dass es jemand sieht.. man muss es leider selbst machen. So habe ich auch von mir i-wann gesagt, dass ich eine Therapie machen will.

Es hätte nie i-wann jemand gesagt "komm.. ich sehe, dass es dir schlecht geht.. hast du mal über eine Therapie nachgedacht?" Nein, das ist Wunschdenken.. ach jetzt bin ich komplett psychisch fertig.. aber trotzdem danke ich dir für die Antwort.. das alles musste raus und auch wenn es jedes Mal echt schwer ist. Das gehört zum Verarbeitungsprozess dazu.

Und es muss schwer sein.. wenn es einfach wäre, dann hätte ich keine Probleme.

Kommentar von jerkfun ,

Immerhin,wenn Du eine Therapie machst ist das ein Anfang.Ich würde anfragen,ob Du für eine Aufhellung Deiner Gesamtstimmung eine medikamentöse Unterstützung bekommen kannst.Da die dunkle Jahreszeit auch für Gesunde Verstärker von Melancholien und Depressionen sein kann,würde ich Dir die Nutzung einer Tageslichtlampe empfehlen.Das schadet null,kann aber hilfreich sein.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Tageslichtlampe mhm, weiß nicht. Das vielleicht eher noch.

Die Sozialphobie ist momentan stärker als die Depression.

Medikamente will ich nicht nehmen. Es wäre sicherlich einfacher damit, aber ich habe Angst davon abhängig zu werden, will in meiner Wahrnehmung nicht benebelt werden und habe außerdem Angst, dass ich dann eine hohe Dosis absichtlich nehmen könnte. Ich bin nicht suizidgefährdet, aber wer weiß, was in einem Moment großer Schwäche passiert ^^

Ich kam schon so weit in der Therapie und das schaffe ich auch noch ohne Medikamente :)

Kommentar von jerkfun ,

Ok,die Tageslichtlampe empfehle ich Dir trotzdem.Alleine auch das Gefühl etwas dafür zu tun,selbst wenn die Grundstimmung noch nicht so schlecht ist....läufst Du Gefahr das es sich im Winter verschlimmert.Lichtstoffwechsel ist wichtiger als Du vielleicht glaubst.Aber der letzte Satz von Dir ist so positiv...und läßt mich hoffen,das Du auch bereit ist etwas anzunehmen.,^^

Antwort
von tassentee, 5

Wie sie entstanden ist, ist eigentlich unwichtig. Man sollte sich eher fragen wie man sozialphobie wieder wegbekommt. Ich weiß nur, dass es sich mit der zeit bessert und irgendwann hat man kaum noch Symptome.

Antwort
von einfachichseinn, 13

Das ist eine Frage, die meistens während der Therapie versucht wird zu beantworten.

Wenn das nicht geschieht, solltest du das ansprechen.

Wobei auch zu sagen bleibt, dass das "Warum" in den meisten Fällen nie zu 100% zu erklären ist.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ja, werde ich machen.

Antwort
von TheTrueSherlock, 43

Vom Fragesteller:
Achja, etwas ist mir noch wichtig zu erwähnen: Wie kann das sein, dass ich früher mit Jungs viel gemacht habe und mit älteren Jungs sogar klar kam und nun habe ich aber eine größere Angst vor männlichen Personen als vor weiblichen? Eigentlich war ich nie so weiblich oder klischeehaft ein Mädchen und habe viel mit Jungs gemacht.. und jetzt habe ich aber größere Angst vor männlichen Personen. #Fragen über Fragen.

Kommentar von Kitharea ,

Vielleicht weil du dadurch immer auf der Kumpelschiene warst und du inzwischen merkst, dass das nicht deins ist.

Antwort
von kitkatkitten, 26

Das sind Fragen und Ereignisse, die sich durch das Aufarbeiten innerhalb deiner Therapie erforschen und beantworten lassen. :)

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ja, ich weiß.. ^^ Es sind nur so viele psychische Baustellen in meinem Leben.. i-wie ist es schwer, alles anzusprechen und deshalb beschäftige ich mich auch außerhalb der Therapiestunde mit meinen Problemen. Ich versuche es anzusprechen, danke.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community