Wie ist mein Anspruch auf Urlaub?

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5 Antworten

Da Dein Ausbildungs-/Arbeitsverhältnis nach dem 30.06.2016 endet, hast Du Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub für das Kalenderjahr 2016.

Da Dein Jahresurlaub mit 28 Tagen über dem gesetzlichen Mindesturlaub liegt, gilt der Gesamtanspruch (also Anspruch auch auf den Teil, der den gesetzlichen Urlaubsanspruch übersteigt) dann, wenn es arbeits- oder tarifvertraglich keine Regelung zu einer anteiligen Verrechnung (in Deinem Fall 28 :12 x 7) gibt. Gibt es dagegen eine solche Verrechnung, darf der Dir zustehende Urlaubsanspruch den gesetzlichen Anspruch von 24 Werktagen aber nicht unterschreiten.

Das würde in Deinem Fall bedeuten: anteilig hättest Du dann nur 16,33 = 16 Tage, der Mindestanspruch nach dem Gesetz sind aber 24 Werktage (Montag bis Samstag) - und der darf auch bei anteiliger Verrechnung nciht unterschritten werden!

Wenn Du diesen Anspruch wahrnimmst, hättest Du im Anspruchsjahr 2016 aber keinen Urlaubsanspruch mehr gegen einen neuen Arbeitgeber - es sei denn, der Anspruch dort wäre höher als beim alten.

Dieser Anspruch auf den gesamten, mindestens den gesetzlichen Urlaub ergibt es aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit § 5 "Teilurlaub" Abs. 1 und ist allgemeine Rechtsauffassung und durchgängige Rechtsprechung.

Die bisherigen Antworten, die Dir nur einen anteiligen Urlaub entsprechend den gearbeiteten Monaten in 2016 zusprechen, sind falsch!

Was Zeitpunkt und Dauer Deines Urlaubs angeht, so ist auch die Aussage falsch, Du hättest keinen Anspruch, den Urlaub zu einem bestimmten Termin und für eine bestimmte Dauer zu nehmen. Nach BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 1 Satz 1 hat der Arbeitgeber zwingend die Urlaubswünsche zu berücksichtigen; d.h. er muss sie gewähren, wenn nicht dringende (!) betriebliche Gründe oder Urlaubswünsche sozial vorrangig zu berücksichtigender Arbeitnehmer dagegen sprechen. Das gilt auch für die Dauer des Urlaubs, der nach § 7 Abs. 2 grundsätzlich zusammenhängend zu gewähren ist, wenn nciht betriebliche Gründe oder Gründe in der Person des Arbeitnehmers dagegen sprechen.

Das maßgebliche Gesetz findest Du auf der Seite "Gesetze im Internet" des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz: http://www.gesetze-im-internet.de/burlg/BJNR000020963.html

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Kommentar von Familiengerd
12.11.2015, 00:08

Ergänzung:

Voraussetzung für meine Antwort ist, dass Dein Ausbildungsverhältnis tatsächlich erst nach dem 31.06.2016 endet und wegen vorher abgeschlossener/bestandener Prüfung nicht schon eher.

Denn das Ausbildungsverhältnis endet mit Bestehen der Prüfung, auch wenn das vereinbarte Enddatum des Ausbildungsvertrages später sein sollte.

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Dein Ausbildungsverhältnis endet vermutlich nicht im Juli, das ist am letzten Tag Deiner Prüfung, somit vermutlich schon früher.

Du solltest auf jeden Fall mit dem Chef reden und mit ihm gemeinsam eine Lösung finden.

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Wie er es einplant er muss dir keien 4 wocheen am stück geben

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Kommentar von Familiengerd
11.11.2015, 22:54

Das ist falsch.

Wie der Arbeitgeber es plant, spielt keine Rolle! Der Urlaub ist nach BUrlG § 7 Abs. 2 nur dann nicht zusammenhängend zu gewähren, wenn betriebliche Gründe dagegen sprechen!

Ohne Hinderungsgründe muss der Urlaub nach Zeit und Dauer entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers gewährt werden!

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Kommentar von zeytinx
11.11.2015, 23:25

Ja aber heutzutage kann sich kein betrieb sowas leisten 4 wochen entfall eines mitarbeiteres auser er sitzt irgendwo an der kasse

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Kommentar von zeytinx
11.11.2015, 23:39

Ist einfach so der unternhemer muss gar nichts 4 wochen am stück nur wen es geht- nicht an allen unternehmen ist es heutzutage möglich

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Ich gehe mal davon aus, dass der Urlaub bereits genehmigt ist, sonst hättest du die Reise ja nicht gebucht. Dein Chef kann die Genehmigung widerrufen, da du ja nicht den vollen Urlaubsanspruch erworben hast. Er kann dir dann nur den erworbenen Urlaubsanspruch genehmigen. Alternativ einigt ihr euch auf unbezahlten Urlaub und dann kriegst du einfach weniger Lohn.

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Kommentar von Familiengerd
11.11.2015, 22:51

Dein Chef kann die Genehmigung widerrufen

Das ist falsch, denn das kann - oder besser: darf - er nicht! Es ist durchgängige Rechtsprechung, dass einmal (auch zu viel) genehmigter Urlaub nicht widerrufen werden kann.

da du ja nicht den vollen Urlaubsanspruch erworben hast

Auch das ist falsch, da nach den gegebenen Informationen das Ausbildung-/Arbeitsverhältnis nach dem 30.06.2016 endet, damit also der volle Urlaubsanspruch besteht und zu viel genommener oder genehmigter Urlaub ohnehin nicht mehr zurück genommen oder verrechnet werden darf!

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Er ist nicht verpflichtet Dir 4 Wochen am Stück Urlaub zu geben und auch nicht zu dem Zeitraum, wenn Du ihn gern hättest. Sowas muss immer abgestimmt werden. Es kann sogar so weit gehen, dass Du die Reise gar nicht antreten kannst, wenn Du sie buchst, bevor der Urlaubsantrag beantragt und gewährt wurde.

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Kommentar von Familiengerd
11.11.2015, 22:59

Er ist nicht verpflichtet Dir 4 Wochen am Stück Urlaub zu geben und auch nicht zu dem Zeitraum, wenn Du ihn gern hättest.

Das ist falsch, sowohl bezüglich des Zeitraum wie der Dauer des Urlaubs, wenn nicht dringende betriebliche Gründe oder Urlaubswünsche sozial vorrangig zu berücksichtigender Arbeitnehmer dagegen sprechen.

Ohne solche Hinderungsgründe muss der Arbeitgeber den Wünschen des Arbeitnehmers entsprechen!

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