Frage von Jan2016, 111

Wie ist laut Buddhismus uns Hinduismus die Welt und insbesondere der Mensch/ Lebewesen entstanden. Bitte ausführliche Antworten vielen dank?

Antwort
von RevatiKKS, 41

Im Hinduismus sieht das so aus, dass die materielle Welt ein von der illusionierenden Energie des Höchsten Herrn bedeckter Teil der spirituellen Welt ist. Während in der materiellen Welt alles zeitweilig und vergänglich ist, hat die Zeit in der spirituellen Welt nicht diesen zerstörenden Einfluss.Der Höchste Herr (Krsna) erweitert sich zum Zwecke der periodischen Erschaffung, Erhaltung und Zerstörung der materiellen Welt in verschiedene Formen wie Lord Visnu und Lord Siva. 

Die Universen gehen aus Lord Visnu hervor, ebenso wie die Lebewesen, die die Universen bevölkern. Und alles geht nach Ablauf eines Schöpfungszyklus wieder in Lord Visnu ein. Es wird gesagt, dass dies mit seinem Ein-und ausatmen stattfindet.  Was uns also als ein ewig langer Zeitraum von Trilliarden von Jahren erscheint, ist für Ihn nichts als ein Augenblick.

Die Körper aller Lebewesen gehen von Lord Brahma aus, das ist eine Position, die von einer besonders qualifizierten Seele eingenommen wird (die dann einmal selbst "Gott spielen" darf),  ist niemand qualifiziert, dann übernimmt eine Erweiterung Lord Visnus diese Aufgabe.

Die spirituellen Seelen erhalten einen Körper, der ihrem Entwicklungstand entspricht, so kann man sich auch als Tier, Pflanze, Mikrobe usw wiederfinden. 

Evolution findet in der Form statt, dass man im nächsten Leben einen "besseren", höher entwickelten Körper bekommt. Aber es kann auch abwärts gehen, Devolution gewissermaßen. Ein Mensch zum Beispiel, der sich wie ein Tier benimmt,  bekommt im nächsten Leben einen entsprechenden Körper.

Die materielle Schöpfung dient dem Zweck uns, den ewigen spirituellen Seelen ein Betätigungsfeld zu geben, in dem wir unsere egoistischen Wünsche ausleben können, was in der spirituellen Welt nicht möglich ist. Und damit wir dabei etwas lernen, "dürfen" wir die Ergebnisse unserer Handlungen erleben. das wird Karma genannt. Wir sind freiwillig hier, haben Gott irgendwann vergessen, weil wir das so wollten und bleiben so lange im Kreislauf von wiederholter Geburt und Tod in all den verschiedenen Lebensformen, bis wir uns Gott  wieder zuwenden. Dann können wir wieder nach Hause gehen. Haben wir dies bis zum Ende eines Schöpfungszyklus nicht geschafft, gehen wir wieder in Lord Visnu ein und es beginnt wieder von vorn.

Es wird gesagt, dass Lord Visnu in einem mystischen Schlummer liegt, in dem er die Schöpfung gewissermaßen "träumt". Und wir, als Teile Gottes, sind praktisch Teil seines "Traumes".  Also wir befinden uns immer noch in der spirituellen Welt, "träumen" aber,  in einer Welt zu sein, in der wir im Mittelpunkt stehen,  von Gott unabhängig sein können, in der wir unser Leben und unsere Lebensbedingungen ganz nach unseren eigenen Wünschen gestalten können, ohne  irgendwelchen höheren Gesetzmäßigkeiten zu unterliegen.

(Na ja, was dabei herauskommt ist wohl eher ein Albtraum.)

So, das war nur ein kurzer Abriss dessen, was in den Vedischen Schriften darüber berichtet wird. Das ist alles sehr wissenschaftlich und selbst das kleinste Detail wird beschrieben. Wenn man sich damit beschäftigt, dann bleiben keine Fragen mehr offen. 

Zum Buddhismus möchte ich nichts sagen, damit habe ich mich kaum beschäftigt. Aber interessant ist, dass Buddha selbst eine Art Inkarnation von Lord Vishnu war. der war gekommen um die seinerzeit stark degradierten Menschen davon abzubringen, Tier zu töten um deren Fleisch zu essen. Dazu musste er aus gewissen Gründen die Autorität der Veden außer Kraft setzen und kreierte eine neue Philosophie in der die Existenz Gottes als Person abgelehnt wurde. Aber das ist eine andere Geschichte.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus & Religion, 55

Ich bin Buddhist und helfe dir gerne weiter.

Buddha selbst hat bewusst keine Antworten auf metaphysische Fragen gegeben, da sie seiner Meinung nach nicht zur Befreiung des Menschen führen und ihn sogar in den Wahnsinn treiben konnten.

Dies sind die "unbeantworteten Fragen" (avyakrita).

Buddha selbst hat also keine Angaben zur Entstehung der Welt gemacht. Alles andere sind spätere Erzählungen und Dichtungen, die teilweise von lokalen Religionen gefärbt wurden.

Hinduismus

Wie die Schöpfungsgeschichte im Hinduismus erzählt wird, hängt von der jeweiligen Tradition ab, denn praktisch jede Tradition sieht natürlich ihren Hauptgott als zentrale Gestalt an.

Die bekannteste Geschichte ist die, von Vishnu, der auf der Schlange Shesha auf dem kosmischen Milchozean trieb und aus dessen Nabel eine Lotosblüte wuchs, aus der wiederum Brahma, der Schöpfergott entstieg.

Andere hinduistische Lehren gehen beispielsweise davon aus, dass alle Universen von Vishnu erträumt werden, oder glauben daran, dass das Universum durch den Urlaut "Om" entstand.

Antwort
von TanjaStauch, 39

https://de.wikipedia.org/wiki/Purusha

Ist für die "hinduistischen Religionen" praktisch der Schöpfungsmythos überhaupt und gilt damit grundsätzlich auch für Buddhisten.

Liebe Grüße,

Tanja

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten