Frage von FrauFriedlinde, 60

Wie ist es zu erklären, dass ich einen neuen Physiotherapeuten bekomme?

Ich hatte Reha und einen sehr guten Physiotherapeuten. Nach der Reha ging die Physiotherapie weiter und das über Monate. Es ist ein Betrieb, wo die Physiotherapeuten fest angestellt sind und üblicherweise ihre Patienten bis zum Schluss behalten. Einen Wechsel gibt es nicht, es sei denn zB der Patient möchte das. Am Anfang hatte ich immer das Gefühl mein Physiotherapeut flirtet mit mir. Schnell hab ich aber gedanklich umgeschwenkt, weil ich mir sicher war, das gehört zum Behandlungskonzept. Meine Therapie ist extrem schmerzhaft und da sollte ich wohl etwas aufgeheitert werden. Keine Ahnung. Aber ich fand ihn sehr sympathisch und er mich offensichtlich auch. Aber nur auf beruflicher Ebene ist ja klar. Kein Flirt jetzt Richtung Date, sondern wirklich nur damit meine Behandlung nicht so schlimm war. Und nun plötzlich wurde meine Behandlung immer mal wieder zunächst abgesagt. Wegen Grippewelle dachte ich mir nichts dabei. Nun plötzlich bekomme ich eine Mail, dass ich ab Montag aus "organisatorischen Gründen" einen anderen Therapeuten bekomme. Ich bin absolut geschockt. Ich war wirklich nur freundlich und wir haben manchmal Witze gemacht, aber ich habe ihn keinerlei Anlass gegeben zu denken, dass ich ihn zu nahe komme. Denn das dürfte ja wohl der einzige Grund sein für einen Wechsel ( also das er sich irgendwie " angebagger" fühlte) , zumindestens für einen Wechsel, wo niemand mit mir geredet hat, nur eine einfache Mail über dasSekretäriat. Währe es wegen Urlaub etc. hätte er mir das ja wohl einfach bei der letzten Behandlung gesagt. Oder? Man ich fühl mich jetzt richtig, richtig schlecht. Denn ich wollte nur nett sein und hatte bis heute nicht das Gefühl, es damit übertrieben zu haben. Ich mag jetzt gar nicht mehr dahin gehen, denn ich fühl mich extrem gekränkt! Hatte noch ziemlich locker am Sekretäriat gefragt : oh ist er denn länger krank? Das wurde verneint und ich hatte auch den Eindruck, das er nicht krank ist sondern mich nicht mehr wollte als Patientin. Besser ist wohl, jetzt die Praxis zu wechseln, oder? Sonst ist das zu peinlich für mich.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sushold, 19

Aus eigener Erfahrung, u.a. auch im Kollegenbereich weiß ich, dass dieser Beruf viel Veränderung beinhaltet. Es ist zwar allgemeines Ziel, nicht zu viel Patientenwechsel vorzunehmen, aber es gibt auch gute Kommunikation untereinander, in dem Stil: "mit Patient X habe ich bisher XYZ gemacht- Verbesserungen könnte ich mir durch Übung ABC vorstellen, um....."

Manchmal machen es Wechsel im Personal nötig, Veränderungen vorzunehmen, so dass z,B, ein neu hinzugekommener Physio vorerst mal mit motivierten, freundlichen Patienten "verwöhnt" wird.

Dann gäbe es da noch eine ganze Menge von Fortbildungen, nach deren Absolvierung der Einsatzbereich des Physiotherapeuten spezieller wird, z. B. nach neurologischen Fobis.

Wie Du siehst, gibt es eine Menge (auch positive) Gründe, warum ein Wechsel stattfindet, je nach Firmenpolitik hat der Angestellte mehr oder weniger Mitspracherecht dabei. Sei also unbeschwert und profitiere von neuen Denkansätzen/ Übungsformen.....

  

Kommentar von FrauFriedlinde ,

Das ist total nett von Dir! Ich Plage mich die ganze Zeit schon mit schlechten Gewissen!

Antwort
von Shiftclick, 27

Peinlich muss dir gar nichts sein. Es ist möglich, dass du viel zu viel in die Situation hinein interpretierst, es ist aber auch möglich, dass du recht hast. Tatsache ist, dass du angefangen hast, für ihn zu schwärmen und jetzt möchtest du das Unerfreuliche durch Lesen der allgemeinen Geschäftsbedingungen ungeschehen machen. Es ist aber so wie es ist, und nicht weiter tragisch.

Kommentar von FrauFriedlinde ,

Aber was hätte ich den machen sollen? Hätte ich unfreundlich sein müssen?

Kommentar von Shiftclick ,

Ich finde, es ist müßig, sich darüber Gedanken zu machen, denn wir wissen nicht wirklich, warum es so gekommen ist. Dass du es auf dich münzt ist eine mögliche, meines Erachtens aber nicht die wahrscheinlichste Deutung. Durch deine emotionale Involviertheit wertest du sie nur auf und machst sie zur einzig denkbaren. Es ist nichts Schlimmes passiert, und du musst nicht mehr über deine vermeintlichen Fehler grübeln.

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