Frage von ChristelMett, 229

Wie ist es zu erklären, dass Gott Jakob nicht bestraft hat, nachdem er seinen Vater, Isaak, betrogen hat?

Soger zwei mal. Trotzdem schenkte Gott ihm Land und Reichtum, sagt der Verfasser.

Antwort
von RobinsonCruesoe, 102

Sehr interessante Frage. Mir persönliche ist nur eine Stelle bekannt, wo Jakob seinen Vater betrügt, aber diese Stelle ist nur scheinbar ein Betrug an seinem Vater: es ist die Stelle, wo Jakob sich auf Anraten seiner Mutter Rebekka, die ihn mehr liebt als seinen Bruder Esau, als sein Bruder Esau ausgibt, um den Segen seines Vaters zu erbitten, der eigentlich nicht ihm, Jakob, sondern seinem Bruder Esau gelten sollte, dem Lieblingssohn von Isaak.

Somit haben wir folgende Symmetrie: Auf der einen Seite Jakob-Rebekka, und auf der anderen Seite Esau-Isaak. Der sog. Betrug Jakobs an seinem Vater wird so ein Betrug Jakobs an seinem Bruder Esau. Es ist auch ein klassisches Bruderzwist Thema, aber eben nicht nur. 

Entscheidend ist, wie Jakob sich den Segen des Vaters erschleicht: er verkleidet sich als Tier, indem er sich das Fell eines geschlachteten Böckchens umlegt, um die starke Behaarung Esaus zu imitieren. Mit anderen Worten: ein Tier wird zwischen die problematische Beziehung zwischen Jakob und Isaak geschoben und schützt Jakob vor dem Zorn des Vaters.

Soweit bin ich Rene Girard gefolgt. Warum Esau dem Jakob benachteiligt wird, gibt die Bibel keine Antwort. "Jakob liebte ich, Esau aber hasste ich". Warum ist unklar. Zum besseren Verständnis kann vielleicht betragen, Jakob nicht isoliert von seinem Bruder und der jeweiligen Beziehung der Eltern zu ihren Söhnen zu sehen.

Eine Erklärung ist noch darin zu suchen, dass Esau sein Erstgeborenenrecht für ein Teller rote Linsen dem Jakob verscherbelt. Er hat sein Erbe gering geachtet.

Kommentar von ChristelMett ,

Danke!

Antwort
von Accountowner08, 78

Ab dieser Geschichte wurde Jakob selber in seinem Leben auch ständig betrogen: erst einmal verheiratete sein Schwiegervater ihn mit Lea statt mit Rahel, dann betrog er ihn um seinen Lohn, dann erzählten seine Söhne, dass Josef gestorben sei. Das war sozusagen die STrafe wo Gleiches mit Gleichem vergolten wird...

Ausserdem trachtete Esau ihm aus Rache für diese Geschichte nach dem Leben, aber er konnte ihn durch ein sehr substantielles Geschenk beruhigen...

Kommentar von ChristelMett ,

Nein, Esau fragte ihn sogar, warum er ihm all' diese Geschenke macht. Ein Handel hat da meines Verständnis nach, nicht stattgefunden.

Kommentar von Accountowner08 ,

Jakob sagt vorher explizit, dass er diese Geschenke macht, um seinen Bruder zu besänftigen. Die Situation ist, die, dass Esau mit 400 Mann Jakob entgegen zieht, und Jakob nimmt an, dass es sich dabei nicht um ein Willkommenskomittee handelt, sondern um einen Feldzug.

Daraufhin beschliesst Jakob eine Verteidigungsstrategie in 3 Teilen:

1) Sein Lager in zwei Teilen, um die Verluste zu beschränken

2) Selber aufrüsten

3) Den Bruder beschwichtigen, mit GEschenken, da er ihn als eher materialistischen Menschen kennt.

Und Strategie 3 hat Erfolg...

Kommentar von Holger1002 ,

Dann nenne es Bestechung. Jakob versucht hier eindeutig, seinen Bruder Esau zu bestechen. Lies die ganze Geschichte in einem Zug durch!

Kommentar von Accountowner08 ,

Ihn bestechen, damit er ihn nicht umbringt = besänftigen...

Kommentar von Zicke52 ,

Accountowner, das ist falsch! Es stimmt, dass Jakob Angst hatte und Esau mit Geschenken besänftigen wollte, aber das war nicht notwendig. Esau hatte ihm schon verziehen und fiel ihm unter Freudentränen um den Hals. Erst nachher fragte er Jakob, was denn mit den vielen Tieren gewesen sei, die ihm entgegengenommen waren, und erfuhr, dass es die für ihn bestimmten Geschenke waren. Und er wollte sie noch nicht mal annehmen.

Ein feiner Kerl, dieser Esau. Ist mir von den beiden Brüdern der weitaus sympathischere.

Antwort
von Accountowner08, 3

Na ja, Jakob hatte ja rechtmässig Anspruch auf die Privilegien des Erstgeborenen, da Esau sie ihm (gegen ein Linsengericht) verkauft hatte (was ihm als Geringschätzung vorgeworfen wird). 

Also hat je Esau versucht, Jakob über's Ohr zu hauen, als er seinem Vater nicht darüber informierte. Und der war allgemein seinen Schwächen gegenüber blind.

Rebekka war da hellsichtiger, wie auch Sara gegenüber Ismael, also war sie wahrscheinlich im Recht, als sie Jakob empfahl, als Esau aufzutreten, und auch Isaak bestätigt ja im Nachhinein, als er von dem Betrug erfährt, dass der Segen Jakob gebührt.

Allerdings kann man doch sagen, dass Jakob für seinen Betrug nach dem Prinzip "Gleiches gegen Gleiches" bestraft wurde: da auch er seinerseits insbesondere von Laban sehr oft betrogen wurde (Rachel mit Lea vertauscht, Lohn in Schafen und Ziegen nicht richtig ausbezahlt, Abreise verhindert). 

Zudem musste Jakob aufgrund dieser Geschichte seine Heimat verlassen, da sein Bruder ihm nach dem Leben trachtete, laut Überlieferung wurde er unterwegs von seinem Neffen ausgeraubt und musste völlig besitzlos weiter reisen, und bevor er zurückkom musste er seinen Bruder durch sehr substantielle Geschenke besänftigen... Also insgesamt hat Esau an dem Ganzen doch sehr gut verdient...

Antwort
von Zicke52, 31

Gott hat keine Moral, wenn er an jemandem einen Narren gefressen hat, dann darf der sich fast alles erlauben.

Jakob und seine Mutter haben Isaak und Esau ganz übel betrogen, daran gibt's nichts zu rütteln. Das Argument, Esau hätte sein Erbe verachtet,  ist lächerlich. Hier wird das Opfer zum Täter gemacht. Jakob hat seinen Bruder auf schäbige Weise erpresst, indem er ihm die Suppe, als er am.Verhungern.war, nur gegen sein Erstgeburtsrecht gewährte. Sympathischer Kerl.

Beeindruckend ist aber, dass hier die meisten Nutzer auf Seiten des Betrügers stehen. Da sieht man wieder, wie gefährlich Glaube ist - er bringt den Menschen dazu, sein eigenes Gewissen auszuschalten und alle moralischen Grundsätze über Bord zu werfen: alles, was Gott gefällt, ist gut, und mag es auch noch so schlecht sein.

Übrigens, ich habe meinen Bruder schon öfters zu mehr als einer Suppe eingeladen, ohne sein Erbteil als Gegenleistung zu verlangen. Und er mich auch.  Aber was will man von einem gottlosen Wesen wie mir auch schon erwarten.

Antwort
von kdd1945, 56

Hallo ChristelMett,

jetzt einmal ganz klar:

Der Bericht beginnt in 1Mo 25 und hat in der Elberfelder die Überschrift:

Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht

29 Einst kochte Jakob ein Gericht. Da kam Esau vom Feld, und er war erschöpft. 30 Und Esau sagte zu Jakob: Lass mich doch schnell essen von dem Roten14, dem Roten15 da, denn ich bin erschöpft! Darum gab man ihm den Namen Edom. 31 Da sagte Jakob: Verkaufe mir heute16 dein Erstgeburtsrecht! 32 Esau sagte: Siehe, ich gehe ja doch dem Sterben entgegen17. Was soll mir da das Erstgeburtsrecht? 33 Jakob aber sagte: Schwöre mir heute18! Da schwor er ihm und verkaufte sein Erstgeburtsrecht an Jakob. 34 Und Jakob gab Esau Brot und ein Gericht Linsen; und er aß und trank und stand auf und ging davon. So verachtete Esau das Erstgeburtsrecht.

Da gab es keine Unehrlichkeit und keinen Betrug, nur die Verachtung und Geringschätzung des Erstgeburtsrechts von Seiten des Esau. Darüber schreibt Hebr 12, 16:

16 dass nicht jemand ein Hurer oder ein Gottloser sei wie Esau, der für eine Speise sein Erstgeburtsrecht verkaufte! 17 Denn ihr wisst, dass er auch nachher, als er den Segen erben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obgleich er sie10 mit Tränen eifrig suchte. 18

Der Erstgeborene empfing im allgemeinen den besonderen Segen des Vaters (1Mo 27:4, 36; 48:9, 17, 18). Darüber hinaus hatte er ein Anrecht auf zwei Anteile vom Vermögen des Vaters, das heißt, er empfing doppelt soviel wie jeder seiner Brüder

Im Fall der beiden Zwillinge hatte Esau mit dem Erstgeburtsrecht auch sein Anrecht auf diesen besonderen Segen auf Jakob übertragen.

Im Kapitel 27 wird nun in der Elberfelder als Überschrift über den Bericht gesetzt:

Jakobs Betrug - Isaaks Segen

Isaak meint, er müsse bald sterben und verabredet mit Esau, ihn zu segnen. Ob der Vater von dem Verkauf des Erstgeburtsrechts an Jakob weiß, wird nicht gesagt. Jedenfalls stimmt Esau gleich zu, kommt aber erst nach Jakob zurück und bekommt nur den zweiten Segen. Er war aber willens, seine Vereinbarung mit Jakob zu brechen und sich den Segen des Erstgeborenen zu holen, der jedoch inzwischen mit dem Erstgeburtsrecht Jakob zustand.

Als sich Jakob seinem blinden Vater, Isaak vorstellte: "Ich bin Esau, dein Erstgeborener; ich habe getan, wie du zu mir geredet hast. Richte dich doch auf, setze dich, und iss von meinem Wildbret, damit deine Seele mich segnet!" - da vertrat er als rechtmäßiger Eigentümer des Erstgeburtsrechts seinen Bruder Esau und bat seinen Vater um den dazugehörenden ersten, den "doppelten Segen."

Isaak wurde von Jakob nicht betrogen, er erlitt keinen Schaden, vielmehr wurde er davor bewahrt, seinen den Segen, der mit dem Erstgeburtsrecht verbunden war einem Unwürdigen zu erteilen.

Grüße, kdd


Kommentar von Abundumzu ,

Eine treffende und logisch begründete Antwort.

Danke Dir kdd1945

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Kommentar von Holger1002 ,

"Isaak wurde von Jakob nicht betrogen, er erlitt keinen Schaden,
vielmehr wurde er davor bewahrt, seinen den Segen, der mit dem
Erstgeburtsrecht verbunden war einem Unwürdigen zu erteilen."


Jakob muss mehrere Male lügen - ist das vielleicht kein Betrug? Er gaukelt dem Vater vor, Esau zu sein.

Gott hat alles in seiner Hand. Er hätte Jakob auch zu seinem Recht verholfen, wenn Rebecca hier nicht gemeint hätte, Schicksal spielen zu müssen. Gott kommt auch ohne menschliche "Hilfe" zurecht (und dann noch durch solch eine!)

Rebecca wird dadurch gestraft, dass sie ihren Sohn zu Lebzeiten nicht mehr wiedersieht.

Kommentar von kdd1945 ,

Als sich Jakob seinem blinden Vater, Isaak vorstellte: "Ich bin Esau, dein Erstgeborener;" - da vertrat er als rechtmäßiger Eigentümer des Erstgeburtsrechts seinen Bruder Esau.

Rö 9,13"Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst."

Was ist - wer hat - hier gelogen?

2Mo 3,2 Dort erschien ihm der Engel Jahwes3 in einer lodernden Flamme, die aus einem Dornbusch herausschlug. Mose sah, dass der Busch brannte, aber nicht von den Flammen verzehrt wurde. 3 "Warum verbrennt der Dornbusch nicht?", dachte Mose. "Das muss ich mir aus der Nähe ansehen!" 4 Als Jahwe sah, dass Mose näher kam, rief Gott ihm aus dem Dornbusch heraus zu: "Mose! Mose!" – "

Ein Berechtigter, ein Bevollmächtigter, kann auch heute z. B mit dem Namen des Vollmachtgebers unterschreiben.

Für Dich:

2 Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.

3 Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr?

Antwort
von tinimini, 69

Jakob war der Träger des Monotheistishen Glaubens und Esau hat sein Erstgeburtsrecht für einen Teller Linsen verkauft an Jakob. Nachdem Jakob den Segen  von  Isaak bekommen hat ,und Esau sich deswegen so beschwert hat, musste Jakob fliehen, Gott Straft niht, Das macht der Mensch schon allein ,und oft viel zu hart,

Antwort
von PWolff, 123

Wie hart und auf welche Weise hätte er ihn bestrafen sollen? Schau dir doch einmal an, welche "natürlichen" Folgen Jakobs (Un-)Taten hatten.

Oder ist dies ein Spezialfall der Frage, wieso Gott viele Taten entweder überhaupt nicht bestraft bzw. belohnt oder auf eine Weise, die wir nicht als solche mitkriegen?

Kommentar von ChristelMett ,

Ich weiß noch nicht, wie es mit Jakob weitergeht. Es kann also durchaus sein, dass seine Lügen im "Großen und Ganzen" Sinn ergeben.

Bisher finde ichs aber ziemlich schäbig von ihm.

Kommentar von PWolff ,

Stimmt, er hat sich alles andere als vorbildlich verhalten.

Aber auch wenn seine Lügen und Hinterhältigkeiten im Gesamtbild ihren Sinn haben, ist das noch lange keine Rechtfertigung.

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Natürlich wäre es in mancherlei Hinsicht vorteilhaft, wenn alle Taten ihre Belohnungen und Bestrafungen noch in diesem Leben hätten, aber es ist nun mal nicht so.

Antwort
von Viktor1, 94

Gott macht was er will und erbarmt sich wessen er will.
Er schaut in die Herzen der Menschen - das ist die Lehre !
Meinst du er sollte dich vorher fragen - oder hier im Forum ?

Kommentar von ChristelMett ,

Nein, natürlich nicht. Aber man wird ja wohl fragen dürfen.

Kommentar von Viktor1 ,

Man muß aber nicht. Gut - du hast nach einer "Erklärung dafür gefragt nicht ob einer das weiß ! Aber ist das etwa besser ? Spekulationen zu hauf und viel Gelaber sind zu erwarten. Brauch du das ? Für was ?

Antwort
von Meatwad, 78

Fiktion ist nicht den Gesetzen der Logik unterworfen.

Antwort
von chrisbyrd, 37

Jakob war Träger der Verheißung des Bundes, den Gott mit Abraham geschlossen hatte. Gott hatte ihn erwählt und stand zu seinen Zusagen.

Trotzdem hatte Jakob auch die Folgen seines Fehlverhaltens zu tragen. Nach seinen Betrug an seinem Vater Isaak und seinem Bruder Esau musste Jakob fliehen. Während seiner Zeit bei Laban wurde er von seinem Schwiegervater betrogen und musste zweimal 7 Jahre für Laban arbeiten. Als er später wieder zurückkehrte, befürchtete er, dass Esau ihn umbringen würde.

Neben Gottes freier Wahl war der Glaube von Jakob entscheidend (Hebräer 11,21).

Antwort
von Holger1002, 67

Hat er doch.

Er wurde genauso betrogen von Laban, seinem Schwiegervater. Sogar zweimal. Einmal in bezug auf seine Frau, beim zweiten Mal in bezug auf seinen Lohn.

Manchmal  dauert es sehr lange, bis eine Tat Folgen hat, aber Gott straft sie ganz gewiß.

Kommentar von ChristelMett ,

Nein, wurde er nicht. "Laban" gibt es nicht.

Kommentar von Holger1002 ,

Tut mir leid, dann hast Du eine verfälschte Bibel. In allen gängigen Übersetzungen steht Laban. 1. Mose 24 - 1. Mose 46.

Kommentar von ChristelMett ,

Du hast recht.

Antwort
von Sturmwolke, 44
Antwort
von viktorus, 66

Weil Jakob der passende Erbe war (1.Mose 25,23.26).

Dass Esau der falsche war, erkannte man auch daran, dass er sein Erstgeburtsrecht "gering" achtete (1.Mose 25,34).

Jakob wurde später zu "Israel"umgenannt (1.Mose 32,28).

Die Gedanken Gottes sind eben anders als die der Menschen (Jes.55,8).

Antwort
von kdd1945, 59

Hallo ChristelMett,

Du fragst:

Wie ist es zu erklären, dass Gott Jakob nicht bestraft hat, nachdem er seinen Vater, Isaak, betrogen hat?

Betrug verlangt jemanden, der durch Unrecht geschädigt wurde.

Es wurde mir einmal die Frage gestellt:

"Wie kann ich Kindern von 4-6 Jahren anhand des Berichts über Jakob und Esau vermitteln, wie wertvoll und nützlich Ehrlichkeit ist.

Das kannst Du sehr leicht darstellen, ohne auf die listigenTaktiken verschiedener Ratgeber eingehen zu müssen. Du erzählst die Geschichte ohne Abstriche und peinlichem Herumdrucksen, etwa so:

Gott hatte Abraham und Isaak, den Opa und den Papa von Jakob und Esau sehr lieb. Darum versprach er ihnen, dass sie die Ur-ur-ur-ureltern von Jesus sein würden.

Diesen Segen konnte Isaak nur an einen seiner beiden Söhne weitergeben, und er hatte sich praktisch schon für Esau entschieden. Esau wusste das, aber es war ihm "Wurscht", es bedeutete ihm nichts, gar nichts. Jakob wäre aber sehr gerne ein Vorfahre von Jesus geworden,

Nun, eines Tages kam Esau müde und hungrig von der Jagd nach Haus. Jakob kochte gerade ein kräftiges, leckeres Linsengericht. Als das der hungrige Esau sah,rief er sofort: "Her damit, Jakob! Und zwar schnell Sonst sterb´ ich vor Hunger." Jakob brachte ihm sofort eine große Schüssel voll, sagte dann aber: "Hier, mein Bruder, aber Du musst mir dafür den Segen überlassen."

Esau war so gierig nach dem Eintopf, dass er rief: "Was soll mir der Segen, was interessiert ´s mich, wer der Ur-ur-ur-urgroßvater von Jesus wird? Gib Du mir jetzt das Essen, dafür sollst Du den Segen haben, ...wenn es mal soweit ist.

Esau war aber unehrlich, und dachte nicht daran sich wirklich an die Vereinbarung zu halten, als Isaak kurz bevor er starb, den Segen geben wollte. Er tat alles, um dem Jakob den Segen wieder wegzunehmen.

Als ihm das nicht gelang, wurde er rot vor Wut und plante, seinen Bruder Jakob zu ermorden. Die kluge Mutter der beiden Brüder, Rebekka, schickte Jakob zu Verwandten, wo er viele Jahre blieb, arbeitete, heiratete und sehr reich wurde. Esau jedoch blieb all die Jahre krank vor Wut und Hass auf Jakob, weil er nicht ehrlich zu sich selbst war, und nicht zugeben wollte, dass er im Unrecht war.

Für Dich noch Maleachi 1:2,3 und Hebräer 12:16.

Grüße, kdd

Kommentar von ChristelMett ,

Hallo kdd1945,

vielen Dank für deine Antwort!

Ich kenne die Überlieferung ein wenig anders. Ich gehe mit dir konform, dass Isaak hungrig und alt war und er forderte sein Söhne auf, ihm ein Lamm zu schlachten, damit er genug Kraft hat, um Esau zu segnen. Denn er war sein Erstgeborener.

Esau ging also auf die Jagd, um seinem Vater ein Mahl zu zubereiten zu können ( so, wie sein Vater es mochte).

Rebecca, die Frau Isaaks, sagte zu Jakob ( der ja mittlerweile blind war), dass er sich seinen Segen geben lassen soll - meines Verständnis nach- also eine Intrige. Er nahm dafür Vieh aus eigenen Reihen und war demnach, selbstverständlich schneller als Esau bereit, seinem Vater ein Mahl zu bereiten.

Kommentar von kdd1945 ,

Hallo ChristelMett, oben schrieb ich:

Esau war aber unehrlich, und dachte nicht daran sich wirklich an die Vereinbarung zu halten, als Isaak kurz bevor er starb, den Segen geben wollte. Er tat alles, um dem Jakob den Segen wieder wegzunehmen.

Als ihm das nicht gelang, wurde er rot vor Wut und plante, seinen Bruder Jakob zu ermorden. Die kluge Mutter der beiden Brüder, Rebekka, schickte Jakob zu Verwandten, wo er viele Jahre blieb, arbeitete, heiratete und sehr reich wurde. Esau jedoch blieb all die Jahre krank vor Wut und Hass auf Jakob, weil er nicht ehrlich zu sich selbst war, und nicht zugeben wollte, dass er im Unrecht war.

Lies 1Mo 27, 1 bis Ende, siehunten.

27 Nun geschah es, als Ịsa·ak alt war und seine Augen zu trübe waren, um zu sehen,+ daß er dann Ẹsau, seinen älteren Sohn, rief und zu ihm sagte:+ „Mein Sohn!“, worauf dieser zu ihm sprach: „Hier bin ich!“ 2 Und er sagte weiter: „Sieh nun, ich bin alt geworden.+ Den Tag meines Todes weiß ich nicht.+ 3 So nimm bitte jetzt deine Geräte, deinen Köcher und deinen Bogen, und geh hinaus aufs Feld und erjage mir ein Stück Wild.+ 4 Dann bereite mir ein schmackhaftes Gericht, so wie ich es gern habe, und bring es mir, und, ah, laß mich essen, damit meine Seele dich segnet, bevor ich sterbe.“+

5 Rebẹkka aber hörte zu, als Ịsa·ak zu seinem Sohn Ẹsau redete. Und Ẹsau ging aufs Feld hinaus, um Wild zu erjagen und es hereinzubringen.+ 6 Und Rebẹkka sprach zu Jakob, ihrem Sohn:+ „Sieh, ich habe eben deinen Vater zu Ẹsau, deinem Bruder, reden hören, indem [er] sprach: 7 ‚Bring mir etwas Wildbret, und mache mir ein schmackhaftes Gericht, und, ah, laß mich essen, damit ich dich vor meinem Tod vor Jehova segne.‘+ 8 Und nun, mein Sohn, hör auf meine Stimme in dem, was ich dir gebiete.+ 9 Geh bitte zur Herde, und hol mir von dort zwei gute Ziegenböckchen, damit ich sie zu einem schmackhaften Gericht für deinen Vater zurechtmache, so wie er es gern hat. 10 Dann sollst du es deinem Vater bringen, und er soll es essen, damit er dich vor seinem Tod segnet.“

30 Nun geschah es, sobald Ịsa·ak geendet hatte, Jakob zu segnen, ja es geschah tatsächlich, als Jakob kaum von dem Angesicht Ịsa·aks, seines Vaters, hinausgegangen war, daß Ẹsau, sein Bruder, von seiner Jagd zurückkam.+ 31 Und auch er ging daran, ein schmackhaftes Gericht zu bereiten. Dann brachte er es seinem Vater und sprach zu seinem Vater: „Möge sich mein Vater aufrichten und etwas von dem Wildbret seines Sohnes essen, damit deine Seele mich segnet.“+

32 Daraufhin sagte Ịsa·ak, sein Vater, zu ihm: „Wer bist du?“, worauf er sprach: „Ich bin dein Sohn, dein erstgeborener, Ẹsau.“+ 33 Und Ịsa·ak erbebte unter starkem Zittern über alle Maßen, und so sagte er: „Wer war es denn, der Wild erjagte und kam, um es mir zu bringen, so daß ich von allem aß, ehe du hereinkommen konntest, und ich ihn segnete? Gesegnet wird er auch werden!“*+

34 Als Ẹsau die Worte seines Vaters hörte, begann er überaus laut und bitterlich zu schreien und zu seinem Vater zu sagen:+ „Segne mich, ja auch mich, mein Vater!“+ 35 Er aber sprach weiter: „Dein Bruder kam mit Trug, damit er den dir zugedachten Segen empfange.“+ 36 Hierauf sagte er: „Ist das nicht der Grund, weshalb man ihm den Namen Jakob* gegeben hat, daß er mich diese zwei Male verdrängen sollte?+ Mein Erstgeburtsrecht hat er schon genommen,+ und siehe, jetzt hat er meinen Segen genommen!“+ Dann fügte er hinzu: „Hast du keinen Segen für mich aufbehalten?“

38 Dann sprach Ẹsau zu seinem Vater: „Hast du denn nur e i n e n Segen, mein Vater? Segne mich, ja auch mich, mein Vater!“+ Damit erhob Ẹsau seine Stimme und brach in Tränen aus.+ 39 Da gab Ịsa·ak, sein Vater, ihm zur Antwort:

„Siehe, fern von den fruchtbaren Landstrichen der Erde wird dein Wohnsitz gefunden werden und fern von dem Tau der Himmel droben.+ 40 Und von deinem Schwert wirst du leben,+ und deinem Bruder wirst du dienen+. Aber es wird gewiß geschehen, daß du, wenn du rastlos wirst, tatsächlich sein Joch von deinem Hals weg zerbrechen wirst.“+

41 Ẹsau aber feindete Jakob wegen des Segens an, mit dem ihn sein Vater gesegnet hatte,+ und Ẹsau sprach immer wieder in seinem Herzen:+ „Die Tage der Trauer um meinen Vater kommen näher.+ Danach werde ich Jakob, meinen Bruder, töten.“+

42 Als der Rebẹkka die Worte Ẹsaus, ihres älteren Sohnes, mitgeteilt wurden, sandte sie sogleich hin und rief Jakob, ihren jüngeren Sohn, und sagte zu ihm: „Siehe! Ẹsau, dein Bruder, tröstet sich* in bezug auf dich — um dich zu töten.+ 43 Nun denn, mein Sohn, hör auf meine Stimme, und steh auf,+ lauf weg zu Lạban, meinem Bruder, nach Hạran.+ 44 Und du sollst einige Tage bei ihm wohnen, bis sich der Grimm deines Bruders gelegt hat,+ 45 bis sich der Zorn deines Bruders von dir abwendet und er vergessen hat, was du ihm angetan hast.+ Und ich werde gewiß hinsenden und dich von dort holen lassen.

Grüße, kdd

Kommentar von Holger1002 ,

Isaak lebte interesssanterweise noch etliche Jahre danach, ich meine, 20. (?) So eilig war es also gar nicht mit dem Segen vererben. Gott hätte auch ohne Rebeccas Eingriff dafür gesorgt, daß Jakob der Erbe wird. Wir meinen manchmal, Gott ein wenig nachhelfen zu müssen - falsch!

Kommentar von Zicke52 ,

Na, da hast du den Kindern ja ganz dicke Lügen auf's Brot geschmiert. Esau hat nie gesagt, dass es ihm.egal ist, der Ur-Ur ..Großvater von Jesus zu sein, der wusste von dem gar nichts. Er hat gesagt "was habe ich von meinem Erstgeburtsrecht, wenn ich vor Hunger sterbe?" Und Jakob, der miese Typ, hat das ausgenutzt.

Arme Kinder.

Da lobe ich mir profane Kinderbücher, die sind pädagogisch sehr viel wertvoller und haben einen moralischen Kern.

Kommentar von kdd1945 ,

1Mo 22,15-18 (NEÜ)

15 Noch einmal rief der Engel Jahwes Abraham vom Himmel herab zu: 16 "Ich schwöre bei mir selbst, sagt Jahwe: Weil du das getan und mir deinen einzigen Sohn nicht verweigert hast, 17 werde ich dich mit Segen überschütten und deine Nachkommen überaus zahlreich machen,3 so wie die Sterne am Himmel und die Sandkörner4 am Strand. Sie werden ihre Feinde besiegen und ihre Städte erobern. 18 Und durch deinen Nachkommen werden alle Völker der Erde gesegnet sein,5 weil du mir gehorcht hast."

Elberfelder Vers 18: anstelle Nachkommen - Samen

Gal 3,16 (SLA)

16 Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht: »und den Samen«, als von vielen, sondern als von einem: »und deinem Samen«, und dieser ist Christus.

Hebräer 12,16-17 (EÜ)

16 dass keiner unzüchtig ist oder gottlos wie Esau, der für eine einzige Mahlzeit sein Erstgeburtsrecht verkaufte. 17 Ihr wisst auch, dass er verworfen wurde, als er später den Segen erben wollte; denn er fand keinen Weg zur Umkehr, obgleich er unter Tränen danach suchte.

Kommentar von Zicke52 ,

Das Wort Samen enthält schon die Mehrzahl, Einzahl ist das Samenkorn. Der Samen eines Mannes sind alle seine Samenkörner. Aber naja, Samen = anderes Wort für Jesus. Lustig. Die NT-Autoren haben auch keine Peinlichkeit gescheut, um glauben zu machen, Jesus sei im AT erwähnt worden.

Vom inhaltlichen Unsinn mal abgesehen: Galater und Hebräer wurden tausende Jahre später geschrieben! Woher sollte Esau die kennen?

Kommentar von kdd1945 ,

Du hast wohl verstanden, dass die Verse zeigen sollten, dass mit dem Erstgeburtsrecht große geistige Segnungen verbunden waren, wie z. B. ein Vorfahr des verheißenen Samens zu werden, durch den "alle Völker der Erde gesegnet" werden würden. All das war in Esaus Augen weniger wert, als eine Schüssel Suppe.

Aber Du scheinst nicht mehr Wertschätzung für die Bibel zu besitzen, als Esau für sein Erstgeburtsrecht. Deshalb ist für mich hier Schluss.

Kommentar von Zicke52 ,

Wofür ich keine Wertschätzung habe, das sind Leute, die den Sinn einer Aussage lügnerisch und zu Propagandazwecken so verdrehen, dass er nichts mehr mit dem ursprünglichen Sinn zu tun hat. So wie es die Schreiber des Gal- und Hebräerbriefes getan haben. Noch dazu, wenn der Autor der Aussage tot ist und sich nicht mehr wehren kann.

Aber OK, nehmen wir die Umdeutung an. Esau war es also egal, der Ur-Ur-....Urgroßvater des Samens seines Vaters zu sein.

Kommentar von kdd1945 ,

Jetzt hab´ ich einige Deiner Antworten angeschaut. Da bleibt es bel:Schluss.

Kommentar von Zicke52 ,

Richtig so, mit Leuten, die ein halbwegs funktionierendes Gewissen haben, sollte man nicht diskutieren. Die Götter sehen das gar nicht gern.

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