Frage von TryToHideIt, 52

Wie ist es wenn man gerade stirbt?

Ich frage mich gerade wie es ist wenn man zb im Krankenhaus liegt und dann stirbt. Also aus Filmen kenne ich das ja immer so dass die dann halt an so eine Maschine angebunden sind die die Herzschläge anzeigen sozusagen und dann ist das so dass der Patient die Augen schließt und die Maschine dann anzeigt dass das Herz nicht mehr schlägt. Hat das schonmal jemand erlebt und wurde dann reanimiert und kann mir sagen wie das ist zu sterben? Also ist das Gefühl eher so wie eine Müdigkeit die man nicht zurück halten kann und man pennt ein oder wie ist das? Irgendwie kann ich mir garnichts vorstellen. Nein, ich möchte nicht sterben. Diese Frage interessiert mich einfach nur. Bitte keine Beispiele mit irgendwelchen Unfällen wo das Opfer nach einem Aufprall gestorben ist. Das ist ja was anderes. Ich meine wenn man schon geschwächt im Krankenhaus liegt.

Antwort
von offeltoffel, 27

Hängt natürlich stark von der Todesursache ab.

Mein Onkel hatte Lungenkrebs, bekam schon tagelang schlecht Luft. Er hatte eine Patientenverfügung - d.h. keine Maßnahmen, die sein Leiden nur noch weiter verlängert hätten. Er ist auf dem Klo zusammengebrochen. Der Rettungsdienst hat festgestellt, dass der Puls sehr schwach ist und die Atmung nur noch ganz leicht geht. Der Arzt meinte, dass er sehr bald sterben würde. Wegen der Verfügung nahm man ihn nicht mit, sondern legte ihn in den Sessel. Er war in einem Dämmerzustand, hat wohl ab und an noch gelächelt, aber nach Angaben der Ärzte kaum etwas mitbekommen. Dann wurde das Atmen schwächer und irgendwann war es dann ganz weg.

Leute mit Nahtoderfahrungen beschreiben das Sterben als einen schönen Prozess. Man fühle sich sehr leicht und fast beschwingt. Das liegt wohl an den Hormonen, die unsere Drüsen ausschütten.

Im Krankenhaus läuft es schon so ein bisschen wie in den Filmen ab. Die Leute sind an Maschinen angestöpselt, die Alarm schlagen, wenn die lebenswichtigen Funktionen nachlassen. Wenn der Tod kurz bevorsteht, verlegt man sie ggf. noch auf Hospitz, wo sie in Würde sterben können. In Filmen sprechen die Leute oft noch bis sie alles gesagt haben und dann sackt der Kopf weg. Davon habe ich jetzt noch nicht gehört. Meistens werden sie immer langsamer, der Atem rasselt mehr und mehr. Ab und zu keuchen sie dann doch nochmal, aber irgendwann ist halt Schluss. Das kann Minuten dauern, Stunden oder auch Tage.

Antwort
von comhb3mpqy, 19

Du kannst im Internet nach "Wissenschaftler Nahtoderfahrung Buch" suchen (ohne Anführungszeichen).

Antwort
von LeCux, 25

Ich glaube generell kann man das nicht verallgemeinern.

Aus Erfahrung behaupt ich jedoch sterben an sich ist nicht schlimm - der Weg bis zu diesem Moment kann jedoch die wahre Hölle sein.

In meinem Fall fühlte ich mich einfach leicht und wohl, alles war irgendwie gut und in Ordnung. Dann reisst meine Erinnerung ab. Leider kann mich mich auch heute rund 30 Jahre später noch daran erinnern, wie der Weg zur Grenze war, und das ist alles sehr belastend gewesen die ersten Jahre.

Kommentar von TryToHideIt ,

Vielen Dank für deine Offenheit. Ist bestimmt nicht so einfach darüber zu sprechen aber jetzt weiß ich mehr. Dankeschön 

Kommentar von LeCux ,

Keine Ursache - ich stehe da zum Glück drüber. Allerdings eins kann ich sagen, man hat jetzt eine andere Welteinstellung.

Kommentar von TryToHideIt ,

Ja, das kann ich mir vorstellen

Kommentar von LeCux ,

Einen Gedanken, den ich immer auch gerne teile ist das Zitat:

Wirklich zu leben ist das Kostbarste auf der Welt. Die meisten Menschen existieren bloß, sonst nichts. - Oscar Wilde

Das begreift man im Leben meistens viel zu spät. Es gibt mehr als "mein Auto, mein Haus, mein Geld" - dem Hetzen nach den nächten Like (heute mehr denn je).

Ein dankbarer Nachbar, weil man mal den Briefkasten leergemacht hat, weil er im Krankenhaus war - das ist was. Die kleinen Helden des Alltags - wir alle formen unsere Welt und sollten IMHO nie mit dem Finger auf eine Gruppe "da oben" zeigen, "die müssten mal was ändern". Wir müssen. Jeder. Jeden Tag. Und nur ein kleines bischen.

Antwort
von Mimihelpme, 20

Eine Ärztin, Frau Dr.Elisabeth Kübler-Ross hat sich wissenschaftlich über 20 Jahre lang diesem Thema gewidmet.Die Erforschung des Sterbens, des Todes. Sie und Kollegen von ihr saßen an Betten Sterbender aller Altersgruppen, zumeist im Krankenhaus.Sie befragten die Sterbenden was diese erleben, empfinden. Die meisten Sterbenden wissen, dass es jetzt soweit ist. Sie werden ganz ruhig und haben keine Angst vor dem Tod. Oft sehen die sterbenden Angehörige oder Menschen, die sie geliebt hatten und die schon vor ihnen verstorben sind. Diese sind da, um die Sterbenden abzuholen und sie zu begleiten. Frau Kübler-Ross, die vor ihren Studien kein gläubiger Mensch war, kam zu dem "Wissen", dass es eine weitere Existenz nach dem Tode gibt, dass der Tod also nur ein Übergang in eine andere Daseinsform ist. Wenn es dich interessiert, was sie alles über das Sterben schreibt, das Buch heißt: Über den Tod und das Leben danach. Selbst, wenn man Frau Kübler-Ross, dass, was sie am Ende des Buches schreibt nicht abnehmen mag oder kann, weil es nicht mehr glaubhaft scheint -  ihre Sterbeforschung ist wissenschaftlich fundiert und sie hat dafür viele Auszeichnungen erhalten.

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