Frage von FrageHase91, 38

Wie ist es so in einem betreuten Wohnen?

Hallo ich habe mich entschieden hoffentlich bald in ein betreutes Wohnen zu gehen in die Nähe von Darmstadt . Ich gebe zu mit 24 bin ich dafür extrem jung aber die momentanen Umstände lassen kaum was anderes zu . Ich möchte/muss von Zuhause aus weg weil ich bis heute noch abwertend in meinem Dorf von den meisten behandelt werde :(
Und bin jetzt seit dem 18.08.16 in psychiatrischer Behandlung. Da es hier aber alles perfekt läuft und zuhause ich fast den ganzen tag nur schlafen weil ich mich wegen den Leuten nicht raus vor die Türe traue . Habe ich auch einen Betreuer bekommen der für mich hinter Darmstadt also Pfungstadt , Griesheim , Weiterstadt , etc.. eine Wohnung suchen soll . Und weil ich leider nicht mehr länger in psychiatrischer Behandlung bleiben kann hier werde ich zur Überbrückung in ein betreutes Wohnen nach Modautal gehen . Wie ist das so ?
Haben da ältere Leute aber auch jüngere Leute schon Erfahrungen gemacht ? Vielen Dank Schon Mal :)

LG. Tomas

Antwort
von HawkeyeDZoro, 12

Hey, ich versuche dir mal meine Erfahrungen zu teilen...

Kurz zu mir:
Ich bin selber 25 Jahre alt und sitze im Rollstuhl (durch einen Unfall)
Habe eine Betreuerin (die allerdings wirklich nur mit mir zu tun hat, wenn ich wirklich was brauche und das ist so 2-3x im Jahr)
Habe ebenfalls psychiatrische Aufenthalte hinter mir
Und habe ca. 2,5 Jahre in einem betreuten wohnen verbracht
Keinen Kontakt zur Familie (weiß nicht wie die Lage bei dir ist)...

Meine Erfahrungen sind einfach, dass sich die Menschen in so einem betreuten Wohnen "zurückentwickeln", genauso wie wenn man sie die Schulbank drücken in dem Alter... Egal ob sie 10 Jahre älter/jünger sind oder 20 Jahre älter sind wie du... Die entwickeln sich alle soweit zurück, als ob sie sich in der 4ten Klasse befinden... Das Gerede wird nicht aufhören ganz egal wohin du auch "fliehst"... Am Anfang scheint alles tutti zu sein, bis du ein paar Wochen oder Monate dort verbracht hast und dann geht es wieder los... Und da kann auch keiner der Betreuer etwas gegen tun in so einem betreuten Wohnen... Klar, die reden mal mit den anderen Mitbewohnern und nach einer Woche geht es wieder weiter... Das ist so sicher wie der Tod...

Such dir am Besten Freunde... Nicht viele, aber dafür Richtige... Ich habe vielleicht 8-10 Freunde... Mich kennen jede Menge Leute, aber die zählen nicht zu meinen Freunden... Weil ich einfach weiß wer redet usw...
Ich gehe mal davon aus, dass du Facebook hast... Sortier da am Besten regelmäßig aus und lass nur die Leute drin mit denen du guten Kontakt hast, die du auch persönlich kennst und bei denen du weißt das du ihnen vertrauen kannst... Das ist immer gut...
Und falls du mit "Freunden" über deine Probleme redest, hör auf... Rede nur mit deinen besten Freunden darüber und bei denen du weißt, dass du ihnen trauen kannst... Ich rede nur mit meinen 2 besten Freunden über meine Probleme, aber auch nicht so intensiv wie mit meiner Psychologin (auch wenn ich weiß, dass die Beiden niemals ein Wort verraten würden)...

Heute wohne ich GOTT SEI DANK alleine und hab mein Leben auf die Reihe gekriegt... Befinde mich nun in einer Umschulung und die Leute dort sind die größten Ar***löcher... Erst vor kurzem haben diese es geschafft, mich und meine große Liebe auseinander zu bringen :( mit ihrem Gerede... Und die Leute sind dort ALLE älter wie ich und benehmen sich trotzdem wie in der 4ten Klasse... Nachdem ich eine richtige Ansage gemacht hab und denen gezeigt habe, dass ich auch anders kann, sind die alle furzfreundlich zu mir...

Du darfst den Leuten nicht zeigen, dass es dir schlecht geht... Du musst dich immer weiter durchkämpfen und immer weitermachen... Leute wie du und ich müssen das leider immer weiter und immer wieder durchmachen und bei anderen hört es schon in der Kindheit auf... Aber wahrscheinlich aus dem Grund, weil wir nicht über andere Leute reden und die Leute reden lassen... Hau mal gescheit auf den Putz und zeig den Leuten, dass du anders kannst... Ich weiß, es hört sich "einfach" an und das ist es nicht... Ich weiß nicht, wer von uns beiden es schwerer hatte in den letzten Jahren... Aber man kann alles hinkriegen...

Das Wichtigste!!!
Such dir etwas, was dich ablenkt...
Ich mach Sport im Fitnessstudio um meine riesen Aggressionen rauszulassen und im Griff zu behalten...
Mache selber ab und an Musik um meine Gefühle zu verarbeiten... Kommt immer drauf an wie die Stimmung ist...
Ich schaue mir meine Animes an um ab und zu der Welt zu "entfliehen" und abschalten zu können...
Ich zocke gerne am Computer oder der Konsole... Gerade wenn man ein Online-Spiel zockt oder ein Spiel mit Online-Funktionen und da über TS³ oder andere Dienste miteinander reden kann, dann ist das eine gute Ablenkung und mit den richtigen Leute macht es echt Spaß... Was wir schon gelacht haben... Und dort finden sich auch Leute mit denen man über seine Probleme reden kann und die einen überhaupt nicht kennen können, weil sie z. B. ganz woanders wohnen...

Und ich saufe mich jeden Abend voll xD nein Spaß, mache ich nicht... Alkohol ist das Schlechteste was einem überhaupt einfallen kann in so einer Situation... Und lass die Finger von Drogen ;)
Ist zwar jedem seine eigene Entscheidung, aber ich kenne viele Leute die daran kaputt gegangen sind und hab auch schon einige dadurch verloren...
Hier noch ein kleines R.I.P. an meine verlorenen Freunde...

Ich hoffe ich konnte dir so ein wenig weiterhelfen, vielleicht sogar Tipps geben und meld dich mal wenn ein paar Tage vergangen sind und was du umgesetzt und erreicht hast...

Viel Erfolg =)

Antwort
von Xoxosweety, 13

Ich bin auch psychisch krank und im Ambulant Betreuten Wohnen. Habe also eine eigene Wohnung. Es gibt aber auch Wohngemeinschaften. Zu mir kommt ein bis zweimal eine Sozialarbeiterin und hilft mir. Sie fährt mich zum Arzt oder zum Einkaufen und auch im Haushalt. Man kann sich aussuchen, welchen Sozialarbeiter man möchte,es muss ja auch passen.

Dann gibt es noch das Ambulante Wohnen plus oder plus plus. Da kommt dann mindestens drei mal die Woche jemand, zur Unterstützung.

Dann gibt es natürlich auch noch den Heimbereich für Psychisch Kranke. Da habe ich einige Bekannte. Da sind alle Alters Stufen vertreten. Ältere Patienten kommen aber meist in ein anderes Heim. Die Vereine schauen schon, das dass mit dem Altersdurchschnitt im Heim passend ist. Die, die ich da kenne sind alle zufrieden soweit. 

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