Frage von Fensterlecker, 59

Wie ist es ohne Auto zu leben, also nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln auszukommen?

Erfahrungsberichte würden mich interressieren :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tastenheld, 42

Ich bin 2 Jahre mit der bahncard 100 unterwegs gewesen. Wenn man die mit den öv in der Stadt verbindet und in einer Großstadt wohnt ist das schon fast ideal. Man braucht aber ab und zu ein Taxi, um Lücken im Netz zu füllen. Und ein Smartphone auch. Weil der Fahrplan häufig eine freundliche Empfehlung ist. Abereits dafür fuhr Ich dann auch an Wochenende mal auf kurzurlaub. Und der kustenluse gepäckservice War auch hilfreich.wenn man ein Fahrrad vorweg schicken will. Jz kostet die Karten 4200 € und ist damit doch ziemlich teuer wenn man kein fernpendler ist.

Kommentar von Tastenheld ,

Danke für den Stern!

Antwort
von halbsowichtig, 11

Ich habe seit 1,5 Jahren kein Auto mehr. Seitdem bin ich viel entspannter. Ich geh einfach so raus, muss nie mehr als das Ticket oder den Fahrradschlüssel in der Tasche haben. Nie mehr Parkplätze suchen, nie mehr tanken -  stattdessen in der Bahn auf dem Handy rumdrücken oder gute Bücher lesen. Ich achte auch kaum noch aufs Wetter, weil ich es gewohnt bin, jeden Tag draußen herum zu laufen.

Die Veränderungen im Detail:


Arbeit: Schon vorher bin ich mit der Bahn zur Arbeit gefahren. Und zwar, weil ich die Fahrzeit so für mein Fernstudium nutzen kann, statt mich über den Stau zu ärgern. Wenn der U-Bahn-Betrieb streikt, nehm ich die S-Bahn und einen Klapproller für den längeren Weg. Wenn gar nichts fährt, nehm ich das Fahrrad.

Einkaufen: Die wichtigsten Läden sind in Fuß-Reichweite. Für entferntere Läden nehme ich das Fahrrad. Zum Baumarkt, Getränkemarkt oder Recyclinghof fahre ich mit Fahrrad und Lastenanhänger.

Freizeit: Bei gutem Wetter fahre ich überall mit dem Fahrrad hin. Bei Regen weiche ich auf die U-Bahn aus. Wenn ich vorhabe, bis in die Nacht wegzubleiben, stecke ich genug Geld für ein Taxi ein.

Urlaub: Das Fahrrad mit in den Intercity zu nehmen, ist etwas anstregend, aber durchaus lustig. Vom letzten Bahnhof bis zum Urlaubsort waren es bisher nie mehr als 15km.

Tierarzt: Wenn meine Tiere krank sind, stecke ich sie in die Transportbox, setze sie vorsichtig in den Fahrradkorb und fahre sie langsam bzw. schiebe sie zur Klinik.

Absolute Ausnahmen: Für Notfälle hab ich mich bei einem Carsharing-Anbieter registriert, der ein paar Leihwagen in Fußreichweite stehen hat. Bisher habe ich die jedoch noch nie gebraucht.

Regenwetter: Das in den ersten Monaten gesparte Geld habe ich in eine Regenhose und Handschuhe investiert. Damit kann ich bei fast jedem Wetter radeln.

Eisiger Wind: Bei Frost trage ich einen Fahrradhelm mit einer speziellen Kappe darunter. Die schützt vor Wind und hält genauso warm wie eine Mütze.

Glatteis, Tiefschnee: Straßenbahn, zu Fuß gehen mit Umbinde-Spikes unter den Schuhen.

Mein Fahrrad ist übrigens ein schweres City-Rad mit Tiefeinstieg-Alurahmen, Klickfix-Halterung vorne, normalen Packtaschen hinten und Tiefdeichsel-Weberkupplung. Ist über 11 Jahre alt, immer wieder aufgerüstet und im Stadtverkehr defintiv stressärmer als jedes Auto.

Antwort
von Peter42, 30

machbar - wenn die regelmäßigen Anliegen (Einkauf, Arbeit usw.) zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.

"Einkauf" ist logistisch natürlich etwas komplexer: einen Großeinkauf im Bus zu transportieren macht wenig Spaß, öfters mal kleinere Portionen sind problemlos - dauern aber länger weil man öfter in die Läden muss. Sonderangebote bei anderen Läden? - nun ja, ob man da extra hinfährt per Bus....: per Auto geht das leichter.

"Arbeit" lässt sich mit dem Bus o.ä. (wenn einer fährt) erreichen, allerdings wird's blöd, wenn man zeitlich nicht flexibel ist und z.B. in die Rush-Hour mit den Schulkiddies kommt.

"Wochenendunternehmungen" - je nach Busverbindung usw.: das Auto fährt auch nach dem Kino oder Konzert noch, ein Bus schaltet irgendwann auf "Nachtprogramm" und am Wochenende ist der Fahrplan noch mehr ausgedünnt - bis hin zum "ist nicht, erst Montag früh wieder".

"Mistwetter" - juckt das Auto nicht, das fährt. Bei Schneetreiben stundenlang an der Bushaltestelle warten weil etliche Busse ausgefallen sind, macht wenig Spaß (die erste halbe Stunde - danach wird's übler).  .

Es hängt also vieles an der Frage, wie mobil man ohne Auto sein will und muss, und wie gut das Angebot ausgebaut ist. Auf manches kann man sich gut einstellen und damit aufs Auto verzichten, aber es können auch einzelne Kleinigkeiten sein, die ein Auto sinnvoll machen - und wenn Carsharing o.ä. in der Wohngegend nicht angeboten wird, dann könnte es eben auch ein eigenes sein.

Antwort
von Bodaway, 14

bin quasi mit dem rad unterm arsch großgeworden,

früher haben wir immer wettrennen gemacht, wenn jemand mit auto gefahren ist, wer schneller da ist, die mit rad, oder die mit auto. Meistens hat die Fahrradtruppe gewonnen.
In der Stadt finde ich Autos generell extrem unnötig. Leute glauben oft das zum Einkaufen zu brauchen, aber es gibt Packtaschen, Fahrradanhänger und Gummieklemmen.
Ich bin sogar das zweite Mal ohne Auto umgezogen, weil es innerhalb eines Ortes war.

Auf dem Land, finde ich ein Auto auch nicht nötig (als ich auf dem land gewohnt habe (nächster bäcker 5, nächster anderer laden 11 kilometer, nächster größererr laden noch weiter), bin ich jeden Tag meine 30-100 Kilometer fahrrad gefahren. Das hat aber nicht so viel Zeitersparnis gebracht, weil der Weg nicht wesentlich kürzer war als mit dem Auto. Aber die Qualität der Zeit war wesentlich höher.
Bei körperlichen Einschränkungen ist das noch mal anders zu überlegen. in der stadt geht meistens öpnv aber auf dem land... das ist schon anstrengend und oft gibt es auch keine barrierearmen einstiege in busse.

Expertenantwort
von Skinman, Community-Experte für Auto, 11

In der Stadt mit in der Regel gut ausgebautem ÖPNV ein geringes Problem. Nervig wird eventuell der Einkauf, Getränkekisten mit dem Bus heranzuschaffen kann lästig werden. Aber dafür gibt es ja heutzutage Wassersprudler und je nachdem Amazon.

Wenn man natürlich mehrere Ziele in relativ kurzer Zeit erreichen möchte (wie beispielsweise wenn man sich irgendwas Gebrauchtes kaufen will, sei es Auto, Motorrad, Klavier oder sonstwas) und entsprechend eine Menge Privatmenschen abklappern muss, geht auch in Ballungszentren schon mal viel Zeit drauf, weil man auch auf häufig bedienten Linien gewisse Wartezeiten hat und Fußwege zum eigentlichen Ziel anfallen. Aber da gibt es ja heute CarSharing und zunehmend spontan nutzbare Mobilitätssysteme und im Zweifel Taxen.

Auf dem Land kannst du es voll vergessen. Von allem anderen mal abgesehen: Der letzte Bus vom nächsten Bahnhof ganz bis hier raus zu meinem Dorf fährt um 17 Uhr. Wenn man also mit dem Fernzug bis dahin nicht an jenem Bahnhof eintrifft, heißt es sich abholen zu lassen, Anhalter zu machen oder 50, 60 Euro für eine Taxe zu berappen.

Antwort
von RuedigerKaarst, 19

Ich komme klar.
Ich wohne zwar nicht direkt in der Stadt, habe es aber zu Fuß nicht so weit und ein *hust* "Mofa".

Antwort
von musso, 55

In einer Großstadt geht das ohne Probleme. Ich brauche nur ein bis zwei mal im Jahr ein Auto. Ansonsten fährt tagsüber alle fünf Minuten eine U-Bahn, ist also alles ganz easy

Antwort
von Larimera, 50

Hier auf dem Land ist es nahezu unmöglich... wenn z. B. am Samstags der 1. Bus morgens um 7.15 fährt, du aber bereits um 7.00 20km entfernt zu arbeiten anfangen musst, ist es ohne Auto nicht machbar...

Antwort
von chichi700, 59

Ich hatte noch nie ein Auto. Schon seit ich klein bin bin ich mit ÖV unterwegs. Man kommt gut an sein Ziel und für mich ist es kostengünstiger als ein Auto.

Antwort
von kampfschinken23, 32

Als ich mal eine Lücke hatte, da mein Auto im Service war, und es Winter war, musste ich mit den Öffentlichen fahren. Eine Erfahrung, die ich einmal gemacht habe und nie wieder machen werde. Nach dieser Zeit habe ich die Saisonkennzeichen meiner beiden anderen Fahrzeuge direkt in normale umgewandelt

Antwort
von Gestiefelte, 58

Ich kenne einige, die kein Auto haben. Es kommt drauf an, wo man wohnt. In einer Großstadt ist es gar nicht schlecht. Die Anbindung mit Bus und Bahn ist meist super und einen Parkplatz findet man oft eh nicht.

Mein Auto ist mein Luxus. Ich kann da reinsteigen, wann ich will und kann fahren, wohin ich will. Ich muss mich an keinen Fahrplan halten (ich fahre mit den öffentlichen zur Arbeit) und kann große schwere Dinge transportieren.

Außerdem muss ich nicht im strömenden Regen zum Bahnhof laufen :-)

Allerdings kostet ein Auto so einiges. Da wo ich wohne, ist es ganz ohne Auto nicht so optimal. Ich brauche ein Auto, aber keins für mich alleine. Habe mir auch schon mal mein Auto mit jemandem geteilt. Das ging super.

Kommentar von Bodaway ,

:D Mein Fahrrad ist mein Luxus. Ich kann aufsteigen, wann ich will und kann fahren, wohin ich will. Ich muss mich an keinen Fahrplan halten und kann fast alles transportieren und finde immer einen Parkplatz. Falls ich mir unsicher bin kann ich es sogar unter den Arm klemmen und mit rein nehmen. ;) (aber ich habe auch ein gutes rad, mit den mühlen die manche leute fahren müssen, gehen ja 4/5 der Tret-Energie vollkommen verloren. da würd ich auch nichts schweres draufpacken, weil ich angst hätte, dass es auseinander bricht)

Kommentar von Gestiefelte ,

Ich wollte nur mal sagen, dass ich auch Fahrrad fahre!

Trotzdem hätte ich die 75kg Putz aus dem Baumarkt nicht damit transportieren wollen.

Auch hätte ich gestern Abend im Dunkeln und bei Nieselregen nicht mehr mit dem Rad die 15km zu einer Verabredung fahren wollen (und zurück). So haben wir uns zu viert mein Auto geteilt.

Einen Bus am WE auf dem platten Land? Wovon träumt man nachts.

In Hamburg wäre ich nicht mit dem Auto gefahren, zum Glück wohne ich nicht in HH, ich mag die Stadt nämlich nicht.

Antwort
von Autofahrer05, 14

Mein Fahrzeug musste mal für 6std in die Werkstatt,das auszuhalten war unmöglich

Antwort
von checkpointarea, 20

Die Nachteile wurden ja bereits genannt. Hier sind jedoch zwei Vorteile:

- Man kann an einer anderen Stelle wieder zurückfahren, als man hingefahren ist, das wird mit einem Pkw schwierig, solange es nicht Knight Rider ist

- Hinsichtlich der Kosten sind die Öffentlichen unschlagbar günstig, in meiner Stadt z.B. zahle ich monatlich ab 32 Euro und kann dafür so oft fahren, wie ich will, beim Auto reicht diese Summe nur für etwa 300 km Strecke

Antwort
von vanillakusss, 35

Keine Ahnung, ich will es auch gar nicht wissen, ich habe keine Bushose....

Kommentar von Gestiefelte ,

Bushose?

Kommentar von vanillakusss ,

Sheldon Cooper. TBBT.

 

Antwort
von Olokun, 35

Für Dich ist kein Auto also gleich nur öffentliche Verkehrsmittel? Fehlt da nicht was? Nicht jedes nicht öffentliche Verkehrsmittel ist ein Auto.

Mit Fahrrädern und Öffentlichen komme ich dann auch in einer Kleinstadt* super ohne Auto aus.

* okay die meine ist recht gut an die Öffentlichen angebunden.

Antwort
von annokrat, 26

in grossstädten mit gutem öffentlichem nahverkehr ist das kein problem. dort gibt es viele, die kein auto mehr haben. ausserdem gibt es inzwischen car-sharing-dienste, die notfalls den zugriff auf ein fahrzeug ermöglichen.

es kommt also sehr auf das umfeld in deiner wohngegend an.

annokrat

Antwort
von Videospieler95, 55

Früher als ich noch kein Führerschein hatte bin ich immer mit Bus und Bahn gefahren. 

Ich fand es furchtbar, das Auto ist einfach ein Wunderbarer Luxus auf die ich nie verzichten will. 

Das Warten in der Kälte auf Bus oder Bahn und dann noch das Laufen von den Stationen an meine Ziele war extrem nervig. Und dann ist die Bahn auch noch manchmal so voll. 

Ich fand es furchtbar...

Kommentar von Gestiefelte ,

Du musstest noch nie vor dem Elbtunnel stehen, weil die Höhenkontrolle ausgelöst war, oder?

Niemals würde ich in HH Auto fahren. Nicht nur wegen des Elbtunnels.

Kommentar von Videospieler95 ,

Ich wohne in Frankfurt, aber wenn ich in Hamburg wohnen würde, würde ich mit sicherheit auch im Auto fahren. Lieber steh ich mal ne weile im Stau aber im Warmen Auto als das ich irgendwo mit Bus und Bahn fahre.

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