Frage von Ellikisses, 157

Wie ist es möglich, dass lebende Fossilien heute noch existieren?

Antwort
von chog77, 100

Sie haben eine ökologische Nische besetzt und über Jahrmillionen halten können. Manche Arten wie die Krokodile und Schildkröten haben sich auch so perfekt an ihren Lebensraum angepasst, dass sie sich auch kaum verändert haben.

Lebende Fossilien haben deshalb überlebt, weil sie sich perfekt an ihren Lebensraum anpassen konnten, oder so erfolgreich in ihrer Anpassung waren, dass sie ihre Art nicht weiterentwickeln musste.

Kommentar von Ellikisses ,

Ideale Antwort hat mir weitergeholfen Dankeschön :) 

Kommentar von chog77 ,

Bitte :)

Antwort
von MarkusKapunkt, 53

Da sich unsere Erde immer wieder stark verändert, sowohl was die Lage der Kontinente angeht (Kontinentaldrift) und auch im Hinblick auf das globale Klima, herrscht für alle Spezies, die auf ihr Leben, ein hoher Selektionsdruck. Wer sich nicht anpassen kann oder eher, wer nicht bereits angepasst ist, stirbt aus - so erkannte es bereits Charles Darwin. Wenn man auf die Wirbeltiere schaut, so gibt es unter ihnen kaum eine Spezies auf unserem Planeten, die bereits länger als zehn (bei den Säugetieren sind es meist nur fünf) Millionen Jahre auf der Erde interessiert.

Eine Ausnahme von dieser Regel sind die sogenannten Lebende Fossilien, die von Darwins Gesetzen nicht besonders beeindurckt zu sein scheinen. Was also zeichnet diese Lebewesen aus, dass sie über die Jahrmillionen des stetigen Wandels von Klima, Lebensraum und anderen Umständen nahezu unverändert erhalten geblieben sind? Dazu sind einige ganz besondere Eigenschaften entscheidend.

Viele Lebende Fossilien haben eine hohe Toleranz gegenüber Temperaturunterschieden, so dass sie auch einem Klimawandel trotzdem können. Einige sind imstande, sogar Frost oder große Hitze zu überstehen, indem sie in eine Art Starre fallen und so Wochen- oder sogar Monatelang ausharren können, bis sich die Lebensbedingungen wieder verbessern. Ich denke da insbesondere an Afrikanische Amphibien.

Bei wieder anderen liegt ihre Erfolgsstrategie in ihrer Fortpflanzung begründet. Eine hohe Anzahl von Nachkommen bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Spezies überlebt. Einige Arten, wie der Pfeilschwanzkrebs, verfügt sogar über sogenannte Dauereier, die Jahrzehnte (vielleicht sogar Jahrhundertelang) im Trockenen überdauern können, bis es wieder regnet und die Eier heranreifen können.

Einige Arten hatten einfach nur das Glück, in ihrem Lebensraum von Veränderungen verschont geblieben zu sein, weil dieser Lebensraum von der Außenwelt isoliert wurde. Besonders auf abgelegenen Inseln findet man sehr häugig lebende Fossilien, wie die Brückenechse.

Wieder andere haben sich auch schlicht und einfach an neue Gegebenheiten angepasst, dabei ihr Äußeres aber nicht großartig verändert. Das Ändern des Äußeren setzt zuerst eine Änderung des Verhaltens voraus, doch manchmal bleibt das Äußere von solchen Änderungen auch unbetroffen. Hummeln zum Beispiel haben sich an die Eiszeit angepasst und sind größer und pelziger geworden, doch es gibt sie nahezu unverändert noch heute.

Antwort
von CrispyA, 56

Du solltest dir die stabilisierende Selektion ansehen. Ihre ökologische Nische war bis heute stabil, weswegen es immer noch "lebende Fossilien" gibt und sie nicht ausgestorben sind.

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