Frage von alessra, 35

Wie ist es, historisch gesehen, bei Staatsangestellten zur Pension gekommen, denn Pensionäre liegen u. a. mit der Pension besser als Rentner. Wie kam es dazu?

Ich habe im www nichts gefunden. Nur, wie Pension und Rente miteinander verglichen werden. Die Leute, die eine Pension bekommen, stehen sich im Alter sehr viel besser als die Rentner.

Ich möchte aber den geschichtlichen Hintergrund wissen, wie und aus welchem Grund es dazu kam.

Beamte verdienten damals wenig Geld, und da gab der Staat immer öfter eine Art Bonbon für seine Beamten? Ich krieg es einfach nicht zusammen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Konrad Huber, 24

Hallo alessra,

Sie schreiben:

Wie ist es, historisch gesehen, bei Staatsangestellten zur Pension gekommen, denn Pensionäre liegen u. a. mit der Pension besser als Rentner. Wie kam es dazu?

Antwort:

Der Vergleich von Pensionen und Renten ist wie ein Vergleich mit Äpfeln und Birnen!

Unter folgendem Link können Sie die Zusammenhänge/Unterschiede sehr gut nachvollziehen!

https://de.wikipedia.org/wiki/Pension_(Altersversorgung)#Vergleich_zwischen_Altersrente_und_Pension

Unter folgendem Link finden Sie die historische Entwicklung der Beamtenpensionen bis ins letzte Detail:

http://www.foev-speyer.de/files/de/fbpdf/FB-277.pdf

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von SupraX, 35

Die historische Entwicklung reicht weit zurück, bis ins 18. Jahrhundert und lässt sich kaum mit wenigen Sätzen zusammenfassen. Sie geht Hand in Hand mit der Entstehung des Beamtenrechts. In seiner ursprünglichsten Form diente sie vor allem der Absicherung vor Dienstunfähigkeit. Kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Google dazu überhaupt nichts findet.

Ich kann dir aber sagen, dass dieser Vergleich Rentner vs. Pensionäre mit großer Vorsicht zu betrachten ist. Ein Punkt hierbei ist schon einmal, dass Beamte im Verhältnis zu Kollegen in der freien Wirtschaft in vergleichbarer Position wesentlich schlechter bezahlt werden. Das liegt eben daran, dass bereits zu Dienstzeiten ein Teil für die spätere Versorgung zurückgelegt wird (sollte zumindest). Auch wird bei den Rentnern immer ein Durchschnitt ermittelt, der dann dem durchschnittlichen Beamtenruhegehalt gegenübergestellt wird. Den Durchschnitt bilden hierbei ALLE Arbeitnehmer, also auch Niedriglöhner wie z.B. Putzkräfte, Leiharbeiter oder Kassierer. Solche Stellen gibt es für Beamte aber nicht. Die überwiegende Mehrheit an Beamten hat Abitur, sehr viele haben sogar studiert. Würde man jetzt aus diesem Rentendurchschnitt alle Niedriglöhner herausrechnen und nur Rentner einbeziehen die von Ausbildung und Gehalt mit Beamten vergleichbar sind, dann würde das Ergebnis ganz anders aussehen. Nur mal so als Denkanstoß.

Kommentar von lifefree ,

In vielen Berufen steht man als Angestellter oder Beamter im öffentlichen Dienst besser da, als wenn jemand in Betrieben oder Firmen die nicht einer Tarifgemeinschaft angehören , tätig ist. Bsp.Architekten : spätestens ab  einem Alter von 45 zieht der Angestellte oder Beamte an dem Angestellten z.B. eines Architekturbüros vorbei. Wenn man die Renten oder Pensionen so schwer miteinander vergleichen kann, wäre es dann nicht besser, man würde ein gleiches Rentensystem für alle machen, wie z.B. in der Schweiz? Alle , egal ob Rentner, Angestellter, zahlen in die gleiche Kasse, das wäre fair und ehrlich.

Kommentar von Dickie59 ,

Eine gute Überlegung, leider entscheiden Beamte über diese Diskussion. Dennoch wäre es sie Wert.

Architekten selber ahben ein Versorgungswerk, aber auch hier sollten SIe jetzt aufpassen, da es bereits Kürzungen bei alten und neuen Leistungsbeziehern geben iwrd. Der Architekt bzw. freien Berufe haben keine Garantierente, wie der gesetzliche Versicherten (siehe Rentenbescheid, erworbene Rentenansprüche, Beamte nach Dienstzeit prozentual von den Aktivbezügen) sondern nur eine Kapitalsumme (eingezahlten Beiträge) mit einer derzeitigen Verzinzung. Keiner von denen rechnet einfach mal nur mit einer Zinssenkung von nur 0,25% ....

Dickie59

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Rente, 8

Staatsbedienstete sind traditionell in der Lage, dass sie einen lebenslangen Anspruch auf Alimentation durch den "Dienstherrn" haben. Dies reicht bis in die Feudalzeit zurück

Dafür sind sie auch zu einer besonderen Loyalität dem Dienstherrn gegenüber verpflichtet. (z.B. Verzicht auf Streikrecht)

Antwort
von Klaraaha, 23

Das hängt vermutlich damit zusammen, dass schon lange vor der gesetzlichen Rentenversicherung für alle, der Staat seine Staatsdiener versorgen wollte. Es gab ja kein Harz 4 oder Sozialhilfe. Auf die anderen Arbeitgeber hatte der Staat ja keinen Einfluß. Erst so zu Bismarcks Zeiten wurden auch nichtstaatliche Arbeitgeber in die Pflicht genommen.

Antwort
von kevin1905, 23

Alimentationspflicht des Staates?

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