Frage von latricoloreUsermod Junior, 456

Wie ist es eurer Meinung nach dazu gekommen, dass Schüler heute permanent nach Rechten und Gesetzen fragen?

Moin!

Gefühlte 90% aller Schülerfragen hier bei gf lauten so oder ähnlich:

Darf der Lehrer...?

Was ist da passiert?
Ist der Lehrer heute in erster Linie Feind?

Wir haben früher auch Entscheidungen hinterfragt - aber eben hinterfragt = mit den Lehrern gesprochen, oder auch hitzig diskutiert. Aber diese Frage hat niemand gestellt.

Was ist das für ein trauriges Leben, wenn man andauernd denkt, man würde über den Tisch gezogen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Schnoofy, 167

Oh  - da fragst Du was.

Ein schönes Thema, um  wilden Spekultionen freien Lauf zu lassen.

MeineThese:

Eltern versäumen es immer mehr ihre Kinder zu lehren Verantwortung zu übernehmen.

Durch eine übertriebene Fürsorge, das arme Kind vor allem in Schutz nehmen zu müssen haben die Kinder keine Chance mehr zu lernen, dass es Dinge gibt, für die man auch persönlich die Verantwortung übernehmen muss. Rechte werden permanent in den Vordergrund gestellt, Pflichten werden zur lästigen Nebensache.

Ich denke etwas Entsprechendes findest Du auch bei dem Thema Freund schaft  - Liebe - GV. Die Frage lautet immer darf ich S*x haben, aber ich habe noch niemals die Frage gelesen "Welche Pflichten habe ich, wenn ich ein Kind bekommen/gezeugt habe.

Es wird auf alle spannend, welche Entwicklung unsere Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten nimmt.

Kommentar von latricolore ,

Eltern versäumen es immer mehr ihre Kinder zu lehren Verantwortung zu übernehmen.

Ja, das stelle ich auch fest!
Diese übertriebene Fürsorge läuft in eine falsche Richtung. Und dazu fällt mit dies ein:

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner
konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen
hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel
herausboxten. Im Gegenteil: sie waren oft der gleichen Meinung wie die
Polizei.

http://www.krisenvorsorgeforum.com/geboren-vor-1980-wir-sind-helden-t1101.html

Antwort
von PeVau, 168

Ich denke dass es damit zu tun hat, dass Schule nicht primär der Bildung dient, sondern der Auslese. Schulerfolg wird nicht mit erworbenem Wissen definiert, sondern mit erworbenem Abschluss. Schule ist heutzutage ein knallharter Wettbwerb um die günstigste Startposition ins Leben.

Lehrer werden dabei nicht als Erzieher und Wissensvermittler wahrgenommen, sondern als Selektierer, die über Schüler den Daumen heben oder senken.

Da ist es kein Wunder, dass man sich gegen potenziell folgenreiche negative Entscheidungen und Maßnahmen mit allen Mitteln zur Wehr setzt, vor allem dann, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt. Und dass die Schule kein Hort grassierender Gerechtigkeit ist, muss man nicht weiter ausführen.

Kommentar von Kitharea ,

Kind sein heißt Vorbereitung fürs Leben. Auch im Leben ist nicht alles gerecht - auch Chefs behandeln nicht alle gleich weil sie wie jeder andere auch nur Menschen sind.
Je früher man aus sicherer Lage heraus merkt dass jeder Mensch anders ist, man nicht jeden mögen muss, man nicht immer gleich behandelt wird desto leichter wird man sich später damit tun - desto schneller sich wehren - weil man die Situation kennt.

Klar kann man Lehrern mitunter den Vorwurf machen sie haben keine Ahnung von Pädagogik - und trotz allem wird dein Kind mit dem Lehrer zusammenarbeiten müssen. Außer man tut es sich an das Kind in eine andere Schule zu schicken was ich nur im äußersten Notfall machen würde. Insofern greife ich nur ein wenn die Ungerechtigkeit nicht mehr tragbar ist für das Kind - Mobbing ect. Alles andere muss das Kind erleben und leben - ich bin da um mir die Sorgen anzuhören und Lösungen zu suchen aber ich kann nicht immer in die Bresche springen wenn es irgendwo hakt - will ich auch gar nicht. Es gibt Dinge wo die Kinder Erfahrungen machen dürfen. Alles was sie jetzt kennenlernen (in geschütztem Rahmen bei den Eltern...) ist gut - alles was sie jetzt nicht kennenlernen werden sie im Erwachsenenalter viel schwerer nachlernen müssen.

Kommentar von Kitharea ,

Und ich nehme Lehrer als wertvolle Unterstützung beim Lernen wahr was mir zugegeben sehr wichtig ist - und je mehr ich hier lese von Leuten die mutmaßlich nie Deutsch gelernt haben aber eigentlich aus Deutschland sind desto dankbarer bin ich für die Lehrer.
Von aussortieren kann ich leider nicht sprechen - es gibt Noten - Bewertungen und alles das. Und ja bei der Jobsuche werden die vielleicht berücksichtigt. Und trotz allem wird man seinen Weg machen wenn man sich nicht von Anderen vorschreiben lässt was man kann und was nicht.
Und - nenn es Diktatur oder wie du willst. Wenn meine Kinder Strafarbeiten bekommen oder geschimpft werden oder wasauchimmerfürProbleme mit dem Lehrer haben - sie werden lernen müssen damit umzugehen. Mal mit mal ohne meine Hilfe. Sie dürfen weinen und sich beschweren (bei mir) - aber ich werde nicht zulassen dass ich mich ohne persönliche Gründe gegen den Lehrer stelle. Er darf gern mit erziehen solange ich mit der Art zu erziehen keine Probleme habe (mobben oder explizit und absichtlich schlecht behandeln zb... ginge gar nicht - da würde ich mich mit dem Lehrer auseinandersetzen).
Schlicht und ergreifend - solang ich das Gefühl hab das Kind kommt mit der Situation mehr oder weniger gut zurecht greife ich nicht ein.

Kommentar von latricolore ,

Hmm... So negativ sehe ich es nicht: ...dient primär der AusleseDen Abschluss erwerbe ich dadurch, dass ich das Wissen zum richtigen Zeitpunkt abrufen und wiedergeben kann.
Es gibt sicherlich bessere, individuellere, "freiere" Methoden und Formen des Lernens, keine Frage, nur kann oder will man die nicht bezahlen.

Da ist es kein Wunder, dass man sich gegen potenziell folgenreiche
negative Entscheidungen und Maßnahmen mit allen Mitteln zur Wehr setzt,
vor allem dann, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt.

Klar, aber es ist eben nicht alles potenziell folgenreich.
Fragen zu evtl. ungerechter Benotung empfinde ich als völlig gerechtfertigt. Ich habe aber den Eindruck, dass bei jeder "unangenehmen" Aktion der Lehrer unterdessen sofort erst einmal nach einem Gesetz gefragt wird.
Machen sie das zu Hause bei den Eltern auch? Machen sie das in der Ausbildung?

Kommentar von Amidokian ,

Hi latricolore,

Meiner Meinung nach ist es gut für etwas zu kämpfen, wenn man recht hat. Allerdings wird einem in der Schule nur beigebracht, dass wenn der Lehrer spricht alle still sind. Und eben das projektiert sich auf das Verhalten der Schüler. Man kommt i ein gewisses Alter oder eine bestimmte Klassenstufe, in der man erkennt, dass es jetzt für die Zukunft fehlt. Natürlich will man nicht ungerecht behandelt werden und jedem dem das egal ist, hat wohl ein Problem. Ich habe in meiner Schule bisher zwei Lehrer gehabt, die sich, nicht nur meiner Meinung nach(mehrere Klassenstufen und Klassen sind auch der Meinung), absolut indiskutabel verhalten. Ich war selbst in der Lage mich gegen eine gegebene Epochal-Note rechtfertigen zu müssen. Zitat der Lehrerin, während der Diskussion um besagte Note: "Ich kann dir keine bessere Note geben, weil ich nicht weiß, was du gesagt hättest, wenn ich dich aufgerufen hätte". Da sitzt man dann vor der Lehrerin und muss sich so einen Satz anhören. Nun ja, ich bin dann zu meinem Mittelstufenleiter gegangen und die Sache wurde geregelt und mir recht gegeben. Nochmal zu deiner Antwort auf meine Frage. Ich würde nicht nach dem Recht fragen wenn ich nicht schonmal was versucht hätte, bei genau diesem Lehrer. Es ist so dass er grundsätzlich die Kunstarbeiten von Schülern schlechter bewertet als die von Schülerinnen. Oder wie kommt es dass ich bei allen anderen Lehrer immer eine eins bekomme?  Mir ist bewusst, dass ich auf Grund dieser Tatsache noch keine eins verdiene, geschweige denn dass sie mir zusteht, aber 10 im Zeugnis nicht gerechtfertigt, wenn man die Bilder anschaut. Ich habe diesen Lehrer jetzt schon zum zweiten Mal, das erste mal in der 8. und jetzt in der 11.  Das Problem ist, ich werde ihn bis zu meiner Abiturprüfung behalten und ich möchte nicht jedes Mal auf 5 Punkte verzichten nur weil er irgendwelche Komplexe hat.

Antwort
von Sonja66, 101

Hallo :-)

Ich denke, weil sie zum einen nachahmen (natürlich die Eltern und das Umfeld) und zum anderen es nie gelernt haben, auch mal Eigenverantwortung für etwas zu übernehmen.
Heutzutage werden ständig Schuldige für alles Mögliche gesucht.
Macht doch jeder - oder?
Aber wer macht sich schon Gedanken darüber, auch seinen Teil zu einer Situation beigetragen haben zu können? 

Wenn ich allerdings an die Geschichten meiner Eltern denke, freue ich mich sehr, dass es heutzutage menschlicher abgeht.
Aber mir scheint, als würden Einige ins andere Extrem (ab-) wandern.
Naja, machen sie halt jetzt damit so ihre Erfahrungen...... :-)

Eltern haben dabei sicherlich großen Einfluss!

Deutschland ist ein Rechtsstaat.

Zu viel Verantwortung der Eltern wird auf Schulen abgegeben.

Ein Belohnungs- wie ein Bestrafungssystem ist wohl immer schmerzlich, für wen dann auch immer.

Die von PaVau angesprochene Auslese halte ich durchaus auch für einen Auslöser, denn dadurch herrscht viel Druck und Kampf zwischen Schülern und meiner Ansicht nach findet sie auch tatsächlich statt.
Zuvor jedoch herrscht der Druck und die dahinterliegenden Ängste natürlich bei den Eltern!
Um den Druck dann als Schüler wieder loszuwerden, zeigt man verständlicherweise gerne mit dem Finger auf andere, weil es so wohltuend erleichternd ist.....  ;-)

Aber habt ihr es schon ausprobiert?:

Zeigt man mit dem altbekannten nackten (Zeige-) Finger auf andere, zeigen 3 Finger zu einem selbst!!!!!
Na so was!  ;-))))

@Kitharea - Ich würde mich freuen, wenn du mich einfach übersehen bis ignorieren wolltest ;-)) 



Kommentar von latricolore ,

Ja, es lebt sich eindeutig besser, wenn man einen Schuldigen hat! :-)
Und ein weiteres Ja zum Nachahmen - wobei: Gibt es tatsächlich so viele Eltern, die die Schule bzw. Lehrer anzeigen? Aber es langt ja schon, wenn sie damit drohen, oder vielleicht laufen sie ja auch wegen anderer Dinge zum Anwalt.

Zuvor jedoch herrscht der Druck und die dahinterliegenden Ängste natürlich bei den Eltern!
Um den Druck dann als Schüler wieder loszuwerden, zeigt man
verständlicherweise gerne mit dem Finger auf andere, weil es so
wohltuend erleichternd ist.....  ;-)

Guter, wichtiger Aspekt!

Danke!

Kommentar von Sonja66 ,

@latricolore

Ja ne  :D  das wissen wir irgendwo alle  :D
Es lebt sich jedoch meiner Erfahrung nach mit Schuldzuweisungen nur kurzfristig und oberflächlich gesehen leichter!!!!

Ja, Eltern machen Lehrern und Schulen enorm viel Druck, geben ihren eigenen Druck an Lehrer, Schulen und Kinder weiter.
Dadurch entstand u.a. auch das Ausleseverfahren.
Der Mensch kann nur ein bisschen Druck abhaben, dann braucht es Ventile; es gäbe natürlich günstigere, lohnendere.... aber gut.... ;-)

Kommentar von FeeGoToCof ,

@Sonja66...Dankeschön, für Deine Ausführung. Ich kann mich damit gut identifizieren. LG, F.

Kommentar von Sonja66 ,

@FeeGoToCof

Bitteschön :-))

Dann weißt du ja jetzt, zu was Angst uns Menschen u.a. treiben kann, so hoffe ich, dass du ein mutiges und couragiertes Leben führen willst  ;-)))
Dann wünsche ich dir also recht viel Vertrauen und Mut für deinen weiteren Lebensweg :-)
Und du weißt doch, dass nur der Mutige belohnt wird - oder?
Na dann...^^

Kommentar von Kitharea ,

ok xD

Kommentar von Sonja66 ,

Hut ab!, Kitharea, feine Reaktion  :-))))  Du zeigst Größe!

Antwort
von Kitharea, 194

Denke da sind viele Eltern schuld die zu genau sind was gefühlte "Ungerechtigkeit" betrifft.
Die Lehrerin eines meiner Söhne hat mich mal zur Seite genommen und mich gefragt ob sie ihm eine Strafaufgabe geben DARF wenn er was nicht macht - Hausübung oder was auch immer. Ich habe sie ziemlich verdutzt angesehen und gefragt warum sie mich das fragt sie soll's einfach machen - ist doch normal oder?
Sie meinte es gibt genug Eltern die sich dann gleich beschweren gehen. Die den Sinn nicht verstehen. Die denken ihr Kind wird ungerecht behandelt.

Andere Situation: Zugfahrt - 3 angehende Lehrerinnen sitzen neben mir und diskutieren über "Strafen" in der Schule. Eine meint "Es bringt doch keinem was wenn ein Kind die Hausordnung abschreiben muss wozu soll das auch gut sein". Ich habe nichts gesagt dazu weil ich mich nicht einmischen wollte. Ehrlich gesagt sehe ich schon Sinn darin den Lehrern auch definitiv zu ERLAUBEN Erziehung zu übernehmen - dazu gehört auch Konsequenzen aus den Handlungen der Kinder ziehen zu dürfen OHNE Angst haben zu müssen die Eltern stehen mit dem Anwalt vor der Tür.

Letztendlich sorgt die Einstellung der Eltern halt dafür dass über solche Dinge wie Recht und Unrecht am Kind geredet wird. Bis zu einem gewissen Grad ist das sinnvoll... aber spätestens wenn die Lehrerin ein Kind mit Strafarbeit darauf aufmerksam machen will dass es was falsch gemacht hat sollte man dem Kind sagen - dass die Lehrer sehr wohl auch etwas zu sagen haben. Schlicht und ergreifend aus dem Grund weil sie mit verantwortlich sind.

Meine Kinder haben mich auch mal gefragt ob die "Neue" des Papas ihn schimpfen darf oder was zu sagen hat... Natürlich hat sie das - sie ist mit verantwortlich und muss auf ihn aufpassen... Sie hat mehr oder weniger dieselben Rechte wie ich als Mutter. Es ist wie so oft eine Einstellungssache. Ab wann muss ich kontrollieren und ab wann sollte ich das Kind selbst die Verantwortung für Dinge übertragen. Ich meine wenn die mal erwachsen sind, ist es zu spät wenn sie merken dass ihre Handlungen auch Konsequenzen haben.

Kommentar von latricolore ,

Danke für diese ausführliche Antwort!

Denke da sind viele Eltern schuld die zu genau sind was gefühlte "Ungerechtigkeit" betrifft.

Dann hat sich da also auch etwas verändert. Ich kenne das nicht, dass jeder Pipifax in Frage gestellt wurde.

Kommentar von PeVau ,

Nur mal ein Gedanke zu Strafarbeiten.

Was ist das für eine Pädagogik, die eine Maßnahme zum Wissenserwerb oder zur Wissensfestigung als Strafe aufgibt? Was löst das beim so bestraften Kind aus? Lust am Lernen?

Strafarbeiten sind doch eher Ausdruck dessen, dass man mit seinem pädagogischen Latein am Ende ist, vor allem dann, wenn die Anlässe der Bestrafung nichts mit der Art der Strafe zu tun haben.

Strafen nützen nur dann etwas, wenn die Strafe auch vom Bestraften trotz aller Unbequemlichkeit akzeptiert wird. Alles andere ist Konditionierung, Abrichtung, Unterwerfung.

Kommentar von Kitharea ,

Weiß nicht PeVau. Auch ich setze meinen Kindern Konsequenzen wenn sie Dinge tun die ich so nicht akzeptieren kann - nicht alles geht mit reden - zumindest bei mir nicht.
Und bei Strafen geht es mM nach nur darum dass es unangenehm ist - sie merken dass sie etwas falsch gemacht haben und das hoffentlich nicht wieder tun. Lernen selbst hat damit nichts zu tun es geht lediglich um die Erlaubnis für den Lehrer Konsequenzen setzen zu dürfen.
Kann mich erinnern mein Trainer (Sport) hat uns immer wenn wir Mist gebaut hatten, Runden laufen lassen. Das ist dasselbe und ich bezweifle dass Trainer sich hinsetzen mit jedem einzelnen und das durchbesprechen. Den Spaß am Spiel habe ich deswegen noch lange nicht verloren. Es war halt anstrengender als der Spaß beim Mist bauen also hab ich den Mist gelassen.

Und von wegen pädagogisches Latein. Sag mal was du tun würdest wenn du einen Schüler hast der keine Hausaufgaben macht - egal was du mit ihm redest. Die Eltern brauchst gar nicht anrufen weil auch das wäre ein Fall für dein pädagogisches Versagen - also sag nicht was falsch ist deiner Meinung nach, sondern gib mir ein Beispiel wie man es machen kann damit das funktioniert bitte.

Und ja - vielleicht kann man es auch als "Abrichten" bezeichnen aber 1. ist das Lernen in der Schule für mich so wichtig dass ich es in dieser Zeit akzeptiere dass mein Kind etwas "muss" (im Job später hast auch keine Wahl) und 2. kann man einem Kind genug andere Freiräume bieten. Davon abgesehen ist es mitunter schon Standard dass Kinder beim Verhalten/Benehmen ect. abgerichtet werden - was meiner Meinung nach weniger Sinn hat weil die Folgen nie so schwerwiegend sein können. Aber darüber kann man auch diskutieren. Davon abgesehen beinhaltet Pädagogik sowieso immer dass "Kind" tut was "Erwachsen" für richtig hält. Gute Pädagogik gibt dem Kind zusätzlich Freiraum für Selbstentfaltung - dass die hier fehlt sehe ich nicht.

Kommentar von latricolore ,

Strafarbeiten sind doch eher Ausdruck dessen, dass man mit seinem
pädagogischen Latein am Ende ist, vor allem dann, wenn die Anlässe der
Bestrafung nichts mit der Art der Strafe zu tun haben.

Nur wenn die Anlässe der Bestrafung nichts mit der Art der Strafe zu tun haben.
Handeln hat Konsequenzen, das lernen Kinder zu Hause und im Leben außerhalb der Schule. Wieso sollte es in der Schule dann anders sein?

Kommentar von Sonja66 ,

Genau! Sobald Strafen logisch nachvollziehbar sind, im Zusammenhang stehen, werden aus ihnen Auswirkungen, die auch Kinder flott einsehen und gut.
Es handelt sich dann auch gar nicht mehr um eine Strafe!
Kinder fühlen sich dann und damit auch nicht mehr bestraft.

Kommentar von FeeGoToCof ,

@PeVau...DH, LG, F.

Antwort
von MrHilfestellung, 87

Ich war auch bis vor kurzem Schüler und ich denke nicht, dass die Fragesteller*innen hier repräsentativ für alle Schüler*innen stehen. 

Da wird halt sich gedacht, wenn man mal eine Strafarbeit bekommt: "Ich will das nicht schreiben, ich frag mal das Internet, ob ich da was tun kann." 

Das ist aber nur ein kleiner Teil der Schüler*innen, der so denkt.

Kommentar von latricolore ,

Das ist aber nur ein kleiner Teil der Schüler*innen, der so denkt.

Und der versammelt sich dann hier. :-)

Danke!

Kommentar von MrHilfestellung ,

Ja. Es wäre eher traurig wenn gf.net die gesamte Gesellschaft widerspiegeln würde :D

Kommentar von FeeGoToCof ,

@MrHilfestellung...doch, ich glaube, dass dieser Schnitt hier, recht repräsentativ ist. Es gibt hier auch "wertvolle" Antwortgeber, aber in der Überzahl sind leider die wenig Hilfreichen....(mal diplomatisch ausgedrückt).

Kommentar von Kitharea ,

Ob du jemanden als "wertvoll" oder nicht definierst ist etwas sehr subjektives. Es hängt nur mit deiner Einstellung zusammen und niemand weiß was der Andere als Hilfestellung sieht oder nicht. Da mag das frechste "du bist ein Idiot" mitunter mehr helfen als die beste ausführlichste Antwort^^. Keine Aussage nur ein Gedankenspiel.

Kommentar von FeeGoToCof ,

@Kitharea...es gibt keine Kommunikation ohne Aussage!

Kommentar von Kitharea ,

Meinte damit nur ich meine nicht denjenigen auf den ich geantwortet hab. War ne generelle Aussage.

Antwort
von TomRichter, 57

Ich denke, da kommen drei Dinge zusammen.

1) Es hat sich vielleicht herumgesprochen, dass wir in einem Rechtsstaat leben - und in einem solchen muss sich jede Obrigkeit, auch die Lehrer, an die Gesetze halten.

2) Mehrheitlich wurde beschlossen, dass Kinder viel mehr Rechte haben als früher (Lärm machen, verhauen werden etc.)

3) Dadurch, dass Schulnoten mehr als früher entscheidend für die Lebenschancen der Kinder sind, beschäftigen sich auch Eltern mehr als früher mit den rechtlichen Möglichkeiten, gegen Entscheidungen der Schule vorzugehen.

Kommentar von latricolore ,

1) Damit drückst du aus, dass sich Lehrer früher nicht (unbedingt, immer) an die Gesetze gehalten haben. ?

2) Stimmt, aber das sollte doch nicht dazu führen, dass regelrecht gesucht wird nach Fehlern, die der Lehrer angeblich macht. So kommt es mir jedenfalls hier oft vor.

3) Jepp, also leben sie es ihren Kindern vor. Das meinst du?

Danke!

Kommentar von TomRichter ,

Dreimal ja.

Kommentar von latricolore ,

Das Ja zu Nr.1 ist schlimm - die Erfahrung hab ich zum Glück nicht gemacht.

Antwort
von Hegemon, 106

Stellung und Ansehen des Lehrers innerhalb der Gesellschaft hat sich in den letzten hundert Jahren stark gewandelt. Der Dorflehrer, der sowohl von 1904 bis 1912 meinen Großvater als auch später bis nach dem zweiten Kriege meinen Vater unterrichtete, war eine Person, der man auch außerhalb der Schule großen Respekt zollte. Der Mann war wer im Dorfe. Auf der Straße grüßte man ihn zuerst und zog den Hut.

Diese Position hat der Lehrer - aus welchen Gründen auch immer - offensichtlich heute nicht mehr. Mit dieser Entwicklung einher geht automatisch, daß sein Handeln stärker kritisiert und hinterfragt wird.

Kommentar von latricolore ,

daß sein Handeln stärker kritisiert und hinterfragt wird.

Ja, und das ist ja auch gut.
Wenn aber die Schüler dem Lehrer auch so kommen wie hier,
"Dürfen Sie das überhaupt? Wo ist das entsprechende Gesetz?"
dann wird das eine echt nette gemeinsame Zeit...
Danke!

Antwort
von FeeGoToCof, 121

Deutschland definiert sich über Gesetze. Allerdings schreit die Mehrheit "HIER", wenn sie denkt, dass sie benachteiligt wird (und das ist bekanntlich an der Tagesordnung).

Geht es um Verstöße, schreien die Wenigsten derer, die daran die Verantwortung tragen.

Warum sollte es also vor der Jugend Halt machen?


Kommentar von latricolore ,

Allerdings schreit die Mehrheit "HIER", wenn sie denkt, dass sie benachteiligt wird

Da schreien, protestieren mMn aber andere Länder wesentlich lauter und vor allem öfter.

Kommentar von FeeGoToCof ,

Denen geht es auch nicht so prachtvoll, wie uns Deutschen.

Kommentar von latricolore ,

Ich glaube nicht, dass es damit zu tun hat. Wenn ich daran denke, wie man in F und I auf die Straße geht, wenn Gesetzesänderungen drohen - hier dagegen passiert doch nix.

Kommentar von FeeGoToCof ,

Der "Deutsche" ist genügsam und dickfellig. Sorry, das trifft auf das Bild zu, welches ich gewinnen konnte.

Der "Deutsche" wählt gerne, oder auch nicht und damit hat es sich dann erledigt.

Verantwortung wird nur übernommen, wenn es sich finanziell "rechnet".

Die Verantwortung für eigene Kinder wird mittlerweile ebenfalls größtenteils auf Bildungseinrichtungen verlagert und eingefordert.

Und hier liegt die Antwort auf Deine Frage!

Kommentar von latricolore ,

Inwiefern beantwortet das die Frage?

Kommentar von FeeGoToCof ,

Weil "unsere" Kinder, damit spreche ich von "uns" als Deutschen, in die Fußstapfen derjenigen Eltern treten, die die Verantwortung für ihre Kinder schon lange abgegeben haben....

Kennst Du das/die Zitat/-e:

"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr?"

"Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm?"

DAS ist die Antwort...

Man kann stets nur DAS ernten, was man auch bereit war, zu säen.

Kommentar von Kitharea ,

"Die Verantwortung für eigene Kinder wird mittlerweile ebenfalls größtenteils auf Bildungseinrichtungen verlagert und eingefordert."

Deine Einstellung gefällt mir aber der Satz stößt mir dermaßen sauer auf dass mir nichts anderes übrigbleibt als das hier zu posten.

1) Man ist oft auch einfach nur gezwungen die Verantwortung/Erziehung mit anderen Personen zu teilen. Im Gegensatz zu früher gibt es oft keine Großfamilie mehr die das könnte. Und allein kann NIEMAND sein Kind erziehen. Die komplette Gesellschaft wird es abkriegen wenn Kinder schlecht erzogen sind also ist auch die Gesellschaft dafür verantwortlich dass es den erziehenden Personen gut genug geht um diese riesen Aufgabe übernehmen zu können. Und auch wenn man ein Kind allein erziehen KÖNNTE bin ich noch immer der Meinung ist das zu wenig. Mit je mehr Personen ein Kind zu tun hat desto einfacher wird es sich später mit den verschiedenen Arten von Menschen tun. Davon abgesehen suchen sich Kinder ohnehin immer Personen die sie im Moment für die Weiterentwicklung brauchen - was nicht immer unbedingt ein Elternteil ist.

2)Von Bildungseinrichtungen VERLANGE ich dass sie meinem Kind die Grundlagen des vorhandenen Wissens beibringen. Dass sie lesen, schreiben, rechnen können und das ohne Hilfsmittel. Ich verlange dass sie mir Bescheid geben wenn sie Probleme sehen. Ich verlange dass sie mein Kind mit bestem Wissen und Gewissen als Mensch anerkennen und auch so behandeln. Und ich fordere informiert zu werden - JA. Das ist ihr Job. Dafür behandle ich die Lehrer gut und rede mit ihnen - sage meinem Kind dass der Lehrer was zu sagen hat und dass es "folgen" muss.

3) Bin ich der Meinung dass "Elternsein" in unseren Zeiten immer schwerer wird. Nicht nur dass angeblich unerzogene Kinder immer wieder von Fremden belästigt werden sondern man erwartet von 1-2 Personen ein Kind so zu erziehen dass es möglichst nie auffällt und nur laut wird wenn es sich zufällig grade am Spielplatz aufhält. Kann mich erinnern ich war als Kind viel unterwegs mit meinen Eltern - Hochzeiten bis 2 Uhr früh - Gasthäuser wo geraucht wurde oder laute Musik war - Menschen die mit mit geredet haben obwohl ich eigentlich ein wildfremdes Kind war - die sich für mich interessierten und mich nach Schule ect. fragten. Das alles ist meinen Kindern quasi noch nie passiert. Bei Hochzeiten heisst es: Keine Kinder bitte, im Geschäft heisst es: Bitte leiser und nicht rumlaufen, im Bus heisst es: Ruhe und ja nicht mit Fremden reden, im Gasthaus heisst es: wie KANN man nur mit einem Kind in ein Gasthaus gehen wo geraucht wird blablabla... Die Leute die keine Kinder haben werden immer mehr und haben NULL - aber wirklich NULL Ahnung davon was es heißt ein Kind zu haben und zu erziehen und für alles verantwortlich zu sein. Über etwas mehr Wohlwollen in unserer Gesellschaft Kindern gegenüber wäre ich sehr froh - weil genau das die Generation sein wird die eure Renten zahlt. Weil genau diese Menschen sich um euch kümmern sollten irgendwann - aber sie werden das sicher nicht für eine Gesellschaft tun die sie im Kindesalter wie Idioten und Unerwünschte Menschen zweiter Klasse behandelt.

Kommentar von FeeGoToCof ,

@Kitharea...ich kann überhaupt nicht verstehen, was der Text mir sagen soll?!!!!!

Kommentar von Kitharea ,

Geht darum dass die Eltern zu viel "Schuld" tragen und viele mit dem Finger auf jene zeigen die auf Betreuung angewiesen wären. Zumindest wirkt es oft so. Wollt nur zeigen dass das so nicht ganz richtig is und ich schreib zu viel.

Antwort
von Goldenangel20, 129

Vielleicht, weil sie zusehr durch die Medien mit beeinflusst werden. Ich meine diese Richterserien.

Aber auch Skandale, die immer wieder in der Öffentlichkeit aufteten, gerade auch in sozialen Einrichtungen.

Vor allem wird heute viel zu schnell mit dem Anwalt getroht, obwohl man noch nicht mal vorher miteinander geredet hat.

Kommentar von latricolore ,

Ich meine diese Richterserien.

Ja, das könnte evtl. ein Grund sein.

Vor allem wird heute viel zu schnell mit dem Anwalt getroht, obwohl man noch nicht mal vorher miteinander geredet hat.

Jepp, die Erwachsenen machen es praktisch vor. Aber auch das ist ja neu. Jedenfalls in dem Ausmaß.

Antwort
von howelljenkins, 41

einer der gruende dafuer sind vermutlich die vielen anwalts-serien und filme vom amerikanischen markt, die den eindruck erwecken, verklagen sei eine art sport und man koenne (was in amerika in der tat einfacher ist als bei uns) jeden wegen allem verklagen.

dazu kommt natuerlich, dass wir (ich nehme mal an, wir sind in etwa die gleiche generation) damals nicht die moeglichkeit hatten, mal eben in zwei minuten eine frage, die uns gerade in den sinn gekommen ist, in ein forum zu rotzen.

Kommentar von latricolore ,

Ja - zu Punkt 1, und auch ja zu
nicht die moeglichkeit hatten, mal eben in zwei minuten eine frage, die
uns gerade in den sinn gekommen ist, in ein forum zu rotzen.

:-)

Danke!

Antwort
von Goodnight, 20

Laissez-fair Erziehung, mein Kind kann machen was es will und niemand hat ihm etwas zu sagen.

Kommentar von latricolore ,

Oder sich überhaupt nicht kümmern, kenne ich leider auch.

Kommentar von Goodnight ,

Ja kenne ich auch, Wohlstandsverwahrlosung :(

Antwort
von Undsonstso, 49

In gewisser Weise sind Kinder / Schüler ein Spiegel der Gesellschaft.

Guck die viele Erwachsene an, die leben das doch vor.

Kommentar von Kitharea ,

Erinnert mich an viele Scheidungen wo es wichtiger war sein "Recht" durchzudrücken als wirklich mal zu überlegen was die Kinder brauchen.

Kommentar von latricolore ,

Ja, das stimmt.
Danke!

Antwort
von WulleWux, 40

Ist doch besser als klotzen die immer auf ihr Handy.

Solange werden die wach und bemerken das jeder Rechte und Pflichte hat.

Auch bemerken diese Junge Menschen erst das in unserer Regierung etwas nicht stimmt , das die jetzt auch gegen Gesetze verstoßen und angezeigt werden können und müssen.

Sogar der Lehrer hat Rechte und Pflichten gegenüber seiner Schüler.

Wenn ich da lese da Schüler andauernd gemobbt und geschlagen werden dann läuft in den Schulen so einiges schief.

Kommentar von WulleWux ,

Bitte sehr :-)

Kommentar von latricolore ,

Nun, sie "bemerken" aber wohl vor allem die Rechte und Pflichten der Lehrer - ein Nachdenken über ihre eigenen Pflichten, vermisse ich deutlich.
Wohlgemerkt - ich spreche von dem, was ich hier bei gf lese!

Kommentar von WulleWux ,

Gut in den letzten zwei Jahren habe ich hier öfters von Mobbing gelesen, das auch wirklich  bei uns in den Schulen so ist.

Vieles wird auch unter den Teppich gekehrt  ,die Schule sollte doch nach Außen hin gut Glänzen...selber hatte auch schon so meine Erfahrung gemacht wo die Lehrer komplett versagt hatten.

Die Pflichten des Schüler kann man denen ja ganz einfach unter die Nase reiben , da brauche ich als Lehrer ( wenn es so wäre ) noch nicht mal zwei Unterrichtsstunden.

Auch hier bei Gf haben denen ihre Mitarbeiter Pflichten aber es wird auch hier mit zweier Maß gemessen.

PS : und so richtig grob und unfair in zweier Maßen

mfg.

Antwort
von Bevarian, 7

Wenn doch von unserem großen Vorbild an Demokratie, den USA, vorgeführt wird, daß Präsidentschafts-Wahlen nicht zwingend an der Urne gewonnen werden müssen, dann schnackelt doch auch der "kleine Mann" und Schüler, was in unserem teils überregulierten Rechtssystem möglich ist - und er nutzt es!   ;(((

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