Frage von schnuggi96, 31

wie ist eine aberratio ictus in verbindung mit einem error in persona strafrechtlich zu behandeln?

Bsp: A will B erschießen, verwechselt ihn aber im duklen mit C und zielt deshalb beim Schuss auf den C. der schuss geht fehl und A erschießt daher den daneben stehenden D. wie wäre dieser Fall bzgl des vorsatzes des A zu bewerten? Danke im Vorraus.

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Jura & Recht, 18

Soweit in der Sache dasselbe Tatobjekt getroffen wird, also Sache & Sache, Tier & Tier, Mensch & Mensch wirkt sich ein error in persona nicht aus. Daher macht es keinen Unterschied, ob er B oder C erschießen wollte.

Anders ist dies zumindest nach h.M. beim aberarratio ictus. Hier geht man davon aus, dass der Vorsatz sich auf ein bestimmtes Opfer konkretisiert hat. Wird das falsche Opfer getroffen, dann entfällt der Vorsatz gem. § 16 Abs. 1. Im Hinblick auf das getroffene Opfer liegt dann allerdings eine fahrlässige Körperverletzung bzw. Tötung vor. Im Hinblick auf das anvisierte Opfer liegt dagegen ein Versuch vor.

Folgt man der Mindermeinung, dann hat auch der aberratio ictus keine Auswirkungen aus denselben Gründen wie beim error in persona.

Antwort
von BlackApache, 19

Der Vorsatz bezieht sich auf das Töten eines Menschen nicht auf das Töten einer bestimmten Person. Tötungsvorsatz für B = Tötungsvorsatz für D bei error in persona

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