Frage von Franz577, 137

Wie ist dieser Musikgeschmack erklärbar?

Schon immer war es so, daß die Landjugend (abwertend oft auch "Bauern" genannt) eher Rock, Hardrock oder Heavy Metal bevorzugt hat, während die Stadtjugend eher Musikrichtungen wie Pop, Rap, Techno und dergleichen favorisiert.

Wer hat eine Begründung oder Erklärung für diese Verteilung des Musikgeschmacks?

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 43

Hallo!

Ich kenne das auch --------> komme aus einer Stadt von 15-20000 Einwohnern & da hören die Jugendlichen eher Pop oder Techno (wie ich im Großen und Ganzen auch, sieht man von meiner 80er/90er Vorliebe ab) als Rock oder Heavy Metal, während auf den umliegenden Dörfern fast überall Nachwuchsbands aus dem Rock- oder Metalbereich existieren & auch fleißig an Sport-, Straßen- oder Kirchweihfestabenden Präsenz zeigen, in den Zelten einheizen. 

Ob man diese Tendenz, wie du sie nennst klar begründen kann weiß ich nicht. Soweit möchte ich mich auch nicht aus dem Fenster lehnen.. aber es kommt schon hin. Auf dem Dorf haben aber auch viele ein Motorrad statt einem Auto und kommen viel mit "Maschinen" und "Technik" in Berührung, feiern vllt. auch lieber in Scheunen oder Jugendräumen, vllt. kommt auch daher diese Ausrichtung: Heavy Metal/Rock lässt sich eher damit assoziieren... aber auch das ist nur eine vage Vermutung.

Kommentar von Franz577 ,

Das ist auf jeden Fall mal ein guter Erklärungsansatz.

Endlich mal jemand, der dieselben Erfahrungen gemacht hat und mich nicht nach Beweisen fragt. :-)

Kommentar von rotesand ,

Vielen Dank!

Auf ländlichen Festen spielen eben auch meist Cover-Rockbands und keine DJs, wie sie etwa in Discos oder Bars gerne mal verpflichtet werden :)

Ich habe in letzter Zeit auch häufiger beobachtet, dass diese komische Mixtur aus Volksmusik und Rockmusik recht gefragt ist auf dem Land.. da gibt's sogar recht erfolgreiche Gruppen die tlw. in Trachten auftreten und peinlichste Fremdschämtexte singt.. sowas kommt auf dem Land auch recht gut, evtl. weil es einfach Partymusik ist & der "ländliche" Anstrich (Trachten, Volksmusik, auf dem Land spielen ja viele Kinder/Jugendliche selbst ein volkstümliches Instrument in der örtlichen Kapelle) vorhanden ist!

Antwort
von Saturnknight, 6

was mir noch eingefallen ist, als Gegenthese:

Die 80er waren die Blütezeit des Heavy Metals, besonders der Thrash Metal.

Und wenn ich sehe, wo die Bands so herkommen bzw. herkamen ...

  • Kreator - Essen
  • Sodom - Gelsenkirchen
  • Tankard - Frankfurt a. M.
  • Grinder - Frankfurt a. M.
  • Exumer- Frankfurt a. M.
  • Assassin . Düsseldorf
  • Rage - Herne
  • Destruction - Weil am Rhein
  • Blind Guardian - Krefeld
  • Paradox - Würzburg
  • Living Death - Velbert
  • Accept - Solingen
  • Helloween - Hamburg
  • Holy Moses - Aachen
  • S.D.I. - Osnabrück
  • Rumble Militia - Bremen
  • Vendetta - Schweinfurt
  • Darkness - Essen
  • Violent Force - Velbert
  • Morgoth - Meschede
  • Risk - Witten
  • Mega-Mosh - Bamberg
  • Chronical Diarrhoea - Mühlheim am Main

Lauter Heavy Metal Bands, die zwischen 1980 und 1989 gegründet wurden. Dazu kann man noch die Toten Hosen aus Düsseldorf und die Ärzte aus Berlin erwähnen. Und natürlich noch weitere Punkbands wie A.O.K. aus Frankfurt a. M. Und dann gibt es noch den legendären Heavy Metal Club aus Velbert, aus dem einige gute Bands hervorgingen.

Also wenn ich sehe, alleine 3 Bands aus Frankfurt a. M. Zahlreiche Bands aus dem Ruhrpott. Dazu Bands aus großen Städten wie Hamburg, Bremen, etc. Manche der erwähnten Städte mögen "klein" sein, wie Mühlheim am Main, mit "nur" 28.000 Einwohnern oder Weil am Rhein mit ca. 30.000 Einwohnern.

Solche Bands entstehen nicht aus dem Nichts. Da gibt es eine große, örtliche Fanbase. Gerade in der Anfangszeit einer Band machen diese örtlichen Fans viel aus.

Und nur um das anzumerken: ich hab alle deutschen Metal-Bands erwähnt, von denen ich CDs oder LPs besitze (keine Downloads). Und ich höre diese Musik seit den 80ern.

Antwort
von Gehoergaeng, 43

Aha du sagst das wäre keine Pauschalisierung, sondern schlicht und einfach Fakt. Hast du Quellen, abseits deines persönlichen Erfahrungsschatzes? Wissenschaftfliche Studien die deine These belegen?

Ich kann genau so sagen,ich weiß das die Wolpertinger existieren, weil ich sie regelmäßig gejagt und verspeist habe.

Kommentar von Franz577 ,

Also wenn du keine plausible Erklärung dafür hast, mußt du dich von meiner Frage nicht angesprochen fühlen.

Natürlich kann ich außer meiner eigenen Erfahrung keine weiteren "Beweise" dafür erbringen, aber ich dachte eben, daß diese Erfahrung vielleicht nicht nur ich gemacht habe und sich manche vielleicht etwas umfassender damit beschäftigt haben.

Wenn etwas so offensichtlich ist, dann muß ich einfach davon ausgehen, daß das nicht nur meine persönliche Wahrnehmung ist.

Denn wenn z.B. in Köln am Montag nur rote und am Dienstag nur grüne Autos fahren würden und ich den Grund dafür wissen wollte, käme ich auch nicht auf die Idee, erst Beweise dafür zu sammeln, da ich davon ausgehe, daß das eben nicht nur mir aufgefallen ist.

Kommentar von Gehoergaeng ,

Deine Frage geht von einer klaren Sachlage aus. Tatsächlich kann ich deine Beobachtung nicht bestätigen und stelle sie in Frage. Ich kenne viele Leute aus ländlichen Gegenden,aber die haben einen genauso vielfältigen Musikgeschmack wie Stadtleute. Du musst mir also erstmal das Gegenteil beweisen, bevor ich mit dir zusammen nach einer Erklärung dieses 'Faktes' suche.

Kommentar von Franz577 ,

Gut, das werde ich so ohne weiteres nicht können.

Kann dich ja schlecht dazu auffordern, zu mir zu ziehen, diverse Leute nach ihrem Musikgeschmack zu befragen und auf zahlreiche Feste der Landjugend mit mir zu gehen.

Vielleicht muß ich "Landbevölkerung" auch etwas enger fassen, da ich tatsächlich in erster Linie die Jugend mit bäuerlicher Abstammung meine. Nicht jeder, der auf dem Land wohnt, ist ja automatisch ein Landwirt.

Aber die jungen Leute, die Dorffeste organisieren und auch für die Musik verantwortlich sind, kommen fast ausschließlich aus landwirtschaftlichen Familien.

Kommentar von Gehoergaeng ,

Ich lasse mich gerne von Gegenteil überzeugen. Mach eine repräsentative Umfrage, die aussagekräftig und wissenschaftlich haltbar ist. Das Ergebnis fände ich  interessant, weil ja nun auch einige User deine Beobachtung bestätigt haben.

Kommentar von Franz577 ,

Naja, also so wichtig ist mir die Antwort allerdings nun auch wieder nicht, als daß ich so einen Aufwand dafür betreiben würde.

Um mich bestätigt zu sehen, reicht es mir ja schon, wenn sich hier ein paar User zusammenfinden, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Der User rotesand hat z.B. schon mal sehr gute Erklärungsansätze.

Antwort
von kuchenschachtel, 80

Stimmt überhaupt nicht.
Es kann zwar sein, dass es mal so vorkommt, aber man kann den musikgeschmack von land/stadt nicht einfach so verallgemeinern.
Ich lebe in der stadt und hier hören alle alles. Kann ja sein, dass z.b. in einer stadt gerade techno voll angesagt ist und die leute da auch clubs haben und auf dem land dann nicht... aber ich glaube, durch das internet hat jeder die möglichkeit zu hören was er will, und dass der musikgeschmack nicht vom ort abhängt.

LG kuchenschachtel

Kommentar von Franz577 ,

Wie kannst du behaupten, daß es nicht stimmt, wenn ich das selbst genau so erlebt habe?

Mag ja sein, daß deine Erlebnisse oder Wahrnehmungen davon abweichen, aber hier in meiner Region war bzw. ist es tatsächlich so.

Das war schon zu meiner Schulzeit so, also so 80er/90er, und auch heute wird auf Festen der Landjugend nur Rockmusik gespielt.

Da hab ich noch nie was anderes gehört, also kann es nicht so ganz aus der Luft gegriffen sein und muß irgendwelche Gründe haben.

Kommentar von Franz577 ,

War ja z.B. auch so, daß die Landjugend damals mehr 80er-Motorräder (meist Yamaha DT) gefahren ist, während die Stadtjugend eher auf Roller (Vespa) gestanden ist.

Waren zwei verschiedene Fraktionen.

Kommentar von Saturnknight ,

im Gegensatz zu deiner Behauptung über den Musikgeschmack könnte man die Aussage mit den Motorrädern aber überprüfen, anhand der Anmeldungen.

Aber abgesehen davon ist es doch auch so logisch: in der Stadt reicht eine Vespa, weil man eh meist nur so 50 fahren darf. Und die ist klein, die kann man überall gut abstellen.

Auf dem Land sind halt die Wege weiter, da fährt man auch mal Überland, da braucht man mehr.

Aber das mit der Musik ...

Kommentar von Franz577 ,

@Saturnknight

Du scheinst du verkennen, daß diese Vespas auch nicht langsam waren. Ich rede hier nicht von 50er-Rollern, sondern mindestens von 80er-Rollern, wie sie damals die meisten aus der Stadt und mit urbanem Musikgeschmack hatten.

Die standen in der Geschwindigkeit den 80er-Enduros in nichts nach und liefen auch mindestens 80km/h, den auch die Stadtjugend fuhr mal über Land und wollte da nicht langsamer als die "Bauern" sein.

50er-Roller hat kaum jemand gefahren, denn auch den durfte man erst ab 16 fahren. Also wollten die meisten dann gleich was "Gescheites" anstatt etwas, das nur ein bißchen schneller als ein gut laufendes Mofa war.

Vom Platzbedarf war zwischen diesen Rollern und den Enduros auch kaum ein Unterschied, aber die Landjugend hat natürlich eine Maschine bevorzugt, mir der auch Fahrten auf Feldwegen oder im Gelände möglich waren, wofür man einen Roller natürlich nicht brauchen konnte.

Jedenfalls waren diejenigen, die einen Roller gefahren haben (meist eine Vespa, denn so viele Modelle gab es früher noch nicht) grundsätzlich die "Popper", während die Landjugend mit ihren 80er-Enduros die "Metaller" (Heavy Metal) waren.

Und wenn ich hier von "Stadt" spreche, meine ich das auch relativ.

Eine Stadt war schon ein Ort mit ca. 20000 Einwohnern, der im Prinzip auch noch eher ländlich geprägt war und aus dem man schnell draußen war. Von einer Großstadt spreche ich nicht.

Kommentar von kuchenschachtel ,

okay, kann ja sein, dass es in der Stadt und auf dem Land unterschiedlich ist. ich habe ja auch gar nicht abgestritten, dass so etwas mal vorkommt. Ein Beispiel: Jugendliche in der Stadt kaufen sich ein Handy der Marke A um dazuzugehören oder sonst was. auf dem Land ist das nicht so wichtig, man ist eher in kleineren kreisen und man hat nicht diese "Vergleichsmöglichkeiten" oder man hat eine andere Gruppe, zu der man unbedingt dazugehören muss. und kauft sich Handy B. bei Musik ist es auch so, dass viele sich von ihrer Umgebung beeinflussen lassen (glaube ich) denn, zum Beispiel hören viele die ich kenne zuerst die Charts, weil sie keine Ahnung von Musik haben und denken, es wäre cool das zu hören. Wenn ich zum Beispiel mit einer bestimmten Gruppenphase mehr Kontakt habe, höre ich von der Musik, die mir insgesamt gefällt auch ähnliche wie die Leute um mich herum. ich glaube, man versteht jetzt nicht wirklich was ich sagen will, und der Text ist auch grade schwachsinnig. ich will damit sagen, dass vieles von der Umgebung und davon abhängt, was gerade "cool" oder nicht ist.

Kommentar von kuchenschachtel ,

*Gruppe (nicht Gruppenphase, das war die autokorrektur, sry)

Antwort
von Schnoofy, 76

Ich weiß natürlich nicht welche Quelle Deine Erkenntnisse haben bzw.,  wie Du zu dieser Ansicht kommst.

Aber ich glaube nicht, dass man das so verallgemeinern kann.

Kommentar von Franz577 ,

Das ist keine "Ansicht", sondern eine Tatsache, auf die ich deshalb komme, weil ich es selbst so erlebt habe.

Ich kann hier natürlich auch nur für meine Region (ich komme aus Bayern) sprechen, aber da war die Verteilung des Musikgeschmacks tatsächlich meist so wie beschrieben.

Kommentar von Socat5 ,

Bei uns hier in Nordhessen ist das auch so. Die Bauern wissen halt was gut ist^^

Kommentar von Nitarius ,

Tatsachen kann man belegen, die Aussage, es sei tatsächlich so, reicht nicht. So ist das nur eine Meinung, sie könnte genauso gut falsch sein.

Kommentar von Franz577 ,

Na wie soll ich das jetzt belegen?

Ich weiß jedenfalls, was ich selbst erlebt habe und warum sollte ich lügen?

Und jeder andere Zeitgenosse aus meiner Region wird das auch bestätigen können.

Wie sich das in anderen Regionen Deutschlands oder gar in anderen Ländern verhält, kann ich natürlich nicht sagen.

Aber ich ging eben davon aus, daß das nicht nur ein Phänomen meiner Region ist, wie mir die Userin Socat5 ja auch bestätigt.

Kommentar von Nitarius ,

Diesen Zusatz hättest du besser schon oben in der Frage mit aufgeführt. Dort beginnt der Text mit "Schon immer war es so". In dieser Form ist das eine Tatsachenbehauptung, nur eben eine falsche. Erfahrung ist Meinungssache, soweit als solche gekennzeichnet, ist sie weder falsch noch richtig, eben nur subjektives Empfinden. Mein Problem war somit weniger die Aussage als mehr die Formulierung.

Kommentar von Franz577 ,

Ich bin eben wie gesagt von der (scheinbar) falschen Annahme ausgegangen, daß die Mehrheit das ebenfalls so erlebt und empfunden hat bzw. immer noch empfindet.

Daher die (für mich) selbstverständliche Einleitung mit "schon immer war es so".

Ich habe nicht erwartet, daß das in Frage gestellt wird.

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