wie ist dieser christliche Satz zu deuten?

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10 Antworten

Das ist ein Ausspruch Jesu Christi, der im Matthäus-Evangelium, Kapitel 20, Vers 26 zu finden ist. Warum hat Jesus das gesagt? Zwei seiner Apostel, die wahrscheinlich mit ihm verwandt waren, schickten ihre Mutter vor, um sich von ihm wichtige Positionen in seinem Königreich zu erbitten. Zu dieser Zeit gingen die Apostel noch davon aus, dass Jesus ein irdisches Königreich in Israel aufrichten würde. Nach Vers 24 wurden die anderen Jünger unwillig, als sie das mitgekriegt haben.

Gemäß Vers 25 sagte ihnen Jesus dann, dass ein solches Streben bei den Regierenden der damaligen Zeit üblich wäre (sich als Herr über andere aufzuspielen), aber dass es bei ihnen anders sein müsste. Wer als Jünger Christi groß sein möchte, der sollte sich als Diener oder als Sklave aller bemühen.

Es ging hier nicht um arm oder reich in materiellem Sinn und auch nicht um eine Drohung, sondern um Demut. Es wäre nicht richtig, sich als Herr über seine Brüder aufzuspielen, sondern man sollte ihnen Gutes tun, wie das auch Jesus Christus getan hat.

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@Apfelwerfer hat hier schon eine treffende Antwort geliefert.

Es geht hier um die Frage: "Wie positioniere ich mich im Leben am besten?" Ellenbogen einsetzen, Schachern um Posten, Wegbeißen von Konkurrenten, usw, um am Ende endlich "oben" zu sein und anderen befehlen zu können?

Das ist nicht der richtige Weg zum Lebensglück. "Oben" wird mit harten Bandagen gekämpft, und in der Antike wurden Herrscher und Feldherren regelmäßig umgebracht. Das hatte man zu Jesu Zeiten vor Augen.

Der richtige Weg ist eher, sich "klein" zu machen, anderen je nach seinen Talenten zu helfen und für sie da zu sein. Ein leuchtendes Beispiel ist die Clemensschwester Maria Euthymia, die zum Wäschewasche eingeteilt war. Nach und nach konnte sie vielen ihrer Schwestern mit Rat und Tat helfen. Sie beurteilte ihr Leben aus der Rückschau: "Ich diente, und mein Lohn ist Frieden." Das trifft genau das, was Jesus meinte.

In diesem "Sich-Zurücknehmen" kann viel Stärke liegen. Es hat nichts mit Duckmäusertum, Kriechen ud Speichellecken zu tun. Denn auch der, der anderen hilft, kommt oft den Mächtigen in die Quere.

Mir persönlich fällt das einfache Dienen schwer. Ich bin eher der Typ, aufzumucken und den kleinen Potentaten Widerstand zu leisten, besonders, wenn diese andere unterdrücken oder ungerecht behandeln. Aber auch "Schutz der Unterdrückten" zu sein, kann "dienen" heißen, jeder nach seinen Talenten.

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es gibt im neuen Testament tatsächlich zwei auffallend verschiedene Linien zu den Mächtigen und ihren Untertanen; die eine Linie ist die in deinem Zitat und das wird im Jakobusbrief noch viel deutlicher ausgesprochen: die Reichen und Mächtigen werden gestürzt und den Armen, Ohnmächtigen hilft man auf. Und zwar nicht im Jenseits, nach dem Tod, sondern in einem von Römern befreiten Königreich Gottes. Erst später, zu Zeiten von Kaiser Konstantin, hat man aus dem erhofften irdischen Königreich Gottes das Paradies nach dem Tod gemacht.

Die andere Linie steht hauptsächlich bei Paulus, zb im Römerbrief, wo gefordert wird, die Sklaven sollen ihren Herrn untertan sein und alle politische Gewalt geht von Gott aus und man muss ihr also gehorchen.

In der Geschichte hat es auch Beispiele für die zwei Linien gegeben: Luther, der sich für nen Paulus stark machte und Thomas Müntzer, der Theologe der aufständischen Bauern, der sich vor allem an Jakobus den Gerechten hielt.

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neben dem von dir zitierten Satz gibt es auch noch einen ähnlichen Satz und zwar im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (die zu unterschiedlichen Zeiten anfangen, im Weinberg zu arbeiten und trotzdem allen den gleichen Lohn vom Weinbergbesitzer (Gott) bekommen), nämlich "Viele Letzte werden erste sein und viele erste werden letzte sein" und da geht es auch darum, dass es nicht darauf ankommt, wer  "als erster" bei Gott war, also z.B. schon von Jugend auf religiös und am meisten "für ihn" getan hat und dass es nicht um einen tollen religiösen Lebenslauf und das Sammeln von Pluspunkten geht, sondern dass viele, die nach menschlichen Maßstäben "Letzte" wären, "Erste" sind und anders rum.

Weil Gott die Menschen anders sieht. So wie sie wirklich sind und nicht nur so, wie sie sich geben.

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Das sagt für mich so ungefähr aus. Das der der immer in der ersten Reihe stehen will und sich wichtig machen will, nach hinten geschickt wird. Die Besserwisser von uns bekommen so einen Dämpfer.

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Ja, so ziemlich das soll es bedeuten. Falsche Hoffnung für die Unterdrückten, dass nach dem Tod einmal alles besser wird.

So werden die Kleinen klein und willig gehalten, während die Großen noch gößer werden können.

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wer der erste im materiellen weltanschauen ist, wird später der letzte der spirituellen weltanschauung in der zukunft sein

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Das ist so ziemlich die Bedeutung. Der Satz richtet sich aber auch gegen machtgeile Typen.

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Man soll sich nicht vordrängen. Geduld haben. Und dienen.

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Jesu war und ist unser größter Diener (Mt.20,26).

Er wusch uns die Füße uns starb für uns (Joh.13,14; Röm.6,23).

Die "geistig" Armen werden ermuntert, Ihm zu glauben (Lk.6,20), die "Reichen" haben andere Interessen (Lk.8,14; 16,19).

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