Frage von brisingir80, 24

Wie ist diese Schwierigkeitskala zu verstehen?

Ich habe diese Skala auf der Seite des SAC gefunden und frage mich nun wie sie zu verstehen ist. Denn Laut ihr ist eine 6a Route "ein ganz grosses unterfangen". Ich als Anfänger habe aber ohne all zu grosse Probleme 6a schon geklettert. (siehe zweites Bild). Was habe ich fallsch verstanden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Martinmuc, 18

Das ist die französische Kletterskala. Dass ein junger und talentierter Anfänger eine 6a in der Halle bald klettern kann, gibt es öfters.

Die Äußerung "eine hochalpine V ist ein großes Vorhaben" unterschreibe ich auch sofort. Warst Du schon mal draußen? Es gibt Klettergarten Ver, die sind easy, es gibt Mehrseillängen Plaisir-Ver, die sind auch noch gut zugehen vor allem wenn sie gut gebohrt sind.
Dann gibt es alpine IIIer wie in den Dolomiten, die sind schon verdammt ernst: Schwierige Wegfindung, mehrere 100m Kletterei, wenige Zwischensicherungen, manchmal muss man auch die Standplätze selber bauen, brüchiger Fels....

Und das wird nochmal getoppt von echten hochalpinen Routen, bei denen man oft kombiniert in Fels und Eis klettert, in denen hat man auch keine Kletterschuhe an, sondern schwere Stiefel oder man muss alles mit Steigeisen klettern, und man auch gar nicht durchsichern, denn sonst ist mal zu langsam und auf 4000m geht einem die Puste auch schneller aus als im Tal.
Ein passendes Beispiel ist der Hörnligrat aufs Matterhorn, der ist "nur" ein IIIer, aber über 1000m lang. Die wenigsten trauen sich da ohne Führer rein - das ist mit "großem Vorhaben" gemeint.

Antwort
von volker79, 20

Die Schwierigkeitsskalen geben Orientierungen, mehr nicht.

Erst einmal ist das "große Unterfangen" natürlich eine Sache des Trainingsstandes, denn wo Einsteiger nicht mal den ersten Meter schaffen, wärmen sich fortgeschrittene Kletterer mit auf.

Es stimmt in sofern schon, je höher der Schwierigkeitsgrad, desto mehr und größer werden die Probleme. Die Griffe werden kleiner, die Züge werden länger, die Wand wird gerader oder überhängender, die Bewegungen werden akrobatischer. Ein Schwierigkeitsgrad gilt zwar erst dann als sicher wenn du alle Probleme, von kleingriffigen Kaminen bis zu größergriffigen Überhängen alles lösen kannst - wenn du aber am 6er-Überhang scheiterst, kannst du ja trotzdem schon mal 7er-Verschneidungen üben, wenn dir diese Disziplin besser liegt. Aber eine 8 sagt dir dann, egal welche Routencharakteristik - Das könnte knapp werden! ;-)

Die Probleme löst aber jeder anders. Ich als "gravitativ benachteiligter" (über 100 Kilo) Hobbykletterer gehe unheimlich gerne Verschneidungen und Kamine und fliege dort Schwirigkeitsgerade im Bereich UIAA 6+ problemlos hoch, Tritte und Griffe - total überbewertet, einfach mit Händen und Füßen auf Reibung in die Wand klemmen. Aber geh mir weg mit starken Überhängen, wenn die Wand 45° überhängt, komme ich eine UIAA 6 nicht hoch, selbst wenn man vom Schraubstil der Halle vermuten könnte, dass es große Henkel gerade im Ausverkauf billiger gab. Ich kenne Kletterer, bei denen ist das genau umgekehrt, die mühen sich in meinen Lieblings-Verschneidungen endlos ab und klettern danach spielend leicht 7er im Überhang. Andere mögen hohe Tritte, wieder andere nicht.

Das war jetzt auf Halle bezogen, draußen am Fels ist es eh wieder noch mal etwas anders. Aber die Grundprinzipien sind die gleichen. Wenn du beweglich genug bist, mit dem Knie unterm Kinn noch aufzustehen, genug Körperspannung hast, dich in Kamine und Verschneidungen reinzuklemmen, dann gehst du die problemlos hoch, wo andere staunen. Dafür geht dann jemand anders irgendwelche Platten die ein reiner Balanceakt ohne Hände sind oder hangelt sich wie ein Affe unter Dächern durch, an Stellen wo du nichts mehr machst außer ein dummes Gesicht.

Antwort
von hargon, 24

Mhh ich kenn mich mit der französischen Skala nicht soo gut aus...

Kann sein, dass es noch ne ähnliche gibt und das die andere Angabe ist.

Die Frage ist aber auch, kletterst du in der Halle oder am echten Fels?

Da kann man Schwierigkeiten nämlich seeehr schwer vergleichen

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