Frage von Hausnummer5, 84

Wie ist die Rechtslage bei arglistiger Täuschung?

Hallo.

Wie ist die Rechtslage, wenn ein Anwalt mir damals Sachen unterschreiben lässt, die er als wichtig empfindet und mich damit täuscht?

Ich war bei einem Anwalt. Dort musste ich immer wieder 3 oder 4 Dinge schnell und zügig unterschreiben, sodass er für mich tätig werden konnte.

Allerdings erklärte er mir nie, warum ich dieses und jenes unterschreiben soll.

Nun habe ich durch genau diese Unterschriften keinen Anspruch mehr auf etwas, obwohl sich mein Gesundheitszustand bedeutend verschlechtert hat und mir gewisse Sachen vom Gesetz her einfach zu stehen.

Nun sagt der Anwalt aber von damals: Weil ich dieses Dokument z. B. unterschrieben habe, habe ich keinen Anspruch mehr auf in der Zukunft folgende Schäden oder Verschlechterungen meines Gesundheitszustandes.

Ich habe aber Probleme und mein Gesundheitszustand wurde auch schlechter. Und nun kann ich wegen so einer blöden Unterschrift von damals nichts mehr geltend machen ??

Das ist doch „arglistige Täuschung“ vom Anwalt, wenn er alles schnell und zackig haben will; mir aber nichts erklärt. Ich bin zu dem Anwalt hin, weil ich Hilfe brauchte. Ich bin als sein Mandant davon ausgegangen, dass es schon seine Richtigkeit haben wird.

Und nun sowas.

Kann ich nicht den Anwalt oder seine Versicherung dafür ran kriegen? Er hat mir die Dinge nicht erklärt und „mein Unwissen“ ausgenutzt. Denn dafür muss ich kein studierter Jurist sein, wenn ich zu einem Anwalt gehe und ihm vertraue.

Kennt sich einer aus, wie hier die Rechtslage ist? Wie würdet Ihr dann vorgehen, bezogen auf meinen Fall?

Ich sehe es ehrlich gesagt nicht ein, jetzt 2 Sachen die mir zustehen, auf Grund meiner Schwerbehinderung – nicht zu bekommen, wegen der ollen Unterschrift wozu er mir nichts sagte.

Hätte ich das damals gewusst, hätte ich nie unterschrieben.

Der Anwalt hat mir ja nicht mal überhaupt Zeit gelassen, mir alles erst einmal in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen. Alles musste gleich und sofort unterschrieben werden.

Und nun kann ich auf Grund meiner Verschlechterung nichts geltend machen??

Danke für eure Antworten.

Antwort
von marcussummer, 84

Das dürfte im Normalfall keine arglistige Täuschung sein, sondern "nur" eine fehlerhafte, weil nicht vollständige Beratung. Der Anwalt muss seinen Mandanten über die die bestehende Rechtslage vollständig aufklären, insbesondere wenn auf irgendwas verzichtet wird (klingt in deiner Frage an). Wenn er das nicht ordnungsgemäß macht, hat er sich eventuell schadensersatzpflichtig gemacht. Für die Darlegung des Beratungsfehlers ist der Mandant allerdings beweispflichtig, der Anwalt muss im Streitfall den Inhalt der angeblich erfolgten Beratung beweisen.

Antwort
von Interesierter, 38

Zunächst mal sollte man alles, was man unterschreibt, auch vorher durchlesen. Egal, von wem man es vorgelegt bekommt.

Nun schreibst du über diese Dokumente nur sehr allgemein. Wir wissen nicht, welchen konkreten Sinn oder Inhalt sie haben. Daher ist es auch aus der Ferne unmöglich zu beurteilen, ob sie zum Zeitpunkt der Unterschrift Sinn gemacht haben oder nicht.

Weiter wissen wir nicht, ob der Rechtsanwalt aus damaliger Sicht alles richtig gemacht, ob er einfach einen Fehler gemacht hat oder ob er dich tatsächlich täuschen wollte.

Der Vorwurf der arglistigen Täuschung setzt den Vorsatz zur Täuschung voraus, den du im Streitfall auch beweisen müsstest.

Antwort
von Akka2323, 21

Es hat an Dir gelegen, nachzufragen oder Dir Bedenkzeit zu erbitten. Er wird es Dir schon erklärt haben, aber vielleicht hast Du es nicht verstanden oder falsch eingeschätzt. Das wird sich heute nicht mehr klären lassen, da wirst Du nichts machen können.

Antwort
von loewenherz2, 72

wenn der Anwalt es als wichtig erachtete

und nicht täuschen / abzocken / betrügen wollte

wo liegt dann sein Fehlverhalten ?

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