Frage von robi187, 20

wie ist die haftung bei chemie wie Glyphosat:?

was ist stand der wissenschaft? wie groß ist der einflauss der lobbysten auf die wissenschaft?

einfach die mögliche haftung anheben und schon könnte das intresse nachlasen?

wieso gibt es so unterschiedliche haftung?

Antwort
von PeterJohann, 12

Das ist nicht so sehr eine Frage des Standes der Wissenschaft sondern der Risiko- bzw. Kosten-Nutzen-Bewertung.

Die zur Zeit scheinbar gegensätzlichen Positionen von WHO und EU basieren auf den verschiedenen Kernaussagen diverser Studien. 

Die WHO beruft sich auf Studien zur absoluten Gefahr ("ist der Stoff gefährlich?"). während die EU sich auf Studien zur relativen Gefährdung ("ab welcher Konzentration/Exposition treten Schäden auf?").

Will man jedes Gefährdungsrisiko ausschließen, muss man jeden Stoff verbieten, der gefährlich werden könnte, unabhängig vom tatsächlichen Risiko und dem potentiellen Nutzen. Diese Einstellung wird zwar oft, insbesondere von rot/grünen Ideologen , vertreten ist aber nicht praktikabel (d.h. konsequent zu Ende praktiziert müssten wir unser Leben unter einer Filterhaube in Stasis verbringen.) 

Produkthaftpflicht per se ist auch keine Lösung, weil bestimmte Risiken letztlich nicht versicherbar sind, bzw. weil die erforderliche Höchstdeckungssumme vom Markt nicht aufgebracht werden kann.

Dazu kommt wieder die Frage was denn genau versichert sein sollte, das potentielle Risiko oder ein  echter nachweisbarer Schaden UND wer ist der Schadensverursacher, die Behörde die den Kram genehmigt (ultimativ die Bundesregierung), die Firma die den Stoff produziert, der Bauer der in ausbringt...?

Eine ähnliche Farge wäre dann auch beim KFZ Verkehr zu stellen: Allein in D werden jedes Jahr Tausende durch KFZ getötet und ein Vielfaches davon verletzt. Müsste man jetzt nicht entweder die Autos verbieten oder zumindest zu Geschwindigkeiten unter einer bestimmten Gefährdungsschwelle verordnen? Bei jedem Einzelnen der vielen Tausend Todesfälle gibt es eine dezidierte Ursache, die aber alle letztlich mit der Herstellerfirma zusammenhängen (ohne Autohersteller gäbe es den Todesfall nicht); trotzdem will niemand Autos verbieten oder eine erweiterte Produkthaftpflicht bei den Herstellern durchsetzen- vermutlich weil jeder für sich eine Risikoabschätzung vornimmt und die Kosten/Nutzenrechnung für sich selbst als positiv nimmt.....

Re Lobbyisten: Die sind eine konkrete Realität und bedürfen m.M. nach einer wesentlich stärkeren Kontrolle, aber der Einfluß auf wissenschaftliche Studien ist eher gering; d.h. in Einzelfällen sicherlich vorhanden aber über die Gänze und eine längere Zeit sicher nicht nachhaltig (dafür ist die Wissenschaft zu sehr selbstkorrigierend, der Konkurrenzdruck zu hoch und es gibt auch zuviele unabhängige Forschungseinrichtungen).

Kommentar von robi187 ,

danke für deine aussagen. aber der letzte absatz kann ich nur lachen:

denn auch die wissenschaft hängt am tropf des geldes? so wie im wahlkampf wenn der eine nahmhafte poltiker am ort x ist dann kommt der mitbewerber auch an dem ort und zu dieser zeit. so ist es auch mit große studien? man versucht wenn es um viel geld geht das gegenteil zu beweisen oder zumindest nautraliesieren.

denk-mal an die krebskranke? denk-mal an die gewinne?

sind die staaten soo schwach geworden dass man nichts machen kann. produkte auf dem marktzubringen die warscheinlich eine gefahr ist? man behauptet geren dinge wie bei atomkraftwerke das dies aboslut sicher sind und vieleicht in x jahren mal was vorkommen könnte? aber viel akw stahlen heute? zuerst war die ausrede altes akw? und heute strahlt japan?

und es wird weiter verniedlicht?

ich denke dass es nur über sehr hohe rücklagen und haftung eine lösung geben könnte. so wie jetzt bei schoko eine rückruf stattgefunden hat.

ich denke man kann risiko schon ausgewoogen abschätzen und die firmen sollen dann haften. das ist das mindeste? oder ist es ok wenn die krankenkassen die kosten übernehmen? (oder nicht mal die allgemienheit)

Kommentar von PeterJohann ,

Ich habe nicht gesagt, dass Lobbyisten Studien nicht beeinflussen könnten - natürlich können sie Studien kaufen (Studiengrundlage ist das gewünschte Ergebnis), Ergebnisse manipulieren lassen (Ursache- Wirkungs-Verknüpfung uneindeutig)  und ganz besonders können sie eigene Studien von der Veröffentlichung ausschließen, wenn das Ergebnis nicht passt.

ABER, sie können nur einen kleinen Teil der Studien beeinflussen und die direkte Verfälschung von Ergebnissen ist im normalen Wissenschaftsbetrieb immer noch die Ausnahme. Wie gesagt der Konkurrenzdruck (publish or perish + Peerreviewsystem) zwischen Instituten, Universitäten etc ist viel zu groß um Partikularinteressen auf ganzer Breite nachzugeben.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass die ideologisch aufgestellten Gegenparteien auch nur eine andere Art Lobbyismus und "Studienmanagement" betreiben um ihre Meinung durchzusetzen. 

Der größte Teil des Wissenschaftsbetriebs ist meiner Erfahrung nach immer noch der Wissenschaft verpflichtet. Letztlich ist es die Politik, die die an sich meinungsneutralen Ergebnisse der Wissenschaft interpretiert wie es gerade ins Programm passt.

AKWs sind ein gutes Beispiel: Es war immer bekannt und wissenschaftlich abgesichert, welche Risiken bestehen (technisch, medizinisch...), nur die Risikointerpretation hat sich mit der Zeit geändert.

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