Frage von tommygilbert, 17

Wie ist die Aufarbeitung der Kölner Silvesternacht zu bewerten (u.a. für Täter und Opfer)?

Hallo,

langsam scheint es, dass die Untersuchungen dafür größtenteils abgeschlossen sind. Es gab bekanntlich zahlreiche Opfer, ein Teil davon zeigte die Taten an. Ein Bruchteil der möglichen Täter wurde ermittelt, davon wieder ein kleiner Teil verurteilt. Es fehlen genaue Gesichtsbeschreibungen sowie DNA-Spuren (wobei bei Schwangerschaften der Vater ermittelt werden könnte, wird aber zu kompliziert).

Wie soll man die Verurteilungen betrachten? In der "Tagesschau" bekam man den Eindruck, dass endlich der Staat es geschafft hat einen Täter zu verurteilen und ein Signal an alle gesendet wurde. In der "BILD" (ja...diese Zeitung...) wurde natürlich eine angebliche Unfähigkeit des Staates bei diesem Fall angeprangert. Aber eigentlich ist die Aufklärungsquote bei vielen anderen Verbrechen nie sonderlich hoch gewesen.

Was würden die Täter nun denken? Dass sie sich an die Gesetze halten müssen, da die Gefahr besteht, dass sie gefasst werden. Oder eher: die Aufklärungsquote ist sowieso niedrig, nur wenn man Pech hat und sich schlecht anstellt, wird man gefasst.

Was denken die Opfer? Sie wurden gesühnt, der Rechtsstaat verteidigt sie, sie bekommen Schutz. Oder: Mein Täter ist noch auf freiem Fuß mit einer geringen Chance gegen Null tendierend jemals verurteilt zu werden.

Danke schon im Voraus für Antworten.

MfG

tommygilbert

Antwort
von zahlenguide, 10

für die meisten Zuschauer ist die Sache denke ich gegessen - gibt ja immer wieder neue Themen.

Für aufdringliche Menschen wird es immer Opfer geben; egal ob sie nun in einer Beziehung ihre Partner schlecht behandeln, oder jemanden mobben, oder strafrechtlich in Erscheinung geraten. Da müssten schon Antiaggressionstrainings von sehr hoher Qualität ablaufen, dass sich das einrenkt.

Bei den Opfern kommt es auf den Freundeskreis und der Familie an und wie sie eben weiterleben. Wenn sie sich zu hause länger als drei Monate einbuddeln, kann es bedeuten, dass sie depressiv werden. Wenn sie dann aber wieder beginnen zu leben und mutiger zu werden, werden sie es verarbeiten.

Die Polizei wird vielleicht bei der einen oder anderen Veranstaltung jetzt mehr Präsenz zeigen - aber ein Grundproblem bleibt - die Polizei hat viel viel viel zu viele Bürokratische Aufgaben. Wir bräuchten generell jeden Tag mehr Polizisten auf den Straßen und nicht hinterm Schreibtisch.

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