Frage von paula2604, 25

Wie ist der Beruf Biochemiker?

Hallo! Ich muss ein Berufsreferat in der Schule machen. Ich habe mich für den Beruf Biochemiker/in entschieden, weil ich ihn selber ergreifen will. Einige Informationen habe ich schon, aber ich würde gerne auch von echten Biochemikern etwas hören. Also eigene Erfahrungen und so.

Wie schwer war das Studium? Was macht ein Biochemiker? In welcher Abteilung arbeitet man als Biochemiker? Wie viel ist der Lohn eines Biochemikers? Fährt man auch manchmal ins Ausland oder nicht? Wie viele Stundn arbeitet ein Biochemicker

Antwort
von Mike074, 8

Ich habe den Eindruck, dass Du eine sehr naive Vorstellung von diesem Beruf hast, was aber angesichts Deines Lebensalters und Deines Erfahrungshintergrundes als Schülerin nicht verwunderlich ist.

Die Frage "Was macht ein Biochemiker?" zeugt davon, dass Du Dich offenbar noch nicht besonders intensiv über das Berufsspektrum informiert hast. Wie in vielen akademischen Berufen gibt es auch hier keine klar umrissene Tätigkeitsbeschreibung. Biochemiker können in der Pharma-Forschung, Entwicklung, im Vertrieb, im Product Management, in der Produktion, in der Toxikologie, Produkteregistrierung, und vielen anderen Bereichen arbeiten. Arbeitgeber können Industrie, Behörden, Krankenhäuser, Softwarefirmen und viele andere Branchen sein. Fazit: Es gibt keine festgelegte Abteilung, in der Biochemiker arbeiten. Die meisten Studienanfänger träumen vom tollen Forscherdasein, in dem große Entdeckungen gemacht werden und die dann vielleicht irgendwann sogar zum Nobelpreis führen. Die Wirklichkeit ist da eher ernüchternd. Biochemiker, die in der Forschung tätig sind, arbeiten ohnehin zum allergrößten Teil am Schreibtisch, die Laborarbeit erledigen Laboranten. Viele Biochemiker aber  finden nach Abschluss des Studiums häufig gar keine Stelle, sind zumindest vorübergehend arbeitslos. Ich selbst kenne einige. Das führt dazu, dass sie oft gezwungen sind, fachfremde oder weniger fachlich geprägte Tätigkeiten, (z.B. Pharmareferent, wofür kein abgeschlossenes Studium vorausgesetzt wird) annehmen, um überhaupt einen Job zu haben. Tatsache ist auch, dass es Biochemiker sehr viel schwerer haben, einen Job zu finden, als die breiter ausgebildeten Chemiker, die sich im Studium durchaus auf Biochemie spezialisieren können und in der Regel die deutlich besseren Berufschancen haben.

Die Frage, ob man Dienstreisen ins Ausland unternimmt, erübrigt sich, weil das natürlich von der Stelle selbst abhängt (bei einer Tätigkeit im Kreiskrankenhaus sicher nicht), in einer höheren Position als Akademiker kann man immer auch von einer gewissen Reisetätigkeit ausgehen. Auch die Arbeitsbelastung ist in vielen Fällen sicher deutlich höher als 40 Stunden pro Woche. Das Studium der Biochemie (und auch das der Chemie) ist eines der längsten überhaupt, weil eine Promotion nach dem Master-Abschluss zumeist erwartet wird (Dauer: 3-4 Jahre). Das zu erwartende Gehalt sollte Deine Entscheidung nicht steuern, denn gemessen am Lebensarbeitsentgelt steht mancher qualifizierte Lehrberuf nicht unbedingt schlechter da.

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