Frage von orianajasmin, 68

Wie ist das mit Alimenten, wenn jemand noch nie Alimente gezahlt hat, wie hoch ist die Chance das man rückfällige Alimente zurück bekommt?

Rückfällige Alimente

Antwort
von ichweisnix, 36

Zunächstmal muß ein potentiell Unterhaltspflichtiger nicht von sich aus Unterhalt zahlen. Unterhalt wird nur geschuldet, wenn dieser explizit vom Unterhaltsberechtigten verlangt wird. Das darf man nicht mit der Verjährung von Ansprüchen verwechseln.

Rückwirkend kann Unterhalt nur bis zu den Zeitpunkt verlangt werden, an den der Unterhaltspflichtige aufgefordert wurde Auskunft über das Einkommen zu geben. Es gibt hierbei im Wesentlichen zwei Ausnahmen. Das eine ist natürlich bereits titulierter Unterhalt, der kann selbstverständlich vollstreckt werden. Der Anderen Punkt ist, wenn der Unterhaltsbereichtige aus "rechtlichen Gründen" ( z.B. weil die Vaterschaft erst später festgestellt wurde) oder aus "aus tatsächlichen Gründen, die in den Verantwortungsbereich des Unterhaltspflichtigen fallen," den Unterhalt noch nicht geltend machen konnte.

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/\_\_1613.html



Antwort
von petrapetra64, 16

die Chance geht gegen Null. Wenn vorher nichts zu holen ist, wird es später erst Recht nicht möglich sein. Wer nicht pfändbar ist, dem ist kein Geld zu entlocken und das ändert sich später auch nicht mehr.

Ansprüche aus Titeln verwirkt man, wenn nicht regelmäßig einmal pro Jahr gepfändet wird. Und dass so jemand später zu so einem hohen Verdienst ommt, dass man ihn pfänden kann, ist eher unwahrscheinlich.

Antwort
von brennspiritus, 49

Unterhaltsansprüche von Kindern gegen Eltern verjähren nicht, solange die Kinder noch minderjährig sind, § 207 BGB.
Die Verjährungsfrist beginnt erst wenn die Kinder volljährig werden,
allerdings dann nicht mit dem Ende des Jahres, sondern genau am Tag des
18. Geburtstags. Sie endet damit am Tage vor dem 21. Geburtstag um 24:00
Uhr.

http://www.lexikon-familienrecht.de/unterhalt-verjaehrung/

Kommentar von aramis2907 ,

Damit wurde die Frage nicht beantwortet - und mal abgesehen davon, dass das in Deinem Link alles richtig ist, ist es dennoch falsch anzunehmen, dass man rückwirkend zahlen muss.
Jedenfalls nicht, solange kein Titel vorhanden ist.

Kommentar von brennspiritus ,

Mit einem Titel ist vieles möglich.

Kommentar von claudialeitert ,

selbst mit einem Titel muss man in Abständen den jenigen in Verzug setzten tut mab dies nich, . gibt es auch nix rückwirkend.

Kommentar von ichweisnix ,

Das stimmt so nicht ganz. Die Verjährung ist gegenüber den Eltern bis zur Vollendung des  21. Lebensjahr gehemmt. §207 Abs 1 Satz Punkt 2.

http://dejure.org/gesetze/BGB/207.html

Das heißt die regelmäßige Verjährung beginnt erst mit den 21. Geburtstag zu laufen. Folglich endet sie, falls keine weitere Hemmung eintritt mit den 24. Geburtstag des Kindes.

Kommentar von petrapetra64 ,

Selbst wenn man einen Titel hat, dann verwirt man seinen Anspruch, wenn man nicht regelmaessig einmal im Jahr pfändet, das hat mit der Verjährung gar nichts zu tun, der Anspruch ist weg und pfänden ist zu teuer, wenn nichts zu holen ist, das muss man selbst zahlen.

Und rückwirkend kann man nichts fordern.

Der Vater meines Sohnes hat kaum was gezahlt und mit 21 Jahren war er laut Jugendamt raus und alles erledigt (Privatinsolvenz war auch noch gemacht worden) und das trotz bestehenden Titels. Die Tausende Euros Rückstand sind nicht mehr forderbar.

Antwort
von TreudoofeTomate, 42

Wenn er niemals mit dem Unterhalt in Verzug gesetzt wurde, gleich NULL.

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