Frage von HuskyfahrerWRE, 82

Wie ist das 'Leben' bei der Bundeswehr?

Ich würde gerne mit Abitur zum Bund gehen und dann nach meiner Offiziersprüfung ein Studium beginnen.
Wie ist das Leben beim Bund? Und ist es zu empfehlen?

Antwort
von GhostOA, 36

Wie ist das "Leben" bei der Bundeswehr?

Gute Frage, kommt nämlich ganz drauf an. Heer, Marine, Luftwaffe, ZentralSan, SKB und jetzt neu Cyber unterscheiden sich in manchen Punkten ziemlich. Auch innerhalb der Teilstritkräfte sind die Truppengattungen sehr unterschiedlich. Ein Falli hat zB einen anderen Alltag als ein Gebirgsjäger. Ein Panzermann macht nicht unbedingt das selbe wie ein leichter Späher. Also kann man nicht direkt eine Übersicht geben. Auch wenn es viele Gemeinsamkeiten und allgemeine Punkte gibt.

Ich würde gerne mit Abitur zum Bund gehen und dann nach meiner Offiziersprüfung ein Studium beginnen.
Schön für dich, Abitur beim Bund ist immer was gutes. Bevor du aber in Richtung Offiziersprüfung darfst musst du das Assesmentcenter in Köln überzeugen, dass du geeignet bist Offizieranwärter zu werden.
Jetzt die Frage-willst du Offizier werden und dann studieren oder willst du zum Bund studieren?

Und ist es zu empfehlen?Wofür? Für jemanden dem das ganze gefällt, natürlich. Für jemandem dem das nicht gefällt, nein. Es gibt genügend Leute die damit leben können und wollen und genügend die das nicht können. Man sollte halt von Anfang an wissen ob man zur einen oder anderen Sorte gehört.

Kommentar von rav3ry ,

Gut gesagt. Da die Offze eh erst zum 1.7 anfangen je nachdem für wann du dich bewerben willst, empfehle ich dir n Wehrdienst vorne dranzuhängen bzw die Möglichkeit erfragen damit du siehst ob dir das soldatische taugt. Weil bei den Offizieren die direkt aus der Schule kommen brechen einige ab die einfach nur gehört haben Studium gezahlt + Gehalt währenddessen = Muss man ja machen.

Kommentar von TheoHase ,

Wozu braucht er denn da aber den Wehrdienst?
Er kann sich ja auch als Offizieranwärter mit Widerruf verpflichten (oder es gab in den letzten 3 Jahren bahnbrechende Änderungen, die mir entgangen sind) und während der ersten 6 Monate jederzeit "abbrechen". 
Dass man während des Wehrdienstes als Mannschafter einen tatsächlich besseren Einblick bekommt, ob einem die Offizierlaufbahn liegt, halte ich doch zumindest für fragwürdig...

... zumal Wehrdienst und spätere Verwendung ja überhaupt nicht im gleichen Gebiet liegen müssen (erfahrungsgemäß nicht mal in der gleichen TSK).

Kommentar von rav3ry ,

Mach ne OA AGA oder ne AGA bei der Infanterie als FWD. Du merkst den Unterschied. OA Direkteinsteiger werden mit Samthandschuhen angefasst, damit ja wenig abbrechen.

Wie gesagt er "braucht" ihn nicht. Und die Probezeit der ersten 6 Monate ist korrekt, egal in welcher Laufbahn. Ich habe seiner Frage entnommen, dass er daran zweifelt ob das "Soldatenleben" das Richtige für ihn ist. Es war lediglich ein Ratschlag, was ihm helfen könnte.

Ich persönlich rate jedem ein Jahr Wehrdienst vor seine OA Bewerbung zu
klemmen,  was viele Vorteile hat - ist aber grad nich Thema.

.. zumal Wehrdienst und spätere Verwendung ja überhaupt nicht im
gleichen Gebiet liegen müssen (erfahrungsgemäß nicht mal in der gleichen
TSK).
^ verstehe ich nicht ganz.

Kommentar von GhostOA ,

Ich habe das Gefühl ich muss dir leider in teilen wiedersprechen. Ja, wir OA´s wurden nicht wie in einer normalen AGA ausgebildet. Dies hat aber mehrere Gründe.

Ersten war der 85.OAJ der Jahrgang, welcher die 41h/Woche "testen" durfte (kurzes Fazit->hat nicht ganz so gut funktioniert). Des weiteren geht es ja beim OAL nicht nur um das erlernen militärischer Grundfertigkeiten. Man muss nebenbei Recht erlernen und anwenden können, das führen und ausbilden lernen. Das geht nicht, wenn man komplett geöffnet wird.
Der Punkt Selbstreflektion ist bei Offizieren und Feldwebeln übrigens extrem wichtig. Wenn der Offizier merkt, dass er hinter der Leistung des Zuges ist, so sollte er sich von sich aus sportlich betättigen (ehrlicher Gedanke-klappt meist nicht).

Aber, um dir in Teilen Recht zu geben-ja es war teils zu einfach. Das ist aber ein allgemeines Problem der Bundeswehr. Meine persönliche Meinung ist, wer nicht alle Hindernisse auf der HiBa überwinden kann und das in unter 3min, der ist nicht geeignet. Dabei ist egal welche Laufbahn oder welches Geschlecht. Wie einer meiner Vorgesetzten immer meinte-der Maßstab ist das Gefecht.

Thema TSK-ein Kamerad von mir war als FWDL´er bei den Heeresfliegern, jetzt ist er bei den Funkern. Es kann also sein, dass man seine Litzen abgeben muss und eine neue Truppengattung bekommt. Mit TSK wechsel fällt mir nur ein Beispiel ein, aber dass das die Regel sein soll glaub ich nicht.

Antwort
von TheoHase, 55

Das "Leben beim Bund" ... naja, vor allem mal ist es weiterhin ein Leben. Du hast genauso ein Privatleben wie jeder andere auch - wenn auch zu Beginn der Ausbildung mit einigen Einschränkungen (zB Leben in der Gemeinschaftsunterkunft).

Ob es zu empfehlen ist, hängt davon ab, was du dir für einen Job wünschst, welches Studium du anstrebst (nicht jeder Studiengang ist bei der Bw möglich) und ob du mit besonderen Belastungen wie Auslandseinsätzen "leben" möchtest.

Am besten besorgst du dir einen Termin bei der Beratungsstelle in deiner Nähe - dort sitzen in der Regel Soldaten, die du wirklich "alles" fragen kannst - von der Unterwäsche (die ist inzwischen nicht mehr vorgeschrieben) bis zum Einstellungstest:

https://www.bundeswehrkarriere.de/beratungsstellenfinder 

Antwort
von Randler, 52

Ich würde die Bundeswehr aus rein moralischen Standpunkt nicht empfehlen.

Kommentar von HuskyfahrerWRE ,

Inwiefern darf ich das verstehen?

Kommentar von DinoSauriA1984 ,

Das versteht sich doch von selbst, oder nicht?

Wer Probleme mit der Idee einer Verteidigung des Landes mit Waffengewalt hat oder meint, Einsätze der Bundeswehr im Ausland seien nicht humanitär zu vertreten, wird ein Engagement bei der Bundeswehr von seinem moralischen Standpunkt nicht empfehlen.

Kommentar von Randler ,

Danke

Kommentar von Wippich ,

Willst Du Blumen werfen?

Kommentar von Kanninchenesser ,

Das sind villeicht deine moralischen Standpunkte aber meine nicht. Ein Land kann man nur mit Waffen verteidigen so war es schon immer und wird es auch immer sein. Der Auslandeinsatz ist aber für mich ein heißes Thema

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