Frage von sweetmelonxx3, 61

Wie ist das jetzt mit Bafög und Unterhalt?

Hi, ich möchte gern einen Bafög Antrag stellen. Allerdings dachte ich zuvor, dass der Unterhalt keine Rolle spielt, da er mir ja gesetzlich zusteht. Laut Rechner läge mein Bedarf bei knapp über 400, weil ich noch Zuhause wohne. Ich bekomme aber schon über 400€ Unterhalt von meinem Vater plus Kindergeld für meine Mutter. Wenn mir die Sachen angerechnet werden bekomme ich also garnichts so wie es ausschaut? Ich meint wahrscheinlich jetzt, dass ich ja eh kein Bafög brauche. Aber 1. ist das Kindergeld ja für meine Mutter und den Unterhalt teile ich auch mit ihr, da ich ja kostenlos esse und wohne. Ich bin auch wirklich sehr sparsam, aber ich werde dann auch immer mit dem Auto zur Uni fahren müssen und die ganzen Lehrbücher und Material muss ich alles neu anschaffen. Für den Start brauche ich dann gleich an die 400 Euro und wenn ich dann unterm Semester auch noch mal wo hin gehen will oder mir Kleidung kaufen muss, dann wird es knapp für mich. Kann mich da jemand aufklären?
Thx.

Expertenantwort
von Fortuna1234, Community-Experte für Bafög, 32

Hi,

Bafög ersetzt Unterhalt DANN, wenn die Eltern nicht zahlungsfähig sind.

Wohnst du also daheim und du bekommst noch 400€ Unterhalt, wird bei Bafög dann 0€ rauskommen.

Bafög soll nicht als Taschengeld dienen, damit du weggehen kannst oder dir Klamotten kaufen kannst oder ein Auto finanzieren kannst, sondern soll die Grundbedürfnisse decken. Grundbedürfnisse sind. Dach über dem Kopf, Wasser, Strom, Heizung, Essen, Trinken, Kleidung (in Maßen)...

Da du also kostenlos wohnst, kostenlos isst brauchst du ja nichts.

Für Materialen, Freizeit geht man jobben. Dafür ist Bafög nicht gedacht.

Würdest du übrigens daheimwohnend Bafög bekommen, steht das Geld eigentlich auch den Eltern zu. Bafög steht immer demjenigen zu, der die ganzen Kosten trägt, die du verursachst - verursachst nur weil du eben lebst und existierst.

Kann dein Vater also 400€ zahlen, wird er das vermutlich auch weiterhin tun müssen. Du teilst dir das weiterhin so mit deiner Mutter, wie es für euch beide geht. Bafög wird 0€ werden (da Bafög nur einspringt wenn deine Eltern sonst nicht überleben könnten, wenn du daheim "kostenlos" wohnst und "kostenlos" isst) und damit hast du eben auch keine Schulden.

Reicht das alles nicht und du hast höhere Ausgaben/Ansprüche kannst du einen KfW-Kredit aufnehmen und/oder jobben. Damit kann man sich dann auch was leisten als Student.

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ich will dem Staat auch nicht auf der Tasche liegen, versteh mich nicht falsch. Arbeiten kann ich mir aber am Anfang noch nicht leisten, da ich kein Top Schüler war und mich nun voll konzentrieren muss. Meine Sorge ist nur , dass ich vermutlich bei all den Anschaffungen (nicht shoppen, ich kauf auch nur nötigste Sachen) den kompletten Unterhalt von meiner Mutter zurück holen muss. Sie muss uns dann weiter beide durchfüttern aber mit weniger. Du hast recht es geht vielleicht nicht um eine Leben oder Tod Geschichte, aber ich möchte meiner Mutter nicht die Lebensqualität verschlechtern nur weil sie mich unterstützt. So viel verdient sie nicht. Arbeiten möchte ich auch, aber erst wenn ich mich schon im Studium etabliert habe. LG.

Kommentar von Fortuna1234 ,

Ich unterstelle dir auch nicht, dass du dem Staat auf der Tasche liegen willst. Ich sage bloß, dass der Staat das gar nicht zulassen wird, wenn deine Eltern genügend verdienen und das scheint der Fall zu sein.

Ich hatte auch ein mieses Abi (3,2), war 3 Jahre aus der Schule und hab auch gleich einen Nebenjob angefangen. Am Wochenende mal kellnern geht immer und selbst wenn es nicht direkt 450€ sind, so können schon 100-200€ helfen monatlich. Du solltest nicht bereits aufgeben, bevor du es nicht versucht hast.

Als Ersti ist die Versuchung groß am Anfang auf viele Uni-Partys zu gehen. Ich habe direkt gejobbt und habe der Versuchung widerstanden. Bachelor in Regelstudienzeit geschafft - andere die nicht arbeiten waren, sind nach paar Semestern geflogen. Man lernt gerade mit einem kleinen Job am Anfang Zeitmanagement und nutzt die freie Zeit sinnvoll.

Ich sage nur: Probier es wenigstens. Wenn du dann merkst, dass dir 10 Stunden/Woche zu viel sind, dann kannst du es immernoch lassen. Man sollte aber nie urteilen über etwas, was man noch nicht mal probiert hat.

Ansonsten musst du auch nicht alle Bücher kaufen. Ich habe zB Bücher immer eingescannt (entweder aus der Bibliothek oder von Mitstudenten). Die Uni-Bib hat ja die ganzen Bücher. Kauf also nicht einfach alles, sondern warte erstmal ab, was du WIRKLICH brauchst. Meist braucht man gar nicht viele Bücher.

Du bezahlst auch ein Semesterticket. Ein Auto ist einfach Luxus. Fahr mit dem öffentlichen Nahverkehr, den du ja eh bereits zahlst und soooo billig kommt man nie wieder an ein Ticket.

Es ehrt dich ja, dass du deiner Mutter kein Geld wegnehmen willst. das musst du aber auch nicht. sei einfach sparsam. Es gibt Studenten, die wohnen mit 600€ komplett alleine und müssen davon wohnen, essen und leben. Und du hast das alles schon daheim und musst da gar nichts für zahlen.

Ich denke du dramatisierst das (aus Nicht-Erfahrung). So viel Geld braucht man nicht. Natürlich ist es schön morgens nicht im vollen Zug zu fahren, sondern mit dem eigenen Auto zu fahren, aber das MUSS nicht sein. Bevor du also die Lebensqualität deiner Mutter verschlechterst, solltest du überlegen bei welchen Sachen du selbst Abstriche machen kannst.

Und wie gesagt: Wenn alle Stricke reißen, gibt es immer noch den KfW-Studienkredit.

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Touche , du weißt wovon du redest. Aber da du den Semesterbeitrag erwähnst, genau der nervt mich am meisten, weil er für mich absolut nutzlos ist. Ich kann die öffentlichen Verkehrsmittel unter keinen Umständen so nutzen, das es sich lohnt. Ich wohne in einem Kaff ohne Bushalte, geschweige denn Bahn. Also ist das Auto notwendig. Ich müsste sogar in die entgegen gesetzte Richtung der Uni fahren, um an einen Bahnhof zu kommen. Ich zahle es praktisch umsonst und das finde ich scheiße, sry. Und wehren kann man sich auch nicht. lg.

Kommentar von Fortuna1234 ,

Naja so ein Semesterticket kostet normalerweise 100-150€ im Semester. Das sind 25€ pro Monat - alles überschaubar. Der Semesterbeitrag ist höher, da du ja noch dem ASTA, Unisport, Studentenwerk etc. was zahlst. Bei mir warend der Semesterbeitrag 240€. Das sind 40€ im Monat, die ich mir (z.B. durchs jobben) monatlich weggelegt habe. Dann ist der Schreck alle 6 Monate nicht so hoch ;)

Viele machen dann auch Park&Ride. Ist immernoch günstiger als direkt mit dem Auto zur Uni (und man muss ja auch an der Uni meistens Parkgebühren zahlen). Oder man schaut im ersten Semester nach Mitfahrgelegenheiten.

Je nach Uni, Unistadt und Region sind die Möglichkeiten unterschiedlich.

Antwort
von Ronja2794, 30

Das Kindergeld wird zum Bafög nicht mitgezählt.
Denen ist es "egal" ob du Kindergeld kriegst oder nicht.
Auch nach deinem 25. Lebensjahr (wenn du nichts mehr kriegst), wird es dem Bafög- Amt egal sein ob dir die knapp 200 Euro im Monat fehlen oder nicht. 

Da ich mich Momentan auch mit dem Thema beschäftigen muss, hab ich öfter auf verschiedenen Internetseiten gelesen, dass der Unterhalt irgendwie auch nichts mit dem Bafög zu tun hat...dafür lege ich aber meine Hand nicht ins Feuer :P 

Aber wenn dein Vater in der Lage ist dir monatlich 400Euro Unterhalt zu überweisen, dann muss er wohl etwas mehr verdienen. Dies wird das Amt natürlich intensiv prüfen. Kann also gut möglich sein, dass du kein Geld bekommst. 

Auch wenn du es nun nicht hören möchtest, aber: 
Es gibt Studenten, die monatlich mit 400 Euro klar kommen müssen und nicht zu Hause bei den Eltern wohnen. Wenn man sich etwas kaufen bzw. leisten will, dann muss man leider Gottes auch dafür arbeiten gehen. 
Nimm es bitte wirklich nicht persönlich, aber das Studentenleben ist hart und teuer, das Geld vom Amt kriegt man nicht geschenkt. 

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ja ich weiß schon , dass es hart ist. So reich ist mein Vater eigentlich auch nicht. Das Problem ist ja, dass ich den Großteil dieses Geldes an meine Mutter überführen muss, damit sie meinen Lebensunterhalt mitbezahlen kann. Also bleibt mir dann praktisch nur sehr wenig Geld für alles andere außer Wohnung und Essen. Tank Material usw. Das ist schon echt Scheiße, wie das Amt immer Geld für alles andere hat xD

Kommentar von Ronja2794 ,

Ja, ich verstehe dich da schon. Aber rede doch mit deiner Mutter ob du ihr - weil du selber ja jetzt das Studium anfängst und knapp bist- etwas weniger geben kannst. Vielleicht wird sie es ja verstehen. 
Und wenn nicht bleibt leider nichts anderes übrig als arbeiten zu gehen. 20h pro Wochen darf ein Student arbeiten. 

Das stimmt allerdings. Das Bafög- Amt berechnet die möglichen Schulden der Eltern nicht mit. Wenn diese einen z.B. Kredit aufs Haus aufgenommen haben, welcher monatlich auch abbezahlt werden muss, ist es dem Amt egal. Während die meisten Studenten sich knapp über Wasser halten können, wird schön Geld für unnötige Dinge ausgegeben. Aber wir sind die Zukunft Deutschlands - ja ne, ist klar ;) 

Kommentar von sweetmelonxx3 ,

Ja jetzt wo du es sagst, stehen wir sogar noch schlechter da und das macht mir ein schlechtes Gewissen. Meine Mom hat gerade all ihr Erspartes für ein Haus ausgegeben und wir sind jetzt noch abhängiger von ihrem Gehalt. Und wenn ich jetzt daher komme und da weiter Geld verlange komm ich mir auch wie das größte Arschloch vor :/.

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