Frage von MissMapel, 266

Wie ist das gemeint, wenn man sagt, dass jeder Mensch biologisch gesehen Bisexuell ist, und stimmt das überhaupt?

Expertenantwort
von Darkmalvet, Community-Experte für Anatomie, Biologie, Genetik, ..., 158

Hallo MissMapel

Damit ist gemeint, dass die sexuelle Orientierung bei den allermeisten Menschen nicht 100% auf ein Geschlecht fixiert ist und unter gewissen Umständen bei sehr vielen Menschen auch eine Beziehung mit jemandem des anderen Geschlechts möglich wäre.

Stell dir die sexuelle Orientierung einfach wie eine lange Skala vor, von der das eine Ende heterosexuell und das andere homosexuell bedeutet, die meistens Menschen liegen auf dieser Skala mit ihrer individuellen Orientierung irgendwo an einem der Endbereiche aber kaum ein Mensch liegt wirklich genau zu 100% dort.

Bei vielen ist es auch übrigens nur gesellschaftliche Sozialisierung und Religion die es ihnen unmöglich macht sich Beziehungen mit einem gleichgeschlechtlichen Partner oder einer Partnerin vorzustellen, wären Homosexuelle Beziehung gesellschaftlich komplett akzeptiert würden wahrscheinlich wesentlich mehr Menschen zumindest unter gewissen Umständen mal dahingehend experimentieren.

LG

Darkmalvet

Kommentar von Darkmalvet ,

Als kleine Ergänzung: In der Natur ist es oftmals so, dass Dinge zwar gegen Null tendieren aber die Null nur ganz selten exakt erreichen.

Kommentar von konzato1 ,

Genau das ist dieser Genderquatsch!

Wir Menschen sind doch nicht "ein bisschen schwul / lesbisch / homosexuell".

Wir sind entweder Heterosexuell oder Homosexuell. Meintwegen noch Bisexuell. Aber doch nicht auf einer Skala in Prozenten.

Kommentar von FouLou ,

Doch. Ich sehe das genauso. Warum sollte man so undifferenziert ind schubladen denken.

Eine skala gbt die wirklichkeit wesentlich genauer wieder.

Nehmen wir nur mal die leute die sich gar keinen gleichgeschlechtlichen sexuellen kontakt vorstellen können.

Dann die die sich leichten kontakt vorstellen können. z.b. küssen oder auch berührungen an z.b. Po.

Für erstere gruppe ist das undenkbar. Für zweitere aber nicht.

Dann haben wir die die sich geschlechtsverkehr mit beiden geschlechtern vorstellen können und auch hin und wieder haben aber ein geschlecht bevorzugen. Und anders herum.

Für eine solche differenzierung ist ein reines 3 oder nur 2 schubladen modell ungeeignet.

Kommentar von SonjaDieKatze ,

na so einfach ist das nicht, ich bin zwar bi aber mehr in die heterorichtung, wenn ich einfach bi wäre hätte ich ja keine tendenz 

Kommentar von Darkmalvet ,

Das hat doch nichts mit Genderquatsch zu tun, diese Skala soll nur berücksichtigen, dass die sexuelle Orientierung mehr ist als nur Schwarz, Weiß, Mittelgrau, es gibt ja auch Menschen die haben z.b. zwar mal homosexuelle Beziehungen bevorzugen aber sonst immer heterosexuell Partner  oder z.b. ein Mann der Grundsätzlich auf Frauen stehen aber mitunter auch eine Beziehung mit einem sehr femininen Mann vorstellen könnte, oder schau mal in Gefängnisse wie viele Homosexuelle Kontakte es da gibt.

Die wahren Ausmaße der individuellen sexuellen Orientierung sind noch viel komplexer aber gutes Modell dient nunmal dazu ein Mittelmaß zwischen Darstellbarkeit durch Vereinfachung und Detailgenauigkeit zu finde und ich finde da ist eine Skala deutlich besser geeignet als ein 3 Stufiges Bezeichnungsmodell.

Kommentar von konzato1 ,

In Gefängnissen ist Homosexualität einfach nur eine Möglichkeit, sich sexuell abzureagieren. Wenn ich als stockhetero Mann für viele Jahre ins Gefängnis muss, dann könnte es auch möglich sein, dass ich mir vor lauter Druck mal ein PoLoch suche.

Trotzdem bleibe ich hetero und werde mich nach der Entlassung wieder ausschließlich den Frauen widmen.

Ich merke, dass dieser Genderquatsch immer mehr in Teilen unserer Gesellschaft verwurzelt ist.

Besonders wenn die geringe Zahl von Bisexuellen und Gefängnisinsassen zur Einstufung der sexuellen Orientierung auf einer Skala herangezogen wird.

Kommentar von SlowPhil ,

Was hat das wiederum mit »Genderquatsch« zu tun? Darunter würde ich die Annahme verstehen, das Geschlecht selbst sei gar nichts Natürliches, sondern etwas bloß gesellschaftlich Festgelegtes und im Zweifel sogar »machbar«, wie John Money glaubte.

Kommentar von Libertinaer ,

In Gefängnissen ist Homosexualität einfach nur eine Möglichkeit, sich sexuell abzureagieren.

Mit einer Sexualität die in keinster Weise die meine ist, kann ich mich auch nicht "abreagieren".

Dürfte gerade bei Männer auch schwierig werden, eine Erektion zu bekommen, wenn man so gar nicht erregt ist, um nicht zu sagen, sogar abgetörnt ist.

Wenn ich als stockhetero Mann für viele Jahre ins Gefängnis muss, dann könnte es auch möglich sein, dass ich mir vor lauter Druck mal ein PoLoch suche.

Bei 100%-igen Heteros? Dürfte, s.o., mit der Erektion schwierig werden.

Ach, und zu dem restlichen Unsinn habe ich dann auch keine Lust mehr, mich zu äußern ...

... würde eh nichts bewirken, was man nicht auch einfach mit "Verstand einschalten" lösen könnte, wenn man nur wollte.

Kommentar von SlowPhil ,

Genau das ist dieser Genderquatsch!

Das ist ein Irrtum. Wenn man von Genderquatsch redet, würde ich als Erstes an die Vorstellung von John Money denken, Geschlecht sei machbar.

Wir sind entweder Heterosexuell oder Homosexuell. Meintwegen noch Bisexuell.

Nein, es gibt auch Bisexualität mit mehr oder weniger starker Präferenz für ein Geschlecht und sogar eine, bei denen sich die Präferenzen im Laufe des Lebens ändern, eventuell sogar mehrfach.

Antwort
von jerkfun, 87

Damit ist gemeint,das der Mensch von Natur aus beide Geschlechter mag.Ob er sich in beide Geschlechter auch tatsächlich verliebt,ist mehr von der Erziehung,Rollenbildern,der Religion oder der selbst entwickelten Persönlichkeit (selbstbewusstes ,ich mag auch Männer ,bzw.Frauen,möchte aber keinen gleichgeschlechtlichen Sex,bzw.Beziehung eingehen,Traditionsverständnis ,etc)abhängig.Die überwiegende Anzahl der Wissenschaftler geht von einer latenten Bisexualität des Menschen aus.LG

Kommentar von molotov53 ,

Du bist glaub der einzige, der die Frage verstanden und auch richtig beantwortet hat. 

Kommentar von jerkfun ,

Danke schön ! 

Antwort
von Acer111111, 77

Das ist so eine dieser Annahmen die Freud einmal getätigt haben soll und durch den Kinseyreport gewissermaßen bekannt wurden. Es handelt sich dabei aber nur um eine Hypothese, es gibt also keine zwingenden Indizien die es zu einer Theorie machen würden.

Gemeint ist damit das sich vom psychologischen Standpunkt aus sehr viele Menschen eben nicht eindeutig in ausschließlich Hetero und ausschließlich Homo einordnen lassen. Heutzutage müsste man aber aus Bisexuell Bi-phil machen da es ja auch Personen gibt die gar kein sexuelles Interesse hegen sondern eine rein platonisch bzw. romantische Orientierung haben(siehe Asexualität).

Vom biologischen Standpunkt aus kann nur gesagt sein das die körperlichen Voraussetzungen die selben sind ergo Heterosexuelle und Homosexuelle biologisch nicht unterschieden werden können und natürlich auch Bisexuelle da keine Ausnahme darstellen.

Man kann also sagen das es nicht stimmt aber eben nur solange bis es jemand doch beweisen sollte.

P.S. Sexuelle Orientierungen könne auch absolut auftreten, bei Bisexualität gibt es aber zumeist Tendenzen.


Antwort
von DinoMath, 85

wäre mir neu.
Habe auch keine Idee auf was für eine Art und Weise das gemeint sein könnte, damits stimmt.

Wo hast du das her und was steht dabei?

Wie definieren die biologisch gesehen Bisexualität?

Antwort
von rainyday00, 104

Also das hab ich noch nie gehört. Biologisch macht hier gar keinen Sinn. Jedoch gibt es eine Theorie von Freud, dass alle Menschen eigentlich Bisexuell sind und Homo- bzw. Heterosexualität nur Auslegungen davon sind. Das wäre aber eher Psychologie. 

Antwort
von Andrastor, 67

Der Mensch ist generell einfach mal sexuell, ohne jegliche Einschränkung oder "Spezialisierung".

Die Sexualität selbst wird im Laufe des Lebens erlernt, somit hat jeder Mensch von Geburt an die Möglichkeit jede sexuelle Vorliebe annehmen zu können.

Kommentar von VeganeKlobrille ,

Nein, das denke ich nicht. Die Sexualität ist angeboren, man kann sie zwar beeinflussen/manipulieren/usw, aber der angeborene Kern wird immer bleiben. 

Männlein und Weiblein ziehen sich (in den aller meisten Fällen) von Natur aus an, ohne dass sie sich großartig Gedanken über ihre Sexualität gemacht haben.


Kommentar von Andrastor ,

Männlein und Weiblein ziehen sich (in den aller meisten Fällen) von
Natur aus an, ohne dass sie sich großartig Gedanken über ihre Sexualität
gemacht haben.

Das ist so leider völlig falsch.

Das sieht man sehr deutlich an Kleinkindern, die völlig frei und absolut unbefangen mit ihrer Sexualität umgehen. Gemacht wird was Spaß macht, egal ob es irgendwelchen Konventionen entspricht oder nicht.

Damit ist z.B. Gemeint das Kinder bis zu einem gewissen Alter weder Vorlieben für ein bestimmtes Geschlecht als Partner, noch für eine Geschlechterrolle für sich selbst haben.

Erst durch ihre Erfahrungen mit der Umwelt formt sich das Gesamtbild ihrer Sexualität.

Ein anderes Beispiel sind Wildkinder, also Kinder die von Tieren aufgezogen wurden, von denen es mehrere dokumentierte Fälle gibt. In all den dokumentierten Fällen waren die Kinder nach ihrer Resozialisierung nicht in der Lage Sexualität gegenüber Menschen aufzubauen.

Da die Prägung stattfand als sie bei ihren animalischen Familien lebten, sahen sie Angehörige dieser Tierarten als potentielle Sexualpartner und nicht Menschen.

Wäre die Sexualität, wie du sagst, auch nur im geringsten genetisch vorgegeben, dürfte es solche Fälle nicht geben. Die erste genetische Regel wäre nämlich in der eigenen Art zu bleiben.

Kommentar von VeganeKlobrille ,

Aber im Kindesalter sind die Genitalien und Geschlechtsorgane noch nicht völlig ausgereift bzw funktionstüchtig, daher besteht auch nicht wirklich ein "sexueller Drang" bzw ein "sexuelles Bedürfnis", deswegen ist die Sicht zur Sexualität auch eher neutral.

Das mit den dokumentieren Wildkindern ist echt interessant, lese ich mir mal morgen durch :)

Der Wunsch seine DNA weiterzugeben und sich fortzupflanzen ist in der Natur zu finden.



Kommentar von VeganeKlobrille ,

Daher muss das auch genetisch vorherbestimmt sein, sonst würden sich Tiere überhaupt nicht vermehren.

Und vermehren geht nur mit einem Männchen und einem Weibchen.

Kommentar von Andrastor ,

Und vermehren geht nur mit einem Männchen und einem Weibchen.

Nicht wirklich, Blattläuse und Ameisen sind nicht auf Männchen zur Reproduktion angewiesen, auch bei einigen Amphibienarten hat man Vermehrung ohne Sexualität entdeckt.

Auch was Tiere betrifft sind viele der sexuellen Vorlieben nicht rein instinktgesteuert, sondern erlernt.

Der Kampfschreiter beispielsweise ist eine Vogelart bei der gut ein Drittel aller Männchen rein homosexuell sind, und ein gutes anderes Drittel Bisexuell.

Kommentar von Andrastor ,

wirklich ein "sexueller Drang" bzw ein "sexuelles Bedürfnis",

Auch das ist falsch.

Sogar Kleinkinder und Babys haben ein gewisses sexuelles Bedürfnis, welches sich jedoch zumeist in anderer Form zeigt als bei Erwachsenen.

Es gibt einige sehr aufschlussreiche Berichte darüber, einige davon zum Beispiel von einer Soziologin, welche ihr Baby (1 Jahr +-) bei der Masturbation beobachtet.

Kommentar von SlowPhil ,

Der Wunsch seine DNA weiterzugeben und sich fortzupflanzen ist in der Natur zu finden.

Ich denke nicht, dass irgendein Tier, von einer Pflanze ganz zu schweigen, primär die Weitergabe seiner Gene im Blick hat, zumal ihm dieser Begriff unbekannt sein dürfte.

Ich glaube nicht, dass es von Natur aus so etwas wie einen Fortpflanzungstrieb gibt. »Sich fortpflanzen wollen« bzw. »seine Gene weitergeben wollen« ist m. E. ein mehr oder minder bewusster Akt und tritt nicht als elementarer Trieb auf.

Dass der Sexualtrieb besteht und es Heterosexualität gibt, führt im Effekt zur Fortpflanzung, und dann gibt es bei Vögeln und Säugern einen weiteren Trieb, der sie sich um den Nachwuchs kümmern lässt, der aber ein vom Sexualtrieb unabhängiger, ganz eigener Instinkt ist.

Antwort
von Harald2000, 70

Prinzipiell schon richtig; trotzdem gibt es Gewichtungen - biologisch und entwicklungsbedingt.

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