Frage von br0mbeere, 37

Wie ist das eigentlich wirklich mit Ebbe und Flut?

Also wie jeder weiß ist das ja wegen der Anziehungskraft des Mondes aber wieso gibt es dann Ebbe und Flut 2x am Tag und wieso ist Flut jetzt auf der einen Seite und auf der anderen seite auch und dazwischen Ebbe (siehe Foto)
Irgendwie kapier ich das ganze nicht mehr.. HILFE
Hoffe ihr könnt das ungefähr lesen!

Antwort
von uteausmuenchen, 29

Hallo br0mbeere,

Ja, die Gezeiten entstehen aus dem Zusammenspiel der Anziehungskraft des Mondes und der Rotation der Erde.

Und üblicherweise malt man es auch so auf, wie Du hier: Ein Flutberg Richtung Mond, einer gegenüber.

Meist erklärt man dann den zum Mond zeigenden Flutberg so, "dass die stärkere Anziehungskraft des Mondes das Wasser dort anhebt". Gegenüber soll es dann die Fliehkraft sein, die den zweiten Berg verursacht.

Mit dieser Erklärung geben sich fast alle Menschen zufrieden. Sie ist so schön leicht.

Leider auch nicht richtig.

Tatsächlich sind die Gezeitenkräfte des Mondes viel zu gering, um das Wasser anzuheben.

Du kennst das vielleicht vom Schneemannbauen: Man kann mühelos große Kugeln vorwärtsrollen - beim Anheben scheitert man.

Und genauso bewegt der Mond das Wasser horizontal. Er hebt es nicht an. die im Vergleich zur Umgebung etwas höhere Anziehungskraft am mondzugewandten Punkt verzögert einfach nur das Wasser dort ein wenig.

Am mondzugewandten Punkt der Erde hebt sich das Wasser also, weil unser Planet sich zu schnell dreht, der Mond bleibt aus Sicht eines Punktes auf der Erde zurück. Die Wassermassen werden deshalb durch den Mond tangential von der festen Erdkugel weggezogen.

Dasselbe passiert gegenüber. Dort ist die Anziehungskraft des Mondes minimal geringer als in der Umgebung und auch dort versucht das Wasser diesem minimalen Einfluss zu folgen, wenn sich die Erde darunter wegdreht.

Durch das minimale ansammeln von Wasser an diesen beiden Punkten entstehen die beiden Flutberge. Die Gezeitenkräfte ändern sich an verschiedenen Orten der Erdoberfläche infolge der Erddrehung regelmäßig und heben und senken die Meeresspiegel periodisch.

Man muss aber auch sagen: Dieses Bild stimmt nur auf dem offenen Meer. Der vom Mond verursachte Unterschied ist nur etwa 30 cm, die damit verbundenen Wasserströmungen führen aber an den Meeresküsten zum Anstieg und Abfall des Wasserspiegels in der Größenordnung von Metern. An einzelnen Stellen können bei entsprechender Küsten- und Meeresbodenform resonante Schwingungen mit besonders großem Tidenhub entstehen. Diese Resonanzen führen dann auch lokal zu Abweichungen vom strengen "2x am Tag"-Rhythmus. An einigen Küsten hat man nur einen Flutberg am Tag, an anderen Abschnitten variiert die Höhe der Gezeiten periodisch. An der Küste bestimmen einfach die Beckenformen die Gezeiten viel mehr als der Mond allein.

http://www.weltderphysik.de/gebiet/planeten/atmosphaere/meere/gezeiten/

Grüße

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