Es werden doch so oft Filme/Serien aus dem englischen ins deutsche übersetzt. Wie machen die das, die Personen bewegen im Film den Mund passend zur deutschen Tonspur, die werden doch nicht jeden Film extra für alle sprachen neu drehen, oder?

Ich muß Dir leider widersprechen - die Lippenbewegungen sind nicht passend zur Synchronisation.
Wenn Du Dir mal die Mühe machst, einen Film auf DVD in der Originalsprache zu schauen, wenn auch nur für ein paar Minuten, dann wird Dir das auffallen.
Die Übersetzungen werden möglichst annähernd gebracht, aber niemals wortgetreu/wörtlich, weil die deutsche Sprache schon allein wegen des Satzbaues mehr Zeit benötigen würde. Englisch ist da sehr knapp, auch im Wortwitz.
Und so entgeht dem deutschen Zuschauer allerhand, nicht nur die oft faszinierende Stimme des Darstellers. Bruce Willis nuschelt...

Nein, deshalb wird der Text auch oft nur sinngemäß übersetzt und dann entsprechend der Mundbewegungen gesprochen.
noch ein historischer Kommentar:
in den 30er Jahren war eine Synchronisation noch nicht möglich und es wurden wirklich einige Filme mehrmals in verschiedenen Sprachen gedreht!
das berühmteste Beispiel ist sicher Dracula. wem die Version mit Bela Lugosi gefällt sollte sich unbedingt mal die abends am gleichen Set parallel gedrehte spanische Version ansehen. Obwohl ich grosser Fan von Lugosi bin finde ich die spanische Version deutlich besser.
Apropos verschiedene Sprachen: In den 70ern und 80ern wurden zum Beispiel die Haudrauf-Filme mit Terence Hill&Bud Spencer komplett synchronisiert. Grund war,daß die Schauspieler normalerweise keine gemeinsame Sprache hatten. Da spielten schonmal Spanier in der selben Szene wie Italiener,Deutsche oder Briten...und jeder sprach seinen Text in "seiner" Sprache. Daher gibts von diesen Filmen in der Regel auch keine "Orginalversion"...die mussten alle nachsynchronisiert werden.

das verfahren nennt man synchronisieren. dabei übernimmt ein synchronsprecher die textaussagen. der film bleibt also als "alt "bestehen und lediglich die texte werden übersetzt nachgesprochen. ein schwieriger beruf, weil zeitgleich, aber auch mit den gleichen emotionen in der stimme eine situation nachgesprochen werden muß. viele schauspieler sind nebenbei auch synchronsprecher, aber auch z. b. tim mälzer hat einer figur schon seine stimme gegeben.
ich hab zum Beispiel Knight Rider staffel 2 zu hause, und hab mir da auch schon gedanken gemacht. Ich kann aber keinen Unterschied zwischen den Mundbewegungen und dem Text erkennen.
Brynhild am 11. Februar 2008 19:12 Dann ist in diesem Fall die Synchro sehr gut :)

Also wenn Du genau hinschaust sieht man schon dass sich die Lippen nicht richtig zum Ton bewegen. Versuch mal ein NEIN wie ein NO auszusprechen oder umgekehrt!

Natürlich nicht. Und die Münder bewegen sich nicht so genau passend.
Je besser und aufwendiger ein Film synchronisiert wurde, desto weniger sieht man, dass eigentlich eine andere Sprache im Original gesprochen wird.
ganz vermeiden kann man es aber kaum, da die Lippenbewegung im englischen nicht der deutschen entspricht. Gerade bein th und s- Lauten gibt es keine deutsche übereinstimmung, die so aussieht, wie man diese Laute spricht

Nein das wird in einem Synchronstudio gemacht. Viele Schauspieler machen das noch nebenbei. Verleihen so ihre Stimme für viele fremdsprachige Filme!
Absolut richtig. Außerdem wird - wie auch Tanzwiesel schon andeutete - bei der Übertragung des Textes auf die Labialen (z.B. p, b, m) geachtet, damit Lippenbewegungen und Laute nicht allzu stark "auseinanderlaufen". Wer übrigens den Jever Werbespot mit dem einsamen Mann auf der Nordseeinsel aufmerksam ansieht, bemerkt, dass er zum Schluss sagt: "No other beer!" Man hört allerdings die Synchro: "Kein anderes Bier!"
@Maienblume: Zwar hast Du im Prinzip vollkommen recht, jedoch: Ich möchte Jodie Fosters Synchronstimme Hansi Jochmann gegen kein Original der Welt eintauschen!
Ich hab mich auch dermaßen an die altgewohnten Synchronstimmen gewöhnt - als man die Stimme von Captain Jean Luc Picard/Patrick Steward in einer der letzten Staffeln von Star Trek/TNG änderte, bin ich fast ausgeflippt!
Mir macht außerdem Spaß, zuzuordnen, welchen Schauspieler der Sprecher, den ich gerade höre, noch sonst so spricht... manchmal seeehr witzig!
Und Jodie Fosters Stimme ist sehr schön, das ist wahr. Manche Synchronstimmen sind besser als das Original. Sehr oft auch verständlicher - siehe Bruce Willis... ;-)
Ja, nur dass Brucies Alter Ego auch Werbung für Praktiker macht - seufz! - aber auch Synchronsprecher wollen ihre Schäfchen ins Trockene bringen...
Der deutsche Sprecher von Pierce Brosnan hat mal in einem Interview gesagt,daß für einen Kinofilm in der Regel 2-3 Tage für die Synchro gebraucht werden,zumindest für die Stimmen. Selbst wenn die Darsteller also 2 oder 3 Filme im Jahr machen, ist die Synchronarbeit für die jeweiligen Sprecher kein zeitfüllender (und finanziell lohnender) Job,weswegen sie auch andere Jobs annehmen. In "Bruce's" Fall also Werbung für Praktiker.
Maienblume: Dieser Wechsel der Synchronstimme bei Steward war echt krass. Aber interessant ist auch das die deutsche Synchronisation von Star Trek Enterprise (die alte) oft einiges mehr an Wortwitz enthält als das amerikanische Original.