Frage von anny137, 144

Wie ist die Entstehungsgeschichte der CDU und der AFD?

Hey, ich halte bald ein Referat über diese Parteien, aber ich finde fast keine Informationen zur die Entstehungsgeschichte. Könnt ihr mir helfen? das wäre ganz lieb!

Antwort
von 1988Ritter, 64

Geschichte der CDU

Ziel
der CDU war es, alle christlich orientierten Kräfte in einer „Union“ zu
sammeln. Das staatliche Leben sollte auf christlicher, demokratischer
und föderaler Grundlage aufgebaut werden. Erster und unsere Partei
prägender Vorsitzender wurde Konrad Adenauer.

Soziale Marktwirtschaft

Von entscheidender Bedeutung wurde ab 1948 die durch Ludwig Erhard
geprägte Soziale Marktwirtschaft. Die CDU setzte sich von Beginn ihrer
Existenz an für die europäische Integration Deutschlands und für die
Westbindung in Europäischer Gemeinschaft und NATO ein. Zentrales Ziel
war seit der Teilung Deutschlands die Wiedervereinigung unseres
Vaterlandes. Zur politischen Lebensleistung von Kurt-Georg Kiesinger und
Rainer Barzel gehörte, die deutsche Frage offen zu halten. Die Menschen
in Ostdeutschland schafften mit einer friedlichen Revolution die
Voraussetzung für ihre Lösung. Unter der Führung von Helmut Kohl
entstand ein einiges, freies und fest im Westen verankertes Deutschland.

Die CDU in der DDR

In der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR sah sich die dortige
CDUD (Christlich-Demokratische Union Deutschlands) dem immer stärker
werdenden Druck der Sozialisten ausgesetzt. Nachdem die sowjetische
Besatzungsmacht den Führungspersönlichkeiten Andreas Hermes, Jakob
Kaiser und Ernst Lemmer die politische Arbeit unmöglich gemacht hatte,
musste sich die CDUD im Rahmen der Nationalen Front der SED unterordnen.
Von aufrechten Männern und Frauen gegründet, geriet die CDUD in der SBZ
und der DDR in das Mahlwerk eines totalitären Systems. Vielen Menschen,
die christlich-demokratischen Werten nahestanden, blieb der Weg zu
einer Mitarbeit versperrt.

Ende 1989 fand die CDU zu einer eigenständigen Politik zurück und
siegte am 18. März 1990 bei den ersten freien Volkskammerwahlen. Dort
war sie zusammen mit dem "Demokratischen Aufbruch" (DA) und der
"Deutschen Sozialen Union" (DSU) im Wahlbündnis "Allianz für
Deutschland" angetreten. West- und Ost-CDU vereinigten sich auf dem 1.
gemeinsamen Parteitag der gesamtdeutschen CDU Deutschlands am 1. und 2.
Oktober 1990.

CDU und CSU

Die bayerische Schwesterpartei Christlich-Soziale Union (CSU) ist
seit 1949 mit der CDU im Deutschen Bundestag in einer
Fraktionsgemeinschaft verbunden.

https://www.cdu.de/partei/geschichte

AfD

Nach ihrer Gründung im April 2013 gelang der AfD ein rascher

Aufstieg. Zwar missglückte der Einzug in den Bundestag, aber bei der

Europawahl und allen Landtagswahlen 2014 und 2015 erreichte sie

Parlamentsmandate. Die Folgen der Eurokrise waren der zentrale

Gründungsimpuls und nehmen im Programm breiten Raum ein. Daneben ist es

von liberal-konservativen und national-konservativen Inhalten geprägt.

http://www.bpb.de/politik/grundfragen/parteien-in-deutschland/211108/afd

Kommentar von anny137 ,

Danke! den Text über die Cdu hab ic hauch schon gelesen,aber dort handelt der text häuptsächlich von der Geschichte nach der g Gründung.Aber im Text von der afd sind einige gute Informationen

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 85

In kurzen Worten: 

Die CDU ist die Nachfolger-Partei der Partei namens "Zentrum". Das war zu Nazi-Zeiten die größte "christliche Partei"; und zugleich war es neben der "Bayernpartei" (= Vorgängerpartei der CSU) eine der nazi-freundlichsten Parteien in Deutschland. (Beide Parteien unterstützten stets zu 100%, was Hitler gerade forderte, sagte oder tat.)

Da die Fortführung der Partei unter dem Namen "Zentrum" nach dem Krieg politische, rechtliche und gesellschaftliche Probleme gebracht hätte, entschloss man sich zu einer rechtlichen "Neugründung" (faktisch war es aber eine Fortführung unter anderem Namen), die sich dann CDU, also Christlich Demokratische Union, nannte.

Das war's aber auch im Wesentlichen, denn fortan wurde sie ein Auffangbecken für Alt-Nazis und Reaktionäre. Zehntausende ehemalige NSDAP-Mitglieder, die eine neue politische Heimat suchten, aber keine "Neo-Nazi-Partei" gründen durften, wechselten daher zur CDU bzw. zur CSU. Kiesinger ist so ein Beispiel. Ein hochrangiger Alt-Nazi, der es in der CDU bis zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland brachte. Und auch die DVU ("Deutsche Volksunion"), eine rechts-nationalistische Partei ähnlich wie die NPD, die sich allerdings 2011 auflöste und teilweise in der NPD aufging, ist ursprünglich eine Abspaltung der CSU.

Übrigens: Im ersten deutschen Bundestag saßen - dank CDU, CSU und FDP - mehr Alt-Nazis, als im letzten deutschen Reichstag.

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Die AfD wurde vom Wirtschaftsprofessor Lucke "auf leerem Boden" (also ohne konkreten Vorgänger) gegründet, um dem Kurs der anderen Parteien ein komplett auf die Wirtschaft ausgerichtetes, neoliberales Programm entgegenzusetzen. Das war nach Ansicht Luckes und seiner Freunde wichtig, weil auch die FDP an vielen Stellen eingeknickt war und gelernt hatte, dass der Neoliberalismus in der Praxis nicht so gut ist, wie er in den Büchern aussieht.

Dazu sammelte Lucke neoliberale Kräfte - vor allem aus der Wirtschaft - um sich und gemeinsam arbeiteten sie ein Programm aus, das ausschließlich auf Konzerne und deren Interessen zugeschnitten war. Viele Teile des Programms existieren bis heute im aktuellen AfD-Grundsatz-Programm. So mancher Punkt wurde aber mittlerweile gestrichen oder verwässert; weil die aktuelle AfD-Führung nicht einmal annähernd über die Wirtschaftskompetenz der alten AfD-Elite verfügt. 

Mitte des Jahres 2015 spaltete sich die AfD dann in eine vorrangig rechts-populistische AfD und jene "ursprüngliche AfD", die Lucke einst gegründet hatte. Letztere heißt "ALFA".

Antwort
von Revolutionist, 71

Die CDU wurde 1945 als interkonfessionelle Partei gegründet. Der Leitgedanke war, alle christlich orientierten Kräfte in einer „Union" zu sammeln. An der Gründung waren maßgeblich ehemalige Mitglieder der katholischen Zentrumspartei beteiligt, die zwar nach dem zweiten Weltkrieg erneut gegründet wurde, sich jedoch nicht gegen die CDU durchsetzen konnte. Zur ersten deutschen Bundestagswahl bildeten die Abgeordneten der CDU gemeinsam mit den Abgeordneten der CSU eine Fraktionsgemeinschaft, die noch heute in Form der CDU/CSU-Fraktion besteht.

Die AfD wurde 2013 als Reaktion auf die Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung gegründet und scheiterte bei der Bundestagswahl 2013 mit 4,7% der Stimmen nur knapp an der Sperrklausel von 5%. Ziel der Partei war es, die Südstaaten dazu zu bringen, die Eurozone zu verlassen und stattdessen zu den nationalen Währungen zurückzukehren. Zudem galt die Partei als gemäßigt EU-kritisch und kritisierte, dass die europäische Integration dazu führe, dass die nationalen Parlamente geschwächt würden und forderte die Rückgabe einiger Kompetenzen. Im Mai 2015 wurde Frauke Petry zur neuen Parteivorsitzenden gewählt, seitdem fährt die Partei einen eher nationalkonservativen Kurs, was sich insbesondere in der Migrationspolitik sowie in Gesellschaftsfragen bemerkbar macht. 

Antwort
von Kurpfalz67, 55

Fast keine Infos??? Wo hast du gesucht???

Gib mal "Geschichte der CDU" ein, dann siehst du, was fast keine Infos sind!!!

Das gleiche gilt für die AfD!

Hier ein Beispiel http://www.bpb.de/politik/grundfragen/parteien-in-deutschland/42060/geschichte

Aber um zu entscheiden, was für das Referat wichtig ist und was nicht, muss man halt bissl lesen.....gelle??? ;-)

Kommentar von anny137 ,

erstmal danke für den Link.Ich habe bei vielen bekannten Seiten wie Wikipedia und auch bei den offiziellen Seiten der Parteien geschaut, dort war aber die Geschichte und Entwicklung der Parteien von dem Gründungstag bis Heute. Ich brauche nur viele Informationen zur Entstehung, nicht zur Entwicklung.Denn zur Entwicklung und zur Geschichte nach der Gründung stehen viele Informationen.

Kommentar von Kurpfalz67 ,

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel

 

am Gründungshaus der CDU, Platanenallee 11, in

 

Berlin-Westend

Im Chaos des Zusammenbruchs der nationalsozialistischen Diktatur kam es unmittelbar nach Kriegsende 1945 überall in Deutschland – unter anderem in Berlin, Köln, Frankfurt, Hannover, Stuttgart, Würzburg, München – zu fast gleichzeitigen, spontanen, voneinander unabhängigen Gründungen der Christlich-Demokratischen sowie der Christlich-Sozialen Union. Ihre Idee war in den Widerstandskreisen und Gestapogefängnissen im Bewusstsein gemeinsamer Schicksale, politischer Überzeugungen und Leitbilder unabhängig von der Konfession entstanden.

Unmittelbar nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen am 6. März 1945 setzten in Köln konkrete Planungen für eine neue „christlich-demokratische Partei“ ein. Die nach dem 17. Juni 1945 erarbeiteten „Kölner Leitsätze“[44] bildeten die Grundlage für die Programme der neuen Partei in Rheinland und Westfalen vom September 1945. Fast gleichzeitig trat in Berlin am 26. Juni 1945 die Christlich-Demokratische Union mit ihrem Gründungsaufruf „Deutsches Volk!“ an die Öffentlichkeit.

Die Gründungsaufrufe waren in der Mehrzahl von NS-Verfolgten, KZ-Häftlingen oder Emigrierten unterschrieben. Der erste Vorsitzende der CDU, Andreas Hermes, war wegen Beteiligung am Attentat des 20. Juli 1944 zum Tode verurteilt worden und erwartete in der Todeszelle von Plötzensee seine Hinrichtung, bevor er im April 1945 befreit wurde. Die neue christliche, interkonfessionelle Partei sollte nach seiner Ansicht die Mängel der katholisch dominierten Zentrumspartei in der Weimarer Republik im künftigen deutschen Staat ausgleichen.

Wahlplakat von 1953

Die CDU organisierte sich zwischen 1945 und 1949 in den deutschen Ländern und Besatzungszonen unterschiedlich schnell. Ein erster übergreifender Zusammenschluss erfolgte im gemeinsamen Zonenausschuss der acht Landesverbände der CDU der britischen Zone, der sich am 22. Januar 1946 im ostwestfälischen Herford konstituierte. Zum Vorsitzenden des Zonenausschusses wurde Konrad Adenauer gewählt. In der französischen und amerikanischen Besatzungszone wurde ein Zusammenschluss untersagt. 1947 bildete die CDU deswegen eine Arbeitsgemeinschaft, um die innere Geschlossenheit der Partei trotz der unterschiedlichen Fortschritte zu wahren.[45] Die Kooperation mit derCDU in der Sowjetischen Besatzungszone schwand aufgrund der oktroyierten politischen Ausrichtung. Am 11. Mai 1950 schloss sich bei einer Konferenz der Landesvorsitzenden in Königswinter die CDU auf Bundesebene zusammen.[46] Am 21. Oktober desselben Jahres wurde dies auf dem 1. Bundesparteitag in Goslar bestätigt.

Ein wesentlicher Teil ihrer Mitgliederschaft (unter anderem Konrad Adenauer) entstammt der vor dem Zweiten Weltkrieg existierenden katholischund süd-/westdeutsch geprägten Zentrumspartei. Auch führende Mitglieder der Deutschnationalen Volkspartei, der rechtsliberalen Deutschen Volkspartei und der liberalen DDP traten der CDU bei, insbesondere in Norddeutschland. Die Gründung der Union als weltliche und interkonfessionelle Partei ermöglichte es im Gegensatz zur ehemaligen Zentrumspartei, weit über das katholische Milieu hinaus auch in protestantischen Kreisen Fuß zu fassen.

Ein erstes stark antimaterialistisch geprägtes Neheim-Hüstener Programm von 1946 für die britische Zone wurde in weiten Teilen von Adenauer formuliert. Das Ahlener Programm aus dem Jahr 1947 wurde maßgeblich von der CDU in den britischen Besatzungszonen geprägt und sah im Sinne eines „christlichen Sozialismus“ vor, sich von einer kapitalistischen Sozial- und Wirtschaftsordnung abzuwenden. Die „Düsseldorfer Leitsätze“ von 1949 befürworteten im Gegensatz dazu die kapitalistische Wirtschaftsordnung im Sinne einer sozialen Marktwirtschaft, die vom ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer sowie Ludwig Erhard als Bundesminister für Wirtschaft in die Praxis umgesetzt wurde. 1953 manifestierte die Partei diese Ausrichtung im „Hamburger Programm“.

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