Frage von thefastanswer, 34

Wie intelligent sind die in der Industrie 4.0 beschriebenen Cyber-physischen Systeme im Vergleich zum Menschen?

Antwort
von zalto, 25

Sonderlich intelligent müssen die gar nicht sein. Wenn man ein Ventil über ein Prozessleitsystem öffnet, ist das auch schon "cyber-physisches System".

Ansonsten sind Systeme so intelligent, wie sie erdacht wurden. Wenn das Ventil öffnet, sobald bei einem Sensor eine gewisse Temperatur überschritten wurde, ist das ein kleines Stückchen intelligenter.

Noch intelligenter wird es, wenn ein Fass dem Ventil sagen kann "Ich stehe unter Dir und will befüllt werden - bitte öffne Dich".

Noch intelligenter wird es, wenn nach Änderung des Kundenauftrags die Produktionsaufträge sich automatisch anpassen und dann das Fass dem Ventil sagt "Bitte fülle mich voller als sonst.".

Noch intelligenter wird es, wenn die Änderung des Auftrags so zustande kam, dass eine künstliche Intelligenz sich Twitter-Feeds durchgelesen hat und zur Erkenntnis kam, dass das Produkt eines Kunden in der Beliebtheit am steigen ist und zu dessen Produktion mehr Fassinhalt notwendig sein wird. :-)

Der Phantasie, wie intelligent das ganze noch werden kann, sind keine Grenzen gesetzt.

Kommentar von thefastanswer ,

Aber zieht man mal den Vergleich zum Menschen, dann sind diese Systeme doch nicht intelligenter als der Mensch oder?

Kommentar von zalto ,

Zur Frage, wie intelligent IT-Systeme noch werden können gibt's ja diese schöne Grafik, in der man ablesen kann, wann der Zustand "intelligent wie eine Maus", "intelligent wie ein Mensch" und "so intelligent wie die gesamte Menschheit" erreicht sein wird.

https://i.kinja-img.com/gawker-media/image/upload/s--JcUYFeyx--/c\_scale,fl\_pro...

Bei cyberphysischen Systemen könnte man sowas bestimmt auch machen wie "Roboter, der Treppen steigt", "Roboter, der Tango tanzt" und "Roboter, der in der Fußball-Nationalmannschaft mitspielen kann". 

Aber das hilft ja alles nicht so viel, die industrielle Fertigung zum optimieren: Ich will doch keinen Hilfsarbeiter 2.0, der durch die Fabrikhalle tanzt, sondern integrierte, autonom und dennoch sicher interagierende Systeme. Deren Intelligenz ist dann nicht 1:1 mit den kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Menschen vergleichbar.

Kommentar von RakonDark ,

Das Problem an der Graphik ist das sie meint das das Denken abhängig wäre von der anzahl der Rechenoperationen . Leider ist das aber nur eine Vermutung die einem Wunschdenken entspricht .

Wir haben nichtmal Theoretisch erfasst wie denkprozesse funktionieren .

Einzig alleine kann verglichen werden wieviele Entscheidungen ein Computer treffen könnte und hoffen dann das die Anzahl an Entscheidungen ein menschliches Denken ergibt . Fragt sich aber immer noch wie der Computer mit den vielen Entscheidungen zu einer menschlichen Intelligenz kommt . Wird es dann ein Einstein ? Der eine ganz andere Logik aufnimmt und diese Beweisst ? Oder muss mann wie bei einem Passwort unendlich viele kombinationen denken um dann einen Einsteinischen Gedanken zu haben ?

Die diskussion gibt es schon lange . Bei der Rechenleistung ging das weil man einfach auf die Optimierung von physikalischen Gesetzen  setzen konnte . Aber auch da ist inzwischen schon das Ende erreicht . MHz kann nicht mehr gesteigert werden , dafür hat man dann mehrere Kerne . Also muss man wieder Macrofähigkeiten in vordergrund stellen .

Was bringen mir 1 Million Kerne , wenn das Wetter trotzdem nicht genau berechnet werden kann . Was bringt mir ein ganz ganz schneller Rechner wenn ich noch nichtmal die theoretischen Vorraussetzungen habe um ein denkprozess zu emulieren . Vieles scheint nur wie denken , sind aber einfach nur nachahmungen die sich dann doch nicht als denken herraustellen . Kann ein Computer bewusst lügen etc etc oder muss er seinem Programm folgen ?

Solange wir das Grundwissen vom denken noch nicht haben , können wir gar nicht genau sagen wann ein menschliches Gehirn emuliert werden kann .

Zum abschluss kann man nur sagen . Eigentlich sollten wir schon lange auf dem Mond wohnen und den Mars besiedelt haben . Aber wie wir sehen ... nüscht von passiert .

Kommentar von zalto ,

Ich halte diese Überlegungen zwar alle für berechtigt - aber auch für reichlich akademisch und vielleicht auch "typisch deutsch".

Um einen Vergleich zu bringen: Auch wenn ein Taschenrechner gar nicht "weiß", was 3+5 bedeutet und unter welchen mathematischen Vorbedingungen es 8 ergibt, ist er doch in der Lage, das Ergebnis "8" auszugeben. Sehr schnell, sehr gut reproduzierbar, mit einem sehr geringen Energieverbrauch. Das reicht für den Hausgebrauch.

Ebenso wäre es mir egal, wenn ein mir intelligent erscheinendes   System das Leben deutlich erleichtern würde, ohne dass dieses System wirklich intelligent (in einem wissenschaftlichen Sinn) wäre, sondern einfach nur viel rechnet und viele Daten miteinander verknüpft.

Ebenso egal wäre es einem kaufmännisch denkenden Menschen, wenn die Produktion wesentlich besser und günstiger als bisher erfolgen könnte. Ohne dass nachweisbar wäre, dass man tatsächlich schon das mathematische Optimum erreicht, sondern einfach nur "sehr gut" ist - im Sinne von "besser als die Konkurrenz".

Ist zugegebenermaßen sehr pragmatisch - aber "money makes the world go round" und Geschwindigkeit zählt - auch wenn die Professoren die Nase rümpfen.

Kommentar von RakonDark ,

Da gebe ich Dir schon in meinem Beispiel recht . Weil Du benutzt ja nur Sachen die schon vorhanden sind  und machst sie einfach schneller . Das Wissen haben wir , viele schnelle Entscheidungen . Aber das was entschieden werden soll und nach welchen kriterien da trennt sich dann der Computer vom Mensch .

Das Problem ist aber das wir nur von einem wirtschaftlichen Effekt ausgehent , also eine Wissenschaft die eigentlich auch nur aus Mathematik herraus existiert .
Wenn wir das alles weg lassen , dann ist ein Taschenrechner schon ein vielfaches eines Gehirns , allerdings  , nur auf genau eine Aufgabe begrenzt , dem Rechnen bzw einer Formalen Welt zugeteilt .  Aber wie schon bei Colossus im Film beschrieben : Werden  die beiden Computer wirklich  eine eigene Sprache erfinden wollen ?  Oder werden sie vorhandene Sprache einfach so kryptisch machen  das wir sie nicht mehr entschlüsseln können .

Die Wirtschaft X.0 brauch aber gar keine Intelligenz , das würde sich ja fast wiedersprechen . Die Wirtschaft will nur eine perfekte Umsetzung . Auch wenn es intelligenter wäre kein Zucker mehr zu Produzieren  , wäre es wirtschaftlich gesehen keine gute Idee . Andersrum könnte der intelligente Wirtschafstcomputer uns alle abhängig machen um sein maximum an Wirtschaftseffekt zu erzielen .
Womit wir dann bei der Matrix wären . Also ein Intelligenter Computer der den Mensch als Resource sieht und das will die Wirtschaft (die reichen Menschen im System) definitiv nicht .

Ok jetzt wird es zu Philosophisch .

Nehmen wir also nur ein Apsekt dann haben wir schon lange Computer die viele Gehirne sind . Nehmen wir aber das Gesamte haben wir noch nicht mal eine Ahnung wie  das funktionieren soll .

Deswegen , und ich meine ja die Graphik , kann man das nicht so sagen . Heutige Flops sind Intelligenter als eine Maus , den eine Maus kann weder Rechnen noch Wirtschaften ;)



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