Wie in Schule mit Depressionen umgehen?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Antidepressiva lasse bitte so lange als möglich die Finger von. Es gibt Millionen unterschiedlicher Dinger die da verordnet werden können. Ob das richtige Mittel also gleich verordnet wird kann kein Mensch garantieren. Dafür sind die Nebenwirkungen gerade während der Pubertät nicht mal annähernd erforscht. 

Du bist in der Pubertät. Das ist die größte Umbauphase die wir Menschen nach der Geburt erleben. Natürliche Aufgabe der Menschen in der Pubertät ist es die Welt der Erwachsenen zu erforschen, zu hinterfragen und infrage zu stellen. Nur so funktioniert Fortschritt. Heute aber werdet Ihr jungen Leute massiv daran gehindert diesen natürlichen Aufgaben nachzukommen. 

Es fängt mit der Ernährung an. Du solltest morgens mit einem selbst gemachten Müsli starten. Da gehören etwa zwei Esslöffel gut weich gekochte Getreidekörner rein. Die gleiche Menge Nüsse. Ansonsten Flocken verschiedenster Art, gerne Amaranth-Popcorn, brauner Zucker oder Honig und Obst nach Geschmack sowie Flüssigkeit. Weiter eine Prise Salz. Vorräte gehören in geschlossene Gefäße umgefüllt damit keine Insekten sie befallen können. Dazu eignen sich geleerte Lebensmittelgläser mit Verschluss. 

Weiter ist es unbedingt nötig zu wissen dass wir Menschen auch in der Pubertät wöchentlich maximal 300 g Fleisch benötigen. Wir brauchen dafür aber mehr Gemüse und Hülsenfrüchte. Es gibt heute eine reiche Auswahl davon. 

Für abends gewöhne Dir an Sprossen zu züchten. Diese füllst Du in ein geleertes Glas, bedeckst sie mit einem dünnen alten Stück Stoff. Vorher werden sie unter einem Sieb gut ausgespült. Dann kommt das Glas da hin wo das meiste Wasser genutzt wird. Wer Wasser laufen lässt spült auch gleich die Sprossen aus und stellt sie gut feucht zurück. Aus den Sprossen machst Du etwa zwei Mal in der Woche ein leckeres Gericht nach Rezept welches Du wie alle anderen online findest. Bitte halte Dich unbedingt an die Fettmenge denn diese ist nötig um alle wichtigen Nährstoffe aufnehmen zu können. 

Wesentlich ist auch ausreichend zu trinken. Wer nicht ausreichend trinkt kann nicht denken. Drei Liter sollten es während der Schulzeit sein. Discounter bieten eine große Auswahl an verschiedensten Tees in laut Öko-Test guter Qualität. Ein Teebeutel reicht auf einen Liter. In einer Thermoskanne mit Trinkbecher lässt sich so ein Getränk mit zur Schule nehmen. Auch hier wieder: Brauner Zucker oder Honig um nach Geschmack zu süßen. 

-----------------------------------------------

Weiter ist es wichtig dass der Lehrkörper von Deiner Erkrankung weiß. Schule hat den Schülern gegenüber eine Fürsorgepflicht. Dieser kann Schule nur nachkommen wenn ausreichende Informationen gegeben werden. Lehrer können auf eine Klasse durchaus stark einwirken damit es nicht zu Angriffen kommt. Also suche Dir eine Lehrkraft des Vertrauens uns bitte um ein persönliches Gespräch. Bestenfalls ist mindestens ein Elternteil dabei. So ein Gespräch findet dann nicht in Anwesenheit anderer SchülerInnen statt. Sei ehrlich. Dann kann Dir auch geholfen werden. 

Nicht nur auf youtube findest Du Unterricht und viele andere Unterstützung zu jedem Fach und Thema gibst Du in die Suchmaske dort und auch in jene des Browsers Fach und Thema ein. Der Unterricht geht bis weit nach dem Abitur. Wähle aus den vielen KOSTENLOSEN Angeboten jene aus die für Dich am besten passen und speichere sie für regelmäßigen Gebrauch in einer Linkliste. 

Auf youtube findest Du zudem viele Videos zu workout, gymnastik, yoga. Wähle aus und nutze die ausgewählten Übungen als Lernpausen. 

Der Mensch braucht ein Hobby. Da es oft genug in unserer Gesellschaft an erfüllenden Informationen fehlt besorge Dir den Ausweis einer öffentlichen Bibliothek und schnarche da rum Was es so alles gibt. Frage ruhig die dort arbeitenden Fachmenschen um Rat. Dafür sind sie da. 

Sinnvoll und äußerst empfehlenswert ist es abends eine halbe Stunde bevor Du einschläfst von Hand auf Papier Tagebuch zu schreiben. Es geht weder um Schönschrift noch um Rechtschreibung sondern darum zu Dir selbst zu finden. 

-------------------------

Nein. Du bist mit diesem Zustand absolut nicht alleine. Es gibt absolut keinen Grund für Dich sich zu schämen. Wenn haben wir Erwachsenen uns zu schämen dass wir Euch eine so lebensfeindliche Welt anbieten dass Ihr solche Erkrankungen bekommt. Da beißt keine Maus einen Faden von ab. Mal ganz abgesehen von manchem entsprechenden wissenschaftlichen Beweis. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Zu Deinen Fragen:

Was soll ich machen?

Ich würde empfehlen den Rat des Psychiaters anzunehmen und es mit Antidepressiva zu probieren zumindest um aus der akuten Depressionsphase besser rauszukommen und als Unterstützung der Therapie. Ich kenne viele, die Antidepressiva nehmen oder genommen haben ohne irgendwelche Probleme und ich kenne auch viele denen Antidepressiva helfen bzw. geholfen haben, z.B. mir selbst hat eines gut geholfen.

Probieren deswegen, weil natürlich jeder Mensch anders ist und nicht jedes Medikament bei jedem gleich wirkt und manchmal muss man das richtige auch erst finden. Die meisten (es gibt eine große Bandbreite von Medikamenten bei Depressionen) sind viel besser als ihr Ruf. Meines hat bei mir z.B. weniger Nebenwirkungen als mein müde machendes Heuschnupfenmittel, nämlich gar keine, verändert nicht die Persönlichkeit und macht auch nicht abhängig, d.h. es schränkt einem im Alltag absolut Null ein und es hilft mir, nämlich genau bei dem von Dir geschilderten Problem, dass es mir aus akuten Depressionen heraushilft, die nämlich u.a. dazu führen, dass man absolut nicht mehr leistungsfähig und handlungsfähig ist.

Aber auch keine falschen Erwartungshaltungen, die meisten Antidepressiva merkt man erstmal gar nicht und sie brauchen eine Zeit bis sie helfen, das kann 1-2 Wochen, manchmal sogar bis zu 4-6 Wochen dauern und man findet nicht immer im ersten Versuch das richtige Mittel, weil eben jeder Mensch anders ist.

Wird die Schule das dann erfahren?

Rede mit Deinem Psychiater und wenn Du das nicht willst, sag ihm das (ist Dein gutes Recht). Und dann darf die Schule das auch nichts von ihm erfahren, es gibt nämlich eine Schweigepflicht und bei einem Verstoß dagegen macht sich der Psychiater strafbar. Wenn die Eltern eingebunden sind (aber auch das ist Deine Entscheidung, da gilt die Schweigepflicht des Psychiaters ebenso), solltest Du mit denen allerdings auch reden dass sie nichts weitererzählen wenn Du das nicht willst. 

Es kann sein, dass es der Psychiater für sinnvoll hält, Deine Lehrerin einzubinden, die hätte dann aber ebenfalls Schweigepflicht, d.h. "die Schule" im Allgemeinen erfährt dann auch nichts. Aber das muss nicht sein.

 Ich meine, wegen Klassenfahrten usw?

Aber wie gesagt, es ist Deine Entscheidung wer was erfährt und natürlich kann man auf Klassenfahrt wie man auch alles andere darf. Warum sollte man das nicht dürfen? Wegen Depressionen ist man nicht gaga oder geistig gestört und Antidepressiva sind Medikamente wie andere auch. In meinem Fall (Trevilor) sogar deutlich angenehmer, denn im Gegensatz zu vielen anderen Medikamenten machen sie nicht müde, beeinträchtigen nicht beim Fahren oder Bedienen von Maschinen und haben bei mir null Wechselwirkungen, auch nicht mit Unmengen Alkohol.

Allgemein noch:

Mach Dir nicht zu viel Stress wegen der Depressionen, Stress und Druck den man sich selbst deswegen macht zieht einen da nur noch stärker rein. 

Auf der anderen Seite kann man mit richtiger Hilfe (Therapie oder Medikamente oder beides) die Depressionen auch wieder loswerden oder zumindest gut damit umgehen lernen.

Und Du bist deswegen nicht gaga, unnormal oder sonstwas. Ich arbeite als zuverlässigkeitsüberprüfte Person in einem Kernkraftwerk und muss aus ganz anderen Gründen (strahlenexponierte Person) eine jährliche ärztliche Untersuchung machen. Der Betriebsarzt weiß von meinen Depressionen und auch dass ich manchmal Antidepressiva nehme und es ist überhaupt kein Problem.

Und Depressionen sind viel verbreiteter als man denkt und es ist nicht Deine Schuld, es ist eine Krankheit wie andere, z.B. die Zuckerkrankheit, nur dass dabei eben nicht der Insulinhaushalt wie bei Zuckerkranken, sondern der Haushalt der Neurotransmitter (Gewebshormone die unsere Stimmungen regeln) etwas durcheinander gerät.

Alles Gute, viel Erfolg, keinen Stress und viel Spaß bei den Klassenfahrten und bei allem Möglichen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo,

ich denke, es wäre schon sinnvoll, deine Lehrer einzuweihen; das könnte es viel einfacher machen. Bei mir ist es auch so, dass dadurch niemand fragt, wenn ich in der Schulzeit Termine habe, ich darf deswegen fehlen und die Lehrer wissen Bescheid, dass ich manchmal nicht in der Lage bin richtig zu arbeiten oder auch mal früher nach Hause muss. Zwar verstehen das nicht alle Lehrer, aber manche sind da schon sehr hilfsbereit, was das Ganze sehr vereinfacht. Die Schüler müssen es ja nicht wissen. Wieso sollen denn die Lehrer nichts davon erfahren?

An sich muss die Schule nichts von deinen Medikamenten erfahren, nur auf Klassenfahrten kann es schon auffallen, wenn du welche nimmst. Du könntest die aber vorher aus der Packung in ein kleines Döschen tun und sagen, es wären Kopfschmerztabletten oder irgendwas, was dir glaubwürdig erscheint. Da sollte niemand nachfragen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?