Frage von Juli593, 87

Wie im Studium zu Höchstleistung kommen?

Ich habe nun gut 1 Jahr mein Abi (2.8), alle Lehrer sagten immer ich bin sehr schlau aber faul. Damit hatten sie so recht! Ich habe selbst fürs Abi im letzten Moment gelernt. Ich hatte im Mathe LK eine 4 im Abi (sonst durchweg 3- bis 4).

Jetzt studiere ich Mathematisch technischen Software Entwickler (mathe interessiert mich, es ist sehr mathelastig. Der informatikteil liegt mir, habe nur 1en). Ich bin jetzt im 2ten Semester. Es läuft für meine Verhältnisse normal, ich schreibe in Mathe 3en und 4en. Aber ich lerne enorm viel! Ich rechne viele Klausuren durch , allerdings nur vor den Klausuren da meine Wochen durch meine Band und die Freundin sehr belegt sind. ( kein die Band da wir gut gebucht sind nicht aufgeben , dir Freundin ebenso nicht)

Habt ihr Tipps für mich zum lernen? In welcher Form soll ich den Stoff in der Vorlesung notieren? Wann lerne ich? Mir reichen die 3en nichtmehr, ich will 1en!

Hoffe ihr könnt mir helfen , danke fürs durchlesen!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Accountowner08, 19

du musst genauer analysieren, wo das Problem liegt.

Ist es zu viel stoff für die zeit, die du zum Lernen zur Verfügung hast?

Dann könntest du überlegen, den Kurs langsamer zu machen  - weniger Module zu buchen, das STudium um 1 Semester oder 1 Jahr verlängern, damit du genügend Zeit für die Musik hast. An sich ist es ja legitim "Werkstudent" zu sein und noch andere Interessen zu haben, man muss sich dann nur strategisch überlegen, wie man vorgeht.

versuche auch dort, wo du mit der band nur herumhängst zeit zu finden, es gibt immer pausen wartezeiten, fahrtzeiten

Bist du einfach jemand, der unter Druck besser lernt als ohne? und wenn du es langsamer machst, lernst du noch weniger, also bringt es nichts, das Studium zu verlangsamen? Dann lass es einfach drauf ankommen, geh zur Prüfung, wenn du durchkommst gut, wenn nicht wiederholst du das Jahr/Semester.

Hast du Lücken, d.h. kannst du Sachen nicht,die vorausgesetzt werden? Dann lass dir Nachhilfe geben.

Schwänzt du zu oft? dann gehe regelmässig hin

Erklärt der prof schlecht? dann suche andere quellen (skript, buch, anderern prof, mitstudent, erkläre es anderen, mach eine ppt-präsentation)

bist du wenig kreativ darin,lösungen zu finden? dann übe viel, damit du zumindest das beherrscht, wofür man keine Kreativität braucht,,,


überhaupt könntest du aus verschiedenen Gründen an der Teilnehme an bzw. Gründung von Arbeitsgruppen profitieren: mit der Gruppen hast du fixe Lerntermine, wo die hingehen musst, mehr Motivation, weniger Ausreden vor dir selber, und ausserdem vielleicht leute, die dir helfen können und ausserdem vielleicht neue Freundschaften.

Antwort
von zalto, 34

Du zahlst halt jetzt den Preis dafür, dass Du jahrelang weniger geleistet hast als andere. Angenommen, ein anderer hat sich in den letzten Schuljahren pro Woche nur vier Stunden mehr Zeit für Mathe genommen als Du, dann hat der in einem Jahr einen Wissensvorsprung von 200 Stunden und über die letzten fünf Jahren von 1000 Stunden! Das holt man nicht so einfach auf. 

Das ist wie bei einem Bodybuilder, der hunderte Stunden hart im Studio trainiert hat, riesige Muskelberge aufgebaut hat und jetzt kommst Du "Och, ich war eigentlich immer ganz sportlich, habe nur nie trainiert, wie komme ich auf die Schnelle jetzt auch an solche Muskelberge?"

Von Nichts kommt Nichts! Wer sehr gute Leistungen erbringen will, muss dafür bereit sein, deutlich mehr Zeit zu investieren als andere. Da muss man sich auch entscheiden, was einem wirklich wichtig ist und Prioritäten setzen. 

Lerne 10 Stunden pro Woche mehr Mathe als die anderen, dann hast Du die 1000 Stunden Vorsprung in zwei Jahren aufgeholt - oder lass es bleiben und füge Dich in das Schicksal der Mittelmäßigkeit.

Kommentar von Juli593 ,

Einerseits hast du recht. Ich bin es selbst schuld das ich Lücken aufweise. Ich will das hiermit nicht bestreiten. Jedoch finde ich es gibt zu viel wichtigen Stoff in zu wenig zeit der dann für schwachsinnige Sachen wie Kunst und Musik (ich fotografiere und spiele Gitarre, finde das hat aber in der schule nicht 3 Stunden die Woche einzunehmen) draufgeht. Dazu muss ich sagen ich war immer relativ kindisch und habe deshalb nie die Wichtigkeit des Stoffes geschätzt. Aber wie soll man das auch mitten Inder Pubertät mit 1000 quälenden existenzfragen wertschätzen? Da hat das deutsche schulsystem noch grossen aufholungsbedarf (wohne an der NL Grenze, die bewältigen das viel besser). Wie dem auch sei, ich danke dir für deine Antwort aber ausser "nimm dir mehr zeit" kann ich dem nichts entnehmen. Und das versuche ich auch im Rahmen des machbaren. Ich bin trotzdem für weitere lerntipps offen!

Kommentar von zalto ,

Ja, es stimmt, ich habe außer "mehr Zeit dafür einplanen" keine konkreten Tipps - halte das aber für den Wesentlichen. Warum?

Selbst wenn Du alle großartigen Tipps beherzigst und mega-effizient lernst, brauchst du vielleicht nur 800 Stunden statt 1000 Stunden mehr. Das ist aber immer noch dieselbe Größenordnung, die auf Dich zukommt, also mache Dich mit dem Gedanken vertraut. Exzellenz braucht neben Talent einfach viel Zeit zur Übung.

Um eine Sache (fast egal was: Triathlon, Geige spielen, golfen) Weltklasse zu können, muss man etwa 10.000 Stunden investieren. 1.000 Stunden reichen für ein gutes Amateur-Niveau. 100 Stunden reichen um zu sagen "Naja, ich kann das so einigermaßen". 

Jetzt muss Du Dich entscheiden: Will ich eine Sache wirklich exzellent können und opfere dafür alles andere? Oder ist es mir lieber, ich kann 5 Dinge gut, 5 weitere so einigermaßen und habe außerdem viel Freizeit? Man kann leider nicht alles haben - die Zeit ist begrenzt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community