Frage von TBBT96, 19

Wie hoch wären die Abgaben bei Hartz vier?

Hey, also meine Mutter bezieht Hartz vier und ich muss ihr jeden Monat ein Drittel der Miete von meinem Einkommen abgeben. Wie viel müsste ich ungefähr abgeben, wenn ich zu meinem Einkommen in der Ausbildung noch einen Nebenjob auf 450€ Basis hätte? Weil ich würde gern wissen, ob sich der Nebenjob überhaupt für mich lohnt. Kennt sich jemand damit aus? Danke schon mal :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, Community-Experte für Hartz 4, 8

Es kommt darauf an was du an Brutto und Netto - Vergütung bekommst,dann kommt sicher noch Kindergeld dazu,solange du unter 25 bist und dann müsste man wissen wie hoch die Warmmiete ist,wenn du 1 / 3 zahlen musst,dann gehe ich davon aus das mit dir 3 Personen im Haushalt leben !

Deine Brutto - Vergütung würde mit deinen 450 € Brutto wie Netto addiert und vom Brutto dann deine Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll berechnet und dann theoretisch von deinem Netto abgezogen.

Das ergibt dann dein anrechenbares Netto und dazu kommt dein Kindergeld,dass ist dann dein gesamtes anrechenbares Einkommen.

Davon geht dann dein Regelsatz von derzeit 320 € ab ( 18 - 24 ab Januar 2016 dann 324 € ) und 1 / 3 der Warmmiete,würde dann noch ein Überschuss vorhanden sein,dann wird dieser deinem Kindergeld zugerechnet.

Diesen Überschuss ( bis max.auf die Höhe des vollen Kindergeldes ) brauchst du dann zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr,deshalb würde dieser dann auf den Bedarf der elterlichen BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) angerechnet,du zählst dann nicht mehr dazu.

Mal ein Beispiel :

Die Warmmiete beträgt 600 € dann würde dein Kopfanteil bei 200 € liegen und mit deinem Regelsatz von 320 € läge dein Bedarf bei 520 € pro Monat.

Du hättest jetzt derzeit 800 € Brutto und 650 € Netto - Vergütung,dann hättest du vom Brutto zunächst deine 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 700 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) bleiben dir noch mal 20 % Freibetrag,dann noch einmal von 1000 € - 1200 € Brutto,dann hast du noch mal 10 % Freibetrag.

So würde sich bei 800 € Brutto ein Freibetrag von 240 € ergeben,dieser wird dann theoretisch von deinen 650 € Netto abgezogen,ergeben dann ca. 410 € anrechenbares Netto und mit deinen angenommenen 188 € Kindergeld ein anrechenbares Gesamteinkommen von 598 € pro Monat.

Da dein Bedarf aber in dem Fall nur bei 520 € liegen würde,hättest du schon einen Überschuss von 78 € der dann deinem Kindergeld zugerechnet würde,also auf die BG - der Eltern angerechnet würde,sie würden dann also 78 € weniger Leistungen vom Jobcenter bekommen bzw.48 €,wenn der Kindergeld Berechtigte keinen sonstigen Freibetrag geltend macht,denn dann würde davon theoretisch die 30 € Versicherungspauschale abgezogen.

Du hättest also deine 650 € Netto und von deinem Kindergeld ( 188 € minus die 78 € Überschuss = 110 € ) noch 110 € die du zur eigenen Bedarfsdeckung benötigen würdest.

Also müsstest du deinen Eltern noch von deinen 650 € Netto die fehlenden 90 € für deinen Kopfanteil der KDU - Warmmiete geben,weil sie ja dein Kindergeld aufs Konto bekommen.

Dann hättest du noch ca. 560 € und davon müsstest du dann noch deinen Anteil für Strom / Telefon / Internet / Wäsche usw. abgeben und dazu dann noch Kostgeld für deine Verpflegung oder du machst das dann selber.

Der Rest ist dann deine.

Wenn du aber jetzt einen 450 € Job annehmen würdest und jeden Monat 450 € Brutto wie Netto dazu bekommen würdest,dann läge dein Bruttoeinkommen bei 1250 €,davon dann die 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 900 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) noch einmal 20 % Freibetrag und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Alles was über 1200 € Brutto bei dir liegen würde,bleibt dann ohne Berücksichtigung,also ohne weiteren Freibetrag.

Du würdest also dann auf 300 € Freibetrag kommen und diese würden dann von deinen 650 € Netto - Vergütung + 450 € Brutto wie Netto = 1100 € theoretisch abgezogen,also dann hättest du ca. 800 € anrechenbares Netto und dazu dann die 188 € Kindergeld.

Dann läge dein anrechenbares Gesamteinkommen bei ca. 988 € pro Monat,dein Bedarf läge aber nur bei 520 €,dass würde dann ein Überschuss von ca. 468 € ergeben.

Da aber max. das volle Kindergeld von 188 € auf die BG - der Eltern angerechnet werden darf,blieben dir also deine 1100 € aus Vergütung und Nebeneinkommen und davon musst du dann deine genannten Abgaben an deine Eltern zahlen und der Rest ist dann deine.

Kommentar von isomatte ,

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Antwort
von KlausM1966, 19

Wahrscheinlich seit ihr eine sogenannte Bedarfgemeinschaft (BG), zumindest hast du nichts anderes erwähnt. Das bedeutet dann, das das Einkommen der BG steigt und die Leistungen vom Jobcenter entsprechend weniger werden.

Bei 450 € werden 170 € als Freibeträge abgezogen, wodurch ein Einkommen von 280 € für die BG hinzugerechnet wird.

Das wiederum bedeutet, dass sich die Leistung vom Jobcenter um diese 280 € reduziert. Also wird weniger überwiesen und darfst diese Summe in euren Lebensunterhalt investieren.

Oder einfach ausgedrückt: Von den 450 € bleiben dir nur 170 €!!

Antwort
von louismarcel, 11

Von dem 450 EuroJob bleiben Dir 160 Euro, der Rest wird angerechnet. Es kann pssieren, das Du Dich und Deine Mutter mit dem Job schlechter stellst. Man sagt, das sich ein 450 EuroJob bei H4 nicht lohnt, man wird für seine Bemühungen noch bestraft. Komm aber nicht auf die Idee und arbeite in einem 450 EuroJob ohne das zu melden. Spätestens wenn das Jobcenter einen Datenabgleich mit der Rentenversicherung durchführt käme das raus und dann hättet ihr beide richtig Ärger. Die Hilfe würde sofort gestrichen, das bereits erhaltene Geld muß zurückgezahlt werden und  Deine Mutter würde wegen Sozialbetruges bestraft. Aber wenn Du "nur" ein drittel Deines Einkommens abgeben musst und bei Muttern wohnst, isst und was sonst noch dazu gehört, dann sei froh, dann hast Du eine Super Mutter. 

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