Frage von Kattarina, 168

Wie hoch sollte die Tilgung bei einem Haus sein, wenn man es kauft, und bereits 50 Jahre alt ist?

Hallo, mein Dad ist 50 Jahre alt und möchte ein Haus kaufen. Ist es sinnvoll, eine Tilgung von 1% anzusetzen, und es ist dann nach 30 Jahren abbezahlt, oder sollte man höhere Tilgungsraten ansetzen?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Detlef32, 76

Ich bin - im Gegensatz zu den meisten Antworten hier - nicht der Meinung, dass das Alter des Darlehensnehmers oder das Alter des Hauses für die Frage der Tilgung wichtig ist.

Ein Haus ist (normalerweise) nie wirklich 50 Jahre alt. Es wird modernisiert, renoviert usw. Und damit natürlich nicht mehr neu aber meist doch in gutem Zustand.

Auch das Alter des Darlehensnehmers kann nur in Verbindung mit dem Einkommen eine Auswirkung auf die Tilgung haben. Natürlich wird Dein Vater in 15 Jahren in Rente gehen und weniger verdienen bzw. Rente bekommen. Und dann sollte er sich die Raten auch noch leisten können. Und natürlich sind Zinserhöhungen immer möglich und auch in gewissen Rahmen erwartbar. Gegen hohe Tilgungen sprechen aber auch einige Argumente. 

Erstens werden wir weiterhin eine Geldentwertung von ca. 2% haben. Die niedrigere Geldentwertung in den letzten Jahren ist den sinkenden und politisch begründeten Energiepreisen geschuldet - aber auch das wird nicht ewig dauern sondern kann schon in 1-2 Jahren kippen schließlich ist Öl nicht unendlich und die Energiewende dauerhaft teuer.Wenn man also mal 2% zugrunde legt (das ist die Vorgabe für die europäische Zentralbank) dann sind in 15 Jahren (Zinseszins) die Preise, Gehälter und Renten um ca. 17% gestiegen. 

Langer Rede kurzer Sinn: Ich empfehle 1% Tilgung, 20 Jahre Zinsbindung, ein Sondertilgungsrecht von mindestens 5% pro Jahr. Damit ist man variabel. Ist es ein finanziell gutes Jahr zahlt man zusätzlich halt eine Sondertilgung oder einen Sondertilgungsteil. Ist es eher schlecht gelaufen weil das Leben halt teuer war oder man ins Haus investiert hat dann reichen halt die 1%. Nimmt man alle Sondertilgungen ist das Darlehen nach 17 Jahren zurück gezahlt. Und macht man das nur so alle 3 Jahre dann ist zur Rente auch nur noch eine kleine Summe übrig die man locker dann noch langfristig umfinanzieren kann. Ob man 20, 15 oder 10 Jahre Zinsbindung nimmt ist Geschmackssache - ich denke bei 50 würde ich zwischen 15 und 20 schwanken.

Ach so - ich bin über 60 und habe 1% Tilgung mit Sondertilgung und meine Bank hat nicht gefragt wie mein Gesundheitszustand ist.

Expertenantwort
von Interhyp, Business Partner, 78

Hallo Kattarina,

höhere Tilgungsraten sind hier sicherlich sinnvoll. Im aktuellen Zinsumfeld beträgt die Gesamtlaufzeit bei einer Tilgung von nur 1% teilweise 60 bis 70 Jahre.

Viele Banken setzen bei älteren Darlehensnehmern für eine Finanzierung voraus, dass der Kredit bis zum Renteneintritt entweder vollständig oder zu großen Teilen zurückgezahlt wird. Ist dies nicht der Fall, wird oft ein jüngerer Darlehensnehmer (meist die Kinder als Erben) mit in den Vertrag genommen. Dieser Mitdarlehensnehmer haftet dann aber auch voll für den Immobilienkredit.

Es gibt da recht unterschiedliche Herangehensweisen und Voraussetzungen, die sich je nach Bankpartner stark unterscheiden können.

Ich empfehle Dir daher, einen Termin mit Deiner Hausbank oder einem unabhängigen Finanzierungsexperten zu vereinbaren.

Viele Grüße

Mario, Interhyp AG

Kommentar von Detlef32 ,

Eine Bank die den Renteneintritt in dieser Form berücksichtigt würde bei mir rausfallen. Ausnahme: Die Finanzierung ist gerade mal so möglich und würde bei den monatlichen Rentenzahlungen zusammen brechen oder es ist eine mehr als 80% Finanzierung.

Antwort
von DerHans, 72

Bei den heutigen Zinsen solltest du mindestens 2 besser noch 3 % tilgen.

Dabei gewöhnst du dich an eine höhere Belastung und fällst nicht in ein tiefes Loch, wenn die Zinsfestschreibung ausläuft.

Ganz SICHER werden die Zinsen irgendwann auch wieder kräftig steigen.

Es gab Zeiten da galten 6 % als untere Grenze

Man tilgt ja immer den festen Satz plus Zinsersparnis. Da kommt im Moment ja nichts zusammen


Kommentar von chvoyage ,
"Ganz SICHER werden die Zinsen irgendwann auch wieder kräftig steigen."

das sehe ich aber ganz anders. Dir Zinsen hängen von der EZB ab und die kämpft gegen die Deflation. Solange nicht alle Staaten der EU wirtschaftlich ins brummen kommen, wird alles so bleiben wie es jetzt ist. Und da die südlichen Staaten wirtschaftlich große Sorgen haben können die Zinsen auf absehbare Zeit nicht nennenswert steigen. Also mindestens die nächsten 10 Jahre und dann auch nur ganz langsam.

Antwort
von muschmuschiii, 89

man sollte in jedem Fall höhere Tilgungsraten wählen.

Optimal wäre, wenn das Objekt vor Eintritt in die Rente/Pension abbezahlt wäre, da sich dann die Einkommenssituation in jedem Fall verringern wird. Dein Vater hat ja bis dahin noch mind. 15 Jahre, das reicht für eine vernünftige, finanziell tragbare Finanzierung

Kommentar von chvoyage ,

weshalb soll man denn sein Haus vollständig abbezahlen? Schulden zu haben kann durchaus sinnvoll sein, solange einem die Schulden nicht den Saft abdrehen sondern zu beherrschen sind.

Kommentar von muschmuschiii ,

ich persönlich halte Schulden nicht für "sinnvoll". Wenn man mit 50 Jahren über einen Immobilienkauf nachdenkt, weiß man, dass man im günstigsten Fall bis zum Rentenbeginn in Lohn und Brot steht, danach wird der monatliche Geldeingang deutlich geringer. Wer garaniert dir bei deiner Anschlußfinanzierung günstige Zinsen? Ein nicht unbeträchtliches Risiko! Ich möchte dann "keine Schulden mehr zu beherrschen" haben, sondern entspannt und mietfrei meine Zeit verbringen und mein Geld, was mir dann zur Verfügung steht, für die schönen Dinge des Lebens ausgeben können.   ...... klappt übrigens hervorragend!

Antwort
von gerd47, 48

Um deine Frage korrekt und zufriedenstellend beantworten zu können, fehlen noch ein paar wenige, aber wichtige Daten. Das wären: ist es ein EFH (also Einfamilienhaus) oder gibt es darin noch eine oder mehrere vermietbare Wohnungen)? Und dann noch: Wie hoch ist der Zinssatz für ein Darlehen und bis zu welchem Endalter oder in wieviel Jahren will dein Vater das Darlehen zurückgezahlt haben?

Wenn diese Angaben vorliegen, ist es nicht schwierig, die exakte Tilgungsrate zu berechnen. Ich kann aber gleich sagen, dass ihr bei dem heutigen Zinsniveau mit 1% Tilgung in 30 Jahren das Darlehen nicht abbezahlt habt. Dazu wären Zinsen von ca. 7% notwendig. Die meisten Leute schauen unsereinen ungläubig an wenn man ihnen sagt, dass die Tilgungsdauer nicht nur von der Tilgungsrate, sondern auch vom Zinssatz abhängt. Das ist eine Eigenart der so genannten Annuitätendarlehen. Würde man keine Zinsen zahlen, dann dauerte es genau 100 Jahre um bei einer Tilgungsrate von 1% ein Darlehen abzubezahlen.

Antwort
von Miramar1234, 67

Ist eine reine Geschmacksfrage.Wenn er ein lastenfreies Haus vererben möchte,dabei leistungsfähig für höhere Raten ist,wählt er diese.Wenn er keine Erben hat,könnte es Ihm gerade so recht sein,bzw.wenn er der Auffassung wäre,Du sollst den Rest übernehmen.Liebe Grüße

Antwort
von FordPrefect, 60

Da in aller Regel davon auszugehen ist, dass im Rentenalter die Einkünfte geringer ausfallen als im Erwerbsleben, ist es sinnlos, hier mit 1% Tilgung zu kalkulieren. Gerade in Niedrigzinszeiten wie diesen ist es essentiell, die Tilgung höher zu setzen, übrigens ganz unabhängig vom Lebensalter bei Aufnahme des Darlehens.

Wer mit 50 ein Immobiliendarlehen beginnt, sollte mit 67 einen wesentlichen Teil des Darlehens (i.e. mehr als 75%) bereits getilgt haben. Das ist aber in dem beschriebenen Fall nur möglich, wenn der Darlehensnehmer anfangs mit 5% tilgt. Man kann ggfs. vertraglich vereinbaren, die Tilgungsrate niedriger zu setzen und im Gegenzug beliebig viele Sondertilgungen ermöglichen ohne Strafzins, will man sich nicht auf höhere Monatsraten festlegen (etwa bei schwankenden Einkünften). Das solte aber unbedingt sauber kalkuliert (StB) und ausgehandelt (Honorarberater z.B.) werden.


Antwort
von nordseekrabbe46, 59

spätestens mit 65 sollte man damit durch sein, ausser die Rente ist hoch genug. Das wird sogar die Bank verlangen ssowie zusätzlich eine Risikolebensversicherung in höhe der Restschuld

Antwort
von heidii86, 39

Eine Tilgung mit nur 1% ist nie so richtig sinnvoll. Je länger du zahlst, desto länger zahlst du ja auch Zinsen. Ich würde ab einem Alter von 50 Jahren zum Volltilgerdarlehen raten. Wenn vermutlich eins nicht sicher ist, dann ist es leider die Rente.

Antwort
von webya, 42

Es kommt darauf an, wie viel jetzt dem Haus in bar bezahlt werden kann. 

Wie hoch ist die zu erwartende Rente? Kann er die Raten auch noch bezahlen, wenn er in Rente geht?

Das sind die Fragen die erst mal geklärt werden müssen.

Antwort
von chokdee, 66

Das kommt doch auf die finanzielle Situation an.

Schneller tilgen heisst immer auch weniger Zinsen zu bezahlen.

30 Jahre ist zwar eine normale Zeit aber er ist ja bereits 50 Jahre alt und muss es dann auch noch im Rentenalter bezahlen und das ist meist nicht sinnvoll.

Kommentar von Reflutschi ,

da wird er nicht drumherum kommen, er müsste mit 5% tilgen oder so

Kommentar von chokdee ,

Ja genau, bei einer normalen Rente ist das aber häufig nicht möglich ein Haus abzubezahlen :-(

Antwort
von Bestie10, 53

1 % Tilgung bei nem Zins von 1.5 %

mein Haus tilgte ich mit 4 % bei 7 % Zins

also man sollte schon anstreben ein schuldenfreies Haus zu erleben und nicht erst  die Enkel wenn sie in Rente gehen

Antwort
von Reflutschi, 57

wie man es sich leisten kann, setzt man die tilgung an

ich würde 1% tilgen, damit du auch noch etwas davon hast!

Antwort
von DerGeodaet, 33

Hallo,

diese Frage kann dir nur deine Bank beantworten.

Kommentar von Kattarina ,

Auf so eine Antwort kann ich verzichten !
Denn andere Anwender konnten mir durchaus helfen.
Wenn Du keine Ahnung davon hast, brauchst du nicht zu schreiben.

Kommentar von baghera ,

sorry, kattarina, die nicht-ahnung liegt ganz auf deiner seite! das ist nicht weiter verwerflich, denn du hattest ja eine frage (und damit selber keine ahnung) - aber den stern an einer bestimmten stelle zu verteilen und andererseits die antwort von @VDVmagazin so zu kommentieren, ist wirklich schwachsinn. hast du an irgendeiner stelle mal geschrieben, wieviel eigenkapital im spiel ist, ob es ein mietobjekt ist, ob dein vater (in zugewinn- oder gütergemeinschaft) verheiratet ist, wer und wieviele ggf. darlehensnehmer im spiel sind wo die immobilie liegt und vor allem: über welches einkommen dein vater verfügt? es gibt weitaus mehr (und wichtigere!) faktoren als das alter des hauses oder deines vaters, um eine tilgungsrate zu berechnen! und das kann dir wirklich nur die bank, am besten mehrere, beantworten. denn schließlich ist sie es, die einen gewinn davon haben möchte. und sie wird sich kaum eine grundschuld auf ein haus eintragen lassen, das z.b. am a**** der welt liegt, von anderen faktoren mal abgesehen.

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