Frage von echteAliona, 53

Wie hoch sind die Mauern zwischen Ost und West jetzt noch?

Ich spreche natürlich von den Mauern in den Köpfen der Deutschen. Ich habe eigentlich lange Zeit angenommen, dass es gar keinen Unterschiede mehr macht, ob man aus dem Osten oder den Westen kommt, aber es gibt da zwei Sachen, die mich irgendwie in Grübeln gebracht haben. Zum Beispiel war eine Freundin von mir in Texas auf einer Schule und hat dort einen Hamburger getroffen, der sie die ganze Zeit von oben herab behandelt hat, nur weil sie aus dem Osten kommt. Und dann war da mal ein gewisser Hubertus Knabe, (der Leiter des Stasimuseums in Berlin) der bei uns in der Schule mal einen Vortrag gehalten hat. Eigentlich sollte der Vortrag ja über die Stasi und die DDR und alles sein und so... Am Ende hat er mehr über sein Privatleben erzählt als sonst was. Und seine Meinungen waren auch ziemlich fragwürdig. Ich hatte häufig das Gefühl, dass er über die Köpfe der DDR-Bürger hinweg geurteilt hat und eigentlich wenig davon wusste, was es bedeutete im Osten zu leben. Auch die Erwachsenen bei denen er mal einen Vortrag gehalten hat, waren dieser Meinung. Selbst unsere Lehrerin hat sich dezent über ihn beschwert. Was denkt ihr über so eine Sache? Und habt ihr es mal erlebt, dass sich Ossis über Wessis lustig gemacht haben?

Antwort
von derBertel, 19

Das wird noch Jahrzehnte brauchen und ganze Generationen werden kommen und gehen, bis das vollständig aus den Köpfen raus ist. Irgendwann wird Ost oder West völlig egal sein.

Antwort
von lupoklick, 5

Die "Mauern" sind eine Erfindung linker Journalisten!

Zwischen SH,HH umd MV beispielsweise

 gab es NIE irgenwelche "Mauern in den Köpfen"

Antwort
von fitzgerald62, 32

wenn du mal in die nachrichten schaust, siehst du dass es immernoch eine mentale mauer gibt. aber bei der jüngeren generation nicht mehr so dolle.

Antwort
von lupoklick, 3

WENN es "Mauern" gibt, dann zwischen Bayern und der Welt

Antwort
von larry2010, 17

wenn man 1980 geboren ist und sich mit gleichaltrigen unterhält, findet man relativ schnell unterschiede.

so habe ich von meinen spielzeig erzählt, das jetzt mein enffe verwenden kann und eine freundin, die im erzgebirge aufgewachsen ist und dort noch lebt, erzählte, das sie wenig hatte und sogar das papier des westkaugummi aufhob. das es im westen zwar volle läden gab, aber es andere kinder gab, die etlcihe häuser von playmobil hatten udn man selbst auf dem flohmarkt so etwas kaufte, ist schwer für sie zu verstehen.

oder bei meiner schulkameradin, die in der  4. klasse zu uns in die schule kam, merkte man, das sie in der ddr die kinderbetreuung hatten und damit die alleinerziehende mutter es als selbstverständlich ansah, das ihre tochter dann bei schulkameradinen nach der schule mitaß und erst abends nach hause kam

wenn ich dann entschied, das ich doch keine lust  auf eine verabredung hatte, rief die mutter an und beschwerte sich.

auf der anderen seite, gibt es auch etliches, was uns vereint. wir haben die selben serien als teenager geschaut oder die gleiche musik gehört.

Antwort
von Tanzbearly, 14

Also,                                                                                                              dieses Thema(kalter Krieg) haben wir in der Schule nie durchgenommen, erst seit kurzem interessiere ich mich verstärkt für die Geschichte des Sozialismus. Ich muss sagen, die Ostdeutschen hatten es echt nicht leicht, vor allem da sie kaum Chancen auf Bildung und Horizonterweiterung bekamen. Außerdem hat nie jemand "Wir sind OSSIS!" gesagt und sich für eine DDR-Bürgerschaft entschieden, nein, keine freie Meinung durften die Ostblockmenschen annehmen und bekommen von den "Wessis" noch die kalte Schulter dafür.

Auch wenn gesagt wird "Es gibt nur noch Wossis" (was schonmal ein absolut inadäquater Ausdruck ist, es sollte Deutsche heißen), merkt man den unterschwelligen Groll. In diversen ostdeutschen Kurhäusern, die ich aufsuchte, gab es am Tisch Ost-West Debatten unter Patienten. Diese arteten so aus, als ob jemand "ich liebe Hitler" sagen würde. Auch die Hoenecker-Thematik ist eben ein hochpolitisches und brisantes Thema, was wie der Holocaust noch in den Gehirnen der Menschen schwebt.

Desweiteren bekommen die Arbeitnehmer z.B. in Meck-Pomm weitaus weniger Lohn, was zur "Emigration" der Jugend aus Gemeinden wie Rügen oder Nordvorpommern führt, welche ohnehin dort nicht viele Optionen zur Freizeitgestaltung haben.

Letztendlich sorgt die Flüchtlingskrise für neue Diskrepanzen. Dank Pegida, AfD und diverser anderer rechtsextremer Gruppierungen wird die Mauer in den Medien Re-Animiert, Stein für Stein. Da sind die Anschläge und Proteste in Bautzen, Claußen und co. nur lang ersehntes Futter für die westdeutschen Gutmenschen, welche nach der Spiegel'schen Nahrungsaufnahme sofort zum Rechner rennen, um bei web.de News völlig unvoreingenommen zu kommentieren, dass ALLE Dresdner grenzdebil seien.

Summa Summarum heißt das: Ja, die Mauern sind mental noch da, doch für mich zählt, sei es Ost oder West- passt es menschlich, passt der Rest. :)

Antwort
von lesterb42, 11

Das wird sich biologisch lösen.

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