Frage von Cacaui,

Wie hoch ist Schonvermögen bei Elternunterhalt?

In Foren heisst es oft: "Wohnt das Kind im eigenen Haus oder besitzt es eine vermietete Immobilie, ist ihm ein Betrag von ca. 25.000,- € zu belassen. Besitzt das Kind keine Immobilie, sind ihm ca. 75.000,- € zu belassen. Beachte: Dies sind Mindestwerte, die im Einzelfall auch höher sein können. In einem Urteil vom 30.08.2007 (XII ZR 98/04) hat der BGH entschieden, wie hoch das individuelle Schonvermögen mindestens sein muss."

In der BGH-Entscheidung heisst es: "Dem Unterhaltsschuldner steht es grundsätzlich frei, in welcher Weise er neben der gesetzlichen Rentenversicherung Vorsorge für sein Alter trifft. Sichert er den Fortbestand seiner gegenwärtigen Lebensverhältnisse durch Sparvermögen oder ähnliche Kapitalanlagen, muss ihm davon jedenfalls der Betrag verbleiben, der sich aus der Anlage der ihm unterhaltsrechtlich zuzubilligenden zusätzlichen Altersvorsorge (bis zu 5 % des Bruttoeinkommens beim Elternunterhalt) bis zum Renteneintritt ergäbe."

Hierzu folgende Fragen: 1. Wie berechnet sich das Schonvermögen im Allgemeinen? 2. Wie berechnet sich das Schonvermögen für die eigene Altersvorsorge? Legt man die fiktiven Arbeitsjahre bis Reneneintritt oder die tatsächlichen Arbeitsjahre bis Eintreten der Unterhaltsverpflichtung zu Grunde?

Ich bin 28 Jahre, ledig, Beamter, wohne zur Miete und habe Vermögen in Höhe von ca. 40.000,00 € in Form von Bausparverträgen.

Antwort von Joschau,

Bei der Berechnung des Schonvermögens gibt es einerseits allgemein anerkannte Mindestbeträge, nämlich 25.000 € für Unterhaltspflichtige mit selbstgenutztem Immobilienvermögen und 75.000 € für Unterhaltspflichtige ohne selbstgenutztes Immobilienvermögen.

Allerdings hat der BGH entschieden, dass auch ein höheres Vermögen Schonvermögen sein kann. Dabei richtet sich die Höhe des individuellen Schonvermögens nach den eigenen Einkünften. Dies berechnet dieser Rechner: http://www.elternunterhalt.org/elternunterhalt_schonvermoegen.php

Zugrundegelegt werden die tatsächlichen Arbeitsjahre, in der Regel ab vollendetem 18. Lebensjahr.

Es gilt für die Festlegung des Schonvermögens immer der höhere Betrag.

Antwort von anjanni,

Wenn Du noch keine eigenen Immobilie besitzt, darf Dir doch ein Betrag bis zu 75 k€ bleiben, ohne daß Du darüber diskutieren müßtest. Steht doch in Deinem Zitat. - Dein Bausparguthaben bleibt also erst mal unangetastet.

Und was die Altersvorsorge angeht: das verstehe ich so, daß Du jedes Jahr 5% Deines Einkommens zurücklegen darfst, ohne daß da jemand dran darf.

Und da das alles Mindestbeträge sind, kannst Du über alles weitere auch noch diskutieren.

Kommentar von Cacaui,

Danke, lesen kann ich auch... :-) Die Frage war, inwiefern die Angaben aus den gängigen Foren bzgl. Schonvermögen, wenn man keine Immobilie besitzt, zutreffend sind sowie ob man zur Berechnung des Altersvorsorgeschonvermögens bei mir 10 tatsächliche Arbeitsjahre oder 50 voraussichtliche Arbeitsjahre bis Renteneintritt ansetzen würde. Beides wird im Internet sehr kontrovers dargestellt. Zudem noch ergänzend die Frage, wie die Abhängigkeiten zwischen beiden Schonvermögen sind.

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