Frage von sassi81,

wie hoch Erwerbsminderungsrente???

hallihallo,

ich bin 30 Jahre alt, arbeite und zahle seit 1999 in die Kasse ein, mit Ausnahme von meiner 2008 aufgetretenen Erkrankung, wegen der ich 1 Jahr lang Krankengeld bezogen habe. nun arbeite ich seit 1,5 Jahren wieder in meinem alten, extrem stressigen Job. Am Anfang war ich froh wieder zu den "normalen Menschen" zu gehören, aber schon nach einigen Wochen mekrte ich, dass ich doch schnell an meine Grenzen komme. Trotzdem wollte ich weiter arbeiten, weil ichd achte das legt sich bald. Im letzten Jahr hatte ich dann immer wieder leichte bis stärkere Zusammenbrüche, einfach, weil in meinem Job ein sehr starker Druck von oben ausgewirkt wird.. (Callcenter...) zusätzlich ich bin 80% Schwerbhindert.

Seit einiger Zeit besuche ich eine Psychiarterin, die mir geraten eine Zeitrente zu beantragen, weil ich einfach an meine alte "Stärke" nicht aknüpfen kann. ich Erfülle lt. dem Sozialverband alle Voraussetzungen und will das nun beantragen..

 

Weiss hier jemand von Euch mit  wieviel Geld ich ungefähr rechnen kann??? Vielleicht prozentual??? Das wär wirklich toll und sehr wichtig für mich..

 

danke und ganz liebe Grüße...

Antwort von hubkon,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo,

Bei der Schilderung Ihres persönlichen Krankheitsbildes und -Verlaufes steckt der Teufel buchstäblich im Detail und Sie müßen unbedingt darauf achten, daß Sie in keine Antragsfallen tappen.

Es muß auch berücksichtigt werden, daß Sie in 2008 schon einmal wegen derselben Erkrankung Krankengeld bezogen haben und in diesem Zusammenhang müßen Sie mit Ihrer Krankenversicherung abklären, inwieweit diese Zeit angerchnet wird.

Zitat Ihrer Frage:

"Weiss hier jemand von Euch mit  wieviel Geld ich ungefähr rechnen kann?"

Diese Frage kann Ihnen nur Ihre Rentenversicherung zuverlässig beantworten!

Hierzu genügt eine formlose, schriftliche Anfrage mit Angabe Ihrer Versicherungsnummer!

Etwa so:

S.g. Damen und Herren,

meine Psychiaterin hat mir auf Grund meines desolaten Gesundheitszustandes angeraten, einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen.

Bitte teilen Sie mir deshalb mit, wie hoch meine derzeitigen Ansprüche auf teilweise Erwerbsminderung bzw. auf volle Erwerbsminderungsrente sind, wenn ich zum 1.5.2011 einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente einreiche?

M.f.G.

XXXXX

Bitte beachten Sie:

Die daran anschließende Rentenauskunft ist rein formell und keine Rentenzusage.

Sollten Sie dann im Anschluß an die Rentenauskunft einen Rentenantrag einreichen, müßen Sie sich zunächst darauf einrichten, daß die Rentenversicherung Ihren Rentenantrag in einen Reha-Antrag umwidmet.

Warum?

Weil grundsätzlich gilt:  "REHA geht vor Rente!"

Gehen wir nun davon aus, daß Sie die Reha-Maßnahme antreten:

Bitte beachten Sie hierbei:

Laut Ihrer Beschreibung arbeiten Sie derzeit, sind also nicht über einen längeren Zeitraum arbeitsunfähig und krank.

Leider zeigen auch einschlägige Urteile in der letzten Zeit, daß selbst eine 80-%ige Schwerbehinderung noch keine Garantie für die Gewährung einer Erwerbsminderungsrente ist.

Keine Reha-Maßnahme antreten ohne den Status "Arbeitsunfähig!"

Wer eine Reha-Maßnahme als arbeitsfähig antritt, der wird in der Regel als arbeitsfähig aus der Reha-Maßnhame entlassen!!

Dies wird dann von der Reha-Einrichtung im Reha-Entlassungsbericht vermerkt und die Gutachter der Rentenversicherung orientieren sich dann an dieser Aussage.

Wer aber arbeitsfähig ist, der ist auch nicht erwerbsgemindert.

Gehen wir nun davon aus, daß Sie aus der Reha-Maßnahme als arbeitsunfähig entlassen werden und daß dies im Reha-Entlassungsbericht vermerkt ist:

In diesem Fall wird die Rentenversicherung das medizinische Begutachtungsverfahren in die Wege leiten und Sie werden zu einem Begutachtungstermin geladen.

Im medizinsichen Begutachtungsverfahren wird Ihre Krankengeschichte berücksichtigt und die detallierten Bewertungen im Reha-Entlassungsbericht werden zu Grunde gelegt.

Da Sie aktuell 30 Jahre alt sind, gibt es für Sie keinen Berufsschutz mehr, weil dieser ab Jahränge über Geburtsjahr 1961 wegfällt.

Somit können Sie davon ausgehen, daß Ihnen im Begutachtungsverfahren in jedem Fall attestiert werden muß, daß auf Grund Ihrer pschischen Erkrankung Ihre Erwerbsfähigkeit so sehr gemindert ist, daß Sie auch leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch unter 3 Stunden pro Arbeitstag ausüben können!!

Dieser Nachweis ist heutzutage nur noch sehr schwer zu erbringen.

Nach Berücksichtigung Ihrer Schilderung müßten Sie nun also eine dauerhafte und andauernde Erkrankung glaubhaft nachweisen.

Hier wiederum wären mindestens 6 Monate ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit mit Lohnfortzahlung und Krankengeldfortzahlung Grundbedingung.

Das heißt:

Sie müßen in regelmäßigen Abständen zu Ihrem Hausarzt, dieser muß Sie arbeitsunfähig krank schreiben.

Aber Achtung in diesem Zusammenhang:

Nach einer gewissen Zeit wird Ihre gesetzliche Krankenversicherung auf Sie zukommen und Ihnen unter Fristsetzung nahelegen, einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen.

Der Pferdefuß bei dieser Angelegenheit ist aber, daß die Krankengeldzahlung auf maximal 78 Wochen befristet ist.

Nach Ablauf von 78 Wochen Krankengeldzahlung werden Sie betreffs der Krankengeldzahlung aus der gesetzlichen Krankenversicherung ausgesteuert!

Rechtzeitig vorher müßten Sie dann bei Ihrem Arbeitsamt (Agentur für Arbeit) einen Antrag auf Arebitslosengeld stellen und dürfen in diesem Zusammenhang auf keinen Fall irgendwelche Fristen versäumen.

Auch hier ist zu beachten, daß das Arbeitslosengeld zeitlich befristet ist!

Wie Sie sehen, lauern bei einem Rentenantragsverfahren viele Fallstricke.

Die oben von mir gemachten Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit bzw. Rechtsgültigkeit, sondern sind nur als grobe Richtschnur zu verstehen.

Weitere hilfreiche Infos und Tipps finden Sie auch auf meiner Webseite, welche derzeit im Aufbau ist.

Verzichten Sie auf keinen Fall auf die Hinzuziehung eines kompetenten Rechtsbeistandes, denn sehr schnell sind Fehler gemacht!

Wie Sie mitteilen, sind Sie in einem Sozialverband. Sollte dies z:B. der VDK sein, ist dies eine gute Wahl.

Viel Erfolg und gute Besserung

Konrad

Kommentar von sassi81,

hallo konrad,

vielen lieben Dank für Ihre vielen Infos. Das ist wirklich sehr hilfreich. Ich hffe wirklich, dass alles klappt. Früher habe ich gern gearbeitet und heute grauts mir vor jedem Tag. Es ist die psychische Belastung und die körperlichen Probleme, die ich natürlich dauerhaft haben werde.

Eine Anschlussheilbehandlung habe ich nach meiner grossen OP gleich im Anschluss gemahct.. die wurde vor Ort von 3 auf 5 Wochn verlängert, wegen meines akuten Falles (keine Besserung ist eingetreten). Dehslab ahbe ich auch erst 9 Monate später wieder nagefangen zu arbeiten...

Eines interessiert mich alleridngs noch: können Sie mir sagen, ob zusätzliche Gutachten vona nderen Ärzten, neben dem Gutachten von meiner Psychiaterin, nötig sind? und können auch zusätzliche Gutachten oder Bescheinigungn  von Heilpraktikern berücksichtigt/eingereicht werden??? das wäre sehr interessant für mich...

vielen Dank für die vielen Infos...

Kommentar von hubkon,

Hallo,

freut mich, wenn Ihnen meine Infos weiterhelfen.

Zu Ihrer Frage betreffs weiteren Gutachten:

Grundsätzlich ist es so:

Wenn aus Ihren bisher vorliegenden Akten und Fakten nicht eindeutig und unmißverständlich hervorgeht, daß Sie nur noch für unter 3 Stunden auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt eingesetzt werden können, dann werden mit Sicherheit weitere Begutachtungen notwendig.

Ob Bescheinigungen von Heilpraktikern da etwas bewirken und berücksichtigt werden, wage ich zu bezweifeln. Beilegen können Sie diese Bescheinigungen allemal.

Ist die Faktenlage nicht eindeutig zu Ihren Gunsten, wird die Rentenversicherung darauf herumhacken und den Rentenantrag ablehnen.

Sie haben dann das Recht auf Widerspruch, sollten diesen aber durch einen kompetenten Rechtsbeistand vornehmen lassen.

Meist kommt es dann zu einem Verfahren vor dem Sozialgericht.

Bei nicht stimmiger Faktenlage wird das Sozialgericht einen gerichtlich bestellten ärztlichen Fachgutachter bestimmen und diesem einen entsprechenden Fragekatalog zustellen.

Dieser Gutachter wird Sie dann zu einem Begutachtenstermin vorladen.

Der Inhalt dieses Gutachtens wird dann an die Rentenversicherung übermittelt.

Die Rentenversicherung nimmt dann zum Gutachten Stellung gegenüber dem Sozialgericht. Diese Stellungnahme erhalten Sie dann vom Sozialgericht und Sie erhalten die Möglichkeit, dazu Ihre Meinung kund zun tun.

Der Ausgang eines solchen Verfahrens ist immer ungewiß.

Letztendlich gibt es noch die Möglichkeit, ergänzend beim Sozialgericht ein "uanhängiges Privatguatchten" zu beantragen. Die Kosten hierfür muß der Betroffene selbst bezahlen. Eine Rechtsschutzversicherung würde ggf. diese Kosten übernehmen.

Es gibt aber auch hier keine Garantie auf einen positiven Ausgang des Rentenantragsverfahrens.

Beste Grüße und gute Besserung Ihrer Beschwerden

Konrad

Kommentar von Anton96,

"Leider zeigen auch einschlägige Urteile in der letzten Zeit, daß selbst eine 80-%ige Schwerbehinderung noch keine Garantie für die Gewährung einer Erwerbsminderungsrente ist."

Warum auch? Eine Schwerbehinderung ist nun mal etwas anders als eine Erwerbsunfähigkeit oder Minderung. Ich habe selber eine GdB von 80 ( bitte die % weg lassen ) und gehe vollschichtig Arbeiten.

Kommentar von sassi81,

mir sit schon klar, dass das keine Garantie ist, nur weil ich einen Behindeurngsgrad von 80 (ich hoffe so gefällt dir das besser) habe. denke nur nichr, dass man alle "Behinderten" über einen kamm scheeren kann. Jeder hat etwas anderes erlebt und ganz unterschieliche Beschwerden, die ja auch unterschiedlich beeinträchtigen... und jeder hat ja auch einen anderen Job...

bisher gehe ja auch ich voll arbeiten... merke aber, durch extremen Druck bei uns (der nicht nur mir, als Schwerbehinderten, zu schaffen macht, dass ich langsam an meine Grenzen komme und einfahc nicht das leisten kann, was erfodert ist... wenn Du das kannst dann Glcükwunsch.. wäre froh, wenn cihd as sagen könnte...

Antwort von ichhierundda,

Die Höhe der Rente steht in deiner Renteninformation, die du regelmäßig zugeschickt bekommst. Wenn du sowas nicht hast, kannst du die Rentenversicherung anrufen und eine Renteninfo anfordern. Vergiss nicht, nochmal deine aktuelle Anschrift anzugeben, vielleicht haben sie die nicht. Oder schreib einen kurzen brief dahin, wen sie es schriftlich haben wollen. Mfg

Antwort von hubkon,

Hallo sassi81,

Ihr letzter Kommentar - Zitat:

mir sit schon klar, dass das keine Garantie ist, nur weil ich einen Behindeurngsgrad von 80 (ich hoffe so gefällt dir das besser) habe. denke nur nichr, dass man alle "Behinderten" über einen kamm scheeren kann. Jeder hat etwas anderes erlebt und ganz unterschieliche Beschwerden, die ja auch unterschiedlich beeinträchtigen... und jeder hat ja auch einen anderen Job...

Das mit dem Hinweis auf Behinderungsgrad von 80 soll keinesfalls eine Wertung darstellen, sondern einfach klarstellen, daß bei der Gewährung von Erwerbsminderungsrenten andere Maßstäbe angelegt werden.

Mit dieser irrtümlichen Meinung gehen nämlich viele Betroffene an die Sache heran und fallen dann aus allen Wolken, wenn die Rente trotzdem nicht bewilligt wird.

Es ist vollkommen richtig und da bin ich voll bei Ihnen, daß jeder Mensch andere Schicksalsverläufe, andere Voraussetzungen und andere Beschwerden hat.

Deshalb auch grundsätzlich immer mein ausdrücklicher Hinweis, keine Rentenanträge ohne  Hinzuziehung eines kompetenten Rechtsbeistandes einzureichen.

Gerade bei Frauen sind die Ausfallquoten betreffs psychischen Erkrankungen erschreckend hoch.

Mobbing ist heutzutage überall präsent und so ein brutales, unmenschliches Arbeitsklima ist pures Gift.

bisher gehe ja auch ich voll arbeiten... merke aber, durch extremen Druck bei uns (der nicht nur mir, als Schwerbehinderten, zu schaffen macht, dass ich langsam an meine Grenzen komme und einfahc nicht das leisten kann, was erfodert ist... wenn Du das kannst dann Glcükwunsch.. wäre froh, wenn cihd as sagen könnte...

Glauben Sie mir, ich kann das Alles nachvollziehen, denn ich begleite meine psychisch schwer kranke Schwester seit 1985 als (früher Pfleger) Betreuer. Diese hat auch gedacht, Sie packt das alles und dann kam der totale Nervenzusammenbruch. In der Folge sozialer Abstieg, Ersparnisse und Wohnung alles weg, viele Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken und letzendlich im Heim. Sozialamt kassiert die Erwerbsunfähigkeistrente und kommt für den Heimaufenthalt auf. Ein schweres Schicksal.

Meine Schwester (Bürokaufmann-Sekretärin) wurde im Alter von 25 Jahren psychisch krank, weil Sie den Druck (Mobbing und alles was damit zusammenhängt) am Arbeitsplatz nicht mehr ausgehalten hat.

Die verabreichten Psychopharmaka sind keine Lösung, heilen nicht sonderen stellen lediglich vorübergehend ruhig.

Der Organismus gewöhnt sich an das Zeug wie an eine Droge oder an Nikotin und Alkohol und der Mensch wird immer mehr abhängig davon.

Ich wünsche Ihnen, daß Sie einen Weg finden, wie Sie von diesem ungesunden Streß wegkommen.

Das geht natürlich nicht ohne Geld und damit ist schon ein Teufelskreis vorprogrammiert.

Man geht ja im Normalfall zum Arbeiten um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen und nicht aus Jucks und Tollerei, um sich mit frustierten Kollegen rumzuärgern.

Wird aber kein Einkommen generiert, geht der Lebensstandard in den Keller und am Ende bleibt dann nur noch Hartz4.

Sie haben vollkommen Recht, wenn Sie da rechtzeitig gegensetuern.

Machen Sie`s gut, ich halte Ihnen die Daumen

Konrad

Kommentar von sassi81,

super.. vielen dank nochmal, Konrad... da hilft mir wirklcih sehr weiter.. macl schauen.. vielleicht ahbe ich ja Glück und es klappt mit der Rente.. =) 

Das mit Ihrer Schwester tut mir Leid... bei meinem Job sind weniger die Kollegen als die Gesprächspartner am Telefon (Kunden usw.) das Problem und zusätzlich die vorschriften von ganz oben, die einem das Arbeten nicht gerad erleichtern.. (die Krankenraten liegen hier ungelogen bei durchschnittlich 14 % - das sagt wohl einiges aus...)... vielen dank für alles und drücken sie mir die Daumen.. herzliche grüße

Du kennst die Antwort?

Fragen Sie die Community