Frage von sassi81 04.04.2011

wie hoch Erwerbsminderungsrente???

  • Antwort von hubkon 05.04.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo,

    Bei der Schilderung Ihres persönlichen Krankheitsbildes und -Verlaufes steckt der Teufel buchstäblich im Detail und Sie müßen unbedingt darauf achten, daß Sie in keine Antragsfallen tappen.

    Es muß auch berücksichtigt werden, daß Sie in 2008 schon einmal wegen derselben Erkrankung Krankengeld bezogen haben und in diesem Zusammenhang müßen Sie mit Ihrer Krankenversicherung abklären, inwieweit diese Zeit angerchnet wird.

    Zitat Ihrer Frage:

    "Weiss hier jemand von Euch mit  wieviel Geld ich ungefähr rechnen kann?"

    Diese Frage kann Ihnen nur Ihre Rentenversicherung zuverlässig beantworten!

    Hierzu genügt eine formlose, schriftliche Anfrage mit Angabe Ihrer Versicherungsnummer!

    Etwa so:

    S.g. Damen und Herren,

    meine Psychiaterin hat mir auf Grund meines desolaten Gesundheitszustandes angeraten, einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen.

    Bitte teilen Sie mir deshalb mit, wie hoch meine derzeitigen Ansprüche auf teilweise Erwerbsminderung bzw. auf volle Erwerbsminderungsrente sind, wenn ich zum 1.5.2011 einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente einreiche?

    M.f.G.

    XXXXX

    Bitte beachten Sie:

    Die daran anschließende Rentenauskunft ist rein formell und keine Rentenzusage.

    Sollten Sie dann im Anschluß an die Rentenauskunft einen Rentenantrag einreichen, müßen Sie sich zunächst darauf einrichten, daß die Rentenversicherung Ihren Rentenantrag in einen Reha-Antrag umwidmet.

    Warum?

    Weil grundsätzlich gilt:  "REHA geht vor Rente!"

    Gehen wir nun davon aus, daß Sie die Reha-Maßnahme antreten:

    Bitte beachten Sie hierbei:

    Laut Ihrer Beschreibung arbeiten Sie derzeit, sind also nicht über einen längeren Zeitraum arbeitsunfähig und krank.

    Leider zeigen auch einschlägige Urteile in der letzten Zeit, daß selbst eine 80-%ige Schwerbehinderung noch keine Garantie für die Gewährung einer Erwerbsminderungsrente ist.

    Keine Reha-Maßnahme antreten ohne den Status "Arbeitsunfähig!"

    Wer eine Reha-Maßnahme als arbeitsfähig antritt, der wird in der Regel als arbeitsfähig aus der Reha-Maßnhame entlassen!!

    Dies wird dann von der Reha-Einrichtung im Reha-Entlassungsbericht vermerkt und die Gutachter der Rentenversicherung orientieren sich dann an dieser Aussage.

    Wer aber arbeitsfähig ist, der ist auch nicht erwerbsgemindert.

    Gehen wir nun davon aus, daß Sie aus der Reha-Maßnahme als arbeitsunfähig entlassen werden und daß dies im Reha-Entlassungsbericht vermerkt ist:

    In diesem Fall wird die Rentenversicherung das medizinische Begutachtungsverfahren in die Wege leiten und Sie werden zu einem Begutachtungstermin geladen.

    Im medizinsichen Begutachtungsverfahren wird Ihre Krankengeschichte berücksichtigt und die detallierten Bewertungen im Reha-Entlassungsbericht werden zu Grunde gelegt.

    Da Sie aktuell 30 Jahre alt sind, gibt es für Sie keinen Berufsschutz mehr, weil dieser ab Jahränge über Geburtsjahr 1961 wegfällt.

    Somit können Sie davon ausgehen, daß Ihnen im Begutachtungsverfahren in jedem Fall attestiert werden muß, daß auf Grund Ihrer pschischen Erkrankung Ihre Erwerbsfähigkeit so sehr gemindert ist, daß Sie auch leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch unter 3 Stunden pro Arbeitstag ausüben können!!

    Dieser Nachweis ist heutzutage nur noch sehr schwer zu erbringen.

    Nach Berücksichtigung Ihrer Schilderung müßten Sie nun also eine dauerhafte und andauernde Erkrankung glaubhaft nachweisen.

    Hier wiederum wären mindestens 6 Monate ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit mit Lohnfortzahlung und Krankengeldfortzahlung Grundbedingung.

    Das heißt:

    Sie müßen in regelmäßigen Abständen zu Ihrem Hausarzt, dieser muß Sie arbeitsunfähig krank schreiben.

    Aber Achtung in diesem Zusammenhang:

    Nach einer gewissen Zeit wird Ihre gesetzliche Krankenversicherung auf Sie zukommen und Ihnen unter Fristsetzung nahelegen, einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen.

    Der Pferdefuß bei dieser Angelegenheit ist aber, daß die Krankengeldzahlung auf maximal 78 Wochen befristet ist.

    Nach Ablauf von 78 Wochen Krankengeldzahlung werden Sie betreffs der Krankengeldzahlung aus der gesetzlichen Krankenversicherung ausgesteuert!

    Rechtzeitig vorher müßten Sie dann bei Ihrem Arbeitsamt (Agentur für Arbeit) einen Antrag auf Arebitslosengeld stellen und dürfen in diesem Zusammenhang auf keinen Fall irgendwelche Fristen versäumen.

    Auch hier ist zu beachten, daß das Arbeitslosengeld zeitlich befristet ist!

    Wie Sie sehen, lauern bei einem Rentenantragsverfahren viele Fallstricke.

    Die oben von mir gemachten Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit bzw. Rechtsgültigkeit, sondern sind nur als grobe Richtschnur zu verstehen.

    Weitere hilfreiche Infos und Tipps finden Sie auch auf meiner Webseite, welche derzeit im Aufbau ist.

    Verzichten Sie auf keinen Fall auf die Hinzuziehung eines kompetenten Rechtsbeistandes, denn sehr schnell sind Fehler gemacht!

    Wie Sie mitteilen, sind Sie in einem Sozialverband. Sollte dies z:B. der VDK sein, ist dies eine gute Wahl.

    Viel Erfolg und gute Besserung

    Konrad

  • Antwort von ichhierundda 16.04.2011

    Die Höhe der Rente steht in deiner Renteninformation, die du regelmäßig zugeschickt bekommst. Wenn du sowas nicht hast, kannst du die Rentenversicherung anrufen und eine Renteninfo anfordern. Vergiss nicht, nochmal deine aktuelle Anschrift anzugeben, vielleicht haben sie die nicht. Oder schreib einen kurzen brief dahin, wen sie es schriftlich haben wollen. Mfg

  • Antwort von hubkon 05.04.2011

    Hallo sassi81,

    Ihr letzter Kommentar - Zitat:

    mir sit schon klar, dass das keine Garantie ist, nur weil ich einen Behindeurngsgrad von 80 (ich hoffe so gefällt dir das besser) habe. denke nur nichr, dass man alle "Behinderten" über einen kamm scheeren kann. Jeder hat etwas anderes erlebt und ganz unterschieliche Beschwerden, die ja auch unterschiedlich beeinträchtigen... und jeder hat ja auch einen anderen Job...

    Das mit dem Hinweis auf Behinderungsgrad von 80 soll keinesfalls eine Wertung darstellen, sondern einfach klarstellen, daß bei der Gewährung von Erwerbsminderungsrenten andere Maßstäbe angelegt werden.

    Mit dieser irrtümlichen Meinung gehen nämlich viele Betroffene an die Sache heran und fallen dann aus allen Wolken, wenn die Rente trotzdem nicht bewilligt wird.

    Es ist vollkommen richtig und da bin ich voll bei Ihnen, daß jeder Mensch andere Schicksalsverläufe, andere Voraussetzungen und andere Beschwerden hat.

    Deshalb auch grundsätzlich immer mein ausdrücklicher Hinweis, keine Rentenanträge ohne  Hinzuziehung eines kompetenten Rechtsbeistandes einzureichen.

    Gerade bei Frauen sind die Ausfallquoten betreffs psychischen Erkrankungen erschreckend hoch.

    Mobbing ist heutzutage überall präsent und so ein brutales, unmenschliches Arbeitsklima ist pures Gift.

    bisher gehe ja auch ich voll arbeiten... merke aber, durch extremen Druck bei uns (der nicht nur mir, als Schwerbehinderten, zu schaffen macht, dass ich langsam an meine Grenzen komme und einfahc nicht das leisten kann, was erfodert ist... wenn Du das kannst dann Glcükwunsch.. wäre froh, wenn cihd as sagen könnte...

    Glauben Sie mir, ich kann das Alles nachvollziehen, denn ich begleite meine psychisch schwer kranke Schwester seit 1985 als (früher Pfleger) Betreuer. Diese hat auch gedacht, Sie packt das alles und dann kam der totale Nervenzusammenbruch. In der Folge sozialer Abstieg, Ersparnisse und Wohnung alles weg, viele Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken und letzendlich im Heim. Sozialamt kassiert die Erwerbsunfähigkeistrente und kommt für den Heimaufenthalt auf. Ein schweres Schicksal.

    Meine Schwester (Bürokaufmann-Sekretärin) wurde im Alter von 25 Jahren psychisch krank, weil Sie den Druck (Mobbing und alles was damit zusammenhängt) am Arbeitsplatz nicht mehr ausgehalten hat.

    Die verabreichten Psychopharmaka sind keine Lösung, heilen nicht sonderen stellen lediglich vorübergehend ruhig.

    Der Organismus gewöhnt sich an das Zeug wie an eine Droge oder an Nikotin und Alkohol und der Mensch wird immer mehr abhängig davon.

    Ich wünsche Ihnen, daß Sie einen Weg finden, wie Sie von diesem ungesunden Streß wegkommen.

    Das geht natürlich nicht ohne Geld und damit ist schon ein Teufelskreis vorprogrammiert.

    Man geht ja im Normalfall zum Arbeiten um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen und nicht aus Jucks und Tollerei, um sich mit frustierten Kollegen rumzuärgern.

    Wird aber kein Einkommen generiert, geht der Lebensstandard in den Keller und am Ende bleibt dann nur noch Hartz4.

    Sie haben vollkommen Recht, wenn Sie da rechtzeitig gegensetuern.

    Machen Sie`s gut, ich halte Ihnen die Daumen

    Konrad

  • Antwort von Anton96 05.04.2011
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