Wie hoch darf mein Vermieter die Miete erhöhen?

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10 Antworten

Das kommt auf den Grund der Mieterhöhung an.

Nach §558 darf der VM binnen 3 Jahren die Kaltmiete um 20 bzw. 15 % erhöhen.

Das wären, wenn 600 € die Kaltmiete sind, 120 bzw. 90 €.

Zur Kaltmiete kommen ja noch die Betriebskosten. Sind das 50 bzw. 80 € beträgt die neue Gesamtmiete 770 €.

Sollen aber 770 € die neue Kaltmiete sein wäre das eine Erhöhung um knapp über 28 %. Das wäre bei Mieterhöhung nach o. g. Paragrafen unzulässig, folglich die Mieterhöhung unwirksam.

Soll aber wegen Modernisierung die Miete erhöht werden darf der Vermieter ja 11 % der Modernisierungskosten jährlich als Mieterhöhung geltend machen.

Das kann u. U. für den Mieter mehr als 15 oder 20 % Mieterhöhung bedeuten.

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Ein Mieterhöhungsverlangen des Vermieters ist legitim und kann sich nur auf die Grundmiete beziehen. Wenn sich die neue Grundmiete auf 770€ erhöhen soll, dann reagiere auf dieses Verlangen nicht, denn diese Erhöhung ist unzulässig. Eine Klage über Zustimmung zur Mieterhöhung wird vermutlich vom AG abgewiesen.

Andere Möglichkeiten zur Anhebung der Gesamtmiete bestünden in der Anpassung der Betriebskosten oder Anhebung der Grundmiete infolge einer Modernisierungsmaßnahme.

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Einfach haben wollen geht nicht. Deshalb bitte antworten: In welcher Form und mit welcher Begründug soll die Miete erhöht werden? Wann hast du das MEV erhalten? Ab wann wird die höhere Miete verlang? Wurdest du aufgefordert der Mieterhöhung zuzustimmen (innert des Mieterhöhungsverlangens)? Ist es die erste Mieterhöhung in den 5 Jahren oder wann gab es die letzte und in welcher Höhe?

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"Bei Erhöhungen nach [ortsüblicher Vergleichsmiete] (...)  darf sich die Miete innerhalb von drei Jahren, von Erhöhungen nach den §§ 559 bis 560 abgesehen, nicht um mehr als 20 vom Hundert erhöhen (Kappungsgrenze)" bestimmt § 558 (3) BGB.

Meint: Die darin enthaltenen Betriebsbskosten-vorauszahlungen darf er zusätzlich erhöhen, wie sie belegt sind (Nachzahlung). Modernisierungskosten zusätzlich um bis zu 11 % der für deine Wohnung nachgewiesenen Aufwendungen. Den Mietzins (Kaltmiete) selbst nur um 20%.

Im Ergebnisnis sind 600 + 20 % + 50 Nebenkostenerhöhung = 770 neue Mietzahlungen denkbar.

G imager761


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Soweit ich weiss um 15% maximal. Wenn der standart der Wohnung gleich bleibt. Ganz sicher bin ich jetzt nicht. 170€ auf einmal ohne der Wohnung einen höheren Standard zu gewähren is viel zu viel. Wie ist das denn im Mietvertrag geregelt?

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Kommentar von bwhoch2
22.12.2015, 10:17

@chrissi259: Tut mir leid. Du weißt nichts und antwortest hier?

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Gute theoretische Antworten hast Du bekommen. Für gute praktische Antworten sind alle hier überfordert, denn dazu müßtest Du schon noch ein wenig mehr Angaben machen.

Kalt- oder Warmmiete? Nebenkostenvorauszahlung oder -pauschale? Wie hoch sind die Nebenkosten dabei? Wurde modernisiert und was zu welchen Gesamtkosten?

Auf die kurze Frage "Darf er das?", kann es deshalb nur eine Antwort geben. "Ja" oder "nein".

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Hier fehlen wichtige Infos,

so z.B. ob es sich um eine Mieterhöhung gem. § 558 BGB handelt:

Hier kann der Vermieter innerhalb von 3 Jahren die Miete um max. 20 % oder 15 % in Gegenden mit der Mietbremse aufgrund des örtlichen Mietspiegels oder unter Nennung von 3 Vergleichsmieten erhöhen. (entscheidend die Höhe der Kaltmiete).

oder um eine Mieterhöhung nach einer Modernisierung gem. § 559 BGB:

dann können 11% der Modernisierungskosten, die auf die Wohnung entfallen jährlich auf den Mieter im Rahmen einer Mieterhöhung umgelegt werden.

und last but not least:

ob u.a. auch aufgrund der erstellten Nebenkostenabrechnung  die monatlichen Nebenkostenvorauszahlungen gem. § 580 BGB anpasst wurden oder nicht?  Dann würde es sich um keine Mieterhöhung handeln.

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Kommentar von anitari
22.12.2015, 15:22

Kleine Korrektur: §560

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Zunächst einmal gibt es verschiedene Arten von
Mieterhöhungen:
- „einvernehmliche Vereinbarung“
- Staffelmiete / Indexmiete / Ortübliche Vergleichsmiete
- Mieterhöhung wegen Modernisierung.
- Mieterhöhung wegen höheren Nebenkosten (Nur bei
Nebenkostenpauschalen).
Was ist das in deinem Fall (siehe Begründung oder
Mietvertrag)?

Bei Mietverträgen mit vereinbarten Mieterhöhungen darf die Miete max. 20% innerhalb von 3 Jahren steigen (Kappu ngsgrenze (§ 558 Abs. 3 BGB)).

Mieterhöhung wegen Modernisierung: Die 20%-Begrenzung
innerhalb von 3 Jahren zählt bei Modernisierungen nicht. Wurde die
Modernisierung durchgeführt, können pro Jahr 11% der auf die einzelne Wohnung entfallenden Modernisierungskosten auf die Miete aufgeschlagen werden.

Mieterhöhung wegen höheren Nebenkosten: Eine Mieterhöhung
durch höheren Nebenkosten kann nur durchgesetzt werden, wenn der Mieter eine Nebenkostenpauschalen zahlt. Allerdings nur unter bestimmten Umständen die auch im Mietvertrag genannt werden müssen. Stehen diese nicht im Mietvertrag, kann die Pauschale auch nicht angehoben werden.

Mehr Infos auf  www.immobilien-einblick.de/mieterhoehungen
. Da steht auch wie man einer Mieterhöhung widerspricht.

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Kommentar von anitari
22.12.2015, 09:31

Eine Mieterhöhung durch höheren Nebenkosten kann nur durchgesetzt werden, wenn der Mieter eine Nebenkostenpauschalen zahlt.

Das wäre gar keine Mieterhöhung bestenfalls eine Erhöhung der zu zahlenden Gesamtmiete.

Nebenkostenpauschalen können nur erhöht werden wenn es vertraglich vereinbart ist.

Was anderes wäre es bei monatlichen Vorauszahlungen.

Diese können nach einer Abrechnung erhöht werden wenn sich eine Nachzahlung ergeben hat.

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Ist zu hoch. Oder gab es irgendwelche Modernisierungsmaßnahmen?

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