Frage von yolonator54, 155

Wie helfe ich mich aus meiner Depression raus?

Guten Morgen,
Jeden Tag immer das gleiche: aufstehen, zocken, essen, schlafen.
Ich hasse mein Leben, da alle gegen mich sind und keine Freunde habe. Ich hatte keinen Ausweg als mein Leben im Internet ablenken zu lassen. So ging das fast 2 Jahre lang. Mittlerweile bin ich Internetsüchtig geworden und bin zu faul aus dem Haus zu gehen. Ich werde auch langsam faul zum zocken. Die einzige Beschäftigung die ich neben Internet und zocken mache ist Selbstverletzung und Alkohol.
Nach meiner Internetrecherche treffen fast alle Symptome für Depression auf mich zu und ich weiß nicht wie ich mich raushelfen soll...
Meine Stimmung schwankt von 0-50/100 wobei ich gerade bei 50 bin da ich gerade versuche meine Depression nicht durch Suizid loszuwerden. Meine Stimmung ändert sich rasch. Wenn ich etwas versuche zu machen, scheitert es sofort. Ich habe keine Hobbys und bin auch zu faul um welche zu finden.
Ich besuche wöchentlich eine psychologische Behandlung, die meint, dass ich wegen meiner mangelhaften Schlafdauer ähnlich einer Demenz leide (Was ich selber langsam merke nachdem ich mich nicht mehr an das Frühstück erinnere bzw schwer tue dabei. Oder ich in Mathe für eine Rechnung länger brauche als früher).
Meine Eltern wissen nichts von meiner Depression, da sie sonst nur mehr versuchen werden meine Spiele zu entnehmen. Ich möchte nur zurück in die alten Zeiten, wo ich mit meiner Freundin glücklich war. Wo ich noch gut in der Schule war. Die Trennung mit ihr war der Auslöser für die Depression. Mittlerweile muss ich dieses Jahr wiederholen, weil ich keine Hausaufgaben mehr gebracht habe und für keinen Test mehr gelernt habe nachdem ich jedesmal denken muss, dass es unnötig ist etwas für die Schule zu tun, weil ich sowieso sterben werde. Ich habe zwar vor in eine andere Schule zu wechseln um neue Freunde kennenzulernen, aber nach meinen Noten fällt das schwer und außerdem weiß ich nicht wie lange ich noch leben werde.
Ich bitte um Hilfe...
Kurze Info zu mir: bin männlich (16) und lebe allein mit meiner Mutter die ich hasse._.

Antwort
von Fraaagwuerdig, 71

sensibles thema

eigentlich kann ich mich da sehr gut reindenken, ABER wie gut kannst du mit klaren antworten gerade umgehen?

Antwort
von nurbilligwillig, 52

Hi!

Zuerst mal: Es tut mir leid, dass es Dir im Moment so schlecht geht! Aber: Gib Dich nicht auf, denn es wird wieder besser werden und es lohnt sich! Definitiv! Außerdem: Du bist nicht allein! Es gibt sehr viele Menschen, denen es ähnlich geht.

Es ist schon richtig: Du müsstest Deinen Lebensstil ändern. Aber ich denke, zuerst musst Du Dich mit dem auseinandersetzen, was Deinen Zustand ausgelöst hat. Du bist in psychotherapeutischer Behandlung? Sehr gut! Ich habe den Eindruck, dass Du Schwierigkeiten hast, Dich zu öffnen. Du sagst, Du hasst Deine Mutter, Deine Eltern haben sich getrennt und die Beziehung zu Deiner Freundin ist auseinander gegangen. Dass es einem dadurch den Boden unter den Füßen wegzieht und dass man die Freude am Leben verliert und keinen Sinn mehr darin sieht, für die Schule zu lernen kann ich gut nachvollziehen. Denn was soll die Lernerei, wenn die Dinge, die mir wichtig sind, schief laufen.

Ich würde an Deiner Stelle versuchen, mich meiner Therapeutin anzuvertrauen und mit ihr über die Dinge sprechen, die Dich wütend oder traurig machen und mich dort weniger auf die Schullleistungen, das Zocken usw. konzentrieren. Das sind nur die Symptome, nicht das Problem. Die Therapeutin kann Dir nur helfen, wenn Du Dich öffnest und über Deine Gefühle sprichst. Darüber wie Du Dich gefühlt hast als Deine Eltern sich getrennt haben, als die Beziehung zu Deiner Freundin auseinander gegangen ist und warum Du Deine Mutter hasst...

Psychotherapie ist sehr sehr wirksam, stärker als ein Antibiotikum. Aber im Unterschied zu einem Antibiotikum braucht es länger bis es hilft und es ist richtig harte Arbeit.- Du schaffst das!

Ich wünsche Dir, dass es Dir bald besser geht!

Kommentar von kosldl ,

Antibiotikum ?

Kommentar von nurbilligwillig ,

In der Medizin wird die Effektivität einer Therapie durch "Effektstärke" gemessen. So liegt der Placeboeffekt durchschnittlich bei etwa 0,20, was schon eine ganze Menge ist. Die Effektstärke eines Antibiotikums liegt durchschnittlich bei 0,85. Das ist in der Medizin gigantisch, da es bedeutet, dass fast jeder der z. B. ein Antibiotikum wegen eines fieberhaften bakteriellen Infekts bekommt, entfiebert. Und jetzt kommt der Hammer: Psychotherapie erreicht im Durchschnitt Effektstärken, die noch darüber liegen. Isft das nicht toll! Allerdings ist der der zeitlich-personelle und finanzielle Aufwand auch ein anderer. Aber: In Deutschland zahlt die Krankenkasse Psychotherapie. Das finde ich super! Mit meinem Vergleich Psychotherapie/Antibiotikum wollte ich also nur zum Ausdruck bringen, wie wirksam Psychotherapie ist.

Antwort
von darkgoofy, 14

Ich kann dir nur Tipps geben.
Alkohol ist keine gute Lösung und nicht weil es eine Droge ist, sondern weil es dich einmal weiter in die Depression zieht und abhängig mach. Am besten ist keinerlei Drogen zu nehmen aber wenn es hilft auch nur auf kurzer Sicht, solltest du dir andere aufsuchen.
Viele die ich kannte haben oder hassen immer noch Stationäre Behandlungen aber es hilft mehr als man glaubt. Man trifft neue Leute kennen, bist deine Mutter zum teil los und bekommst ein geregelten Tagesrhythmus. Natürlich wird es dir nerven dort zu sein.

Antwort
von RunnerHH, 42

Wahrscheinlich hast Du durch die Trennung einfach Deine Lebensfreude verloren und lässt Dich immer weiter fallen. Kannst eventuell mit Trennung und Verlust nicht umgehen. Hast Du eine Vertrauensperson in Deiner Umgebung, mit der Du sprechen kannst? Hast Du eventuell schon versucht mit einem Lehrer Deines Vertrauens zu sprechen? So schlimm sind die nicht, versuch es doch mal.

Kopf hoch und lass Dich nicht so hängen und wenn Du professionelle Hilfe suchst, schau doch mal hier:

http://www.deutsche-depressionshilfe.de/?r=p


Gruß

Runner

Antwort
von MondscheinStern, 68

Du sagst ja, auf alles hast du keine Lust, also schaffe dir Lust auf neue Hobbys, bekomme dein Leben in den Griff, setze dir kleine Ziele und verfolge sie jeden Tag, du musst wieder Lebensfreude bekommen, aber mit deiner Einstellung wie du sie gerade hast wirst du nie in deine alten Zeiten zurück kehren können. Du musst es wollen, denn du hast dein Leben allein in der Hand. Kannst alles schaffen wenn du nur willst, also fange an zu wollen und tue und mache, bekomme dein Ar...ch hoch und es wird hart und schwer werden. Aber wenn du nichts an dein Leben machst, wird dein Leben auch nichts mit dir machen. Du hast es allein in der Hand, also reiß dich zusammen und ziehe es durch:) Selbst ein Depressiver Mensch kann es schaffen, das habe ich mit eigenen Augen gesehen:) Viel Erfolg. 

Kommentar von yolonator54 ,

Kann ich versuchen aber es wird sowieso nicht klappen da meine Stimmung stark schwankt..

Kommentar von MondscheinStern ,

Du gibst schon gleich auf, das ist dein Problem. Versuche es und stecke nicht gleich den Kopf in den Sand, es wird einfach hart werden, das kann ich dir versichern, anders klappt sowas einfach nicht. Du gehst ja schon zu Therapie , sage das dein Therapeuten und arbeitet daran, das du was durch halten kannst auf lange dauer!

Kommentar von yolonator54 ,

Danke für deine ausführliche Antwort. Hatte ich lange nicht mehr :)

Antwort
von xXkikiXx, 59

Such dir ein Hobby. Das ist schwer. Aber überleg dir, was du unglaublich gerne mal als Hobby machen wolltest und such dir einen Verein oder sonst was raus und geh hin. Überwinde dich einmal. Kostet viel anstrengend, aber es ist machbar. 

Kommentar von Zytglogge ,

Du scheinst null Ahnung zu haben was eine Depression ist.

Sei froh drum, aber spar Dir solche Ratschläge.

Kommentar von xXkikiXx ,

Doch, ich hab Ahnung davon. Es ist recht mies von dir das Gegenteil zu behaupten. Wenn man aber wieder lernt sich für etwas zu begeistern, ist es leichter da wieder raus zu kommen.

Kommentar von Fraaagwuerdig ,

ist aber auch nicht leicht etwas zu finden, was einen begeistert, wenn man gerade in dieser schwierigen phase ist. das stimmt leider. sicherlich ein guter ansatz zum nachhaltigen handling - aber jemanden in dieser phase mit so einem rat zu verabschieden - ist jetzt wahrscheinlich noch nicht hilfreich. da stehen meist noch einige schritte zwischen, bevor man dies überhaupt wieder erkennen und in angriff nehmen kann.

Kommentar von xXkikiXx ,

klar reicht das nicht. Er hat bereits gesagt, dass er in psychologischer Behandlung ist. 

Kommentar von nurbilligwillig ,

Alle, die sich hier mit Beiträgen beteiligen, wollen helfen, denke ich. Zwischenmenschliche Unterstützung ist meiner Ansicht nach die stärkste Medizin. Welcher Beitrag nun hilfreicher oder weniger hilfreich für den Betroffenen ist, entscheidet dieser nur ganz allein. Ich denke, man kann es unabhängig davon wertschätzen, wenn jemand sich Gedanken macht, um einem anderen zu helfen.

Kommentar von Fraaagwuerdig ,

ja da gebe ich dir recht, tut mir leid, wollte mit meiner antwort niemanden zu nahe treten oder die qualität der antwort herabmindern. :-/

Antwort
von Want2beAnonym, 28

Das beste wäre, wenn du dich hier mal erkundigst : 

http://was-hilft-bei-depressionen.de/ >

... da sind gute Tipps dabei.

Oder hier eine Doku über das Thema:

Und hier wäre was, das für dich gut wäre, wenn du dich behandeln lassen willst (denn eine Depression ist eine oft unterschätzte Krankheit, die aber gut behandelt werden kann) . Die Seite lautet: www.deutsche-depressionshilfe.de , und hier ist das Video dazu ...

Hoffe ich konnte dir helfen & viel Glück auf deinem Weg zu einem besseren Lebenszustand, lass den Kopf nicht hängen ;)

Antwort
von anjasieger, 48

Warum so negativ? DU hast nur dieses eine Leben. Und es liegt in deiner Hand. Du kannst was gutes draus machen. Oder du kannst es komplett verkacken. Für beides bist du selbst verantwortlich. Ich würde dir raten, dass du sofort mit dem zocken aufhörst und dir soziale Kontakte suchst. Am besten über irgendwelche reallife hobbys. z.B. Sport im Verein, Politik in einer Partei, Sprachkurse. Was weiß ich. Verändere dich. Probier ein besserer "du" zu werden. :)

Kommentar von yolonator54 ,

Ich soll mit dem zocken aufhören? Ich wünschte so einfach wärs. Schließlich bin ich süchtig danach.

Kommentar von kosldl ,

Eine Sucht kann man nicht von heute auf morgen bekämpfen.Ich verstehe dich sehr gut mir ging es auch so. Aber hör nicht auf zu zocken bei mir hat sich die Depression dadurch verschlimmert, das war das was mir noch überhaupt Spaß gemacht hat ... Irgendwann wirst du freiwillig aufhören zu zocken also lass es auf dich zu kommen aber setz dich nicht unter Druck

Antwort
von Zytglogge, 47

Da kannst Du Dir selber nicht raus helfen, aber es gibt Hilfe von aussen.

Alles Gute

Antwort
von ischdem, 9

professionelle Hilfe annehmen....das Netz ist voll davon auch bei gutefrage.net

aber direkt bei einem Psychiater einen Termin nehmen, der dir dann weiter helfen kann.

Du musst aber wollen.

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