Frage von Lenalululein, 46

Wie helfe ich meinem Hund nach einem Besitzerwechsel?

Hallo liebe Community,

Ich habe ein kleines "Problem" an dem ich Arbeite.

Ich habe einen 1,5 Jahre alten Husky der prima erzogen total aufgeschlossen und freundlich auf andere Hunde und lebewesen reagiert. Nun habe ich vor einigen Tagen eine bekannte getroffen die auch einen Hund hat, sie ist total überfordert und der Hund ist ständig alleine. Der Hund (Mini Bullterrier) sollte  ins Tierheim abgegeben werden, habe mich dann kurzer Hand entschlossen den armen Hund zu übernehmen (hatte blut unterlaufene augen, entzündung an der nase, pfoten, kampfspuren in Form von bissen)

Der Hund ist vor 2 Tagen 1 Jahr alt geworden. Nach 2-3 Tagen ist der Hund Prima bei mir angekommen, schläft mit meinem anderen Hund zusammenkuschelnd, frisst, mittlerweile sind auch die augen wieder klar, die entzündung an der nase ist weg und die kampfspuren schwinden langsam auch ... Hund wird gehegt und gepflegt. (wobei mein ersthund keinesfalls vernachlässigt wird, kenne mich soweit in der Haltung von 2 Hunden aus.)

So das war nun die Vorgeschichte nun zur Frage...

Wie helfe ich meinem Hund wieder ein normales "Stressfreies" leben zu führen.

Zuhause verhält er sich Prima. Nur sobald es rausgeht sprich ihm das Halsband anziehe, zittert er wie esbenlaub, wenn er draußen ist markiert er nix, er verrichtet schnell seine Geschäfte und möchte so schnell wie möglich wieder nach hause (zieht mit aller kraft in richtung nach hause) weiter weg gehen ist dann ein echter Kraftakt weil er sich mit aller kraft dagegen wehrt. er hat ständig seinen Schwanz eingezogen und auch auf die Kommandos hört er nicht. Totaler Stress für ihn. Sobald er im Wald von der Leine ist blüht er zusammen mit meinem anderen Hund auf, er rennt spielt tobt .. ganzer Stress vergessen ..

Der Hund ist jetzt seit ca 10 Tagen bei mir. Ich möchte ihm gerne die Angst nehmen, Ich gehe viele Stunden mit den Beiden am Tag raus bemuttere ihn nicht wenn er angst hat sondern bleibe "stur" Ich habe das gefühl das er mich noch nicht ganz anerkannt hat. Hat jemand vielleicht irgendwelche Tipps für mich wie ich es dem Hund angenehmer gestalten kann? :)

Bin über jede hilfreiche Antwort dankbar =)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Naninja, Community-Experte für Hund, 30

Als erstes würde ich das Halsband gegen ein gut sitzendes, gepolstertes Geschirr austauschen. Ich persönlich mag die Geschirre von annyx (onlineshop) sehr gerne.

Zusätzlich kannst Du den Hund mit einem Halsband von adaptil unterstützen (http://www.adaptil.com/de/Adaptil) oder als Nahrungszusatz Calmex geben http://www.medpets.de/calmex/).

Eine weitere Idee: probier es mal mit konditionierter Entspannung. http://www.easy-dogs.net/home/blog/training/gastautor/dr_ute_blaschke_berthold/k...

Du kannst die konditionierte Entspannung zusätzlich mit einem Ritual verbinden. Also immer die gleiche Tageszeit, den gleichen Ort (eine eigens dafür ausgebreitete Decke), ein akustisches Signal (bestimmte Musik laufen lassen) und ein Geruchssignal (z.B. Lavendelöl) nutzen. Ziel ist es, den Hund durch die Streicheleinheiten und das Ritual in einen Entspannungszustand zu versetzen, in dem Oxytocin ausgeschüttet wird. Wenn Du die Ausschüttung dieses "Entspannungshormons" mit einem Signal belegst ("Easy"), kannst Du die Ausschüttung nach ca. 2 Wochen täglichen Trainings in Stresssituationen abrufen und den Hund entspannen.

Weitere Idee: Die intermediäre Brücke http://www.easy-dogs.net/home/blog/training/maria_rehberger/intermediaere_brueck...

Mit dieser Hilfe signalisierst Du dem Hund (sobald sie aufgebaut ist), dass eine Situation zwar gerade blöd, aber nur vorübergehend ist. Du kannst das Werkzeug einsetzen, wenn der Hund sich draußen unsicher fühlt und Unterstützung braucht.

Nächste Idee: Zeigen und benennen. Gruselt sich Dein Hund vor Menschen, Hunden, Autos, kannst Du ihn damit emotional abfangen http://www.easy-dogs.net/home/blog/training/gastautor/eva_zaugg/zeigen_benennen_...

Letzte Idee: sorg für einen zuverlässigen, gut strukturierten Tagesablauf. Das gibt dem Hund Sicherheit. Lass ihn ankommen, er wird noch einige Wochen brauchen, um alles zu verdauen. Wenn Ihr Spaziergänge macht, kann es für einen gestressten Hund einfacher sein, den gleichen (und damit kalkulierbaren) Hin- und Rückweg zu nehmen. Regen ihn lange Runden zu sehr auf, mach anfangs nur kurze Runden. Die Welt könnt Ihr immer noch gemeinsam erobern, wenn der Hund sicherer ist und verstanden hat, dass er Dir vertrauen kann.

Übrigens würde ich einen Hund, der eine so sichtbare Angstproblematik hat, nicht ohne Leine laufen lassen. Sichere ihn lieber mit einer Schleppleine ab. Du kennst die Vorgeschichte nicht und weißt nicht, welche Trigger der Hund hat. Gut möglich, dass ihn z.B. die ersten Raketen vor dem Jahreswechsel in blanke Panik versetzen. Mir wäre es zu riskant, den Hund jetzt schon komplett frei laufen zu lassen.

Kommentar von Lenalululein ,

Hey, vielen dank für so eine ausführliche Antwort, hast mir sehr geholfen werde das mal Ausprobieren was du geschrieben hast.
Lese mir jetzt die Artikel die du gepostet hast durch und mache mich gleich Morgen früh an die Arbeit, kaufe ein neues Geschirr und versuche diese "entspannungs methode" mal aus. Vielleicht hilft es ja =) 

Vielen lieben dank nochmal :)

Kommentar von Naninja ,

Gerne, viel Erfolg und viel Spaß mit dem kleinen! (Ich leibe MBT!) :-)

Antwort
von uwe4830, 8

Das hört sich nach einer Blockade durch bedingten Stress an. Geh erst einmal eine kleine Runde alleine mit ihm. Wenn er Bockt, bleibst du stehen, bis die Leine locker wird, dann gehst du weiter. Bis sich der Knoten löst vergehen einige Minuten. Sei konsequent und ruhig, dass heißt nicht reden drängen oder ähnliches. Irgendetwas in seiner Umgebung scheint ihn zu verunsichern. 

Gehe selbstbewusst an Mülltonnen oder ähnlichem was auch immer ihm Angst einflöst vorbei.Ohne Druck, und ohne Worte. Es wird dauern habe Geduld.

Antwort
von froeschliundco, 4

neuer name,neue kommandos, nur zusammen mit deinem andern hund raus, brustgeschirr statt halsband,ein strich unters alte leben machen und gaaaaaaanz viel liebe und verständnis (aber nicht entschuldigen damit oder vermenschlichen)

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