Frage von Ronny06, 88

Wie helfe ich mein autistisches kind?

Hallo

Kurze Info Mein sohn Ron ist 6,5 Jahre alt. Er hat den frühkindlichen autismus. Ist ein sehr liebes Kind.

Mein problem:

Wir sind vor 6 wochen in einer größeren Wohnung umgezogen aber im gleichen ort.

In der alten Wohnung haben wir 4 Jahre gelebt. Wohnung War 70 qm.3 Zimmer . Er ist öfters gerannt/gehüpft in der Wohnung, Saß öfters bei uns im Wohnzimmer. ( da leider kein Esstisch da War wegen Platzmangel wurde auch auf der Couch gegessen) . Das allergrößte er ging dort auf die Toilette seit 6 Monaten.hatte fast täglich den Stuhl in der Toilette gemacht.

Die neue Wohnung hat 125 qm.4 Zimmer.eine große Küche mit eckbank und esstisch. Mein Problem ist. Er kommt nicht mehr oder nur selten aus seinem Zimmer raus ( teilt diesen Zimmer mit seinen kleinen Bruder ) .nur zum essen oder duschen.ich muss ihn sehr sehr oft zeigen das wir auf der eckbank essen .er tut es auch aber nur mir zu liebe.

Er geht nicht mehr auf die Toilette für den Stuhl sondern macht es weiter in der windel.und das seit wir hier eingezogen sind. Er bleibt den ganzen tag auf seinem bett.wir habe auch fast alle alten Möbel sogar Gardinen mitgenommen damit er sich wohlfühlt.aber er grenzt sich von alles ab.

Wie soll ich ihn da raus holen und auch die Toilette interessant machen ?

Sorry für die länge.aber bin eine verzweifelte Mutter die dringend Rat sucht. Freue mich auf eure tipps.

Mfg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von sasxo, 55

Ohje das ist schwierig! Da er in seiner eigenen Welt lebt weiß man nicht was los ist.
Er hat sicherlich spezielle Interessen.... ein Geräusch das er gerne hört oder einen Gegenstand den er immer bei sich trägt...versuche es ihm doch vielleicht darüber schmackhaft zu machen.
Wie du schon sagst... zwingen geht nicht! Wenn er nicht will will er nicht!

Hast du das Buch "Fledermäuse und buntschatten" schon mal gelesen. Ich finde es sehr süß geschrieben und man versteht dadurch etwas besser.
Ich arbeite in einer jugendhilfe Einrichtungen g mit asperger Autisten.

Kommentar von Ronny06 ,

Stimmt er hat so eigene Vorstellungen .vllt vermisst er ja einfach die kleine Wohnung kann man ja nie wissen .aber hole mir dieses Buch auf alle fälle.vielen dank für deinen tipp.

Antwort
von SquareMatrice, 39

Ich bin der Meinung, dass Tiere Menschen sehr gut helfen können, wenn keine aggressive Persönlichkeit vorhanden ist. Google mal "Wie Hunde Autisten helfen können",ich hoffe der Tipp bringt euch etwas.

Kommentar von Ronny06 ,

Hey danke für deinen tipp.

Ich kann leider keine Tiere in der Wohnung halten .da ich starke Allergien habe .aber danke trotzdem 

Kommentar von SquareMatrice ,

Oh schade. Naja vllt. ginge ein Labradoodle.

Antwort
von DeliriumTremens, 10

Hey,  

Ich weiß nicht, ob dein Problem noch  aktuell ist, aber oft erlebe ich, dass Menschen mit Autismus Sicherheit brauchen, feste Rituale und Regeln in ihrem Altag und eine sichere Tagesstruktur.  Eine neue Wohnung bedeutet, dass das sichere, geschützte Umfeld weg ist und wenn dein Sohn nur in seinem Zimmer bleibt, braucht er erhebliche Unterstützung, die neue Wohnung kennenzulernen. Viele Menschen mit Autismus, die ich bereits kennenlernen durfte haben ein unfassbar präzises Auge für Details oder haben Angewohnheiten, wie der Aufbau von etwas sein muss. Es ist super, dass du von ihm gewohnte Dinge mitgenommen hast, aber eventuell braucht er einfach Zeit. 

Wenn er dir vertraut, musst du ihn dabei begleiten... die Wohnung ihm "vorstellen", bei ihm bleiben. Aktzeptiere aber auch, wenn er sich zurückziehen will, in einem ausgewogenen Verhältnis, eventuell sind die neuen Eindrücke dann in dem Moment für ihn überlastend und er muss sie erst verarbeiten.  

Alternativ kannst du ihm auch Anreize setzen, die neue Wohnung eher zu betreten, in dem du zum Beispiel im Wohnzimmer/Küche  positive Verstärker sowie Sicherheit durch vertraute Gegenstände oder Spielsachen schaffst. Bedenke aber, dass wenn er  sich nicht traut, die Wohnung richtig zu begehen, in der Wohnung verteilte Spielsachen um bei ihm Interesse zu wecken einer Strafe gleich kommen, da er sie nicht ohne Stress erreichen kann. Das muss man gut beobachten.    

Eventuell kannst du auch zu seiner Sicherheit Rituale einführen, darauf achten, dass das Essen um die gleiche Uhrzeit stattfindet, dass er seinen festen Platz am Tisch hat und so weiter. Was das "Toilettenproblem" betrifft, würde ich dies auch auf die ungewohnte Wohnung zurückführen. Wenn man Menschen in der Pflege dabei unterstützt, die Toilette zu benutzen, ist es immer am besten, sie tun es freiwillig. Das bringt den größten Erfolg. Deinen Sohn könntest du, wenn du ihm die Windel wechselst, nach dem frischmachen und vor dem anlegen der neuen Windel mal auf die Toilette setzen, dass er die Möglichkeit hat, die Toilette "kennenzulernen". Im Prinzip weiß er ja, wie eine Toilette funktioniert. Auch hier könntest du einen positiven verstärker einsetzen, in dem du ein Badezimmerspielzeug hast, um ihm das zu verschönern. Wenn du ihn auf die Toilette zwingst, kann es sein, dass er das für immer mit dem Toilettengang koppelt.... umgekehrt kann es auch sein (habe ich so schon erlebt), dass dein Sohn seinen Lebtag darauf besteht, möglicherweise mit dem immergleichen Spielzeug auf Toilette zu gehen.   

Eventuell hat sich deine Situation ja auch schon entspannt.... das würde mich sehr freuen :)   

Liebe Grüße 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten