felixilef am 17.02.2007 um 16:48 Uhr
Was mache ich, wenn die Wohnung im Chaos versinkt?

Chaos ist sicherlich subjektiv. Wenn es tatsächlich ein ernstes Problem ist, wäre ein Psychotherapeut zu konsultieren oder auch eine Selbsthilfegruppe denkbar: http://www.messies-selbsthilfe.de/
Das äußere Chaos ist immer (!) ein Zeichen der inneren Not. Deshalb nicht einfach brüllen: "Reiß dich mal zusammen, du Schlampe!"- denn so einfach ist es nicht. Es hat mit Selbstwertgefühl zu tun, mit Resignation, mit Antriebslosigkeit und Depression. Wohl gemerkt, ich spreche nicht von einfacher Sammelleidenschaft, sondern von den wirklich verwahrlosten Zuständen mit Chaos und Dreck. In diesen Fällen liegen die Ursachen sehr tief und es ist sehr schwierig, als 'Normalo' hier zu helfen. Wie Kai sagt, wäre psychologische Hilfe angesagt, um auf die Hintergründe zu kommen- ansonsten wird nur an den sichtbaren Folgen herum gemurkst, nie jedoch an den Ursachen. Einem Mitbetroffenen empfehle ich sanfte (!) Eingriffe wie einfache Ansätze zur Verbesserung- einfach mal was aufräumen ohne viel Tam-Tam, kleine Verbesserungen der Situation herbeiführen- Vorwürfe und eigenmächtige Handlungen sind dagegen absolut unangebracht, denn das wird den Betroffenen in seiner vermeintlichen Unzulänglichkeit nur noch bestätigen. Wie gesagt, das Leid sitzt hier tiefer und Feingefühl ist angebracht. Alles Gute für Euch!
Alles auf zu heben und zu sammeln ist auch eine Sucht. Und wie bei einer Sucht normal, muss der Süchtige erst die Einsicht haben, dass er süchtig ist. Erst dann kann geholfen werden. Wie Kai AUS BERLIN schon schrieb, denkbar wäre eine Selbsthilfegruppe. Ebenso könntest Du versuchen, behutsam mit dem Problem bei Euch vorzugehen. Ich weiss ja nun nicht, was von Deiner Frau alles gesammelt wird, aber Du könntest ja folgender Maßen vorgehen: Vielleicht zunächst Papiermüll entsorgen und Pfandflaschen wegbringen. Vielleicht auch einmal ganz klar sagen: "Wenn Du dieses Teil aufheben möchtest, dann wird ein anderes Teil dafür entsorgt." Tue Dir aber selbst den Gefallen und entsorge nichts ohne die Zustimmung Deiner Frau. Dadurch würde der Sammelwahn nur noch extremer. Und ... habe Geduld.
Chaos ist relativ. Da sich Gegensätze gern anziehen, möchte ich dich fragen, was du an deiner Frau so anziehend gefunden hast, dass du sie geheiratet hast. Und was hat sich verändert, dass du sie jetzt "heilen" möchtest? Habt ihr vielleicht Kinder und du ärgerst dich, dass die Wohnung schlimm aussieht, obwohl sie den ganzen Tag zuhause ist? Wie geht es ihr in diesem "Chaos"? Braucht sie vielleicht Kontakte nach außen? Oder einen Kinder-Mann-Aufräum-Bügel-was-auch-immer-freien Nachmittag? Unternehmt ihr noch Sachen gemeinsam? Da das sonst zu lang würde, wäre es gut, wenn du ein paar Details dazu beitragen würdest.