Frage von summergirl00000, 81

Wie hat sich die Erziehung im Kindesalter in der DDR auf die heutigen Erwachsenen ausgewirkt? wurde das Erziehungsziel zur soz. Persönlichkeit erreicht?

Antwort
von Georg63, 49
ich merke schon, dass ich andere Ansichten als andere vertrete

Um diese Frage zu beantworten, müsste man sich erstmal darüber verständigen, was unter dem abstrakten Betriff "soz. Persönlichkeit" zu verstehen ist.

Um die Ideale des Sozialismus/Kommunismus zu verteufeln, werden heute nur die negativen Nebensächlichkeiten herausgestellt.

Um eine kommunistische Gesellschaft aufzubauen, braucht man Menschen mit möglichst wenig Egoismus, einem ausgeprägten Gemeinschafts- und Gerechtigkeitssinn. Das war die Zielrichtung der sozialistischen Erziehung und diese wurde meiner Ansicht nach nicht erreicht.

Antwort
von TT1006, 67

Ich kann das nicht aus eigener Erfahrung sagen, aber soweit ich das über meinen Geschichtsunterricht mitbekommen habe, hatte es (gerade gegen Ende der DDR) eher den umgekehrten Effekt, da viele die Nachteile des Sozialismus erkannten. Nicht umsonst kam es schließlich zu den Montagsdemos und schließlich dem Zusammenbruch der DDR.

Kommentar von Huckebein ,

Du solltest dich darüber informieren, mit welchem Ziel die Montagsdemos stattfanden: Reformierung der DDR, nicht Wiedervereinigung. Die kam erst auf den Plan, als alle Messen gesungen und die Grenzen offen waren, aus welchem "Versehen" auch immer. Kam das nicht vor im Geschichtsunterricht?

Kommentar von TT1006 ,

Ich habe nicht behauptet, dass das Ziel der Montagsdemos die Wiedervereinigung war. Meine Behauptung, dass viele Menschen unzufrieden waren, unterstützt du ja mit deinem Kommentar.

Vieles seit dem WK II kam aber tatsächlich zu kurz, da man das ganze 20.Jahrhundert (in meinen Augen neben dem späten 19.Jahrhundert die für uns heute relevanteste Zeit) in nur einem Schuljahr durchkriegen soll. Also WK I, russische Revolutionen, das Scheitern der Weimarer Republik, WK II außen- und innenpolitisch, das geteilte Deutschland und Kalter Krieg. Da kannst du dir vorstellen, dass da nicht alles so genau vorkam und gerade zum Ende hin (Kalter Krieg & Ende der DDR) die Zeit fehlte.

Antwort
von Ronialein, 36

Das kann man nicht verallgemeinern. Genau so wie auch heute herrschten auch zu dieser Zeit verschiedenen vorstellungen vom "richtigen" Erziehungsstiel.
Demnach ist das heutige verhalten der damaligen Kindern hauptsächlich von deren Familien und deren Umwelt abhängig.

Antwort
von Huckebein, 41
ich merke schon, dass ich andere Ansichten als andere vertrete

Ich kenne die DDR aus eigener Anschauung und habe dem Begriff "sozialistische Persönlichkeit" keine Bedeutung beigemessen oder mich bemüht eine zu werden. Ich habe viele gute Angebote dieses Systems wahrgenommen und wahrnehmen können und nicht fraglos den nahtlosen Übergang in das Neue Deutschland gefunden.

Ansonsten arrangiere ich mich mit den jetzigen Gegebenheiten,  ohne in Euphorie zu verfallen, aber ständig mit dem Vergleich konfrontiert zu sein. Und damit meine ich nicht Bananen und Reisen. Im Gegensatz zu vielen anderen, die die DDR nur vom Hörensagen kennen, bewerte ich vieles anders, als das hier erwartet wird und finde mich IMMER bestätigt. Über manches Verlorene bin ich nicht traurig, anderes wiederum vermisse ich, und das ist nicht wenig.
Aber das kann nur jemand verstehen, der beide Systeme bewusst erlebt und den unmittelbaren Vergleich hat.

Kommentar von Huckebein ,

ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass die Erziehung im Kindesalter und auch später es nicht geschafft hat, mich zu einem Verfechter der "sozialen Marktwirtschaft", sprich des Kapitalismus zu machen.

Antwort
von HelmutPloss, 64
ich merke schon, dass ich andere Ansichten als andere vertrete

Das mit der soz Persönlichkeit hat wohl so nicht geklappt. Aber es war auch viel gutes dabei.

Antwort
von Claud18, 37

Das ist ja zum Lachen. Wer wollte schon eine sozialistische Persönlichkeit werden? Die Indoktinierung hat eher das Gegenteil bewirkt, die meisten orientierten sich nach Westen.

Allerdings: Die Erziehung zu mehr Gerechtigkeits- und Gemeinschaftssinn trug durchaus Früchte, und das ist eher positiv zu vermerken. Aber zu einer "sozialistischen Persönlichkeit" gehörte auch und vor allem ein "fester Klassenstandpunkt", und das ging ziemlich daneben.  

Kommentar von Huckebein ,

die meisten orientierten sich nach Westen.

Da du die meisten nicht kennst, ist es sehr vermessen, so etwas zu behaupten. Deine ganz persönliche Meinung und Einstellung sei dir gelassen, aber andere für dich zu vereinnahmen ist daneben, wie der von dir zitierte Klassenstandpunkt. Den musste man nicht unbedingt gehabt haben, um heute zu verstehenm, dass er vielleicht doch ganz nützlich gewesen wäre. Ansichtssache!

Kommentar von Claud18 ,

Ich gehe von meiner Schulklasse und der Lehre aus. Dass es ein paar 100%ige gab, will ich nicht bestreiten, aber die waren in der Minderheit und wurden nicht ernst genommen.

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