Frage von mely98, 73

Wie hat sich das Verständnis der Jünger zu Tod und Auferstehung gewandelt?

Ich habe bald die mündliche Abiturprüfung in katholische Religion. Daher wollte ich Fragen, wie sich das Verständnis von Resignation in die Hoffnungsbotschaft umgewandelt hat.

Antwort
von reikue, 14

Ja, ich denke auch, dass die Jünger nach der für sie katastrophalen
Kreuzigung ihres Herren und Meisters, allen Grund hatten völlig verzweifelt und
demotiviert zu sein. Schließlich hatten sie nach ihrer Berufung durch Jesus, im
Vertrauen auf ihn und seine Fürsorge, ihr ganzes Leben umgestellt. Ihre
Situation war durchaus vergleichbar mit Menschen die ihre Lebenspartner
verloren haben. Diese Betroffenen berichten in den ersten Tagen und Wochen nach dem Todesfall oft, dass sie sich in einer Art Traum mit dem verlorenen Partner unterhalten können und ihn dabei nicht nur hören sondern auch plastisch sehen. Auch sie erfahren dadurch Trost und Hoffnung. Ich frage mich, warum nicht Ähnliches den Jüngern mit Gottes Hilfe widerfahren sein soll, wenn sie berichteten Jesus gesehen und mit ihm gesprochen hätten.

Wenn man im Bibelserver unter „Traum“ sucht, findet man 48mal im "Alten" Testament und 6mal im "Neuen“ entsprechende Begebenheiten.
Vor diesem Hintergrund ist es im Nachhinein völlig unverständlich warum die
Evangelisten, die 40 – 60 Jahre später die Ereignisse um den historischen Jesus nacherzählten, die durchaus vorstellbaren Möglichkeiten eines Traumgeschehens außer Acht ließen und statt dessen die Geschehnisse um die Auferstehung als tatsächliches (leibliches) Ereignis beschrieben.

Antwort
von Raubkatze45, 22

Möchtest du den Wandel erklärt haben, warum die Jünger zunächst niedergeschlagen waren nach dem Tod Jesu, wie es bei den Emmaus-Jüngern zum Ausdruck kommt und warum sie dann überzeugt wurden, dass Er wahrhaft auferstanden ist und lebt? Die Erklärung steht doch im Evangelium.

Offenbar haben die Jünger  dem Bericht der Frauen vom leeren Grab trotzdem nicht geglaubt, bis auf den Jünger Johannes, von dem es heißt "Er sah und glaubte". Das leere Grab ist nicht der eigentliche Beweis für die Auferstehung, sondern die Erscheinungen Jesu.

Die Auferstehung Jesu war mit Sicherheit das unwahrscheinlichste aller Wunder für die Jünger. Die  Heilung eines kranken Menschen - das kommt vor, zwar nicht immer so schnell und so vollständig, wie in der Bibel als Wunder berichtet. Ein Sturm, der plötzlich aufhört zu stürmen; ein Krug voll
Wasser, das zu Wein wird; ein Mensch, der über einen See läuft -
all das erscheint  noch eher natürlich erklärbar als die Auferstehung
Jesu. Denn Auferstehung bedeutet ja: Ein Mensch, der tot ist, beginnt nach einigen Tagen wieder zu leben - und das auf eine ganz neue, unerhörte Weise: Er geht durch Türen und Wände, erscheint vielen Personen gleichzeitig und verschwindet immer wieder. Und dennoch ist er ein Mensch aus Fleisch und Blut, zum Anfassen und Berühren; einer, der ißt und trinkt und trotzdem anders ist. An diesem Wunder hängt der christliche Glaube.

Für die Jünger damals und auch für uns heute ist mit der Auferstehung noch ein ganz anderer Anspruch Jesu verbunden: Wenn nämlich Jesus ohne die Vermittlung eines anderen menschlichen Wundertäters von den Toten erstanden ist, dann muss er GOTT sein. Wer an die Auferstehung glaubt, muss also auch die Gottheit Jesu Christi glauben. Deshalb auch der Ausspruch vom zunächst ungläubigen Thomas "Mein Herr und mein Gott." So war die Auferstehung auch für damalige Zeiten eine unerhörte Behauptung und dass der Glaube an die Auferstehung Jesu den Glauben an seine Gottheit vorraussetzt. Die Jünger kamen durch die Erscheinungen ihres Herrn zum Glauben und durch den verheißenen Beistand, den Heiligen Geist.

Entgegen der Vermutung, für uns heute sei die Auferstehung zwar kaum akzeptabel, in der damaligen Welt hätte eine solche Behauptung aber weniger Aufsehen erregt, sei die Stelle aus der Apostelgeschichte zitiert, in der Paulus den Griechen (Athenern) predigt: "Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, andere aber sagten: Darüber wollen wir dich ein andermal hören. So ging Paulus aus ihrer Mitte weg." (Apg 17, 32). Und auch die Tatsachen, dass bereits in der Bibel die Betrugshypothese angesprochen wird, bestätigt, dass auch die Juden eine Auferstehung von den Toten nicht so einfach akzeptierten: "Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen...So kommt es, dass dieses Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist." (MT 28, 13-15).


Die Schwierigkeiten, an die Auferstehung Jesu Christi zu glauben, lassen sich zum größten Teil mit deren scheinbaren Unmöglichkeit begründen - wer tot ist, der ist tot. Solange ein Mensch lebt, wird ihm unter Umständen alles mögliche zugetraut - auch alles Unmögliche. Aber jede Möglichkeit des Menschen hat ihr Ende mit dem Tod. Es ist eine Sache zu glauben, dass Jesus Tote erweckt hat, und eine ganz andere Sache anzunehmen, dass er selbst, aus eigener Kraft, vom Tod erstanden ist. Im Glauben an die Auferstehung wird der Glaube an die Göttlichkeit Jesu auf die größte Probe gestellt, denn nichts anderes entzieht sich so sehr den menschlichen Möglichkeiten und ist somit allein den göttlichen vorbehalten. Umgekehrt bedeutet dies, dass es keinen größeren Erweis der Göttlichkeit Jesu Christi geben kann, als seine Auferstehung.









Antwort
von waldfrosch64, 19
  • Zu Beginn sind die Jünger ja alle geflohen, sie dachten Trotz der Ankündigung Jesus dass er gekommen sei am Kreuz zu sterben,alles wäre nun verloren ,sie konnten es einfach nicht glauben dass er der gerade  noch König bejubelt worden war ,nun elend  am Kreuz den Verbrecher Tod gestorben war .Nur Johannes blieb ja übrig unter dem Kreuz ,zusammen mit Maria und den Frauen,während die Apostel sich versteckt hielten .Sie waren verzweifelt und ohne Hoffnung .Und bangten auch um das eigene Leben.Als die Frauen dann das Grab leer fanden,und zu den Aposteln kamen und berichteten ,Jesu sei auferstanden,wollten sie es nicht glauben und sind zusammen dann zum Grabe gerannt ,Petrus und Johannes auf .Da dämmerte es ihnen ,sie erinnerten sich was Jesus gesagt hatte ,am dritten Tag würde er auferstehen .

Das Evangelium nach Lukas

Die Botschaft der Engel im leeren Grab: 24,1-12

241Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. 2Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; 3sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. 4Während sie ratlos dastanden, traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen. 5Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: 7Der Menschensohn muss den Sündern ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. 8Da erinnerten sie sich an seine Worte. 9Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf und den anderen Jüngern. 10Es waren Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus; auch die übrigen Frauen, die bei ihnen waren, erzählten es den Aposteln. 11Doch die Apostel hielten das alles für Geschwätz und glaubten ihnen nicht. 12Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden (dort liegen). Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung über das, was geschehen war.



  • Sprichwörtlich aber  und der Inbegriff für die Wandlung von Angst und Verzweiflung zur Hoffung und zur Gewissheit ,ist aber in der Kirche wohl immer ,die Begegnung mit dem Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus: Lukas 24,13-35

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