Frage von Ewok2001, 81

Wie hat man früher Songs gecovered (Gitarre)?

Hat man früher (als es noch kein Internet gab) alle Songs die man covern wollte nur durchs anhören nachgespielt? Welche anderen Bezugsquellen gab es?

Antwort
von Bauminator89, 51

Auch heutzutage (mit Internet) ist es nicht unbedingt einfach, Songs nur durch hören zu covern, zumindest solange Instrumente dabei sind. Man musste sich dann die Partituren oder generell die Noten dazu besorgen und konnte anhand dessen das Cover erstellen. Man musste nur erstmal an die Noten rankommen, das gestaltete sich natürlich etwas schwieriger...

Expertenantwort
von Vando, Community-Experte für Metal, 22

Früher gabs noch Songbooks, wo entweder der Musiker selbst, oder jemand anderes und hoffentlich professionelles die Noten aufgeschrieben hat. Heute gibts die kaum noch. Stattdessen findet man nur noch Noten im Netz die eigentlich nie gänzlich korrekt sind.

Und dann gibts auch Leute die sich mit der Musiktheorie auskennen. Wer das kann der sieht darin bestimmte Schemata nach der die Melodien, Harmoniken, Akkorde etc. laufen und kann das damit relativ ,,leicht" raushören.

Antwort
von OnkelSchorsch, 18

Nun, man hat früher ebenso gecovert wie heute. Indem man Noten nutzte.

Früher wie heute ist das "Real Book" eine wichtige Quelle. Das gab es früher nur für Jazz, dann aber auch für Rock. Da stehen die Melodielinien und Akkorde aller (!) gängien Stücke drin. Die alten Ausgaben noch mit der Hand geschrieben und fotokopiert.

Für unsereins war damals, in den 70ern und später, wichtig, dass da die Akkorde drin stehen. Die Melodien hat man sich schon zusammengepfriemelt, denn mit dem Notenlesen habe nicht nur ich so meine Probleme. Aber ein bisschen Noten muss man können, sonst hat einigermaßen ambitionierte Musik keinen Sinn.

Ich lade mal als Bild aus dem Real Book 3 das Stück "Unforgettable" hoch, da seht ihr dann, was man so hat. Akkorde und Die Noten der Melodie. Dazu verlinke ich ein Cover. Ihr könnte ja mal versuchen, die Melodie in den Noten wiederzufinden,. Es geht. Ach ja, glaubt mir: die Backgroundmusiker im Video hatten auch nicht mehr Sheet Music als die Kopie aus dem Real Book. Solche Standards muss man eben können.


Kommentar von werna ,

Schlechte Antwort, völlig irrelevantes Bild.

Das Nachspielen von Jazz-Traditionals hat mit dem richtigen Covern von Stücken herzlich wenig zu tun.

Antwort
von werna, 6

Erst einmal: Die Hörer waren früher toleranter und "großzügiger", was Coverversionen angeht. Da mussten gecoverte Songs nicht unbedingt 100%ig wie die Originale klingen. Das Riff ein bisschen anders als im Original? Andere Tonart weil der Sänger damit besser zurecht kommt? Völlig anderer Sound weil man anderes Equipment hat als die Originalband? Das war alles kein Problem, solange man nur Live-Musik hatte.

Heutzutage hören die Leute genauer hin und die Musiker müssen sich entsprechend mehr Mühe geben, dass sie wirklich so klingen wie im Original.

Früher war es wirklich üblich, dass man sich Stücke selber raushört, bei Liveauftritten der Bands den Musikern ganz genau auf die Finger schaut und vielleicht auch versucht, nach dem Auftritt hinter der Bühne sich ein paar Tricks von den Musikern selber zeigen zu lassen.

In den 80ern fingen die Profimusiker dann an, selber Lehr-Videos und Transkriptionen ihrer Stücke zu verkaufen (war halt eine zusätzliche Einnahmequelle)

Meine ersten "professionellen" Quellen zum Nachspielen von Stücken waren Videos von Michael Angelo und das von Steve Vai herausgegebene Buch mit allen Transkriptionen seiner LP "Passion and Warfare".

Antwort
von mairse, 34

Man braucht doch kein Internet wenn man die Noten für ein Stück hat...?

Kommentar von Ewok2001 ,

Vielleicht hätte ich hinzufügen sollen, dass nicht für jedes Lied Noten gab bzw. die Frage ist wie man an die rankommen soll.

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