Frage von Dragontastic, 277

Wie häufig sind Unterernährung und Verhungern bei Wildtieren?

Hi :),

Ich würde gerne wissen, wie gut genährt Tiere in der Wildnis im Durchschnitt sind. Leiden wilde Tiere konstant unter Hunger ODER finden die meisten von ihnen genug Nahrung? Und ist Verhungern eine häufige Todesursache bei Wildtieren?

Ich frage, weil mich das Leid in der Natur interessiert, als philosophisches Thema.

Viele Grüße!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Bitterkraut, Community-Experte für Tiere, 157

Wenn die konstant unter Hunger leiden würden, würden sie nicht gedeihen,so wie sie es tun. Tatsächlich können sich alle Wildtiere auch ernähren und sogar fortpflanzen. Würde ihr Lebensraum nicht ausreichend Nahrung für sie bieten, würden sie abwandern oder aussterben. Denk doch mal nach!

Es ist eine komische, menschliche Vorstellung, daß die hungern müßten. Nein Verhungern dürfte bei Wildtieren viel seltener sein als bei Menschen.

Kommentar von Dragontastic ,

Woher bist du dir denn so sicher, dass Hunger in der Natur so selten ist? :)  in einer Greifvogelschau habe ich nämlich letztens erst erfahren, dass etliche junge Falken an Hunger sterben. Und in einer Jagdzeitschrift habe ich mal gelesen, dass Hunger einen großen Einfluss auf die Population von Wildtieren haben kann. Nur wie häufig Hunger in der Natur wirklich ist, das würde ich gerne wissen. Dass er so selten ist, wie du sagst, kann ich mir aber kaum vorstellen – immerhin haben ja schon zwei andere Quellen (Jäger und Falkner) das Gegenteil angedeutet. Woher hast du die Information, dass Wildtiere kaum hungern?

Kommentar von Bitterkraut ,

Notzeiten gehören zu gesunden Populationen dazu. Vielleicht verstehst du es so besser. Anderfalls, ohne jede Auslese, würde die Art geschwächt werden. Chronisch hungernde Tiere würden abwandern, sich anpassen oder aussterben.


Kommentar von Dackodil ,

Der größte Teil der Wildtiere überlebt die Zeit von der Geburt (oder Schlupf) bis zur Geschlechtsreife nicht. Da findet die härteste Auslese statt. Todesursachen sind Kälte, Nässe, Krankheiten, Hunger und Beutegreifer, die die Schwäche zu nutzen wissen.
Dagegen sind erwachsene Tiere sehr viel widerstandsfähiger.

Hat ein Tier diese kritische Zeit erst mal überstanden, hat es die Chance auf viele Jahre gutes Leben.

Die nächste gefährliche Phase ist das Alter. Wird die zunehmende Schwäche und/oder Krankheiten nach außen sichtbar, machen wiederum Raubtiere ein gnädiges Ende.

(Ich würde ehrlich gesagt lieber ein schnelles gnädiges und sinnvolles Ende im Maul eines Bären finden, als in einer Altenbatterie, genannt Altersheim, über Monate bis Jahre dahin zu krepieren.

Das wäre mal ein philosophisches Thema!)

Kommentar von Dragontastic ,

Danke für eure Antworten! Ich setze mich im Rahmen eines längeren philosophischen Textes über Leid und Freude in der Welt auch mit dem Leben der Tiere (in der Natur, in menschlicher Obhut) auseinander ...

Könnt ihr mir für diesen Text vielleicht noch sagen, woher ihr das alles wisst? Praktische Erfahrung, Gespräche mit Experten, Naturdokumentationen oder ...?

Wäre super nett. :)

Kommentar von Dackodil ,

Ein entsprechendes Studium.

Viele Jahre praktische Erfahrung.

Ich könnte mich getrost auch als Experten bezeichnen (und einige andere hier auch).

Kommentar von Dragontastic ,

Oh, dann bist du ja eine erstklassige Quelle! 

Kann ich dir dann vielleicht noch zwei kleine, für mich aber bedeutende Fragen stellen? Danach lass ich dich auch für immer in Ruhe, versprochen. xD

Du schreibst: "Hat ein Tier diese kritische Zeit erst mal überstanden, hat es die Chance auf viele Jahre gutes Leben."

Das klingt ja schön, aber gilt das auch für die rangniedrigsten Tiere, die ja im Kampf im Futter stets unterlegen sind?

Und: kann man das Leben eines Wildtiers auch im Winter "gut" nennen?

Gruß,

Dragontastic

Kommentar von Dackodil ,

Ich habe den Eindruck, du stellst dir das zu einfach und schematisch vor.
Das sind nicht zwei einfache kleine Fragen. Da geht es um sehr komplexe Zusammenhänge und man müßte jeden Fall für Pflanzenfresser, Raubtiere, Einzelgänger, Rudeltiere, hierarchisch lebende Tiere, Lebensraum mit Jahreszeiten ,Lebensraum mit ausgeglichenem Klima usw. einzeln untersuchen.
Eine Hierarchie ist nicht in Stein gemeißelt und kann sich immer mal wieder verschieben. Auch die rangniederen Mitglieder kriegen genug zu essen. Bei den Pflanzenfressern sowieso und auch bei den Fleischfressern.
Wenig bekannt ist, daß der Omega im Wolfsrudel offensichtlich eine wichtige Funktion als Sozialregulativ hat. Ähnlich einem Hofnarren. Oft läßt ihm der Alpha sogar extra Futter übrig.

Du hast das mit dem Fressen und gefressen werden wohl zu stark verinnerlicht. Die Natur belohnt nicht nur die Elite. Die Natur hat auch Raum für das Mittelmaß und sogar für die Underdogs. Die Auslese macht sich auf die Masse statistisch bemerkbar.

Natürlich haben Wildtiere nicht im Sinne zivilisierter Menschen ein gutes Leben. Aus klimatisierten Räumen vom bequemen Sofa aus sieht das schrecklich aus. Aber auch der Großteil der Menschen lebt nicht im westlichen Luxus und in Sicherheit.

Last not least, ja, auch im Winter haben die meisten Tiere ein gutes Leben. Die Natur hat sie bestes darauf vorbereitet. Sie haben Fettreserven angelegt (Bären, Murmeltiere), sie haben Futtervorräte angelegt (Eichhörnchen), Ihr Stoffwechsel paßt sich an (Rotwild) usw.

Viele Tiere leben in Gegenden, wo es keine Jahreszeiten gibt. Einige Tiere leben in Gegenden, so es nur Winter gibt, in der Arktis und Antarktis. Das wären nach deiner Auffassung ja die Ärmsten der Armen.

Ich wollte eigentlich kein Buch schreiben. Ich empfehle dir, mal bei Konrad Lorenz zu lesen. "Das sogenannte Böse" Eine Geschichte der Aggression. Schon etwas älter, aber da sind die Gesetze der Evolution: Mutation und Selektion sehr gut erklärt und auch das Zusammen - Leben der Tiere in verschiedenartigen Sozietäten wird hervorragend dargestellt.

Kommentar von Dackodil ,

Darauf hat meiner Meinung nach der Buddhismus die beste Antwort.
Alle Wesen streben danach, Leid zu vermeiden und Glück zu erlangen.
(Aber das ist für dein Anliegen wahrscheinlich zu einfach :-)))

Kommentar von Dragontastic ,

Ein bisschen zu einfach. :P Es geht ja hier nicht um die Wünsche, sondern um die Realität. ;)

Kommentar von Dackodil ,

Da hast du was falsch verstanden. Der Buddhismus ist sowas von real und realistisch, dagegen sind Christentum, Islam und Judentum, um nur mal die größten zu nennen die reinste Märchenstunde.

Kommentar von Dragontastic ,

Meine Aussage war nicht auf den Buddhismus an sich, sondern allein auf diesen einen Satz bezogen. Bei dem geht es ja schließlich um die Bestrebungen des Lebewesens; nicht darum, ob diese dann tatsächlich auch fruchtbar sind. Du würdest mir übrigens sehr weiterhelfen, wenn du mir noch eine spezifischere Antwort auf meine 2 letzten Fragen geben könntest. ^^

Kommentar von Dragontastic ,

Oh, deine längere Antwort wird mir jetzt erst angezeigt. Danke für die vielen Informationen, helfen mir auf jeden Fall weiter. Danke auch für die Buchempfehlung, vielleicht lese ich das tatsächlich mal. ;)

Darf ich vielleicht noch fragen, woraus deine praktische Erfahrung besteht? Bist du Biologe, Förster, Tierpfleger...? Nur aus Interesse. :)

Kommentar von Bitterkraut ,

Danke fürs Sternchen!

Expertenantwort
von Buckykater, Community-Experte für Tiere, 23

Es kommt sicher Vor das Wildtiere auch mal sehr hungrig sind und schwache Sterben aber ständig dem Hungertod nahe sind sie nicht. Im Winter zb ist der Stoffwechsel vieler Pflanzenfresser stark runtergefahren so daß sie weniger Nahrung brauchen. Man bräuchte sie eigentlich nicht zu füttern. Kraftfutter ist sogar eher schädlich weil es ihren runtergefahrenen Stoffwechsel unnatürlich wieder hoch fährt und sie dann eher unter Hunger leiden und mehr fressen müssen. Darum wird heute wenn nur noch mit Heu zugefüttert.  Meist finden sie ausreichend Nahrung. IN den Savannen Afrikas kann es Vorkommen daß Tiere Verhungern wenn eine Trockenzeit sehr lange anhält. Auch Fleischfresser wenn die großen Herden aus ihren Revieren abwandern.  Und bei Bären (Braunbären) kann es Vorkommen daß sie den Winter nicht überstehen wenn sie sich nicht genügend Reserven anfressen können bei Eisbären auch wenn sie im Winter nicht genügend Beute machen können weil zb das Eis auf dem sie Jagen immer früher im Jahr schmilzt und sie darum weniger Zeit zum Jagen haben

Antwort
von Brenneke, 139

Ausser in sogenannten Notzeiten verhungern Tiere nicht. Rehwild zum beispiel wird also in Notzeiten ( Langanhaltender Bodenfrost und hoher Schnee) von Jägern zugefüttert. Es wird Futter ausgelegt für die Tiere. 

Viele der Wildtiere sind sogennante  Kulturfolfer. Wie zum beispiel der Fuchs. Er ernährt sich auch von unsren menschlichen Abfällen. 

Somit ist das wild versorgt. Mann sollte tunlichst znterlassen das wild zu füttern. Das kann nach hinten los gehen. 

Ich hoffe das hilft dir

Kommentar von Bitterkraut ,

Na, ja, Rehwild hat auch schon überwintert, bevor es von Menschen gefüttert wurde - da wurde es aber auch nicht so intensiv bejagt. Das Füttern dient auch der Jagd.

Kommentar von Dackodil ,

Ohne menschlich Unterstützung würde in unseren Wäldern vermutlich deutlich weniger Rehwild leben.

Und wenn wir die von der Natur als Regulativ vorgesehenen Beutegreifer wie Wolf, Bär und Luchs nicht ausgerottet hätten, sähe die Sache nochmal ganz anders aus.

Dann bräuchte man die jungen Bäume auch nicht vor Verbiß zu schützen. Die Wälder gediehen auch schon mit Rehwild, bevor der Mensch sich eingemischt hat.

Kommentar von gerd47 ,

Liebe Frau Bitterkraut: Ich weiß nicht, in welcher Gegend du lebst. Ich wohne in BW, und zwar im schwäbisch-fränkischen Wald. Hier wird das Wild schon seit Jahrzehnten im Winter nicht (mehr) gefüttert. Damals sah man im Wald hin und wieder noch solche Futterkrippen - aber schon längst nicht mehr. Ein mir bestens bekannter Förster sagte mir schon vor Jahren, dass zumindest bei uns Winterfütterung völlig unnötig ist. Das Wild findet erst bei einer enormen Schneedecke, die bei uns noch nie vorgekommen ist, und wenn der Boden steinhart gefroren ist kaum mehr was zum beißen. Andererseits habe ich bei uns im Ort schon im Sommer Füchse, Waschbären und Hasen herumlaufen sehen - allerdings nur in der Nacht. Und was die Jagd betrifft, so sind hier vorwiegendst die Wildschweine betroffen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Ich hab das Thema Fütterung nict begonnen, im Gegenteil ich hab geagt, daß auch ohne Fütterrung genug Tiere überleben können. Sie sind ja dafür ausgerüstet.

Antwort
von voayager, 99

Die Schwachen, die Kranken und die Alten würden normalerweise viel häufiger draufgehen, würden nicht Jäger diese unselige Wildfütterungen vornehmen, die so auch noch die Geschwächten durchschleifen. Die natürliche Auslese der Natur wird so nur gestört und all das nur um, um tüchtig auf der Jagd losballern zu können.

Und noch was: in schlechten Zeiten Klima usw. wo die Nahrung knapp ist, werden weniger Junge zur Welt gebracht, ggf. auf Nachwuchs verzichtet, so dass so dem Hungertod bis zu einem gewissen Grad vorgebeugt wird.


Kommentar von gerd47 ,

Ich frage mich, auf welchem Planeten oder in welcher Gegend du lebst. Zumindest das, was du im ersten Abschnitt geschrieben hast entbehrt seit langer Zeit jeglicher Grundlage.

Kommentar von voayager ,

Leider ist dein Hinweis nur ein nörgelnder Unmut. Dir und Raketenfritze ist wohl die Einstellung der Naturschutzverbände nicht bekannt, die sich gegen diese unsinnige Wildfütterung aussprechen.

Und noch mals zum Dazulernen. Wildfüterungen werden von diesen Sonntagsjägern vorgenommen, um zur Jagdzeit eine reiche Ernte, also umfangreiche Strecke zu haben.

Kommentar von Raketenfritze ,

Von welchen Naturschutzverbänden sprichst du denn? Dir sollte bekannt sein, dass auch der Deutsche Jagdverband eine anerkannte Naturschutzvereinigung ist, der die Wildfütterung keineswegs ablehnt.

Und auch für dich nochmals zum Dazulernen: Mit verallgemeinernden Phrasen und wilden Behauptungen zeigst du hier nur, dass du von der Materie nicht besonders viel Ahnung hast.

Kommentar von Raketenfritze ,

Jäger tun nicht alles immer nur, um mehr schießen zu können (geballert wird im Wald nicht). Bevor ein Tier verhungert, wird es sich alles nehmen, was es bekommen kann, um zu überleben, das sind dann eben besonders bei harten Bedingungen auch oft Knospen oder Rinde von jungen Bäumen. Es entstehen Verbiss- und Schälschäden und viele Förster und Waldbesitzer rufen nach höheren Abschusszahlen. Das Problem sind dabei aber nicht einfach immer die Wildtiere oder zu hohe Bestände, sondern die Tatsache, dass wir mittlerweile in einer intensiv benutzen Kulturlandschaft leben. Auf den Feldern bleibt nach der Ernte nichts mehr zurück und die Wiesen sind kahlgemäht, sodass nur noch der Wald Nahrung bieten kann, wo dann der beschriebene Konflikt mit den Waldnutzern auftritt.

Wir können nicht immer nur aus der Natur entnehmen, sondern müssen auch etwas zurückgeben (schon allein, um die Nutzbarkeit für uns und die folgenden Generationen zu erhalten) und ich kenne keine Personengruppe, die das so umfangreich und auf breiter Front tut wie die Jäger.  

Kommentar von voayager ,

diese Sonntagsjäger sind noch nicht mal sonderlich erfolgreich bei der Minderung des überhöhten Wildbestandes in unseren Wäldern. Was wir brauchen ist Folgendes.

1. Verbot der Wildfütterung

2. bevorzugte Jagd durch Berufsjäger

3. Wiedereinführung von Luchs, Wolf und Steinadler, zwecks Kleinhaltung überhöhter Wildbestände. Das ist sicherlich nicht in allen Wäldern möglich, in einigen allerdings schon. Dies gilt vor allem für den Luchs, der gezielt ausgewildert gehört.

Kommentar von Brenneke ,

Ich glaube das du dich mit der Arbeit eines Jägers nie genau beschäftigt hast.  Warum auch, Vorurteile zu übernehmen und blind weiter zu geben ist viel einfacher.  

Wild wird heute nicht mehr gefüttert.  Das war vielleicht mal so, aber das ist Jahrzehnte her.  

Sogenannte Notzeiten sind so gut wie nie vorhanden. Also wird auch nicht gefüttert. Da du dich offensichtlich nie mit Populationsdichte bei Schwarzwild auseinander gesetzt hast ist diese Diskusion dann wohl leider auch nicht fruchtbar.  

Gern richte ich aber der "Sonntagsjägern" in unserem Wald mal aus, dass sie die über 60 Schweine dieses Jahr doch lieber laufen lassen sollen.  Du hättest sie bestimmt gern in deinem Vorgarten.

Bei uns in der Region sind die Jäger immer für unsere sorgen als Hundeführer und Reiter da. Und übernehmen viele arbeiten die sie eigentlich nicht machen müssten.  Und sind nicht die, die hier angeprangert werden sollten. 

Kommentar von voayager ,

Behaupte doch nicht einfach, wovon du keine Agnung hast.

Guckst du hier:

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd...

Kommentar von Raketenfritze ,

Ach, ich glaube die meisten sind ja sonntags zu faul, um vor die Tür zu gehen ;)

Im Ernst: Auch hier möchte ich wieder deine Wortwahl kritisieren, der Begriff "Sonntagsjäger" wird mit Ahnungs- und Ziellosigkeit assoziiert, was definitiv nicht zutrifft. Jeder kann sich beim NABU, BUND oder anderen Verbänden anmelden oder sich auch ohne eine solche Mitgliedschaft Naturschützer nennen, einen Jagdschein dagegen macht man nicht mal eben in fünf Minuten im Internet. Das Niveau der Ausbildung bei den Jägern sucht im Naturschutz seinesgleichen.

Wo siehst du denn überhöhte Wildbestände? Bei welchen Wildarten? Und woran machst du die Überhöhung fest? Wo liegen die Ursachen?

Worin besteht der Unterschied, wenn nur noch Berufsjäger die Aufgaben der Privatjäger übernehmen? Ich sehe hier beispielsweise enorm hohe Kosten für die Organisation, Umsetzung und Verwaltung dieser Maßnahme und gleichzeitig fehlende Pachteinnahmen, was letztendlich den Steuerzahler belastet. Viel gewichtiger ist aber, dass damit der Wald vollends gewinnorientiert betrachtet wird: Es wird so viel Wild wie möglich geschossen, um jegliche Art von Verlusten durch Wildtiere zu vermeiden. Dass nicht jeder Verlust gleich ein Schaden ist oder sogar Nutzen bringen kann, scheint da leider keinen zu interessieren. Ich sehe die Privatjäger als guten Gegenpol zum steigenden Druck von Förstern und Waldbesitzern, die nach steigenden Abschusszahlen rufen, da sie keinerlei Gewinnabsichten hegen.

Luchs und Wolf sind ja schon seit einiger Zeit wieder dabei, sich zu verbreiten (vor allem der Luchs ja mit starker Unterstützung des Menschen), allerdings ist die Maschenweite in großen Teilen Deutschlands viel zu klein, um vernünftige Lebensräume für diese Tiere zu bieten. Eine nennenswerte Regulation von Wildbeständen durch die erzwungene Wiedereinführung von Großräubern (anstelle von langsamer und natürlicher Verbreitung und Wachstum) ist eher schwer vorstellbar. Vor allem Luchse haben relativ große Streifgebiete und Ansprüche, die in unserer Landschaft eher schwer zu realisieren sind.

Kommentar von voayager ,

Überhöhte Wildbestände gibt es z.B. bei Rehen und Wildschweinen.

Luchse kann man in mehreren Gebirgen und Wäldern auswildern, so z.B. Eifel, Pfälzer Wald, Hunsrück, Spessart, Hainig, Wälder in Brandenburg u.a.m. Der Hinweis es wäre kein Platz für diese Beutegreifer, ist unüberlegt, denn selbst im eher kleinen Harz hat sich dieser Beutegreifer erfolgreich eingelebt.

Den Jagdschein kann ich sehr genau beurteilen, denn ich habe bei mir zu Hause das Buch "die Jagdprüfung" von Pettinger und Blase. Ich habe zudem eine Jagdausbildung absolviert.

Es macvht also wenig Sinn, wenn du gerade mal so aus der Hüfte schießt.

die Naturschutzverbände madig zu machen, ist wenig zielführend, denn bedenke, dass dort zahlreiche Biologen engagiert sind, die dort federführend sind, also somit deren Programmatik ausarbeiten.

Kommentar von Brenneke ,

Oh mein Gott

Er liesst ein buch und ist Spezialist.  Den JS gab es offensichtlich auch geschenkt wenn er vögelfütterung mit notzeiten in deine Topf wirft. 

Zusätzlich ist Wild nicht gleich Wild. Wir rotten aus was du nicht brauchst und alles andere darf bleiben.  

Sorry das entbehrt hier jeder Grundlage. 

Jagd ist aktiver Naturschutz. Naturschützer sind Jäger in vorderster reihe.  

Im übrigen geht es hier nicht mehr hn die eigenliche frage, sondern um Anfeindungen ohne wissen. 

Schade das man selten argumentieren kan sondern immer sofort  alles in eine richtung läuft.  Ich bin hier raus

Kommentar von voayager ,

Du polemisierst und pöbelst jetzt doch nur, statt zu argumentieren. Vermute mal du bist Jäger und vertrittst auf bornierte Weise deine Standesinteressen, mehr isses doch nicht.

Habe übrigens nicht nur den Blase/Pettinger gelsen, also behaupte nicht einfach was.

Schade!

Kommentar von Raketenfritze ,

Zum Thema Pöbeln und Polemik würde ich dir mal einen genaueren Blick auf deine eigenen Beiträge empfehlen... Deine Vermutung spricht auch für sich, dir könnte man das gleiche unterstellen.

Kommentar von Raketenfritze ,

Und woran machst du dann die Überhöhung fest? Bei Schwarzwild haben wir definitiv eine steigende Verbreitung und sehr hohe und wachsende Bestände, gerade beim Rehwild sieht die Sache aber nicht mehr so eindeutig aus....

Richtig, der Harz ist nicht besonders groß, jedoch immer noch deutlich größer als ein großes Streifgebiet eines Luchses. Den Luchsen gefällt es im Harz in der Tat sehr gut, der ist aber eher unterdurchschnittlich erschlossen, besiedelt und genutzt...
Flächenmäßig sind geeignete Gebiete in Deutschland eben nicht die
Mehrheit. Wie ich bereits geschrieben habe, ist für eine flächendeckende Verbreitung mit wirklich relevantem Einfluss unsere Landschaft aber viel zu sehr zerschnitten und besiedelt.

Eine Jagdausbildung absolviert? Also hast du den Jagdschein? Ich besitze auch eine Menge Bücher, das macht mich noch lange nicht zum allwissenden Experten...

Ich möchte hier keineswegs die Naturschutzverbände madig machen, schließlich gehöre ich selbst einem an. Ich möchte darauf hinweisen, dass das Ausbildungsniveau der Jäger deutlich höher ist als sonst im Naturschutz, was angesichts der Verantwortung auch völlig richtig ist. zum Nistkästen aufhängen brauchts das ja nicht. Und auch bei den Jagdverbänden sind gebildete Leute an der Spitze, die stehen den anderen Naturschutzverbänden in nichts nach.

Kommentar von voayager ,

Selbstverständlich gibt es gebildete Jäger und Jagdausbilder, diese Erfahrung habe ich persönlich erleben können. Es ist aber nicht unbedingt nur eine Frage der Bildung, wie man zu etwas steht, denn es geht auch maßgeblich um Interessen und diese sind zuweilen bei den Naturschutzverbänden ganz andere als die der Jagdverbände.

Es entspricht dem geistigen Aroma von Bildungsphilistern, besonders jene der konservativen "Bauasrt", alles auf die Bildung zu kaprizieren, um so sich die höhere Weihe zu verpassen. Naive und autoritätsgläubige Menschen sind dann beeindruckt und schauen gar ehrfurchtsvoll nach "Oben", statt ihre eigenen Interessen zu erkennen und zu artikulieren.

Kommentar von Raketenfritze ,

Da hab ich wohl versehentlich meinen Kommentar nicht 100% wasserdicht formuliert... Es geht mir schlicht und einfach um die Denk- und Arbeitsweise, die in den meisten Fällen mit einer höheren Bildung einhergeht und damit eine Person dazu befähigt, sich in eine Thematik einzuarbeiten und eigene Schlüsse aus den zur Verfügung stehenden Informationen zu ziehen. Somit müssen dann eben nicht mehr die vorgekauten Positionen anderer herhalten...

Und mit einer solchen Herangehensweise kann auch völlig unabhängig von eigenen Interessen gearbeitet werden, diese können sich auch erst bei Ausarbeitung der Ergebnisse entwickeln.

Es ging mir also keinesfalls um die Möglichkeit zur Durchsetzung eigener Interessen oder um die Beeinflussung der naiven Massen, ich habe lediglich den Hinweis gebracht, dass nicht nur die bekannten Naturschutzverbände mit fachlicher Kompetenz ausgestattet sind.

Kommentar von voayager ,

Mein Jagdausbilder war ein Oberstudienrat, der war schon ausgesprochen intelligent und wies ein hohes Maß an Wissen auf, dennoch war er stockkonservativ. So polemisierte er öfters gegen Naturschutzverbände, ich selbst kam mit ihm ins Gehege, als ich mich für die Wiederansiedlung des Luchses aussprach. "Wollen wir Jäger jagen, oder wollen wir einen Rivalen im Revier haben?" So in etwa war der Tenor.

Wenn man gebildet ist, heißt das noch lange nicht, dass auch ein ökologischer Blickwinkel eingenommen wird. Alles nach dem Motto. der eine sieht das Glas halb voll, der andere nimmt es halbleer hingegen wahr. Man kann also durchaus auf hohem Niveau die aktuellen Forderungen von Umweltschützern verunglimpfen, man kann auch recht wissend die gegenteilige Position einnehmen.

Kommentar von Raketenfritze ,

Puh, da hast du ja auch einen ziemlich verknöcherten Gesellen erwischt^^ Ich kenne keinen, der so denkt (zumindest keinen, der das so sagt), kann mir aber durchaus vorstellen, dass es auch solche Kandidaten gibt... Wer aber seinen Verstand vernünftig einsetzt, wird eher selten so extreme Positionen einnehmen und sie so vehement vertreten. Sauber ausformulierten und gut begründeten Argumenten verschließen sich meiner Erfahrung nach im Allgemeinen wenige, mit Jägern im Speziellen hab ich das allerdings noch nicht probiert... Und die Meinung von Raubtieren als Konkurrenten der Jäger teilt in meinem Bekanntenkreis auch niemand... Sicherlich erlaubt das keine allgemeinen Aussagen, es ist auch nur ein Einzelfall wie dein Jagdausbilder...;)

Kommentar von voayager ,

Das mag so sein, besorgniserregend finde ich es allerdings, dass immer mal wieder Luchse und Wölfe von Jägern erschossen werden.

Antwort
von Georg63, 116

Einen Durchschnitt wirst du nicht ermitteln können - wäre auch sinnlos, da die Frage viel zu allgemein ist.

Ich wage zu behaupten, dass Hunger eine der Haupttodesursachen bei Tieren ist - genauso wie (lebendig) gefressen zu werden.

Wer seinen Feinden entkommt, wird irgendwann alt oder krank und kann sich nicht mehr ernähren. Da ihm dabei niemand hilft, wird es verhungern.

Kommentar von Dackodil ,

Bevor es verhungert, werden es seine Freßfeinde zur Strecke bringen. Raubtiere beobachten ihre Beutetiere sehr genau und bemerken jede Schwäche durch Hunger und/oder Krankheit.

In der Regel töten Raubtiere ihre Beute, bevor sie sie fressen. Die Gefahr wäre sonst groß, von einem Huf oder einer Klaue gefährlich getroffen zu werden.

Antwort
von Dackodil, 88

Was ist am "Leid in der Natur" philosophisch?

Darunter kann ich mir nichts vorstellen. Bitte klär mich auf.

Kommentar von Dragontastic ,

Tut mir Leid, falls ich nerve, aber ich kann dir noch eine Frage stellen?
Du hast ja geschrieben:
"Der größte Teil der Wildtiere überlebt die Zeit von der Geburt (oder Schlupf) bis zur Geschlechtsreife nicht."
Sterben denn auch schon viele Jungtiere in der Fürsorge der Eltern oder zumeist erst, wenn sie auf sich allein gestellt sind?

Ersteres würde ja nicht nur Leid für die Jung-, sondern auch für die Elterntiere bedeuten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community